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Kein Public Viewing in der Wieseckaue!!

Gießen | Die Bürgerinitiative "Wieseckaue" (vorher „Stoppt diese Landesgartenschau“) verurteilt die Übertragung der Fußball-EM-Spiele in der „Strandbar“ in der Wieseckaue auf das schärfste.

Wieder soll im geschützten Landschaftsschutzgebiet bis in die Nacht hinein mit Duldung des Magistrats die Vogelwelt gestört und vertrieben werden. Hinzu kommt die Belästigung der Nachbarschaft, die ebenfalls das Geschrei der Fußballfans ertragen muss.

In den Koalitionsvereinbarungen von SPD und Grünen war 2011 versprochen worden: „Unser Ziel ist es, Naherholungsgebiete (z.B. Schwanenteichgebiet, Wieseckaue, Schiffenberg) zu schützen und zu bewahren.
Vogelschutzgehölze sowie ortsnahe und innerörtliche Parks sollen erhalten bleiben.“

Da die Hauptverantwortliche für den Naturfrevel, Bürgermeisterin Weigel-Greilich, unverständlicherweise im Amt bleiben soll, sind in den nächsten Jahren weitere Wortbrüche zu befrüchten.

Die Landesgartenschau, die die Stadt aufgrund der ausbleibenden Besucher Millionen kostete und kostet, hat diese – vorgeblich zu schützende - Naherholungsgebiete empfindlich geschädigt.
Hunderte Bäume wurden einem Wahn geopfert, der Schwanenteich verschandelt und die Fauna der Wieseckaue nachhaltig in einem nicht wieder gut zu machenden Ausmaß geschädigt.

Die Mitglieder der BI fordern den Magistrat auf, die Übertragung der EM in der Strandbar zu der 500 Besucher erwartet werden zu untersagen!

 
Das wird die 4x3 Meter große Leinwand, die in der Strandbar aufgebaut wird
Das wird die 4x3 Meter... 
Licher UNNATUR LOUNGE 4
Licher UNNATUR LOUNGE 
Hier fliegt die Kuh ;)
Hier fliegt die Kuh ;) 
Es werden viele Bänke aufgestellt, die Liegestühle werden verschwinden, damit noch mehr Leute Platz haben
Es werden viele Bänke... 
 

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.06.2016 um 23:09 Uhr
Ich finde es unmöglich wie hier gegen die Natur gehandelt wird. Die Spiele beginnen 21 Uhr da kann es locker mal 23 oder gar 24 Uhr werden. Unmöglich
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.06.2016 um 23:19 Uhr
Von Ihnen war kein anderer Kommentar zu erwarten.
Florian Schmidt
4.696
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 07.06.2016 um 23:48 Uhr
Als Anwohner (Ringallee) finde ich es auch nicht unbedingt witzig. Denn man bekommt es mit und es wird definitiv lauter als sonst.
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 00:38 Uhr
Und vor allem spät mit dem ganzen von Menschen und Fahrzeugen. Es wird von 500 Besuchern geschrieben.
Florian Schmidt
4.696
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 06:13 Uhr
Mit all dem Müll, den gröhlenden Besoffskis, den belegten raren Anwohnerparplätzen...
Die Idee aus der einzigen ruhigen Rückzucksmöglichkeit einen eventpar zu machen kann ich immer noch nicht navollziehen. Früher war diese Publick Viewing Scheiße doch auch wo sie keinen Anwohner hätte stören können.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 08.06.2016 um 08:59 Uhr
Die BI ist wie immer Jahre zurück und gegen die Menschen. Es werden kein Tier und kein Mensch dabei umkommen. Was sind schon nur 500 Besucher. Wenn es 5000 wären dann könnte man sich Gedanken machen. Ich dachte auch die lassen mehr Zuschauer zu. Aber da wird wohl sehr viel Rücksicht genommen auf die Anwohner und die Natur, ist ja auch gut so. Der Nachteil ist, man muss immer so früh hin um einen guten Platz zu bekommen. Aber Kompromisse sind ja nicht schlecht mit der geringen Anzahl an Besucher sind dann beide Seiten abgedeckt.
Annick Sommer
4.019
Annick Sommer aus Linden schrieb am 08.06.2016 um 09:08 Uhr
Ich bin entschieden gegen eine Fussballübertragung in der Wieseckaue Doch bloßes Schimpfen hilft hier nicht. Eine Alternative muss her, die gleichermaßen die Bedürfnisse von Mensch und Tierwelt berücksichtigt. Ein EM-Public viewing könnte genausogut im Schiffenberger Tal stattfinden, nämlich dort, wo das Open air-Kino ausgestrahlt wird. Dafür ist der Platz konzipiert.
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 09:55 Uhr
In einem so empfindlichen Gebiet wie es die Wieseckaue darstellt, sin 500 Personen mit all den Begleiterscheinungen wie von F. Schmidt sehr anschaulich beschrieben, eine Katastrophe.
Wenn man natürlich nur seinen eigenen Bedürfnissen leben will, dann sch... man(n) und frau auf die Bedürfnisse der Natur.
Peter Lenz
521
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 08.06.2016 um 10:40 Uhr
Oha, der Obermeckerfritze ist also auch wieder mit von der Partie, der der sonst einen sch.. auf andere gibt, will sich wieder mal einschleimen. Was hat er geschrieben: "Wenn man natürlich nur seinen eigenen Bedürfnissen leben will, dann... " das passt auf diesen Egomanen.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 08.06.2016 um 11:49 Uhr
Herr Arnheiter so ist es.auch ich bin seit Jahren regelmäßig. Nicht schon vorher mit den Flügel schlagen und alles schlecht machen. Es gab dort schon größere Veranstaltungen die nachweislich auch keinen Schaden gebracht haben. Natürlich gibt es zu solchen Themen verschiedene Betrachtungsweisen. Als Naturschützer habe ich für mich aber entscheiden ab und zu zugeben und nicht mit der Überzeugungskeule drauf zuhauen. Ich persönlich finde das Gelände groß genug so eine Strandbar mit 500 Besucher (die werden auch nur bei den deutschen Spielen dort sein) zu verkraften. Die Natur wird weiter genug geschützt und beachtet was ich auch für sehr wichtig und richtig finde. Natürlich dürfen Andere das auch anders sehen.
Es sind halt immer die Prinzipen Meckerer dabei die immer Meckern wenn in Gießen etwas ist, dass kann man halt nicht mehr ernst nehmen und findet sich mittlerweile unter fast jedem Thema zu Gießen.
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 12:06 Uhr
Ich finde den Ausdruck "meckern" total daneben. Nur weil andere eine andere Meinung zu etwas haben, diese als Meckerer zu bezeichnen.
Jeder kann seine Meinung zu etwas haben, aber genauso soll er es anderen auch zubilligen und diese nicht persönlich angreifen.
Peter Baier
10.269
Peter Baier aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 12:08 Uhr
Herr Büttel, was sind schon nur 500 Besucher eigentlich haben Sie recht, nur befinden sich diese 500 Besucher auf einer kleinen Fläche.
Das Palmencafe wurde für eine Besucherzahl, während der LGS für etwa 240 Gästen ausgelegt.
Die Frage stellt sich jetzt sind vier Toiletten für 500 Gäste / Besucher ausreichend.
Die andere Frage die ich mir stelle wie sieht es mit Brandschutz aus, die Container, der Zaun und die Bar ist nicht gerade mit nichtbrennbaren Material verschönert worden.
----------------------------------------------
Zur Koalitionsvereinbarungen von 2011, fünf Jahre später ist schon alles vergessen, erinnert mich irgendwie an Alzheimer, wo man jeden Tag neue Leute kennen lernt, vielleicht gibt es da etwas von Ratiopharm.
------------------------------------------------
Eine Auflage die bis heute nicht erledigt wurde ist der Schichtschutz, obwohl die Strandbar schon seit rund 6 Wochen im betrieb ist, Der neue Sichtschutz soll jetzt gerade in der Herstellung sein. Scheinbar hat die Zeit dazu noch nicht gereicht obwohl mir das schon seit Mitte Januar bekannt war, wurde vielleicht vergessen es den Betreiber mitzuteilen.
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 12:20 Uhr
Lieber Peter, da es sich in der Mehrzahl eventuell um männlich Gäste handeln könnte, wie wäre es die von Frau Back erwähnten Bäume für die menschlichen Bedürfnisse zu verwenden.
Vorbeugender Brandschutz ;-))
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 12:27 Uhr
Können Sie nicht lesen? "Eventuell" Mutmaßung!
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 08.06.2016 um 12:31 Uhr
Sehen Sie auch noch auf einer kleinen Fläche.
Und laut der Vorschriften sind die Toiletten ausreichend. 0,8 Toiletten pro 100 Besucher. Das dies in der Praxis zu wenig ist denke ich auch. Aber die Veranstaltungsverordnung regelt dies so.
Es gibt dazu aber verschieden Regelungen nochmals in den Gemeinden und Städten die diese selbst erlassen können. So kenne ich aus der Nachbarschaft eine Regelung die besagt 100 Besucher 2 Toiletten 300-500 Besucher 4 Toiletten 1000 Besucher 6 Toiletten 1500 Besucher 8 Toiletten 2000 Besucher 9 Toiletten 3000 Besucher 12 Toiletten usw. Dies wird dann noch mal unterschieden ob es bei diesen Veranstaltungen feste Pause Zeiten gibt oder nicht.

Die Veranstaltung ist grundsätzlich Genehmigungspflichtig auch was den Brandschutz und andere Auflagen betrifft
Natürlich müssen die Auflagen (Sichtschutz) auch noch erfüllt werden. Das könnte auch schon erledigt sein. Da gebe ich Ihnen Recht.
Ilse Toth
36.924
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 08.06.2016 um 14:48 Uhr
Wir reden mal über die Veranstaltung am Tage danach! Erst dann wissen wir, ob dort Fußball geschaut wird mit Anstand oder Flaschen und anderer Müll in der Gegend rumfliegen.
Ich persönlich finde ein Naherholungsgbiet nicht geeignet, solche Veranstaltungen abzuhalten.
Es gehört einfach nicht in eine geschütze Natur!
Und wie sich Menschen verhalten, das sieht man bei schönem Wetter an der Lahn. Ich finde es toll, dass es einen schönen Ort gibt, wo sich junge Menschen treffen, grillen und fröhlich sind. Warum aber nimmt man seinen Müll nicht mit? Hier spreche ich ganz besonders von den Einweggrills. In keinem Land habe ich bisher so eine Schweinerei gesehen, wenn Menschen im Freien gefeiert oder relaxed haben. Und wir reisen viel! Ich befürchte, so wird es auch nach dem Fußballspektakel aussehen.
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 15:05 Uhr
Willkommen bei den Meckerern.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 08.06.2016 um 15:39 Uhr
Ja Frau Toth das ist die Kehrseite der Medaille, leider haben Sie mit diesem Punkt klar Recht,. Den Müll müssen die Menschen mitnehmen.
Ein Naherholungsgebiet ist halt kein Naturschutzgebiet und wie Frau Back richtig schreibt empfindet Naherholung jeder anders.
Ja und richtig gelebte Toleranz nicht nur die Eigenperson bezogene Toleranz wäre in vielen Fällen hilfreich.

Übrigens Herr Herold ist das was Frau Toth macht nicht gemeckert sie liefert doch einen ganz sachlichen Hintergrund.
Ilse Toth
36.924
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 08.06.2016 um 18:13 Uhr
Ich habe Peter auch nicht so verstanden! Ich würde mir sehr wünschen, dass sachlich argumentiert wird. Ein Für und Wider entspringt unterschiedlicher Meinungen. Das kann auch mal heftig werden. Streit gehört zu unserer Kultur, solange dieser mit Niveau und ohne Beleidigungen und persönliche Angriffen geführt wird. Je nach Alter hat man eine andere Auffassung. Auch ein Naherholungsgebiet kann in einem Naturschutzgebiet liegen. Warum muss ich frevelhaft mit der Natur umgehen, wenn ich mich erhole?
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 08.06.2016 um 18:21 Uhr
Man sollte nie Frevelhaft mit der Natur umgehen. Dafür ist diese einmalig und viel zu Wertvoll.
Birgit Hofmann-Scharf
10.314
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 18:24 Uhr
Auf dem Gelände des alten Polizeipräsidiums im Schiffenberger Tal baut die Eventagentur DTT wieder ihre EM-Arena für bis zu 5000 Fans auf.
Zusätzlich bieten mind. 10 Lokalitäten der Stadt dieses " Gemeinsam anstatt einsam" zur EM 2016 an.
Warum dann auch noch in einem Naherholungsgebiet.
Vollkommen daneben, vollkommen überflüssig!

Danke Martina, danke BI, für Euer Engagement!
Ilse Toth
36.924
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 08.06.2016 um 18:29 Uhr
Herr Büttel, Birgit, Ihr habt mit Eurem Beitrag vollkommen Recht!
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 19:20 Uhr
Liebe Frau Back, Sie sollte es einfach einsehen, nicht nur Sie haben Ihre Meinung. Es gibt auch noch andere und die lassen Ihnen Ihre. Dann lassen Sie den anderen ihre doch auch.
Da ich weder hier noch dort zum Fernsehen gehe, ich habe meine eigene kleine Großleinwand, brauch ich es nicht. Störe niemand und werde nicht gestört.
Birgit Hofmann-Scharf
10.314
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 19:30 Uhr
Die Wieseckau zu kommerzialisieren ist generell eine Sünde!
Hier geht es doch primär um die Tiere, um die Natur.

Ich finde es sowieso ein Skandal, dass sich vorausschauende Naturfreunde unsere Politiker in "die Schranken weisen müssen", was deren erdverbundenen Verantwortung angeht.

Ich darf mal einen Schritt zur Seite gehen. Die vielen dramatischen Überschwemmungen der letzten Tage ist ebenso ein sündhaftes menschliches Eingreifen in die Natur.
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 19:49 Uhr
Liebe Frau Back, irgendwie fällt auf, dass Sie es unbedingt immer wieder versuchen andere so richtig von oben her zu belehren. Aber von mir aus. Werden Sie seelig damit, nur lassen Sie mir meine Sicht der Dinge.
Peter Baier
10.269
Peter Baier aus Gießen schrieb am 08.06.2016 um 22:36 Uhr
Frau Back, Brandschutz für Bäume da haben Sie wieder einmal den Vogel abgeschossen, wenn Sie vorher einmal nachgedacht hätten wäre Ihre Frage überflüssig gewesen.
Bis ein Baum neben der Strandbar anfängt zu brennen ist die Strandbar schon längst Geschichte.
Der beste Schutz wäre wenn es öfters regnen würde.
Martina Lennartz
5.901
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 09.06.2016 um 22:50 Uhr
Die BI hat nichts gegen Public Viewing auf öffentlichen Plätzen. Die BI hat nichts dagegen, wenn Menschen zusammen Fußball schauen wollen.
Die BI hat nichts dagegen, dass Menschen gerne ins Grüne gehen und sich wohl fühlen wollen.
Die BI HAT was dagegen, wenn vorsätzlich gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen wird.

Die Strandbar liegt im Landschaftsschutzgebiet, wie das oben angefügte Foto zeigt. Selbst die Stadt Gießen weiß, dass es sich um ein solches Gebiet handelt, was jeder hier auf der Seite der Stadt Gießen nachlesen kann :

„Die Wieseckaue mit ihren unterschiedlichen Grünlandbeständen zählt zu den wertvollsten Biotopen in Gießen. Die vorherrschende traditionelle Grünlandnutzung durch die Landwirtschaft ist für den Erhalt von bedrohten Tier- und Pflanzenarten und gefährdete Pflanzengesellschaften eine wichtige Voraussetzung.
Von den seltenen Vogelarten kommen hier u. a. Wachtelkönig, Wiesenpieper, Bekassine, Blaukehlchen, Schwarzkehlchen, Braunkehlchen, Schafstelze und Rebhuhn vor. Auch Schmetterlingsarten wie die beiden europaweit gefährdeten Wiesenknopf-Ameisenbläulinge haben in der stark beanspruchten Aue noch letzte Lebensräume.
Darüber hinaus finden sich hier eine Reihe bundesweit bedrohter Pflanzenarten wie Sumpflöwenzahn, Feingeschnäbeltes Perlmoos, Kantiger Lauch, Breitblättriges Knabenkraut, Färberscharte, Gelbe Wiesenraute, Langblättriger Ehrenpreis, Erdbeerklee.
Deshalb wurde der Auenbereich der Wieseck als Landschaftsschutzgebiet, als Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Gebiet ausgewiesen und zusätzlich als Vogelschutzgebiet gemeldet.“
( http://www.giessen.de/index.phtml?La=1&sNavID=1894.296&object=tx|684.3154.1&FID=684.3154.1)


Aus dem Bundesnaturschutzgesetz:
§ 26
Landschaftsschutzgebiete
(1) Landschaftsschutzgebiete sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist

1. zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, einschließlich des Schutzes von Lebensstätten und Lebensräumen bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,
2. wegen der Vielfalt, Eigenart und Schönheit oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft oder
3. wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung.
(2) In einem Landschaftsschutzgebiet sind unter besonderer Beachtung des § 5 Absatz 1 und nach Maßgabe näherer Bestimmungen alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 10.06.2016 um 09:03 Uhr
Genau dieses Landschaftschutzgebiet wird in vollem Umfang berücksichtigt. Wenn man falsche Dinge wiederholt werden sie davon nicht richtig. Wäre es ein Natuschutzgebiet dann dürfte eine Event dieser Art nicht stattfinden. (Landschaftsschutzgebiete haben gegenüber Naturschutzgebieten eine schwächere Schutzform)
In Landschaftsschutzgebieten sind solche Veranstaltungen nach Genehmigung grundsätzlich erlaubt.
21
Boris Lebedew aus Gießen schrieb am 10.06.2016 um 09:06 Uhr
Ich verstehe die ganze Diskussion nicht und mir erscheint diese auch etwas kleinkariert. Der Park wurde künstlich angelegt, er wird sich nicht selber überlassen, sondern künstlich gehegt und gepflegt, da er sonst naturnah verrotten würde. Gemäß der RP-Verordnung ist eine Entwicklung des Gebietes zu Freizeitzwecken erlaubt und jeder besitzt eine anderes Verständnis wie er seine Freizeit verbringen will. Der Fußweg bildet die Grenze zu dem Landschaftsschutzgebiet (Foto 1). Gemäß dem Betreiber "werde ein größerer Bildschirm aufgestellt. Dies sei alles. Zudem gehe es bei der Erweiterung nur um 30 Quadratmeter Holzdeck, das das Gartenamt im vergangenen Jahr vorne am Wasser montiert hatte." Daher verstehe ich die Aufregung nicht. Wäre es im Sinne der BI, wenn in der Bar kein Public Viewing stattfinden würde, stattdessen auf der Wiese gegenüber, die nicht mehr zum Landschaftsschutzgebiet gehört und wo sich locker 1.000 - 3.000 Personen aufhalten könnten? Sicher nicht. Auch während der LGS fanden an dieser Stelle regelmäßig Veranstaltungen statt, die mehrere tausend Besucher hatten. Mir sind keine Berichte bekannt, dass die Fauna und Flora in der Zeit signifikant gelitten hätten. Und die avisierten 500 Personen werden nur zu den Deutschland-Spielen erscheinen. Das wären maximal 7 Spiele innerhalb 4,5 Wochen. Wie gesagt, ich verstehe die Aufregung seitens der BI nicht und empfinde die Argumentation nicht stringent und inhaltlich auf ziemlich schwachen Füßen.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 10.06.2016 um 09:40 Uhr
So ist Herr Lebedew.
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.06.2016 um 10:11 Uhr
Alles Ansichtssache. Die einen respektieren die Natur, die anderen bildlich gesprochen, treten sie mit Füßen.
Ist nur eine Frage was auf Dauer gesehen uns allen nützt.
Peter Lenz
521
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 10.06.2016 um 10:19 Uhr
I bin a Schwoab…..

"Die sehr häufigen neurotischen Störungen des erwachsenen Alters haben alle das eine gemeinsam, dass sie nämlich die Psychologie der Jugendphase über die Schwelle des berühmten Schwabenalters hinüberretten wollen. Wer kennt nicht jene rührenden alten Herren, die die Studentenzeit immer wieder aufwärmen müssen und nur im Rückblick auf ihre homerische Heldenzeit ihre Lebensflamme anfachen können, im Übrigen aber in einem hoffnungslosen "Philistertum" verholzt sind?"
- J.G.Jung: Gesammelte Werke, Band 8, § 776

Der Philister hat keine sozialen Eigenschaften, keine Idee von den wichtigsten menschlichen Dingen. Er weiß nicht, wie es draußen in der großen Welt zugeht; aber er hat Kaprizen für allerlei Kleinigkeiten, viel Sonderbares; und er ist ein Freund des Barocken. Ist er gelehrt, so weiß er am besten Bescheid in jenen Gegenden der Wissenschaft, wo die Motten anfangen.
– Arthur Schurig (1928), Der vollkommene Spießbürger.

Das sind die Philister unserer Zeit, deren liebstes Reiseziel der eigene, von Gartenzwergen bewachte Schrebergarten mit den schnurgeraden Karottenreihen ist.
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.06.2016 um 10:35 Uhr
Hoi, da spricht einer aus eigenem reichen Erfahrungsschatz, oder trübt ihn sein Erinnerungsvermögen?
Ist irgendwie immer wieder erstaunlich wie andere Menschen glauben die anderen kennen zu können.

Na ja. Irren ist menschlich und jeder wie er kann.
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.06.2016 um 10:39 Uhr
Doch liebe Frau Back, denn ihre Füße benötigen sie zum Laufen;-))
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 10.06.2016 um 12:52 Uhr
Der Kommentar heute im Giessener Anzeiger zeigt genau das Verhalten der BI und Frau Lennarzt. Sehr guter Kommentar und auch die Berichte in den Tageszeitungen.Ebenso die Reaktion von sehr vielen Mnschen im Internet.
Die Natur ist schützenswert und wird von niemanden dort geschädigt.
Ansichtssache und Meinung spielt hierbei keine Rolle sondern Gesetze und Fakten.
Unterstellungen der böswilligen Art ist ein Zeichen von argumenativer Schwäche.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 10.06.2016 um 15:45 Uhr
Der Kommentar war in der Allgemeinen.
Martina Lennartz
5.901
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 10.06.2016 um 18:41 Uhr
Zitat aus Möllers Kommentar (Gießener Allgemeine Zeitung vom 10.06.2016)

„Die Kehrseite dieser intensiven Nutzung ist der hohe Freizeitdruck, der auf dem von Menschenhand geschaffenen Naturraum lastet. Er geht in erster Linie aber nicht von den zwei oder drei Veranstaltungen des Fördervereins und der Strandbar aus, die mit Mehrweggeschirr und Pfand arbeitet, sondern von den Hunderten Besuchern, die jeden Abend grillen und chillen.“

Es geht der BI nicht darum, der Bevölkerung die Nutzung des Naherholungsgebietes zu untersagen. Die Wieseckaue war schon immer (lange vor der LAGA) für breite Bevölkerungsschichten das "zweite Wohnzimmer" und dies darf auch so bleiben.

Hier wird die Strandbar und deren Betreiber von Behördenseite protegiert und sämtliche Vorgaben der Landschaftsschutzgebietsverordnung ausgeblendet, während andere Gießener Gastronomen gegängelt und mit enormen Auflagen überzogen werden.

700 zu erwartete Besucher gehen weit über das normale Maß einer "Freizeitnutzung" hinaus. Unabhängig davon muss bezweifelt werden, ob die bereitstehenden Toilettenanlagen für das 'Public Viewing' ausreichend sind. Es steht zu befürchten dass das Umfeld der Strandbar und der 'schöne Stadtpark' als Nette Toilette in erheblichem Maße missbraucht werden.

Die Wieseckaue – entgegen der Meinung unserer Bürgermeisterin auch schon vor der Anlage der Teiche in den 60er Jahren ein 'Naturraum' – wird sukzessive "kommerzialisiert" und natürlicher Lebensraum immer weiter eingeengt.
Die bundesweit ausgerufene Biodiversitätsstrategie (welche die Biologische Vielfalt als Voraussetzung zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen fördert) ad absurdum geführt.


Aus den hessischen Richtlinien über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten hier der §12
(Hessische Versammlungsstättenrichtlinie – H-VStättR) - der Inhalt des § ist oben als Foto eingefügt.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 11.06.2016 um 11:26 Uhr
Frau Lennarzt hat die merkwürdige Angewohnheit aus Gesetzen und Texten nur die Passagen zu veröffentlichen die ihrer Meinung nach Beweisen , dass ihre Unwahrheit doch noch an Wahrheit gewinnt. Es lesen aber auch andere Menschen zum Glück Zeitung und beschäftigen sich mit den Gesetzen bis zu den Erläuterungen.
Herr Möller beschreibt auch , dass es sich jetzt um einen echten Volkspark handelt. Er schreibt auch dass den Park mit seinen vielen Betätigungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten alle soziale Schichten und Generationen nutzen können. Er selbst bezeichnet sich und viele Gießener als Gewinner des Volksparkes. Bemerkenswert der Satz: " Nur selten können mit dem Einsatz von Steuergeld -11 Millionen investierten Stadt und Land in den Umbau-so viele Menschen erreichen- Warum wird solch eine Bewertung von Ihnen vorenthalten? Pures politisches Kalkül...geht es Ihnen wirklich um die Natur?
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 11.06.2016 um 12:18 Uhr
Übrigens git in dem Fall der Strandbar die Gasstättenverordnung mit dem Zusatz für Events und nicht die Versammlungsstättenrichtlinie....der Versuch ist es aber Wert. Selbst wenn haben diese Vorschirft in diesem Falkl greifen würde, haben Sie wieder vergessen auch in dieser Regelung die Ausnahmen zu bennen. Absicht Frau Lennarzt?Oder wollen Sie uns einfach für dumm verkaufen.
Michael Beltz
7.494
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 11.06.2016 um 13:08 Uhr
Es gibt hier in der Diskussion - die meist sachlich bis lustig geführt wird - doch ein paar Bösartigkeiten. "Die BI ist wie immer um Jahre zurück und gegen die Menschen."
Wieso ist die BI gegen die Menschen? Ein sehr armes Argument.
Wer sind hier in Gießen Meckerer? Eventuell diejenigen, die GEGEN der Verfall der Alten Post auftreten, die GEGEN die Verwahrlosung, des Samen-Hahn-Grunstückes sind, die GEGEN die Verrorttung der Bahnhofstreppe sind, die GEGEN den Auftritt von Nazis demonstrieren und die GEGEN....
Also, wer GEGEN etwas aufrtitt ist ein Meckerer.

Ich stimme überein mit der Meinung, dass unter Erholung jeder etwas anderes versteht. Da sind wir alle tolerant. Auch die angesagte Location am Ballermann bietet Erholung.

Ansonsten warten wir mal die weitere Entwicklung ab und nehmen Naturschutz und damit verbundenen Auflagen, Richtlinien und Gesetze ernst. Da die Grünen, die einst ähnliche Poaitionen wie die BI vertraten und belächelt wurden, sich als Ökopartei verabschiedet haben, müssen wir es wohl selber tun.

Letzt Empfehlung: Lesen Sie nicht nur Herrn Möllers Kommentare in der Allgemeinen, sondern hin und wieder die Berichte im Anzeiger.
Michael Beltz
7.494
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 11.06.2016 um 14:11 Uhr
Es lohnt sich auch, die Kommentare in der Allgemeinen selbst zu lesen. Man findet sie hier:

http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Streit-um-Stadtpark-Nutzung-_arid,648933_regid,1_puid,1_pageid,113.html
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 11.06.2016 um 14:40 Uhr
Ich habe beide Zeitungen gelesen und die vielen Beiträge mit Kommentaren im Internet. Auch Facebook ( ein paar mehr Kommentare als die sieben unter der Allgemeinene). Es ist eindeutig der Satz die BI ist gegen die Menschen wird dort noch mal sehr verdeutlicht. Die Strandbar ist ein deutlicher Gewinn der Gestaltung und Freizeitmöglichkeiten sowieso. Wie bei kleinen Kindern die haben mein Schäufelchen weggenommen kommt einem dieses Verhalten einiger vor.
Die Natur muss geschützt werden und wird dort auch weiter geschützt.
Christine Stapf
7.320
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 11.06.2016 um 15:18 Uhr
"Aber bitte nicht in unserem Naherholungsgebiet "Wieseckaue", schreibt Frau Hofmann-Scharf empört auf Facebook. Ach ja?! Wer ist denn da "uns" und "wir", denen das Naherholungsgebiet scheinbar "gehört"? Ich dachte immer, das "gehört" allen in der Stadt - und da scheinen genug dabei zu sein, die das anders sehen und für ein paar Tage im Jahr ein anderes Programm bevorzugen als schweigend herumschleichen und Vögeln mit der Kamera auf die Pelle rücken.

@ Frau Back ich möchte folgendes zu Ihrem Absatz, der meine Zustimmung findet sagen.

Wir, das sind alle Einwohner von Gießen, ihnen allen gehört dieser Stadtpark !! Wenn an einer Stelle des großen Areals gefeiert wird, sehe ich nicht den Naturschutz gefährdet. Im übrigen war ich schon sehr lange nicht mehr am Schwanenteich, da diese Anlage, so könnte man den Eindruck haben, einer Handvoll BR der Gießener Zeitung gehört. Und wenn sie mal wieder auf der Jagd bei ihren Schwanis und Haubis sind, möchte ich nicht meine Freizeit dort verbringen.

Warum werden sich nicht auch Gedanken über die Einwohner in der Innenstadt gemacht, die sehr lange Krach aushalten müssen, wenn dort wieder viele Bierwagen, Würstchenbuden und Bässe der auftretenden Bands und laute Besucher zu hören sind. Diese Veranstaltungen wiederholen sich jährlich mehrfach.
10
herbert schmidt aus Gießen schrieb am 11.06.2016 um 15:39 Uhr
....und dann sind da die ewigen Nörgeler (immer die gleichen), die rumnörgeln, motzen, besserwissen, verunglimpfen, belehren, sobald die BI etwas veröffentlicht. Ich bin selten hier online, mehr um zu lesen, als um zu kommentieren. Aber was mir auffällt: Wenn die BI doch nur ein so kleiner unbedeutender Haufen ist, warum machen Sie sich zu jeder Tag und Nachtzeit eine solche Mühe sofort alles zu kritisieren, statt übrigens mal inhaltlich darauf einzugehen? Manchmal hat man in der Tat den Eindruck, dass Sie das tun, aber nicht wirklich gründlich. Ich finde das Verhalten ähnelt eher dem Kind, welchem man die Schippe weggenommen hat.
Zum Inhalt:
Es ist doch nicht die Frage, ob Public Viewing die Natur stört, sondern andersherum: Können Sie denn beweisen, dass Public Viewing die Natur NICHT stört?
Es gibt in diesem Park zwei gegensätzliche Interessen: Auf der einen Seite möchte der Mensch diesen Park nutzen, um sich zu vergnügen, was mit gewissen Lärm einhergeht. Auf der anderen Seite sind in diesem Bereich Flora und Fauna vorhanden, die einem besonderen Schutz bedürfen, damit sie existieren und sich entwickeln können. Die BI und ihre Befürworter sind gegen die gedankenlose Nutzung solcher Landschaftsschutzgebiete ohne Respekt und Wertschätzung gegenüber der Natur und gegen die Ignoranz und den Egoismus der Menschen, die solche Events ohne Rücksicht der bestehenden Natur durchführen. Wir möchten Verantwortung für uns und unsere Umwelt übernehmen, damit diese erhalten bleibt und auch noch unsere Kinder überlebt. Sehen Sie das anders? Wenn nicht, dann seien Sie doch froh, dass die BI ein kritisches Auge hat.

Zu Herrn Lebedew und den anderen: Sie sagen, ein Park wird bei unterlassener Pflege "naturnah verrotten". Eine naturnahe Verrottung ist für die Natur unbestritten besser als naturferne künstliche Eingriffe, die die Natur zurückdrängt oder sogar vernichtet.
Weiter schreiben Sie: "Auch während der LGS fanden an dieser Stelle regelmäßig Veranstaltungen statt, die mehrere tausend Besucher hatten. Mir sind keine Berichte bekannt, dass die Fauna und Flora in der Zeit signifikant gelitten hätten." Wenn Sie die Berichte und Kommentare hier in dieser Zeitung aufmerksam gelesen hätten, wären Ihnen bestimmt aufgefallen, wie viele Eingriffe es gab, unter denen die Natur gelitten hat. Sind Ihnen übrigens Berichte bekannt, dass Fauna und Flora während der LGS nicht gelitten haben? Fragen Sie mal Herrn Dietmar Jürgens.
Weiter: "Und die avisierten 500 Personen werden nur zu den Deutschland-Spielen erscheinen. Das wären maximal 7 Spiele innerhalb 4,5 Wochen." Wo liegt bei Ihnen die Grenze? Es gibt hinlänglich Studien, die belegen, dass ein einziges Event in einem solchen Gebiet nachhaltige negative Auswirkungen besonders auf Tiere hat, die aufgeschreckt werden, ihre Schutzgebiete und Schlafstellen verlassen und häufig in diese Gebiete nicht zurückkehren.
Und nur weil während der LGS größere Events stattfanden, dürfen jetzt auch "kleinere" durchgeführt werden, die zwar die Natur stören, aber halt nicht so schlimm wie vor zwei Jahren? Dieser Argumentation kann ich leider nicht folgen...
Birgit Hofmann-Scharf
10.314
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 11.06.2016 um 22:21 Uhr
@ Herr Rhiem
vielen Dank für diesen sachlichen und aussagekräftigen Beitrag.
Ich gehe auf die meisten der Kom. aus den von Ihnen genannten Gründen mitnichten ein.
Diese lakonische Feindseligkeiten gegenüber BÜRGERinitiative(n) widerstreben mir.
Evtl. regen Ihre Worte ja zum Nachdenken an.

Ich persönlich bin der BI für ihre "kritischen Augen" sehr dankbar. Dabei spielt m. E. die politische Gesinnung doch überhaupt keine Rolle, die völlig unangebracht hochgeputscht wird.
Christine Stapf
7.320
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 12.06.2016 um 10:38 Uhr
Frau Hofmann-Scharf es gibt Menschen die eine eigene Meinung und eigene Gedanken zu Themen haben, wie zum Beispiel zu diesem. Lakonische Feindseligkeiten zu unterstellen, nur weil die eigene Meinung nicht immer bestätigt wird, nun das sollte man aushalten können.

In der Stadt leben 83.628 ( Stand Juni 2015) Menschen, denen der Stadtpark gehört und ich denke von denen wird ein Großteil auch ein AUGE darauf haben, dass sie nach ihren Bedürfnissen, und nicht nach den vorgegeben den Park nutzen können.
Michael Beltz
7.494
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 12.06.2016 um 11:17 Uhr
Hallo Frau Back, Sie haben natürlich ebenfalls eine politische Gesinnung, eben z.T. eine andere als ich. Nehmen wir mal die Luft raus. Jeder weiß, dass in Gießen Menschen leben, die die LAGA begrüßt haben und andere, die dagegen aufgetreten sind. Im Parlament haben einige Abgeordnete mir und anderen vorgeworfen, wir wären der Meinung,. dass die Mehrheit hinter uns stünde. Ich habe stets betont, dass ich das nicht weiß. Jedoch nicht nur 5000 Unterschriften und sonstige Zustimmung haben gezeigt, dass ein Großteil der Menschen hinter uns stand.
Getäuscht habe ich mich im Wahlergebnis am 6. März: Die GRÜNEN hatten weniger verloren als ich erwartet (und gehofft) hatte
Peter Baier
10.269
Peter Baier aus Gießen schrieb am 12.06.2016 um 15:59 Uhr
Frau Back, natürlich sind 5000 Menschen von unter 80 000 Menschen nicht der Großteil.
Gebraucht hatten wir etwa 2600 Unterschriften von in Giessen angemeldeten Menschen, abgegeben haben wir über 3600 Unterschriften mit 1. Wohnsitz in Giessen. Die restlichen Stimmen kamen von Menschen welche nicht in Giessen ihren Wohnsitz hatten sich aber gerne in der Wieseckaue aufgehalten haben.
Jetzt meine Frage wie viele der unter 80 000 Einwohner hat den Entschluss gefasst eine LGS zu veranstalten, 10 oder sogar 50 Personen. selbst wenn es 100 gewesen wären, würde Ihr Mathelehrer das in bedacht von unter 80000 Einwohner auch als einen Großteil bewerten?
Die LGS wurde, ohne sich einen Rückhalt bei den Giessener Bürgern zu besorgen, einfach beschlossen. Die Personen die die Endscheitung für die LGS getroffen haben werden im Gegensatz zu den 3600 Giessener und 1400 Bürger aus dem Landkreis Prozentual auf jeden Fall schlechter abschneiden.
Seit der Wunsch nach einer LGS sich im Rathaus verstärkte gab es genug Wahlen es wäre ein leichtes gewesen bei einer Wahl der Bürger nach seiner Meinung über eine LGS gleich mit zu befragen, was aber leider nicht gemacht wurde.
In anderen Städten wurde es gemacht und wenn die Abstimmung positiv war gab es kaum Probleme.
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Warum werden Gebiete zu Schutzgebiete gemacht?
Warum eigentlich sind Ausgleichsmaßnahmen für einen Eingriff in einen Schutzgebiet nötig?
Das die letzte Schutzmaßnahme in die Hose ging dürfte wohl bekannt sein.
Aus Kostengründen hat man such für eine Lite- Version entschieden, weil die Zerstörung durch den Einsatz großer Maschinen, um die Kiesinsel auszubaggern, in dem neuen Stadtpark angeblich zu groß wären.
Die Frage warum wurde sie nicht gleicht umgesetzt während der Bauzeit als die ganzen Maschinen im Park sich befanden und die Wege noch nicht fertig gestellt waren.
Eher wahrscheinlich bestand schon damals nicht die Absicht die Ausgleichsmaßnahme überhaupt an der zugesagten Stelle auszuführen!
Große Eingriffe am Neuen Teich waren.
Der Brückenbau
Die Plattform für das Cafe
Das Holzdeck
Zwischen Oberlache und Wieseck. hier gab es einmal Erd- oder Sandbienen welche Höhlen in die Erde bauen.
Interessant ist das auf dieser Fläche ( Grünes- Klassenzimmer) zwei Bienenhäuser standen, und den Besucher der LGS erklärt wurde wie wichtig eigentlich Bienen sind, das heist es wurden Erdbienen Vertrieben um an selber Stelle Bienen zu Zeigen, irgendwie ist das etwas pervers.
Ein Teil des Gebietes wird jetzt zeitweise unter Wasser gesetzt auf dem anderen Teil befindet sich der Hundeplatz.
21
Boris Lebedew aus Gießen schrieb am 13.06.2016 um 10:09 Uhr
@Herr Riehm; da haben wir unterschiedliche Meinungen zu dem Thema, bei der es keine Schnittmenge gibt. Aber Pluralismus gehört gottseidank zu unserer Gesellschaft. Es handelt sich um eine künstliche Parkanlage, die für die Menschen angelegt wurde und nicht als Schutzgebiet für Tiere oder Pflanzen. Daher hat in diesem Gebiet eindeutig die Belange der Menschen Vorrang. Auch bin ich der Ansicht, dass die vor der LGS durchgeführten Maßnahmen sich die Qualität des Parks wesentlich erhöht hat. In meinen Augen handelt es sich um eine gelungene Umgestaltung. Mich an Herrn Jürgens zu verweisen, der Mitglied in der BI ist oder war, finde ich nicht hilfreich, da dieser augenscheinlich nicht objektiv sein kann. Wenn ich Ihrer Argumentation hinsichtlich des Lärmes folge, dann wundere ich mich schon, dass ich keinen einzigen Bericht über die Störung durch regelmäßige Feuerwerke am Messeplatz finde. Auch die über Wochen stattfindende Lärmbelästigung durch laute Musik, Schreie von Besuchern, Sirenen sowie weitere atypischen Geräusche bis in die Nacht durch Frühjahrs- und Herbstmessen waren diesbezüglich keinen einzigen Bericht wert. Des Weiteren scheinen die Einsatzfahrten vom Roten Kreuz, die auch mitten in der Nacht stattfinden, nicht störend für die Vogelwelt zu sein. Dass die vorgenannten Ereignisse keinen störenden Einfluss haben, aber Public Viewing an sieben Abenden schon, kann ich daher nicht nachvollziehen.
H. Peter Herold
27.991
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.06.2016 um 11:40 Uhr
Wie wäre es wenn sich keiner hier zum Für und Wider äußern würde? Niemand auf die Idee käme Beiträge und Kommentare zu veröffentlichen? Ich glaube alle hätten mehr Zeit für sich und ihre Interessen. Wie gut das tut merke ich zurzeit.
Christine Stapf
7.320
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 13.06.2016 um 13:17 Uhr
Danke Herr Lebedew für Ihren Kommentar.
Ihre Schilderungen betr. der Messen usw. sind Aktionen die jährlich stattfinden, inklusive der lauten Feuerwerkskörper, die auch noch im Stadtgebiet zu hören sind, also am Schwanenteich um einiges intensiver.

Auf dem Schiffenberg werden in Kürze auch wieder Veranstaltungen stattfinden, worauf sich Fuchs, Hase und die lieben Rehlein freuen können, wenn die Musik durch den Wald dröhnt, und zur späten Stunde viele viele Autos gestartet werden. Das sich die Menschen auf dem Weg zu ihrem Fahrzeug auch etwas lauter unterhalten kommt auch vor. Warum gibt es da keinen Aufschrei, dass die Tiere in ihrer Umgebung gestört werden ?

Peter, du mußt auch nicht die ganzen Kommentare lesen, da du mit deiner Zeit bestimmt besseres machen kannst :-)
Wir leben in einer Demokratie wo jeder seine Meinung äußern darf, und das ist gut so. Wenn ich einen Bericht hier auf dieser Plattform veröffentliche, muss ich damit rechnen das es Lesern gefällt oder auch nicht, und sie dies in Form von Kommentaren äußern.
10
herbert schmidt aus Gießen schrieb am 13.06.2016 um 22:51 Uhr
Herr Lebedew, es handelt sich trotzdem jetzt um ein Landschaftsschutzgebiet, das im Laufe der Jahre entstand und dann als solches bezeichnet wurde, um die dort entstandene Artenvielfalt usw. zu schützen. Das ist keine Meinung, sondern ein Naturschutzgesetz. An welcher Stelle hat sich das ökologische Gleichgewicht durch die LGS verbessert, Herr Lebedew? Es wurden viele hunderte Bäume gefällt, Wildbienenstöcke vernichtet, viele Vogelarten brüten kaum noch, natürlich wachsende wunderschöne Orchideenarten wurden vernichtet und die wichtige Ufervegetation abgeholzt.
Natürlich gibt es vielfältige Störungen des natürlichen Lebensraumes in und um Gießen, was den Schaden am Schwanenteich noch lange nicht rechtfertigt oder relativiert. Nur weil es woanders auch laut ist, wird es in der Wieseckau nicht weniger störend. Und wenn es Sie stört, dass woanders Lärm die Natur stört, dürfen Sie sich auch gerne kritisch äußern. Wenn Sie die Störungen allerdings unterstützen, verstehe ich Ihren Kommentar überhaupt nicht.
Frau Stapf, erwarten Sie ernsthaft, dass es Aufschreie um jeden gefällten Baum, jeder gepflückte Blume und jedes Event in Gießen geben soll? Ich verstehe Ihre Anmerkung nicht. Wollen Sie sagen, dass es bei ausbleibendem Aufschrei auch nicht schlimm sein kann?? Was ist ihr Wunsch und ihr Ziel? Was stört Sie?
Christine Stapf
7.320
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 13.06.2016 um 23:05 Uhr
Herr Riehm, eine Feststellung, denn Natur und Schutz der Tiere ist auch noch an anderer Stelle geboten. Aber das verschwindet in der grossen Diskussion um den Stadtpark.
Peter Baier
10.269
Peter Baier aus Gießen schrieb am 16.06.2016 um 22:08 Uhr
Frau Back, zu Ihren Kommentar vom 13.06.2016 um 23:27 Uhr.
Stellen Sie sich vollende Situation vor, an einen Tag würden 10 Hobbyknipser zbs ein Bild von einen Teichhuhn zeigen.
Im Jahre 2012 wäre auf jeden Bild sehr wahrscheinlich ein anderes Teichhuhn ab zu sehen gewesen.
Jetzt 2016 besteht die Möglichkeit das auf den Bildern dasselbe Teichhuhn gezeigt wird.
Auch werden diese Hobbyknipser, wie Sie sie nennen, die Wasservögel weder belagern noch nachstellen können.
Ein brütender Haubentaucher der sein Nest mitten auf dem Schwanenteich hat ist automatisch 20 Meter vom Ufer entfern. Wenn der Hobbyknipser nicht durch das Wasser laufen will bleiben nur Objektive mit einer großen Brennweit übrig, ein
60 fachen Zoomfaktor oder mehr ist schon fast untergrenze.
Was anderes wäre wenn diese Hobbyknipser gleichseitig Laute Musik hören würden.
Das ist lachhaft das Spaziergänger die Vögel nicht belästigen.
Auch sehe ich kein Problem darin das jedes Jahr ähnliche Bilder hier gezeigt werden da es möglicherweise neue Leser in der GZ gibt.
Ein Bild von einen Teichhuhn oder Haubentaucher und schon schließen Sie daraus das sich ja nichts geändert hat.
Haben Sie was dagegen das sich Menschen über diese Bilder freuen?
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In dem künstlich angelegten Park hat sich im laufe der Zeit, durch fehlende Pflege welche auf einmal so wichtig ist, etwas schönes entwickelt. Es haben sich auch geschützte Tiere angesiedelt was wohl der Grund ist das es ein Landschaftsschutzgebiet geworden ist.
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Zu Ihrer Frage Frau Back.
„Wo wurden Wildbienenstöcke und Orchideenarten vernichtet?! Belege bitte!“
Sie wollen von uns beweise haben? Währe es nicht besser Sie würden es uns beweisen das es die Orchideen nicht gegeben hat als von der BI ein Beleg zu verlangen.
Soweit ich weiß gab es 3 Stellen, eine war auf der Halbinsel, da diese Stelle zwischen nicht mehr vorhandenen Bäumen liegt ist an dieser Stelle kein Schatten mehr und dürfte verloren sein.
Diese Stelle war vor der LGS mit Absperrband gekennzeichnet.
Eine weiter Stelle ist oder war neben dem Quellgarten unterhalb des Parkplatz. während der LGS war der Bereich mit einen Rot/Weißen Absperrband gekennzeichnet.
Die dritte Stelle muss in dem kleinen Wäldchen unterhalb des Bolzplatzes gelegen haben, diese Stelle kenne ich nicht.
Und jetzt? Jetzt sagen Sie der ist in der BI dem glaube ich nicht.
Ein Tipp, warum erkundigen Sie sich nicht bei Herrn Wiemer vom Gartenamt (einer der zwei Geschäftsführer der LGS GmbH).
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Um die Wildbienen oder Erdbienen können Sie sich ja mal selbst kümmern, ein Hinweis gab es weiter oben.
Martina Lennartz
5.901
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 17.06.2016 um 11:21 Uhr
http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Kritik-aus-Ausgleichsplanung-fuer-die-Landesgartenschau-_arid,311336_regid,1_puid,1_pageid,113.html

Zum Thema "Wildbienen" erteilt Herr Dr. Frommer gerne Auskunft.

Die Teichhuhnpopulation ist seit der LaGa stark minimiert. Herr Jürgens- anerkannter Ornithologe, der seit sehr vielen Jahren gründlich katiert- wird es bestätigen.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.06.2016 um 13:39 Uhr
Der Artikel ist wieder ein typischer Beweis für nichts. Ökopunktegeschiebe gibt es immer bei solchen Projekten. Ausgleichmaßnahmen stehen immer in der Diskussion.
Zu Wildbienen wird nichts ausgesagt, was soll das wieder ....erneut die Leute versucht an der Nase herumzuführen.

Wichtig dabei ist doch nur der Gewinn für Gießen und seine Menschen einen Volkspark zu besitzen und dabei noch der Erhalt der Natur. Ob es dafür den ein oder anderen Ökopunkt mehr oder weniger gibt spielt dabei keine Rolle.

Herrr Jürgens ist sicherlich ein gute Quelle ....ich frage da lieber die BGM das gleicht sich dann aus.
Peter Baier
10.269
Peter Baier aus Gießen schrieb am 17.06.2016 um 15:30 Uhr
Herr Büttel, der Wildbienen-Experten Dr. Ulrich Frommer wäre doch ein schöner Ansprechpartner zu mal er nicht in der BI Ist.
Die BGM zufragen ist bestimmt eine gute Wahl sie wird auch über Daten aus etwa 20 Jahren verfügen welche beweißen das sich nichts verschlechtert hat, ist natürlich was anderes als genaue Stückzahlen für die letzten 15-20 Jahren.
Herr Jürgens hat mit Sicherheit seine Daten nicht für sich behalten da er in einen Naturschutzverband ist.
Wenn man das so sieht dann ist der Herr Frommer eigentlich doch kein Ansprechpartner zumal er sich in dem Artikel beschwert hat, so was geht gar nicht und er ist eigentlich damit nicht mehr glaubwürdig.
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Frau Back, vielleicht lesen Sie den Kommentar noch einmal.
“Ein Teil des Gebietes wird jetzt zeitweise unter Wasser gesetzt auf dem anderen Teil befindet sich der Hundeplatz.“
Wo der Hundeplatz ist werden Sie vielleicht wissen, die Stelle die zeitweise unter Wasser gesetzt wird ist der neue Amphibienteich. Zeitweise weil er einmal Wasser hat dann wieder nicht.
Ob Herr Jürgens der einigste Ornithologe in Giessen ist finden Sie es heraus.
Die Teichhuhnpopulation ist schon 2012 / 2013 zusammen gebrochen, wahrscheinlich nur ein dummer Zufall wenn es zeitgleich mit der LGS
geschehen ist.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.06.2016 um 15:49 Uhr
Mehr Kommentare wie wohl Teichhühner 😃
Christine Stapf
7.320
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 17.06.2016 um 15:51 Uhr
Ich will auch (99) :-)
Christine Stapf
7.320
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 17.06.2016 um 15:54 Uhr
Da hing ich wohl etwas.
Dietmar Jürgens
1.252
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 19.06.2016 um 19:32 Uhr
Es wird Zeit mit einigen Märchen, vor allem der Propagierung einer heilen Welt in der Wieseckaue, wie sie hier von unseren Naturexperten, allen voran Herrn Büttel und Frau Back, verkündet wird, aufzuräumen. Mir ist natürlich schon bewusst, dass die ewig Widersprechenden auch diese Fakten anzweifeln bzw. auch danach noch weiterhin behaupten werden, die Natur würde ausreichend geschützt.
Da wäre zum einen die Behauptung, der Einfluss durch die Landesgartenschau und der Folgenutzung einzelner Elemente, die im Uferbereich errichtet wurden, wäre gering und hätten der Vogelwelt nicht geschadet. Das ist schlichtweg falsch. Die Rückgänge bei den Brutvorkommen einiger Arten sind evident, die Bruterfolge erschreckend gering. Nachfolgend ein paar Zahlen, die das verdeutlichen werden:
Beim Teichhuhn hat sich der Brutbestand am Schwanenteich um zwei Drittel, am Neuen Teich, um ein Drittel verringert. Hatten die T. am Neuen Teich vor und während der Landesgartenschau (hundefrei und gelenkte Besucherströme) noch 3-4 Jungvögel (Juv) im Durchschnitt pro Brutpaar (BP), sind es aktuell nur noch 1-2 Juv. Vom Haubentaucher gab es bis zur Landesgartenschau 4 BP am Neuen Teich und keines am Schwanenteich. Mit der Landesgartenschau und der Vernichtung von 2 dauerhaft besetzen Brutplätzen sind es dort nur noch 2 BP, ein drittes wanderte an Schwanenteich ab. Der Bruterfolg pro BP am Neuen Teich lag vor der Landesgartenschau bei 2,8 Juv. pro erfolgreicher Brut, seit der Landesgartenschau bei nur noch 1,2 Juv.
Die Rede ist von Jungvögeln, die flügge werden, also die Brutsaison überlebt haben. Die Mortalitätsrate bei vielen Wasservögeln im ersten Jahr (hauptsächlich ist der Winter verantwortlich) liegt bei ca. 50%. Man kann sich also gut vorstellen, dass bei einer geringen Reproduktions- und hohen Mortalitätsrate ein dauerhafter Erhalt der Bestände nicht zu erwarten ist bzw. diese noch weiter rückläufig sein werden.
Weitere Arten, die im Bestand deutlich abgenommen haben, sind Wacholderdrossel ( minus 40%) und Teichrohrsänger (-30%). Der Rückgang bei der Wacholderdrossel ist auf Baumfällungen im Rahmen der Landesgartenschau, vor allem im Bereich der Wissenschaftsgärten und an der neuen Brücke, zurückzuführen. Die des Teichrohrsängers vor allem auf Maßnahmen des Gartenamtes, das in 2015 den Wasserstand absenken ließ, um mal zu testen, wie sich das limnologisch auswirkt. Dass in den Schilfbereichen seltene z.T. gefährdete Vogelarten brüten wurde dabei schlichtweg ignoriert.
Für all diese Verluste durch Zerstörungen des Lebensraumes hätte ein Ausgleich geschaffen werden müssen bzw. ein Absenken des Wasserstandes zur Brutzeit hätte nie stattfinden dürfen. Und das bringt uns zu Märchen Nr. 2: die Stadt hätte ausreichend Maßnahmen für den Naturschutz ergriffen. Das ist mitnichten der Fall: weder wurde neuer Brutraum für das Teichhuhn und den Haubentaucher geschaffen, noch gab es Ausgleich für die Verluste an Brutplätzen bei der Wacholderdrossel. Ein Paar Beispiele: der Teich am Sellnberg ist als Nahrungshabitat für Fledermäuse angelegt worden, zudem wurden an den Ufern beider Teiche Hundebadeplätze angelegt. Sehr sinnig. Die Fläche südlich der Wieseck, die in 2016 geschoben wurde, ist aufgrund der winzigen Wasserfläche und geringen Wassertiefe kein Ersatzbrutraum für das Teichhuhn oder andere Wasservögel. Sie wird innerhalb kürzester Zeit verlanden und zuwachsen. Der einzig sinnvolle Ausgleich, der angedacht war, ist die Vergrößerung der Schilfröhrichte. Dazu wurde im letzten Jahr der Wasserstand, auf Anraten von Herrn Dr. Korte, der Wasserstand abgesenkt. Leider zur Brutzeit und somit mit den bereits oben erwähnten Folgen für den Teichrohrsänger. Die effektivste Methode, die Ausbreitung des Schilfs zu fördern, wäre der Rückbau der Kiesinsel am Nordwestufer gewesen. Dieser per B-Plan festgelegten und somit verbindlichen Ausgleichsmaßnahme verweigert sich die Stadt. Fachlich nicht nachzuvollziehen. Darüber hinaus gesetzeswidrig solange der B-Pan rechtskräftig ist.
Märchen Nr. 3: heile Welt in Wieseckaue, weil ja so viele Fotos von Haubis und Schwanis im Internet kursieren (gell, Frau Back, Ihr Lieblingsthema). Diese Bilder stammen in erster Linie vom Schwanenteich. Dazu ein paar Anmerkungen
1. Haubentaucher und Co. lassen sich dort hervorragend fotografieren, weil? Genau, dank der intensiven Pflege der Ufervegetation durch das Gartenamt in den Jahren 2011 bis 2014 (gemeint sind die fachlich nicht begründbaren Totalrückschnitte), gab es freie Sicht und bestes Licht zum Fotografieren auf alles was sich dort auf oder am Wasser oder am Ufer tümmelt.
2. Dass der Haubentaucher am Schwanenteich brütet, ist der Vernichtung seiner Brutplätze am Neuen Teich geschuldet.
3. Die digitale Kameratechnik macht’s möglich: heute kann fast jede/jede Naturfotos schießen. Das verzerrt mitunter die Realität. Dass es sehr viele Fotos von denselben Vögeln gibt, heißt ja nicht, dass es nun mehr sind oder die Bestände unverändert hoch wären.
4. Dass Haubentaucher und Co noch ein zu Hause haben, ist der BI zu verdanken. Da wird dann geflissentlich drüber hinweg gesehen. Ohne den Einsatz der BI gäbe es den Schwanenteich in seiner jetzigen Form nicht mehr und somit auch keine Haubentaucher, Teichhühner und andere Wasservögel dort. Davon kann ausgegangen werden. Also wenn sich jemand um den Naturschutz verdient gemacht hat, dann die BI. Keine Stadt, kein Gartenamt.
5. In diesem Jahr hat zum ersten Mal seit ich meine Kartierungen dort mache kein Höckerschwan gebrütet. Am neuen Teich sogar seit 3 Jahren nicht mehr. Vielleicht wird es Zeit den Teich/die Teiche umzubenennen: denn ohne Schwan kein Schwanenteich. Wie wäre es mit einem phantasievollen Namen wie Stadtteich oder den Bitterling-Gedächtnisteich, denn den gibt es nach der Entschlammung in 2011 wahrscheinlich auch nicht mehr. Und für den sollte und soll der Schwanenteich ja umgebaut werden.
Ich könnte noch etliches mehr zum Thema unterlassenen Schutz der Flora und Fauna anmerken und an Fakten ergänzen, doch das würde den Rahmen sprengen. Außerdem wurde ja bereits u.a. auf die Vernichtung der Vorkommen seltener und geschützter Orchideen sowie die Zerstörung des Lebensraumes zahlreicher gefährdeter Wildbienen hingewiesen. Verluste, die nicht auszugleichen sind. Typisch ist jedoch die Heuchelei, die vor allem die ausgewiesenen Experten Back und Büttel an den Tag legen. Sie sind damit leider nicht allein. Die Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen durch Eingriffe des Menschen werden gern klein geredet oder sogar negiert. Artensterben und Klimawandel sind ja sowieso eine Erfindung von Naturschützern. Was der Mensch mit der Natur anstellt ist immer richtig, dafür legen Frau Back und Herr Büttel ihre Hand ins Feuer. Für Herrn Büttel ist es gut, dass die Natur geschützt wird, im Zweifel kann man natürlich jederzeit davon abrücken. In einer anderen Diskussion schreibt er, es gäbe zu viel Naturschutz und hat sich darüber hinaus geärgert, dass es keine Strandbar im Naturschutzgebiet bei Hungen gäbe. Nun muss der arme Kerl viele Kilometer schrubben, bis nach Gießen, damit er sein wohl verdientes Bier nach getaner Arbeit in der Strandbar genießen kann. Und ohne dies wäre sein Leben unerträglich und nicht lebenswert. Frau Back hingegen ist davon überzeugt, dass sie trotz ihrer Fürsprache und ihr Verständnis für die aus ihrer Sicht akzeptable Vernichtung von Brutraum für Vögel, der Fällung hunderter gesunder Bäume, Respekt gegenüber der Natur zeigt. Die Kraft der Suggestion ………
Sarkasmus und Ironie mal beiseite, solange nicht erkannt und akzeptiert wird, dass im Naturschutz Erhalt vor Ersatz der richtige Weg ist, solange Eingriffe in die Natur, die dem reinen Vergnügen dienen als fortschrittlich werden (Herr Büttel, jemand, der das behauptet, den kann ich nicht ernst nehmen in einer solchen Diskussion), solange werden jegliche Bemühungen zum Erhalt der biologischen Diversität ins Leere laufen. Die Argumente, die vor allem von Frau Back und Herr Büttel kommen, spiegeln genau die Heuchelei wider, die ich bei vielen Diskussionen um den Naturschutz erlebt habe.
Und zum Schluss noch ein Denkanstoß: Jean-Jacques Rousseau (Staatsphilosoph, der im 18. Jahrhundert gelebt hat) schrieb zum Thema individuelle Freiheit: die Freiheit des Einen endet dort, wo die des Anderen anfängt. Einfach mal drüber nachdenken….
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 19.06.2016 um 19:51 Uhr
Gut gebrüllt Löwe. Ein großes Lob das Sie sich soviel Mühe machen für Leute die Sie nicht ernst nehmen. Ich bin tief beindruckt. Auf eines möchte ich aber noch hinweisen, ich trinke dort kein Bier nach Feierabend und bin auch nur dort weil mein Sohn neben an in Wieseck im Training ist. Extra dort hinfahren würde ich nicht.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 19.06.2016 um 20:17 Uhr
Rousseau hat übrigens Recht. Auch Sie sollten mal darüber nachdenken....
Ich repektiere Ihre Arbeit für die Natur, Sie habe es aber richtig erkannt ich habe einen anderen Blickwinkel und bin nicht fanatisch für eine Sache sondern für den Erhalt der Vielfalt. Nur im Miteinander und Nebeneiander und nicht einseitig wir man Verständnis erzielen und Lösungen finden.
Was Sie zu den Ausgleichmaßnahmen schreiben haben Sie Recht. Ein Naturexperte bin ich sicherlich. Da in der Natur aufgewachsen weiß ich diese zu schätzen. Auch war ich bis zu seiner Auflösung Jugendwart im Örtlichen Vogel und Naturschutzverein. Ich sehe das haben Sie aber erkannt.
Dietmar Jürgens
1.252
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 19.06.2016 um 20:44 Uhr
Von welcher Vielfalt sprechen Sie? Bestimmt nicht von biologischer Vielfalt. Das lässt sich Ihren Beiträgen jedenfalls nicht entnehmen. Bedauerlich, da Sie ja auf Ihre Vergangenheit im Vogel- und Naturschutzverein hingewiesen haben. Da ist wohl viel Wissen in Vergessenheit geraten.

Leidenschaftlich ja, fanatisch nein. Würden Sie ihre Dauerpräsenz bei Diskussionen zu Artikeln der BI als fanatisch bezeichnen? Es ehrt Sie natürlich, dass Sie sich unermüdlich für die Berechtigung und Rechtfertigung von Naturzerstörung einsetzen. Es wäre allerdings weniger heuchlerisch, Sie würden auch dazu stehen.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 19.06.2016 um 21:01 Uhr
Ich bin gegen die Zerstörung der Natur deshalb kann ich nicht dazu stehen. Das ist ein Unterstellung. Erst ernennen Sie uns zu Naturexperten und dann unterstellen Sie mir ich würde Naturzerstörung rechtfertigen. Das ist mir fern. Die Natur ist das höchste Gut. Sollte es Naturzerstörung geben werde ich mich dagegen einsetzen.
Ich habe übrigens zu Ihnen sehr bekannten Naturfreunden der HGON ein sehr gutes Verhältnis.
Dietmar Jürgens
1.252
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 19.06.2016 um 22:09 Uhr
Tja - da hat jemand die Ironie nicht verstanden. Sorry, werde ich dann zukünftig besser kennzeichnen.

Sehr interessant, was Sie so schreiben. Das höchste Gut, sehr schön. Da muss ich Ihre Kommentare, die Sie zum Teil hier einstellen, grundlegend falsch verstanden haben. Aber wie erklären Sie sich dann Aussagen von Ihnen, dass es in manchen Fällen zu viel Naturschutz gäbe? Und heißt das für Sie jetzt im Umkehrschluss, dass der Verlust der Brutplätze durch den Bau zweier Plattformen mitten ins Wasser hinein, keine Naturzerstörung darstellt? Haben Sie nicht viel mehr behauptet, das Ganze wäre ein Gewinn, auch für die Natur. Wie jetzt, nur weil nicht alle Teichhühner tot vom Nest fallen bzw. schreiend den Park unter Protest verlassen, hat keine Naturzerstörung stattgefunden? Erklären Sie es mir, bitte!
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.06.2016 um 09:49 Uhr
Das stimmt mit der Ironie die wird nicht so ganz verstanden. Das müssen Sie nicht denn Ihre habe ich schon durchschaut. Das ist wie mit Rousseau das gilt für Beide Seiten.
Sehen Sie die Natur nicht als unser höchstes Gut an? Ich denk schon, sonst würde ich Sie falsch einschätzen.
Sie fragen mich ich habe an anderer Stelle geschrieben, das wir an manchen Stellen genug Naturschutz haben. Ja das sehe ich so Herr Jürgens. Sie wissen das ich in Utphe wohne direkt am Naturschutzgebiet. Ich wohne dort gerne und bewundere die Lebensleistung meines ehemaligen Lehrers (Biologie) und guten Bekannten Ehard Thörner. Wir beide schätzen uns und haben einen sehr guten Kontakt. Als Anwohner und Utpher habe ich sowie die Bürger von Utphe in vielen Dingen aber eine andere Auffassung zu der Entstehung dieses Gebietes in der Horlauffau gehabt. Der erste Vorwurf an den Naturschutz und die HGON, der örtliche Vogel und Naturschutzverein sowie die Bevölkerung wurde noch ein einziges Mal auch nur Ansatzweise in irgendeine Form der Planung mit eingebunden. Es entstand ohne Frage eines der wertvollsten Naturschutzgebiete (Vogelschutzgebiete) mit Europa weiter Beachtung. Ein Verdienst von Erhard der zu Recht das Bundesverdienstkreuz bekommen hat. Ich sehe aber auch den Mensch als Bestandteil der Natur. Auch dieser ist bei den Planungen als Individuum mit seinen Bedürfnissen zu Respektieren. Bleiben wir am Beispiel von Utphe. Mit den beiden Seen, den angelegten Feuchtbiotopen ist künstlich durch den Bergbau ein wunderbares Naturschutzgebiet entstanden. Die Horlauffau das FFH Gebiet von Bingenheimer Ried bis über Utphe und Steinheim kommt noch hinzu. Wäre es nicht möglich gewesen und der Sache dienlicher die Anwohner für die jahrelangen Belastungen mit ins Boot zu nehmen. Erst der Bergbau, dann der Bau der Kläranlage und die Umgestaltung des Ganzen in ein Vogelschutzgebiet, ca. 30 Jahre täglicher Baustellenverkehr durch einen kleinen Ort. Wir hätten uns einfach für die Menschen an dem zweiten See in Richtung Trais-Horloff eine kleine Ecke zur Nutzung für die Menschen gewünscht. Da dort tatsächlich genug Naturschutz betrieben wird. In den Jahren als nur die Bevölkerung des Dorfes dort hinkonnte wurde sauber gehalten und gepflegt die Menschen hatten Interesse an diesem Gebiet. Leider wurden die Menschen ausgeschlossen. Der Naturschutzverein hat sich aufgelöst und die Grünen existieren politisch nicht in unserem Ort.
In meine Augen hat man in Gießen versucht einen Kompromiss einzugehen der auch den Menschen in Gießen einen Vorteil bringt. Nicht jeder hat Interesse an Vögel und absoluter Ruhe. Sondern an einer Freizeitgestaltung in Verbindung mit der Natur. Meinen Sie nicht dass man dadurch mehr Verständnis für dieses Gebiet erreicht wie mit sturen Verboten. Die Natur und der Mensch im Einklang das ist mein bestreben.
Ihre Zahlen sind beachtlich, das habe ich auch schon geschrieben. Sollten laut dem FP und BP die Ausgleichsmaßnahmen nicht durchgeführt worden sein und entsprechende Schutzräume eingerichtet sein ist das tatsächlich ein Versäumnis der Stadt. Sie wissen aber auch wie ich dass es Aufsicht und Kontrollmechanismen gibt die dieses eigentlich verhindern ja sogar ausschließen sollten.
Deshalb bleibe ich dabei in der Gesamtheit betrachtet, auch wenn es leider Rückläufe in einigen Populationen im Moment zu verzeichnen gibt (ich glaube und hoffe es gibt eine Erholung der Bestände in Zukunft wenn alle Maßnahmen greifen) ist dieses Gebiet Rund um den Schwanenteich und die Wieseckau ein Gewinn für Gießen für seine Menschen und für das Verständnis zu Natur. Das hätte ich mir kleinen bei uns auch gewünscht.
Dietmar Jürgens
1.252
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 23.06.2016 um 19:10 Uhr
Sorry, Herr Büttel, komme berufsbedingt erst jetzt dazu Ihnen zu antworten.

Super Pladoyer. Geht leider an der Realität vorbei. Zu den von ihnen angesprochenen Seen lässt sich anmerken, dass sie nur deshalb zu dem werden konnten was sie sind, weil u.a. Erhard Thörner erkannt hat, dass der Mensch als Störfaktor und das ist nun einmal so, auch wenn das die Wenigstens hören wollen, noch so sehen, weitgehend ausgeschlossen werden muss. Als naturinteressierter Beobachter kann man über Beobachtungshütten und -türme die Natur erleben und genießen. Wem das zu langweilig ist, der hat reichlich Alternativen, an anderer Stelle. Soweit ich weiß, gibt es am Inheidener See, keine 5 Minuten mit dem Rad für Sie, Freizeitmöglichkeiten nach denen Sie streben.

Ohne Frage gefällt es Anwohnern selten, wenn sie bei der Gestaltung ihrer unmittelbaren Umgebung nicht beteiligt werden. Das gilt für das Naturschutzprojekt in der Wetterau genauso wie für die Wieseckaue.

Der Konflikt zwischen Naturschutz und Freizeitaktivitäten bzw. Naherholung ist selten so gut gelöst gewesen, wie in der Wieseckaue. Ich weiß von keinem Parkgewässer (in Gießen sind es ergo 2) und Parkareal, dass einerseits als Raum für eine artenreiche Flora und Fauna, andererseits als beliebtes Naherholungsgebiet fungierte. Ich habe teilweise Bauklötze gestaunt über die Menschenmassen, die sich an schönen Tagen insbesondere an Wochenenden dort eingefunden haben. Den einen reichte es einfach spazieren zu gehen, andere lagen auf den Wiesen, haben gelesen, auf dem Rasen gespielt oder Slacklines zwischen den damals noch vorhandenen großen Bäumen aufgehängt. Und etliches mehr. Auch im Winter waren Hunderte an schönen Tagen vor Ort, die dort die Landschaft genossen. Ich fürchte, die haben die Strandbar weder gewollt noch vermisst. In über 20 Jahren hat sich dabei eine reichhaltige Vogelwelt ansiedeln und etablieren können. Möglich war das, weil die sensiblen Bereiche der Seen gut abgeschirmt waren ohne den Menschen gänzlich auszusperren, wie das hier so oft dargestellt wird.

Dieses perfekte Miteinander von Mensch und Natur wurde per Landesgartenschau durch die Stadt einseitig aufgekündigt. Dabei hätten die meisten Konflikte entschärft werden können, nur leider gab es von Seiten der Stadt kein Entgegenkommen. Selbst eine Strandbar, die zur Landesgartenschau noch nicht geplant war, wäre relativ unkritisch gewesen. Hätte man sie leicht nach Osten versetzt und nicht ins sondern nur ans Wasser gebaut, wäre die störende Wirkung deutlich geringer. Ich behaupte, die Anhänger eines solchen Etablissements hätten sich dort auch wohlgefühlt. Die neue Brücke hätte an der Stelle der Alten errichtet werden können, dann wären die negativen Folgen für die Vogelwelt deutlich geringer gewesen. Sichtachsen waren wichtiger. Sie sehen, die Stadt hat mitnichten alle Möglichkeiten ausgeschöpft, beide Seiten weiterhin unter einen Hut zu bringen. Viel mehr hat sie Unmengen von Geld ausgegeben, um einen zweifelhaften Ausgleich zu schaffen.

Ein anderes Beispiel der Kommerzialisierung von Freizeitaktivitäten und der damit einhergehenden intensiveren Nutzung zu Lasten der Vogelwelt ist der Anker am Dutenhofener See. Dieser durfte sich peu à peu ausweiten, mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf Brutvogelwelt. Am einst wichtigsten Brutgewässer des Haubentauchers im Lahn-Dill-Kreis brüten anstatt 9 nur noch 2 Paare, Bruterfolg in diesem Jahr: Null bis dato. Selbst im Winter, in dem der See als Rastgewässer für zahlreiche Vögel dient, gibt es keine Ruhe mehr: nun treiben Bierflöße auf dem Wasser, auf denen sich partygeile Menschen die Kante geben können. Es sei angemerkt, dass die Westspitze des Sees unter Schutz gestellt ist, hilft nur nix, weil es immer wieder Menschen gibt, die die Absperrung ignorieren.

Mit der intensiven Nutzung in sensiblen Bereichen, die oft nach Beginn der Brutzeit einsetzt (Mai, Juni), entstehen so genannte ökologischen Fallen, d.h. die Vögel haben bereits mit der Brut begonnen, wenn sich die Störungen massieren. Das bedeutet: entweder wird die Brut aufgegeben oder es stellt sich ein geringerer Bruterfolg ein. Das wirkt sich langfristig auf die lokalen Populationen aus, was wiederum zur Folge hat, das lokal etliche Arten verschwinden. Ein schleichender Prozess. Und da den meisten Mitbürgern die Natur als Kulisse ausreicht, um sich wohl zu fühlen, fällt es den wenigsten auf, dass sich die Artenvielfalt so allmählich verabschiedet. Auf das richtige Maß kommt es an, Besucherlenkung etc. Und somit sind wir wieder bei Erhard Thörner und dessen Lebenswerk. Sie sehen, der Mensch muss auch mal verzichten, dann lässt sich die ökologische Vielfalt noch retten. Ich habe jedoch bei solchen Diskussionen, gerade wie sie in diesem Medium ablaufen, meine Zweifel am Erfolg.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 24.06.2016 um 09:02 Uhr
Herr Jürgen vielen Dank für die ausführliche Antwort. Diese ist so ausgefallen wie ich erwartet habe. Am Lebenswerk von Ehard Thörner gibt es nicht zu deuten. Bis heute hat er meine Unterstützung dafür wenn er diese benötigt. Ich konnte oft gegenüber der Bevölkerung oder auch zeitweise bei Zerstörungen auf der Aussichtplattform vermittelnd oder klärend eingreifen. Als Ortsvorsteher dieses kleinen Ortes ist es aber meine Aufgabe alle Seiten in einem für und wider zu beurteilen und mich dafür einzusetzen. Alle Lebewesen stehen bei mir auf eine Stufe. Der Mensch wird deshalb nicht dem Vogel oder sonst einem Lebewesen untergeordnet. Das gesunde Miteinander und nicht das einseitige Radikale sensibilisiert für einen gemäßigten respektablen Umgang. Wenn ich ein ganzes Dorf einenge und ausgrenze darf ich nicht auf Zustimmung rechnen. Trotzdem wurden keine Bürgerinitiativen oder politische Maßnahmen ergriffen sondern Verständnis für die Maßnahme entgegengebracht in der Hoffnung auf Rücksichtnahme. Darin wurde die Bevölkerung enttäuscht. Es wird aber nicht gemeckert sondern das Beste daraus gemacht. Das freut mich, da es zeigt dass bei uns die Menschen nicht stur oder ideologisch Denken sondern sich der Sache durchaus anpassen und dieser zumindest nichts Schaden. Es ist sicherlich ein Privileg dort zu wohnen, wenn die Rehe beim Frühstück durch den Garten laufen oder der Storch einem beim Rasenmähen verfolgt. Vor zwei Jahre (kann auch schon ein bisschen mehr sein) machte mir der Seeadler das Frühstück streitig. Das ist toll und einmalig. Leider sind durch das Naturschutzgebiet auch Populationen ausgestorben der große Brachvogel war bei uns immer heimisch. Bis zu 6 Brutpaaren haben wir mit unserem Verein noch Mitte der 80 er Jahre auf einer kleinen Fläche an der Horloff gezählt. Durch den extremen Schutz gab es auch bei den Feinden der Niederbrüter eine extreme Population (Fuchs, Waschbär, Nutria) und diesen vielen die Brachvögel wohl zum Opfer. Jede Medaille hat zwei Seiten. Ich respektiere immer alle Seiten, deshalb habe ich wohl auch ein so gutes Verhältnis zu Erhard Thörner.
Bedauerlich ist aber das werde ich besprechen mit den Verantwortlichen, dass sich seit ein paar Jahren abzeichnet, dass die sogenannte Besucherlenkung nicht mehr funktioniert. Die Damen und Herren bewaffnet mit Fernglas und Stativen fahren mittlerweile die gesperrten Wege bis zur Plattform oder durch das Feld aus Richtung Berstadt. Spricht man sie darauf an verweisen sie auf ihre Mitgliedschaft in Naturschutzverbänden oder HGON. Das führt zurzeit unter einer erneut aufkommen Unzufriedenheit bei der heimischen Bevölkerung, da diese sich mit den Verboten arrangiert hat und daran hält. So wie insgesamt wir uns mit dem Gebiet arrangiert haben. Wünsche darf man haben und eine kleine Ecke am See wäre ein Traum gewesen. Ist halt sich so auch gut. So sollte man das auch in Gießen sehen. Nicht einseitig sondern Kompromisse bereit. Die Menschen dort beim Public Viewing werden den Istzustand nicht verschlechtern. Die sitzen anständig in den vorgesehenen Stühlen und rennen nicht wild in der Gegend rum. Aber es liegt in der Natur der Sache dass man zu solchen Themen unterschiedliche Blickwinkel hat.

ich denke für mich es jetzt genug ausgetauscht und es wird die einzlenen Positionen zu genüge beleuchtet haben. Es geht ja zum Glück auch nicht darfum Jemanden zu überzeugen.
Dietmar Jürgens
1.252
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 24.06.2016 um 17:23 Uhr
Ich finde auch, wir sollten hier Schluss machen. Gestatten Sie mir trotzdem noch ein paar Anmerkungen:

Das Public Viewing steht nur stellvertretend für all die Beeinträchtigungen, die durch zukünftige 'Events' zu erwarten sind. Speisen und Getränke anzubieten für maximal ein paar Dutzend gleichzeitig anwesende Gäste auf der Plattform, wären (v)erträglich. Für die Vogelwelt und für die anderen Parkbesucher, die nicht unbedingt während eines Besuches dauerhaft beschallt werden möchten, auch. Doch um wirtschaftlich überleben zu können, wird der Pächter sich immer wieder Neues einfallen müssen. Daher wird es nicht beim gelegentlichen Public Viewing bleiben. Dass dies nicht allen gefällt liegt in der Natur der Sache, wie Sie es formulieren würden.

Sie träumen von einer kleinen Ecke für Freizeitaktivitäten am See, die BI wünscht sich ein nicht lärmüberfrachtetes Naherholungsgebiet. Als Ortsvorsteher beklagen Sie sich, nicht gefragt worden zu sein und haben sich in 'ihr Schicksal' gefügt. Ihre Entscheidung. Auch wenn ich in der/einer Stadt lebe, muss ich nicht jeden Mist, den sich jemand ausdenkt, gutheißen.

Zum (Ab)schluß noch Eines: ich finde es perfide, dass Sie eine Bürgerinitiative, die ihr Recht auf Bürgerbeteiligung eingefordert und ihre Zweifel und Bedenken öffentlich gemacht hat, als 'radikal' hinstellen. Ich glaube, die meiste Polemik, die in diesem Diskussionsform aufkam, war gegen die BI gerichtet und ging von der 'Gegenseite' aus. Die Unsachlichkeit war 'Trumpf'. Ich wünschte es wäre anders gewesen.
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 24.06.2016 um 19:07 Uhr
Bürgerinitiativen sind wichtig, dass habe ich an anderer Stelle auch geschrieben. Auch die BI Stoppt die LGS War wichtig. Radikal war diese sicher nicht sondern eher schwach, weil sie sich meiner Meinung nach (jetzt habe ich auch mal eine Meinung) vor einen politischen Karren hat spannen lassen. Das weckt unnötigerweise auch schlafende Geister. Die Mitglieder die es mit der Natur ehrlich meinten mussten darunter leiden. Diese BI in dieser Form wird nur geringe Anerkennung finden. Schade für das Thema.
Dietmar Jürgens
1.252
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 24.06.2016 um 22:48 Uhr
Frau Back, habe ich es doch geschafft, Sie aus der Reserve zu locken. Und dafür hat es nur 8 Minuten gebraucht. So leicht lässt sich das bewerkstelligen :-).

Sie können es nicht lassen, Sie wählen bewusst die Polemik (Hilfspolizisten etc.), um die BI zu diskreditieren und haben natürlich gleich das passende Beispiel parat. Gut organisiert sind Sie - Chapeau! Ich erspare mir jetzt irgendwelche Gegenbeispiele aufzulisten, sondern wiederhole den letzten Absatz einfach noch einmal:

"Ich glaube, die meiste Polemik, die in diesem Diskussionsform aufkam, war gegen die BI gerichtet und ging von der 'Gegenseite' aus."

Lesen Sie ihn mal genau, dann erkennen Sie vielleicht, wie er formuliert ist. Ich habe die BI nicht von Polemik frei gesprochen. Aber Ihre Reflexe in Punkto BI funktionieren gut.

@ Herr Büttel: meinen Sie mit schlafenden Geistern Frau Back?
Karl-Ludwig Büttel
3.719
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 24.06.2016 um 23:22 Uhr
Nein sicherlich nicht. Die Verantwortlichen und die aufgeklärten Bürger sind gemeint. Aber gut ist , das führt zu nichts und hilft keinem.
Für Ihre Haltung habe ich aus Ihrer Sicht volles Verständnis und freue mich das es engagierte Menschen gibt die ohne Hintergedanken für ihre Sache einstehen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

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Martina Lennartz
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