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Ich war einmal ein stattliches Haus

Gießen | Es ist sehr lange her, dass in mir Leben war. Ich denke gerne an die Zeit zurück als Kinder die Treppe rauf und runter liefen. Besonders schön habe ich die Abende in Erinnerung an denen viele Menschen zu Besuch kamen, Musik ertönte und getanzt wurde. An diesen besonderen Tagen war im ganzen Haus emsige Geschäftigkeit. Und wie hat es immer so gut nach den Speisen aus der Küche geduftet.

Aber all das ist schon eine Ewigkeit her. Man hat mich verlassen und alle Türen abgeschlossen. Im Herbst und im Winter ist es besonders schlimm, wenn sich die Kälte in meinen Mauern festsetzt. Ich weiß auch nicht mehr wie es sich anfühlt wenn Luft durch die Fenster kommt. Warum muss ich so verfallen. Von außen stützen mich zwei Balken damit ich nicht in das Nebenhaus falle. Was habe ich von dem Schutz, diesem Denkmalschutz. Nichts, denn mich besucht niemand mehr um mich wieder aufzubauen.

Das ist das Ende von mir dem alten Haus.

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Marburg-Biedenkopf (4)altes Haus (1)
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Kommentare zum Beitrag

Andrea Mey
9.350
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 25.02.2016 um 23:35 Uhr
Leider kein Einzelfall.
Überall sieht man schöne alte Häuser, die dem Verfall preisgegeben sind.
Es ist wirklich schade.
Nicole Freeman
6.818
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 26.02.2016 um 06:29 Uhr
ein wirklich schönes haus. wo ist das?
Christine Stapf
5.099
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 26.02.2016 um 08:49 Uhr
Wir sind mit unserem Wohnmobil viel in unserer Republik unterwegs, und solche Häuser sind in allen Himmelrichtungen zu finden, wie Andrea sagt, leider.

Diese Aufnahme machte ich in Emsdorf im Kreis Marburg-Biedenkopf
Nicole Freeman
6.818
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 26.02.2016 um 08:59 Uhr
echt schade wenn die dörfer sterben und die alten häuser verfallen. oft hat man angst vor dem denkmalschutz, dabei sind viele fachwerkhäuser garnicht geschützt! einige sind nur in der gesamtanlage geschützt, was bedeutet fassade erhalten rest egal.
nur wenige fachwerkhäuser sind als einzelnes objekt geschützt. keine angst vor dem denkmalschutz ! Ein altes haus bietet ein besonderes wohngefühl. lehm bietet einen klasse feucheausgleich in der raumluft und hat einen besseren dämmwert als man denkt. er schluckt auch sehr viel lärm. dazu kommen die schiefen wände und die holzdielen und balken. man kann ein altes haus sehr schön machen. infos bekommt man bei der gemeinde oder auf messen wie der bau expo.
Martin Wagner
2.098
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 26.02.2016 um 10:13 Uhr
Kurze Ergänzung zu dem Kommentar von Frau Freemann.

Danke, dass sie manchen (potentiellen) Investor in eine Reaktivierung versuchen die Angst vor dem auf ihn zukommenden Kostenberg zu nehmen.

Leider ist Alles etwas komplzierter. Wir leben nun einmal in einer Welt in dem der zu erwartende Gewinn in eine Investition gewährleistet sein muss.
(Die paar Eigennutzer solcher Immobilien sind vernachlässigbar.)

Kann in einem absehbaren Zeitraum (da geht es heutzutage nicht um 3 oder 4, sondern um 1 bis 2 Jahrzehnte) das investierte Geld für den Erhalt eines solchen Häuschen wieder "rein kommen"?

Eher nicht. Emsdorf (Stadtteil von Kirchhain) ist und wird wahrscheinlich keine neuen Mieter anziehen (zumindest nicht über einen Teil der im Ort bleibenden Kinder im Neubaugebiet). Der OEPNV nach Marburg (und dann weiter) ist schlecht und mit dem Auto bis Marburg dauert es über kleine Kreisstraßen mindestens eine halbe Stunde. Bei aktuell 770 Einwohner gibt es nur einen größeren Verein (Fussball). Weiterführende Schulen sind .......

... kurz Emsdorf geht es wie vielen kleineren Dörfern, welche von einem Unterzentrum weit entfernt liegen. Sie sind von der Politik "abgehängt" worden.

Sicher irgendwann wird sich diePolitk ändern. ich fürchte bis dahin ist das Haus von sich aus zusammen gebrochen oder wurde wegen akuter Einsturzgefahr (irgendwann reichen die Stützbalken nicht mehr ...) dem Erdboden gleich gemacht.
Nicole Freeman
6.818
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 26.02.2016 um 18:54 Uhr
nicht jedes haus ist zu retten! Das Dörfersterben geht weiter, keine frage. nur wer in einem dorf einen bauplatz sucht, könnte ja auch an einem alten haus gefallen finden. häuser auf dem land werden nie gut vermietet werden können. das sind meistens eigennutzer die so ein haus wieder bewohnen werden.
Nicole Freeman
6.818
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 26.02.2016 um 18:54 Uhr
nicht jedes haus ist zu retten! Das Dörfersterben geht weiter, keine frage. nur wer in einem dorf einen bauplatz sucht, könnte ja auch an einem alten haus gefallen finden. häuser auf dem land werden nie gut vermietet werden können. das sind meistens eigennutzer die so ein haus wieder bewohnen werden.
Andrea Mey
9.350
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 26.02.2016 um 22:32 Uhr
Meine liebe Oma kam aus Emsdorf.
Sie hätte uns sicher eine interessante Geschichte zu dem Haus erzählen können.
Leider ist sie schon im Himmel.
Martin Wagner
2.098
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 27.02.2016 um 14:02 Uhr
Frau Freemann ich will ihnen in einem Punkt kurz widersprechen.

Wenn junge Leute im ländlichen Raum verbleiben (und dadurch in der Regel täglich mehrere Stunden für den Weg zum Arbeitsplatz einrechnen müssen ...) dann stellt sich meist die Frage: Das alte Fachwerkhaus der Eltern grundrenovieren oder im Neubaugebiet am Ortsrand von der Kommune einen (stellenweise noch preiswerten) Bauplatz erwerben und dort bauen.

Junge Leute haben oft nicht viel Geld und müssen deswegen "spitz auf knopf" rechnen. Der Neubau (trotz zusätzlichem Grundstückerwerb) ist wesentlich preiswerter. Also wird im Elternhaus nur das Notwendigste repariert und nach dem Tod der Eltern das Haus seinem Verfall preisgegeben.
Nicole Freeman
6.818
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 27.02.2016 um 21:37 Uhr
naja, dann kenne ich andere familien. familien die ihre alten häuser gemeinsam instand setzen. meine cousine z.b. hat einen alten bauernhof im nachbarort gekauft. klasse fachwerk ohne wasserleitung oder heizung. öllampen standen da noch rum. mit vereinten kräften in handarbeit saniert über jahre und jetzt ist es klasse geworden. nicht jeder geht den scheinbar einfachen weg. Auch meine schwester hat sich ein altes haus im ortskern gekauft. Meine anderen cousins haben sich die scheune des eltenhauses ausgebaut, jeder eine hälfte. ich hatte bis zur scheidung ein fachwerkhaus im ortskern und das war auch nur mit vereinten kräften zu schaffen. aber die kosten sind nicht unbedingt mehr wie bei einem neubau!
Martin Wagner
2.098
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 28.02.2016 um 09:22 Uhr
Genau Frau Freemann - das "wir retten das alte Haus" funktioniert nur, wenn Viele an einem Strang ziehen.

Aber wo finden wir diese Grundhaltung bei jungen Leuten heutzutage noch? Da zählt doch weitestgehend das: Ich will "fun" - jetzt, hier und sofort.

Gemeinsames über den Lebenspartner hinaus - einfach vergessen, das ist zu langfristig, zu kompliziert ..... das hat keinen Eventcharakter.

Ist diese Sicht der Dinge zu pessimistisch?

Ich denke nicht. Vielleicht haben sie die Möglichkeit dazu einmal einen Gewerkschaftler zu fragen. Die brauchen das (altmodisch Solidarität) ja an allen Ecken und Enden. Da läuft seit Jahren in der sich einstellenden Lebensrealität (das wird von den Kapitalisten seit Jahrzehnten bewusst voran getrieben ...) weiter Bevölkerungskreise etwas gewaltig schief.
Nicole Freeman
6.818
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 28.02.2016 um 09:36 Uhr
da sind die gewerkschaften selbst dran schuld! weniger in prestige und nobelimobilie investieren und mehr für die mitglieder tun würde da helfen! Es gibt viele junge leute die alte häuser gut finden, die aber angst vor schreckgespenstern haben.
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von:  Christine Stapf

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Christine Stapf
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