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AfD: Der Aufstand der oft Ahnungslosen

von Hajo Zelleram 04.05.20161273 mal gelesen23 Kommentare
Gießen | Dieser Artikel und die Grafiken sind am 3. Mai als Rundbrief auf dem Informationsportal Globalisierung & Deutschland von Joachim Jahnke erschienen. Er endet mit den Worten:

"Ob wohl die vielen Menschen, die sich jetzt hoffnungsvoll der AfD verschreiben, wenigstens ahnen, was da sozialpolitisch auf sie zukommen soll? Protest wählen ist eine Sache, sich dabei ahnungslos ins eigene Fleisch zu schneiden eine andere. Eine Alternative für Deutschland ist der weitere Abbau der Sozialen Marktwirtschaft nicht."

Wie wahr diese Aussage ist zeigt der Artikel überdeutlich.

Anders als beispielsweise "gute" Franzosen, neigen "gute" Deutsche nicht zum Aufstand. Wenn sie dennoch in Massen aufstehen und einer national-liberalen Partei zuneigen, muss der soziale Vertrag zwischen dem Volk und seiner Regierung schwer beschädigt sein. Das gilt umso mehr, wenn dieselbe Masse, die nun in Deutschland aufsteht, einer Partei zuneigt, die sehr vielen der Zuläufer mit ihrem sozialpolitischen Programm schwer schaden würde, wenn es jemals eine Chance zur Realisierung bekäme.
Mehr über...
Steuersenkiungen (1)soziale Marktwirtschaft (4)Programm AfD (1)Hartz IV (53)AfD (69)
Denn es sind zu großen Teilen die "kleinen Leute" und die sozial Benachteiligten, die bei dieser Partei Hilfe suchen, von denen viele in ihrem Frust gar nicht mehr zur Wahl gegangen sind. Es sind auch sehr viele, die nicht mehr an die SPD und ihre sozialen Versprechungen glauben, und mit ihrem Rückzug die SPD in den Umfragen immer weiter absinken lassen.

Die AfD fordert zwar im neuen Parteiprogramm, "sich auf Soziale Marktwirtschaft zurückzubesinnen" . Doch was die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland eigentlich ruiniert hat, will sie nicht korrigieren, nämlich: die wiederholten Steuersenkungen für die Besserverdiener (Kürzung des Spitzensteuersatzes, Abschaffung der Vermögenssteuer, Einführung der Kapitalertragssteuer von nur 25 %), die gravierenden Einschnitte in das soziale Netz durch die Schröderschen Reformen (Hartz IV, etc.), die Erleichterung der Leiharbeit, die Rentenformel mit der vorprogrammierten Rentensenkung, und die Ermöglichung lohndrückenden Dumpings aus China u. Co - kein einziges Wort von diesen vielen Einschnitten in die Soziale Marktwirtschaft im neuen Parteiprogramm der AfD.

Stattdessen predigt das Parteiprogramm in großen Worten: "Je mehr Wettbewerb und je geringer die Staatsquote,
desto besser für alle. Denn Wettbewerb schafft die Freiheit, sich zu entfalten und selbst zu bestimmen, privates Eigentum an Gütern und Produktionsmitteln erwerben zu können, eigenverantwortlich Verträge zum eigenen Wohl und zum allgemeinen Vorteil zu schließen, zwischen verschiedenen Anbietern, Angeboten oder Arbeitsplätzen wählen zu können, ertragsbringende Chancen zu nutzen".
.

Das ist - mit wenig staatlichem Ausgleich - der neoliberale Wettbewerb der Starken gegen die Schwachen. Denn eine Absenkung der Staatsquote (Steuern als Anteil an der Wirtschaftsleistung) bedeutet in der Regel weniger soziale Leistungen und weniger staatliche Infrastruktur, auf die besonders die Schwachen angewiesen sind. Gerade die skandinavischen Länder zeigen immer wieder, wie mit einer höheren Staatsquote erfolgreich eine sozialere Marktwirtschaft als die derzeitige deutsche funktioniert (Abb. 19237).

Vorstandsvorsitzender Meuthen: "Die AfD steht sehr klar auf einem klassisch ordoliberalen Fundament. Dazu gehört ausdrücklich, die Existenz eines Sozialstaats anzuerkennen. Damit ist nicht ein Sozialstaat gemeint, wie er sich in Jahrzehnten des Wildwuchses in Deutschland ergeben hat." . Das stinkt nach der "sozialen
Hängematte" (Begriff von Wolfgang Schäuble in der Bild-Zeitung im Oktober 1994 über Pläne zum Umbau des Sozialsystems). Ganz unverblümt heißt es dementsprechend im Parteiprogramm: „Die staatliche Sicherung ist für Notlagen gedacht, darf nicht überfordert werden und soll und kann die Familie als Keimzelle gesellschaftlicher Solidarität nicht ersetzen." . Weiß man bei der AfD nicht, daß die intakte Familie aus Eltern und Kindern längst nicht mehr der deutsche Normalfall ist (Abb. 19238) und daher die Solidarität der Familie längst nicht mehr vor Armut schützt?

Tatsächlich will die AfD "eine Steuer- und Abgabenbremse im Grundgesetz, um die staatliche Macht über den Bürger zu begrenzen".. Sie will "einen neuen Einkommensteuertarif mit wenigen Stufen"., wohl nach den einst von Friedrich Merz (CDU) vorgeschlagenen drei Bierdeckeltarifen, die im Zweifel auch die derzeit höchsten Steuerstufen wegräumen würden. Das Ehegattensplitting soll durch ein Familiensplitting ersetzt werden, also die Zahl der Kinder bei der Besteuerung stärker berücksichtigt werden.

Davon würden Geringverdiener - die ja wegen des Grundfreibetrags sowieso keine oder nur sehr wenige Steuern zahlen - kaum profitieren,
die Entlastung käme vor allem Gutverdienern mit vielen Kindern zugute, die reichsten 10 bis 15 %. Weiter will die AfD "die Erbschaftsteuer ersatzlos abschaffen",. das einzige Steuerinstrument, das wenigstens im Todesfall für etwas mehr Steuergerechtigkeit sorgen kann und das daher in weitaus den meisten Staaten besteht. Dazu passend wendet sich die AfD gegen die Kontenabfrage durch die Steuerbehörden und gegen den Austausch von Steuerdaten, alles Instrumente, die die Steuerflucht der Reichen erschweren sollen.

Ihr wahres neoliberales und sozialfeindliches Gesicht verrät die AfD auch mit zwei weiteren Forderungen. Erstens heißt es im Programm: "Wir fordern den Wegfall der Arbeitgeberbeiträge im Rentenalter, um die Weiterbeschäftigung von zumeist gut ausgebildeten Arbeitnehmern zu fördern." . Hat schon die Bundesregierung die Arbeitgeberbeiträge gekürzt, so sollen sie nach AfD ganz wegfallen, als könnten "gut ausgebildete Arbeitnehmer" sonst nicht beschäftigt werden. Und zweitens will die AfD "die Lebensarbeitszeit parallel zum Anstieg der Lebenserwartung verlängern",. als wüsste man dort nicht, dass ärmere Menschen kürzer leben (Abb. 17323) und viele Ältere zwar gut ausgebildet sein können, aber dennoch unter den typischen Alterskrankheiten leiden (Abb. 19226).

Im ursprünglichen Programmentwurf des Vorstands war ein noch weit schlimmerer Rückschritt in eine sozialpolitische Eiszeit vorgesehen gewesen, nämlich die Abschaffung des Arbeitslosengeldes: "Wir wollen das Arbeitslosengeld I privatisieren. Arbeitnehmern steht dann der Weg offen, mit eigenen und individuell maßgeschneiderten Lösungen für den Fall der Arbeitslosigkeit vorzusorgen. Dabei können private Versicherungsangebote ebenso eine Rolle spielen wie die Familie oder der Verzicht auf Absicherung zugunsten des schnelleren Aufbaus von Ersparnissen." . Zum Glück für die AfD konnte sich der Vorstand damit nicht durchsetzen.

Ob wohl die vielen Menschen, die sich jetzt hoffnungsvoll der AfD verschreiben, wenigstens ahnen, was da sozialpolitisch auf sie zukommen soll? Protest wählen ist eine Sache, sich dabei ahnungslos ins eigene Fleisch zu schneiden eine andere. Eine Alternative für Deutschland ist der weitere Abbau der Sozialen Marktwirtschaft nicht.

 
 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Marcus Link
408
Marcus Link aus Gießen schrieb am 05.05.2016 um 07:23 Uhr
Die AfD hat ein herrlich einfaches Konzept das gegen den Mainstream geht. Genau das spricht viele Wähler an. Ich schreibe hier nicht von Lösungen!
Ich gehe davon aus, dass der Otto Normal Wähler sich nicht sonderlich tiefgründig mit den Themen, Argumenten und möglichen Lösungen beschäftigt. Das ist jetzt keine Kritik an den Menschen, sondern eine Beschreibung des "Ist" Zustandes.

Daraus resultiert für mich, dass auch dieser sehr gute Beitrag praktisch Niemanden überzeugen wird. Einzig jene die sich ohnehin mit dieser und anderen politischen Themen beschäftigen, werden in ihrer AfD kritischen Meinung gefestigt. Aber das ist gut so, das motiviert! Dieser Beitrag wirklich wichtig!
Je besser deren Politik durchleuchtet wird, desto absurder erscheint dieser komische Haufen!

Gut gemacht
Martin Wagner
2.310
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 05.05.2016 um 07:45 Uhr
Im Artikel steht:

(...) "Es sind auch sehr viele ((großen Teilen die "kleinen Leute" und die sozial Benachteiligten)), die nicht mehr an die SPD und ihre sozialen Versprechungen glauben, und mit ihrem Rückzug die SPD in den Umfragen immer weiter absinken lassen." (...)

Das ist kaum verklausuliert die Aufforderung so etwas wie eine linke "S"PD voran zu treiben.

In meinen Augen genau das falsche Signal. Jetzt ist endlich die Zeit gekommen die Partei der Arbeiterverräter den Todesstoss zu versetzen. Es darf einfach nicht wahr sein, dass sich Leute im linken Lager finden, die mit so etwas wie eine Neuauflage der U"S"PD diese Verräter vor dem Gang auf den Misthaufen der Geschichte retten.

Erst wenn diese "Genossen" verschwunden sind, dann besteht die Chance mit einem Neustart die Linken mehrheitsfähig zu machen.
Stefan Walther
4.192
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.05.2016 um 09:55 Uhr
Ja, ja Martin, und erst die so genannte "Soziale Martwirtschaft", auch wenn der Beitrag was die Fakten betrifft sicher gute Aufklärung ist.... so ist der "Lösungsansatz" doch wie immer der gleiche: Reformen und Reförmchen..

Worüber ich mich aber richtig ärgere = diese so genannte Analyse / Bewertung der "guten" Deutschen / Franzosen, die ist schon haarsträubend!
= wo bleibt die Darstellung / die Analyse des breiten antifaschistischen Widerstands - 2015 gab es die meisten und größten Demos / Blockaden von Antifaschistinnen und Antifaschisten seit den 1990er Jahren, jeder Nazi Demo stehen ein Vielfaches an antifaschistischen Menschen gegenüber. 2015 war auch ein Jahr der Arbeiterkämpfe in Deutschland, es sei allein ( nur um ein einziges Beispiel zu nennen ) der wochenlange Kampf der Erzieherinnen erwähnt.
Und die "Massen" in Deutschland wählen jetzt AfD? So ein dummes Zeug noch als Wahrheit zu verbreiten, da geht mir die Hutschnur hoch. Die "Massen" wählen vor allen Dingen "überhaupt nicht", sie verlieren immer mehr das Vertrauen in den bürgerlichen Parlamentarismus. Dass dies zur Folge hat, dass Menschen - auch Arbeiter - mit einem niedrig entwickelten Klassenbewusstsein auch auf rechte Parolen zum Teil hereinfallen, das ist wahrlich nichts Neues. Aber daraus zu schließen, dass die "guten" Deutschen - im Gegensatz zu den Franzosen - nicht zum Aufstand neigen, das ist schon absurd, oder einfach nur auch wie so oft zeugt das davon, dass viele - leider auch "Linke" - keinerlei Vertrauen in die Massen, vor allem in die Arbeiterschaft haben...

Richtig Martin, eine Perspektive kann man nur aufzeigen wenn man über die Steigbügelhalter des Kapitalismus konsequent aufklärt....
Torsten Herwig
339
Torsten Herwig aus Langgöns schrieb am 05.05.2016 um 11:29 Uhr
Herr Walther,
beziehen Sie sich bei Ihren "antifaschistischen Demos" auf die Krawalle linksextremer Autonomer? Sie wissen schon, die heldenhaft Vermummten, wo da so Sachen machen wie Autos und anders anzünden, Fenster einschmeißen, mutwillig Sachen und Anlagen zerstören und ganz liebevoll Steine auf Polizisten zu werfen...?
Hab noch von keiner Nazidemo gehört, bei der die Teilnehmer sich derart gebärdet haben.

Zum "heldenhaften Arbeitskampf" der Erzieherinnen hatten wir letztes Jahr schon eine angeregte Diskussion, eine weitere wäre müßig.


Herr Zeller,
ja, die AfD mag in Teilen den neoliberalen Dreck der FDP vorantreiben - aber zumindest tut sie es offen und ehrlich. Glauben Sie wirklich allen Ernstes, die etablierten Parteien würden das alles nicht tun? Diese betreiben doch (seit Jahrzehnten) GENAU DAS, nur halt in Trippelschritten. Kennt man doch, leichter bekömmliche Häppchen fürs Volk und dabei immer vollmundig demokratisch-soziale Predigten halten.
Machen Sie sich doch nichts vor, ob mit oder ohne AfD - dieser Sozialabbau wird kommen, in der AfD hat man nun lediglich eine höchstwillkommenen Buhmann gefunden, hinter dem man sich verstecken kann.

Trotzdem finde ich es richtig und wichtig, dass die AfD dabei ist. Sie besetzt nämlich längst überfällge Themenpunkte, welche die anderen Parteien seit Jahrzehnten ums Verrecken meiden wie der Teufel das Weihwasser.
Und wenn die LINKE sich mal von ihrem misandrischen Sexismus verabschieden würde...wäre sie für Leute wie mich tatsächlich wieder wählbar...
Michael Beltz
6.900
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 05.05.2016 um 16:22 Uhr
Man muss sich stets fragen: wer hat der AfD das Feld bestellt? Heute jammern die staatstragenden Parteien und einige Fraktionen des Kapitals über ein Programm, das sie mit Hartz-IV, Asylgesetz...selbst ausgearbeitet haben.
Torsten Herwig
339
Torsten Herwig aus Langgöns schrieb am 05.05.2016 um 18:16 Uhr
Noch etwas zum "heldenhaften Kampf gegen rechts":

http://ef-magazin.de/2016/05/03/8957-linksextremisten-gegen-den-afd-parteitag-wenn-wir-diese-2000-menschen-beseitigt-haben

Gewaltaufrufe gegen politisch Andersdenkende sind offenbar nicht nur legitim und politisch geduldet, sofern sie von Linksextremisten ausgehen (oder wie Herr Walther sie beschönigend zu benennen pflegt "antifaschistische Widerstandskämpfer"), nein die Verbände und Aktionen werden sogar noch finanziell aus Steuergeldern gesponsort.
Stefan Walther
4.192
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.05.2016 um 22:33 Uhr
Herr Herwig, zwar laut eigener Aussage "parteilos", da stellt sich aber die Frage wieso verteidigen Sie jetzt nicht nur die AfD sondern sogar schon die NPD?
Was denn nun, "heldenhafter" Kampf der Erzieherinnen oder "heldenhafter" Kampf gegen rechts? Beides scheint Ihnen ein Dorn im Auge zu sein Herr Herwig, oder meinten Sie es doch nicht ironisch?
Klar beantworte ich Ihnen auch Ihre provokante Frage: Sie scheinen wenig Ahnung von Antifaschistinnen und Antifaschisten zu haben, waren Sie schonmal in Gießen ( ist ja nicht so weit weg von Langgöns ) bei einer antifaschistischen Demo? Falls nein, können Sie gern am 9. Mai nachholen um sich selbst ein Bild von den "Vermummten Krawallmachern und Steinewerfern" zu machen. Oder waren Sie in Wetzlar - wäre auch nicht sooo weit weg gewesen - als ca. 500 Menschen gegen Faschismus demonstrierten?
Was ich von abenteuerlichen, sinnlosen Aktionen halte? - die es auch gibt, da haben Sie Recht - davon halte ich rein gar nichts, das ist auch weder "heldenhaft" noch bringt es irgendetwas, es ist einfach nur dumm und durch solche Aktionen isolieren sich solche Leute auch selbst...

Bei dem Punkt "die anderen etablierten Parteien betreiben doch das gleiche neoliberale Geschäft" gebe ich Ihnen sogar uneingeschränkt recht Herr Herwig. Es ist so schön einfach, alle sollen über die AfD reden... und die Regierung rückt selbst immer weiter nach rechts...
Welche Themenfelder besetzt nun die AfD neu? Was meinen Sie damit?
Torsten Herwig
339
Torsten Herwig aus Langgöns schrieb am 06.05.2016 um 00:07 Uhr
Bitte??? Wo verteidige ich bitte die NPD???

Oh, wir hatten hier schon so einige Diskussionen zu linken und linksextremen Aktionen, gerade auch im Kontext AfD-Wahlkampfbehinderung.
Ich erinnere mich da noch an den lustigen Fall, wo zwei(!) AfD-Leute von einem Mob belästigt bzw. angegriffen wurden, die wurden, die mit Zerstörungsvorsatz angetrabt waren, die AfDler haben selber(!) die Polizei gerufen und bis zu deren Eintreffen den Mob zu zweit in Schach gehalten. Die Linken haben sich dann auch noch als Opfer stilisiert - mit eigenem AntiFa-Schreiberling in der JungenWelt - und DAS wurde mir dann auch noch unverfroren als "unabhängige journalistische Quelle" angeboten... Naja.

War diese Diskussion:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/?page=content%2Farticle_detail.php&source_page=article_list.php&sitenr=4&docid=92318#comment

Auch da ware die Rede von "Antifaschistinnen und Antifaschisten", wenn also von Seiten der Linken eh alles AntiFa-ähnliche über einen Kamm geschoren wird, dann darf ich das auch. ;-)

Welche Themenfelder die AfD neu besetzt?
Nun die AfD ist die erste Partei, die sich nicht feministisch misandrisch positioniert und dem Gender Mainstreaming huldigt, wie die Etablierten.
Die AfD bietet als erste Partei die Chance, dass endlich mal die Bedürfnisse und Benachteiligungen von Männern, Vätern und Jungen angegangen bzw. überhaupt mal thematisiert werden.
Im ursprünglichen Parteiprogrammentwurf war z.B. auch die Forderung nach Abschaffung des Beschneidungsparagraphen. Leider ist der nicht mehr enthalten, was ich äußerst bedauerlich finde. Vielleicht hat man bei dem Thema letztendlich doch gekniffen, weil man eh schon tagtäglich in die Nähe von Nazis gerückt wird, und das noch mehr Sprengstoff und Angriffsfläche bietet? Glückwunsch liebe Gutmenschen, viele unschuldigen Jungen werden euch diesen Bärendienst an ihrer körperlichen Unversehrtheit danken...

Die Diskussion zum Gender Mainstreaming war übrigens diese hier:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/?page=content%2Farticle_detail.php&source_page=article_list.php&sitenr=1&docid=110497
Stefan Walther
4.192
Stefan Walther aus Linden schrieb am 06.05.2016 um 08:49 Uhr
Sie gehen leider wie so oft auf meine konkrete Stellungnahme / Antwort nicht ein Herr Herwig, macht ja nichts, ich habe klar geschrieben welchen Protest ich für wichtig und sinnvoll erachte und welchen nicht!
Die NPD? Nun, wer lediglich sagt, dass es bei Nazi-Demos ( angeblich ) nicht zu Gewalt kommen würde ( Sie kennen sicher auch die Vorkommnisse z.B. bei einer Kölner Demo!? ) und auf die zahlreichen Anklagen, Körperverletzungen usw. usf. mit keinem Wort eingeht, dem kann man meines Erachtens schon unterstellen, dass er sich als Verteidiger hier präsentiert. Nebenbei, niemand hat das Recht alles über einen Kamm zu scheren wenn er ernst genommen werden will, ein bisschen Polemik, gut, das ist Ihre Sache, aber wer will das ernst nehmen?

Ach du meine Güte, weiter fällt Ihnen nichts ein bei der "Besetzung neuer Themenfelder durch die AfD"?, ausser dass die armen unterdrückten Männer endlich eine Alternative haben? Ich denke, selbst AfD Wähler und Anhänger schütteln hier nur mit dem Kopf wenn sie so was hier lesen...

Und diese Mär, hat jetzt nichts mit Ihnen zu tun Herr Herwig, von den angeblichen "Protestwählern" aus den unteren Schichten ist auch längst widerlegt: ausser der FDP hat keine Partei so viele Wähler aus der reicheren Mittel- und Oberschicht wie die AfD, ist ja auch logisch, sie ist natürlich auch eine Partei des Kapitals.
Torsten Herwig
339
Torsten Herwig aus Langgöns schrieb am 06.05.2016 um 10:08 Uhr
Herr Walther,
da haben sie ein, zwei nette Beispiele, zugegeben, aber generell geht es bei rechten Demos doch eher geordnet zu. Waren das in Köln nicht Hooligans? Die sind ja per se auf Krawall und Kloppereien gepolt.
Könnte eine Ursache für Krawalle und Ausschreitungen eventuell auch darin liegen, dass, wann immer irgendwo Rechte demonstrieren, ja selbst nur einen stillen Gedenkmarsch abhalten wollen, dann stets linke Krawallmacher, gerne auch der Schwarze Block, als "Gegendemonstranten" aufmarschieren? Ich wage die Behauptung, dass viel Stress vermieden werden könnte, wenn man die einfach still für sich laufen lassen und nicht weiter beachten würde. Die linken Radikalis sind jedoch kein Stück besser als die Hooligans von Köln, und über die letzten Jahrzehnte waren die linken Krawalle mit Straßenschlachten mit der Polizei auch wesentlich zahlreicher vertreten. Die AntiFa wird ja auch nicht umsonst vom Verfassungsschutz beobachtet.

Die Art und Weise, wie sie hier (ganz typisch links-feministisches Verhalten übrigens) wieder einmal Argumente abwehren, indem sie Menschen, die sich für Probleme und Benachteiligungen von Menschen einsetzen und engagieren, verächtlich abwerten, zeigt mir, dass ich genau ins Schwarze getroffen habe.
Wo setzt sich ihre geliebte LINKE denn für Männer ein, oder für Jungen? Ich sehe da nix, auch bei den anderen Parteien nicht. Wie war das doch gleich? "Die LINKE versteht sich als eine Partei mit feministischem Anspruch." [Parteiprogramm LINKE]
Keine weiteren Fragen...
Stefan Walther
4.192
Stefan Walther aus Linden schrieb am 06.05.2016 um 13:05 Uhr
- da ich weder Mitglied der Linkspartei noch einer anderen Partei bin brauche ich auch nicht das Parteiprogramm der Linkspartei verteidigen. Meine Weltanschauung ist sicher eine linke, hat aber mit der PDL sehr wenig gemein. Was die Frauenfrage betrifft? = die Befreiung der Frau ist eine zentrale Frage, nur im gemeinsamen Kampf von Mann und Frau, nur durch Überwindung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung wird sich die Frau befreien können. Das hat auch mit kleinbürgerlichem feministischem Geschwätz oder gar mit "Geschlechterkampf" ( dem reden Sie übrigens auch das Wort ) nichts zu tun!

- Sie können das gern mit "2 nette Beispiele" abtun, die Liste liesse sich beliebig verlängern, über Volksverhetzung und andere Beispiele... aber hier scheinen Sie bei Argumenten immun zu sein, jetzt sollen sogar noch Gegendemonstranten ( beileibe nicht nur Linke! ) Schuld sein wenn es zu Gewalt von rechts kommt... einfach die Rechten ein wenig machen lassen, dann wird sie niemand beachten? Sie wissen doch selbst sehr genau, dass das noch nie funktioniert hat und auch zukünftig nicht funktionieren wird.

Was den Verfassungsschutz betrifft = hätte er vielleicht nicht besser z.B. den NSU nicht nur "beobachten" sollen??? Oder anders ausgedrückt = wer oder was ist eigentlich der Verfassungsschutz?

- weitere Fragen habe ich auch keine, die beiden letzten brauchen Sie auch nicht beantworten, ich verstehe Sie als rhetorische Fragen. Darüber hinaus ist es wie immer = sollte sich das zum Zwiegespräch entwickeln, dann machen wir beide(!) etwas falsch...
Torsten Herwig
339
Torsten Herwig aus Langgöns schrieb am 07.05.2016 um 10:25 Uhr
Herr Walther,
ich meinte damit nicht, dass man die Rechten GENERELL nicht beachten sollte. Aber wenn sagen wir ein Gruppe angemeldet und friedlich lediglich einen stillen(?) Gedenkmarsch abhalten will, und da dann vermummte Antifanten mit der festen Absicht zu stören und zu eskalieren, aufmarschieren, braucht sich keiner wundern, wenn es Krawall und Verletzte gibt. Ich finde es bezeichnend, wenn ich dann in der Presse lesen darf, dass allen Ernstes die Polizei die rechten Demonstranten VOR DEN Gegen“demonstranten“ BESCHÜTZEN musste – und dafür noch mit Steinewürfen „belohnt“ wird.
Linksfaschisten sind mir da genauso zuwider wie Rechtsfaschisten!


Wovon um Gottes Willen wollen Sie „die Frau“ denn eigentlich bitte NOCH „befreien“?
Sänften für alle?
Es gibt ja mittlerweile schon die absolut irre Forderung, dass selbst kinderlose und Singlefrauen „Maternity Leave“ (also familienbedingte Fehlzeiten, bspw. wenn das Kind krank ist oder sich verletzt hat und deshalb vorzeitig aus der Schule abgeholt werden muss etc.) haben können sollten.
Also quasi „Befreiung der Frau“ vom Arbeitsplatzstress um die Freundin mit Beziehungsproblemen beim Cappuccino trösten zu können? Die männlichen Kollegen übernehmen sicher gentlemanlike gerne auch diese Kompensation…
2.114
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 13.05.2016 um 13:33 Uhr
So ein Dialog zwischen zwei Verfolgten oder sich verfolgt Wähnenden hat schon einen gewissen surrealen Witz. Wobei
immerhin die Linken für sich in Anspruch nehmen können, tatsächlich verfolgt worden zu sein.
Was uns aber hier berichtet wird von der angeblichen Dominanz und dem guten Leben auf Kosten der Männer, das die Frauen
führen -- das erinnert doch sehr an die Berichte von den Flüchtlingen, die es sich auf unsere Kosten gut gehen lassen.
"Denen Alles hinten rein geschoben wird", wie ich es mehrmals
von AfD-Sympathisanten gehört habe, als ich im Seltersweg für die Kommunalwahl Flyer verteilt und mit sehr verschiedenen Menschen gesprochen habe.
Mit der Realität hat das Eine wie das Andere nichts zu tun.
Torsten Herwig
339
Torsten Herwig aus Langgöns schrieb am 13.05.2016 um 14:12 Uhr
Frau Barthel,
ich weiß nicht so recht, was ich von Ihrem Beitrag halten soll. Nirgendwo habe ich jemals was von "verfolgten" oder "sich verfolgt wähnenden" Männern geschrieben.
Wenn allerdings die in den letzten Jahren in meinen Beiträgen und Kommentaren hier doch durchaus recht zahlreich vorhandenen Faktenbelege Ihre Sichtweise zur faktischen Diskriminierung von Männern und Jungen auf vielen Gebieten in diesem Land nicht beeinflusst haben, dürfte das wohl eher an Ihrem ganz persönlichen, sagen wir recht vorgefestigtem Weltbild liegen? Mit der Realität hat dieses dann allerdings auch recht wenig zu tun.
2.114
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 13.05.2016 um 14:52 Uhr
Ich denke, Sie haben schon verstanden, obwohl Sie das nicht zugeben wollen.
Die Diskriminierung der Männer als Folge der Emanzipation und
daraus abgeleitet die Forderung , die Frauen sollten wieder ihre frühere Rolle als Familienfrauen einnehmen, das ist ja ein Lieblingsthema der AfD. Soll ich da wirklich glauben, Sie hätten
nichts mit denen zu tun?
Torsten Herwig
339
Torsten Herwig aus Langgöns schrieb am 13.05.2016 um 17:34 Uhr
Frau Barthel,
die Diskriminierung des Mannes ist keine Folge der Emanzipation der Frauen, das ist dummes Zeug. Männer wurden auch schon vor der weiblichen „Befreiung“ mit der sexuellen Revolution der 60er diskriminiert. Die Männer haben übrigens kräftig mitgeholfen bei der Befreiung der Frauen, das wollen wir mal nicht vergessen! Ihre eigene Befreiung haben sie darüber aber leider vergessen.
Welche Lebensentwürfe eine Frau für sich persönlich trifft, interessiert mich (als Männerrechtler) überhaupt nicht (solange davon nicht andere Männer, Kinder negativ betroffen sind)!

Kein seriöser Männerrechtler will "Frauen wieder an den Herd“ zwingen, dieser Quatsch wird uns lediglich immer wieder aufs Neue angedichtet, er wird darüber aber kein Stück wahrer. Prollige Vollidioten, die ihren geistigen Auswurf bereitwillig in ein hingehaltenes Mikro posaunen, findet man natürlich überall (auch umgekehrt bei „linken Antifaschisten“ SCNR) – seriöser Journalismus ist das aber nicht, sowas dann als „die“ allgemeingültige Sichtweise der „Maskulisten“, „Maskulinisten“ was-weiß-ich-noch-für- Bezeichnungen hinzustellen.
Was mich interessiert, ist, die Lebensentwürfe von Männern genauso frei zu machen, wie das für Frauen gesellschaftlich längst seit Jahren akzeptierter Usus ist. Und natürlich rechtliche (und Rechtspraxis-gelebte!) Gleichstellung des Mannes in allen Lebenslagen, bei denen er bisher gegenüber Frauen das Nachsehen hat. Selbiges gilt für Jungen gegenüber Mädchen.

Also schlichtweg echte GleichBERECHTIGUNG nach ihrer ursprünglichen Definition: „gleiche Rechte, gleiche Pflichten“, nicht mehr und nicht weniger. ;-)
Stefan Walther
4.192
Stefan Walther aus Linden schrieb am 13.05.2016 um 22:37 Uhr
"So ein Dialog zwischen zwei Verfolgten oder sich verfolgt Wähnenden hat schon einen gewissen surrealen Witz" ( Zitat Frau Barthel )
= na ist doch schön wenn auch ich mal etwas zu Ihrer Erheiterung beitragen konnte Frau Barthel. Oder wollen Sie einfach wieder die "Oberschlaue" spielen, die über den Dingen steht und die uns jetzt erklärt ( aber auf die Erklärung warte ich noch ) wie es "tatsächlich" ist?
Ach so, auch wenn Sie es witzig finden, wo habe ich etwas davon geschrieben dass ich mich als "Verfolgten" ansehe? Na ja, Sie interpretieren ja öfter Sachen in Kommentare, die gar nicht drin stehen... macht ja nix, Hauptsache Sie haben ein wenig Spass hier in der GZ...
2.114
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 14.05.2016 um 13:42 Uhr
Ja, ich gebe zu, Sie haben mir Spass gemacht, alle beide, wobei der Herr Herwig noch der viel Spassigere ist!
Um aber auf den Artikel zurückzukommen: Er zeigt gut, dass die AfD im Grunde genau das Gegenteil von dem durchsetzen will, was viele ihrer Wähler sich von ihr erhoffen, und was sie scheinbar in ihrem Wahlprogramm fordern.
Ein gutes Beispiel dafür ist auch die Forderung nach einem Grundeinkommen und der Abschaffung von Hartz 4.
Da greift die AfD eine Forderung auf, die auch schon von anderen Gruppierungen vertreten wurde. Mit keinem Wort wird aber darauf eingegangen, wie dieses Grundeinkommen finanziert werden soll. Statt dessen wird eine Steuerreform gefordert, die
Gutverdienende bevorzugt, und die Erbschaftssteuer soll ganz
abgeschafft werden. So werden typischerweise Forderungen aufgestellt, die sich im Grunde widersprechen.
Mit dieser Taktik sollen wohl verschiedene Wählergruppen angesprochen, bzw. in die Falle gelockt werden.
Stefan Walther
4.192
Stefan Walther aus Linden schrieb am 14.05.2016 um 22:37 Uhr
Gut, dann etwas ernsthafter weiter Frau Barthel:
- Sie übernehmen hier völlig unkritisch die Propagandalüge von den angeblichen Massen von Wählerinnen und Wählern der AfD aus den "unteren Schichten". Ich hatte es schon erwähnt, Sie gehen aber wieder inhaltlich auf nichts ein was Kommentatoren schreiben... = die AfD hat ihre Wählerschaft vor allem aus den reicheren Schichten. Desweiteren braucht man sich auch nur anzuschauern wer die AfD gegründet hat, wo sie ihre Gelder herbekommt, wo ihre Sponsoren zu finden sind... dann wird sehr schnell deutlich in wessem Interesse ( in welchem Klasseninteresse ) sie handelt.
- wenn man völlig unkritisch den Medienhype um die AfD mitmacht - keine Talkshow ohne AfD - und nicht kritisch hinterfragt warum diese Partei so gepuscht wird, dann übernimmt man automatisch diese bewusste Meinungsmache. Als Folge davon - und davor sind nicht mal Linke gefeit - wird von "Protestwählern", "Notwendiger sachlicher Auseinandersetzung mit der AfD", "angeblichem Rechtsruck in der Bevölkerung" und ähnlichem Blödsinn gefaselt...
2.114
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 15.05.2016 um 00:24 Uhr
Ich habe ja gerade gesagt, dass die AfD ihre Wähler bei verschiedenen Schichten sucht, und für alle etwas im Angebot hat, egal , ob sich die verschiedenen Angebote ausschliessen.
Die Angebote, die ärmere Schichten ansprechen sollen, halte ich
für eine gezielte Täuschung. Trotzdem ist diese Taktik bei
Menschen erfolgreich, die meinen , ihre Interessen in keiner Partei mehr vertreten zu sehen.
Dann gibt es unter den AfD-Wählern auch diejenigen, die an eine grosse Verschwörung gegen das christliche Abendland, vor Allem gegen Deutschland, glauben . Eine Menge esoterischer Unsinn ist auch im Spiel. Und natürlich der Ausstieg aus dem Euro.
Die AfD hat für viele etwas zu bieten, und es scheint, dass ihre Anhänger sich jeweils aussuchen, was ihnen gefällt, und den Rest einfach übersehen. Insgesamt wird die Sehnsucht nach einer Vergangenheit bedient, die so viel einfacher als unsere schwierige Gegenwart gewesen sein soll.
Jeder soll seinen Platz und seine Rolle in der Gesellschaft zugewiesen bekommen, wie es sich gehört. Weg mit den sozialen Entwicklungen der 70-er Jahre. Man will einfach die Uhr um einige Jahrzehnte zurückdrehen. Dazu passt dann die Forderung zur Rückkehr der sozialen Marktwirtschaft.
Und an diesem Punkt zeigt sich deutlich die Widersprüchlichkeit des AfD-Programms, denn seine konkreten Forderungen orientieren sich voll und ganz am neoliberalen Wirtschaftsmodell.
Klar ist, dass die AfD die Situation der ärmeren Schichten nicht verbessern wird. Ihre Sympathisanten kommen auch zu einem grossen Teil aus der Mittelschicht, die nicht zu Unrecht Angst vor einem sozialen Abstieg hat. Es sind sogar formal gut gebildete Menschen darunter. Die verstehe ich persönlich am wenigsten. Wer sich mit Geschichte beschäftigt hat, sollte doch verstehen, welche üble Suppe hier wiederaufgekocht wird.
Aber im Prinzip geht es eben nur darum, Ressentiments und Ängste zu schüren. Wenn starke Gefühle im Spiel sind, spielen Unwahrheiten und Widersprüche keine Rolle mehr. Auch das ist nichts Neues.
Übrigens sehe ich mir prinzipiell keine Talkshows an.
Stefan Walther
4.192
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.05.2016 um 22:23 Uhr
Was soll das sein Frau Barthel? Mit Sicherheit ist das keine Antwort auf meinen Kommentar, Sie wiederholen einfach das schon gesagte.
Sie schauen sich keine Talkshows an, finde ich gut, aber Millionen Menschen tun es.
Aber Sie schauen sich anscheinend auch keine Wahlanalysen an, das finde ich schlecht. Nochmal zur Ergänzung: lediglich ca. 15 Prozent der Wählerschaft der AfD kommt aus den unteren Schichten.

Was heisst hier Täuschung? Die AfD vertritt offen arbeiterfeindliche, umweltfeindliche, frauenfeindliche... Positionen. Ich denke dies sind die Punkte, die es zu benennen gilt, da ist auch wenig Widersprüchlichkeit drin, sie dienen alle der Stärkung des ( vor allem deutschen ) Kapitals.
Torsten Herwig
339
Torsten Herwig aus Langgöns schrieb am 16.05.2016 um 22:45 Uhr
Herr Walther,

"Die AfD vertritt offen [..] frauenfeindliche... Positionen:"

Sie und Ihre Klientel können den Quatsch auch gerne noch 20x wiederholen, er wird dadurch nicht wahrer!
2.114
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 17.05.2016 um 10:01 Uhr
Ich habe mich um eine differenzierte Stellungnahme bemüht, aber das passt wohl nicht zu ihrem schablonenhaften Denken.
Tatsache ist, diese Partei fischt in allen möglichen Gewässern ,
und hat vielen Narren etwas zu bieten, die nicht so genau hinschauen, auch etwa Männerrechtlern mit Linksphobie.
Das Wahlprogramm ist ein zusammengeschustertes Machwerk aus einander zum Teil widersprechenden Forderungen.
Wem würde die AfD nutzen? Ihre Kernforderung, der Austritt aus dem Euro, wäre natürlich ein gefundenes Fressen für Währungsspekulanten, aber für die exportorientierte deutsche Wirtschaft eine Katastrophe.
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