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Breites Bündnis präsentiert innovatives Nachtzugnetz „LunaLiner“ / Protest gegen DB-Pläne, Nachtzüge abzuschaffen

Gießen | Das Bündnis „Bahn für Alle“ hat heute in Berlin auf einer Pressekonferenz das innovative Nachtzugnetz „LunerLiner“ und das Sonderheft „STOPPT das Nachtzug-AUS!“ präsentiert. Zuvor übergaben Aktive des Netzwerkes für den Erhalt der Nachtzüge, „Back on Track“, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Verkehr des Deutschen Bundestages, Martin Burkert (SPD) 28.882 Unterschriften für den Erhalt der Nachtzüge.

Die Deutsche Bahn AG hält an ihrem Beschluss fest, im Dezember die letzten von ihr betriebenen Nachtzüge zu streichen. Das hatte DB-Vorstandsmitglied Ronald Pofalla im Sonderzug der DB zum Klimagipfel nach Paris erklärt. Dagegen gibt es vielstimmigen Widerspruch in Deutschland und Europa aus den Parlamenten, aus den Gewerkschaften, von Fahrgast- und Verbraucherverbänden, Umwelt- und Klimaschützer_innen.

* Claus Weselsky, Bundesvorsitzender Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL):
„Jahrelanger Raubbau am Eisenbahnsystem gefährdet bereits heute dessen Bestand. Von einer angeblichen Ertüchtigung für die Zukunft lassen wir uns nicht täuschen, denn das Kerngeschäft wird zur schönsten Nebensache der Welt, wenn mit LKW und Bussen besser Geld verdient werden kann. Weil Sanierung nur Gewinnoptimierung heißt und die Infrastruktur dabei weiter geschrumpft wird. Das ist eindeutig gegen die Interessen der Bahnkunden und des Zugpersonals.“

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* Michael Cramer, Mitglied des Europäischen Parlaments für Bündnis 90/Die Grünen und Vorsitzender des Verkehrsausschusses:
„Ein Viertel der Treibhausgas-Emissionen kommt aus dem Verkehr. Verkehr ist der einzige Sektor, in dem die Emissionen gestiegen sind – um 22 Prozent – während die Emissionen aus der Industrie um 38 Prozent sanken. Ohne eine Änderung unserer Mobilität werden wir das Klima nicht schützen können. Eine europäische Verkehrswende ist überfällig, und die Nachtzüge sind dabei unverzichtbar.“

* Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag:
„Es gab und gibt keine demokratische Legitimation, ein so wichtiges Element aus dem Bahnverkehr zu reißen. Ein Fernverkehrskonzept ohne Nachtzüge verschläft die Zukunft!“

* Joachim Holstein, Sprecher des Wirtschaftsausschusses der DB European Railservice:
„Auf der Schiene schreiben die Nachtzüge schwarze Zahlen - das Defizit entsteht im Bahntower. Die Reisenden nutzen gerne Nachtzüge - wenn man sie lässt. Nachtzüge sind bei den Gästen viel beliebter als beim DB-Management.“

* Dieter Doege, Landesvorsitzender Fahrgastverband Pro Bahn Berlin/Brandenburg
„Erst die Vielfalt macht das Eisenbahnnetz stark. Dem Nachtreisenden ist die Zuverlässigkeit am wichtigsten. Es geht um ein attraktives Schlafwagenangebot mit vielen Direktverbindungen. Der Nachtzug ist das Hotel auf Rädern, denn bei Nachtzugreisen steigt nicht der Fahrgast, sondern sein Schlafwagen um.“

* * *
Das Sonderheft lunapark21 „STOPPT das Nachtzug-AUS!“ und die Nachtzugkarte „LunaLiner“ als Faltblatt erhalten Sie ab Ende der Woche im Bahnhofsbuchhandel und ab sofort im webshop der Grünen Liga.

Journalist_innen bestellen sich ein Rezensionsexemplar bitte bei:
foej@grueneliga.de

Die Nachtzugkarte ist online.

Hintergrund-Infos:
http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/bestandsaufnahme/lunaliner.php

und http://www.robinwood.de/Nachtzug.1193.0.html

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
8.923
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 19.06.2016 um 09:01 Uhr
Ich kann über das Reisen mit dem Nachtzug NUR gutes Berichten!
Die Betten sind gut, und man kommt ausgeschlafen am Ziel an. Kein Stau, Kein Stress und man hat wirklich geschlafen. Frühstück war auch ok. Ich fand diese Art des Reisens sehr angenehm. Tagsüber mit der Bahn na ja. Volle Züge je nach dem wo man hin will und meistens Verspätung. Laut und nervend wenn man in einem Zug sitzt indem Schulklassen, Jungesellenabschiede oder Sportfans unterwegs sind. Im Nachtzug hat man seine Ruhe! Ich fände das Verschwinden dieses Reiseangebotes sehr schade !!!

Meine Nachtzugerfahrung war der zug frankfurt- kopenhagen.
von kopenhagen aus dann mit dem sonderzug nach roskilde festival. ausgeruht zu einem festival ohne sorge um das auto :-))
Hallo Lieber Leser
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von:  Antje Amstein

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