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"Es geht auch ohne Wirtschaftswachstum"

Gießen | Niko Paech - Ökonom, Nachhaltigkeitsforscher, Wachstumskritiker und Autor von „Befreiung vom Überfluss“ – wird am Mittwoch, den 03. Februar 2016 um 18 Uhr im Großen Hörsaal im Zeughaus Gießen, Senckenbergstr. 3, zu Gast sein und zum Thema „Postwachstumsökonomie – es geht auch ohne Wirtschaftswachstum“ referieren.
Die lang gehegte Hoffnung, dass wirtschaftliches Wachstum durch technischen Fortschritt nachhaltig, sozial oder klimafreundlich gestaltet werden kann, bröckelt. Darauf deuten nicht nur die Eskalation auf den Finanzmärkten und die Schuldenkrisen hin, sondern auch die Verknappung jener Ressourcen. auf deren unbegrenzter und kostengünstiger Verfügbarkeit das industrielle Wohlstandsmodell bislang basierte. Zudem nährt die sog. „Glücksforschung“ den Befund, dass Steigerungen des monetären Einkommens ab einem gewissen Niveau keine weitere Zunahme des subjektiv empfundenen Wohlbefindens hervorruft. Folglich ist es an der Zeit, die Bedingungen und Möglichkeiten einer Postwachstumsökonomie auszuloten. Aus Konsumenten werden souveräne „Prosumenten“, die mittels reaktivierter Subsistenzressourcen (z.B. Handwerk) zur gemeinschaftlichen Versorgung beitragen.
Der Vortrag ist eingebunden in die Ringvorlesung „Nachhaltigkeit leben“ des Instituts für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er findet statt auf Initiative des Vereins Solidarische Welt e.V., Träger des Weltladens Gießen in Kooperation mit der AG Ernährungsökologie. Der Eintritt ist frei.

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Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
3.892
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.01.2016 um 20:57 Uhr
Hatten wir das nicht schon? Es begann mit den Maschinenstürmern, dann wurde die so genannte "Nachhaltigkeit" als Lösung angebetet, "die" Technik zum Feind erklärt usw. usw.
Soll wieder mal die Eigentums- und Klassenfrage umgangen werden? Am besten zurück zur Kleinproduktion?
Wenn ich das hier richtig verstanden habe = "Alter Wein in neuen Schläuchen!"

Entscheidend ob eine Produktion sozial und klimafreundlich ist oder nicht, hängt in erster Linie davon ab wer über die Produktion bestimmt und wer die Produktionsmittel besitzt. Oder anders ausgedrückt = dient die Produktion der Erzielung von Maximalprofit ( unsozial und klimafeindlich ) oder der Bedürfnisbefriedigung der Menschen.

Und diese "Glücksforschung", dies gehört wahrscheinlich eher in die Sparte "Humor und Satire"!?
Weltladen Gießen
92
Weltladen Gießen aus Gießen schrieb am 23.01.2016 um 21:26 Uhr
Lieber Herr Walther,
kommen Sie doch zum Vortrag und diskutieren Sie mit Herrn Paech und den Anwesenden.
Freundliche Grüße vom Weltladen-Team
Martin Wagner
2.098
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 24.01.2016 um 09:10 Uhr
Liebe Leute vom Weltladen.

Ich bin schon etwas erstaunt, dass aus den Reihen der "3.Welt"- Aktivisten so ein Mann eingeladen wird.

Was soll die xte Diskussion über "wie können wir jenseits des Wachstumswahnsinnes leben"? Das ist doch Nichts Anderes, als sich zu überlegen wie wir uns ein zukünftigem "Paradise" vorstellen. Wer einmal viel Zeit hat (und die Muse dazu) - warum nicht. Aber im Moment fährt das kapitalistische System weltweit "Alles an die Wand".

Seine Zeit sich mit solchen Modellen "den Kopf zu zerbrechen" ist ausdrücklich kontraproduktiv. Auch wenn es anstrengend ist - Beseitigung des Schweinesystems steht (um es neumodisch zu sagen) "auf der Agenda". Und nicht das schwelgen in Zukunftsvorstellungen (auch wenn sie "noch so glänzen").

Dass der Eintritt frei ist finde ich sehr gut.
1.713
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 27.01.2016 um 09:53 Uhr
Ich denke, ich werde mir den Vortrag anhören- und dann darüber reden.
Ihre Wortwahl , Herr Wagner, und die damit verknüpften Forderungen machen mir Angst. Vor solchen "Weltverbesserern" werden wir hoffentlich verschont bleiben.
Martin Wagner
2.098
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 27.01.2016 um 18:37 Uhr
Frau Barthel, schade dass sie mich noch nicht persönlich kennen gelernt haben. Sie als fortschrittliche Bürgerliche haben doch überhaupt keinen Anlass sich vor mir zu fürchten.

Aber ich muss zugeben, dass mein Kommentar vom 24.1. - 9:10 Uhr etwas ruppig ist. Nur kurz zur Erläuterung: Ich habe vor über 35 Jahren an führender Stelle diesen Verein mitgegründet. Gut, damals waren die politischen Zeiten anders, aber ich frage mich schon, wie ein Verein der sich mit der "3"-Welt beschäftigt sich so wandeln kann.

Es war immer so, dass Menschen mit geschärften Blick auf die Massen der täglich wegen des weltweit regierenden Kapitalisums elendig "Verrenkenden" (so viel Herzblut muss jetzt sein ....) nicht nur politisch schärfer "drauf sind", sondern auch die Zustände mit härteren Begriffen geiseln.

Bei diesen horrenden Zahlen wäre gediegenes Dahergerede völlig verlogen.
Stefan Walther
3.892
Stefan Walther aus Linden schrieb am 27.01.2016 um 23:35 Uhr
Wie Martin an anderer Stelle sagte = wir sind öfter auch unterschiedlicher Meinung, aber wo Martin Recht hat, hat er Recht. Und welche Forderung dann Frau Barthel hier Angst macht, das verstehe ich nicht.
Ob man nun sagt "das Schweinesytem muss beseitigt werden", oder wie ich es ausdrücken würde "der Kapitalismus gehört längst auf den Müllhaufen der Geschichte und muss überwunden werden", das spielt keine große Rolle. Die Wortwahl mag unterschiedlich sein, aber die Erkenntnis, dass dieses Gesellschaftssystem nicht reformierbar ist, und wenn auch die x-te Variante eines so genannten "3. Wegs" von irgendwelchen Idealisten auf`s Trapez gebracht wird... da sind Martin und ich uns völlig einig.
"Weltverbesserer"?, nun, ich würde das sogar als Kompliment auffassen Martin. Ich hoffe, aber diese Hoffnung wird vergeblich sein, dass wir verschont bleiben von immer "neuen" so genannten Experten, die am besten noch "hochwissenschaftlich" uns erklären wollen wie man einen humanen Kapitalismus erreichen könnte...
1.713
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 30.01.2016 um 10:38 Uhr
Süßholzraspelei macht die Sache auch nicht besser.
Wir sind alle Teil dieses "Schweinesystems". Ich auf jeden Fall, da ich als Beamte eine Pension beziehe.
Jedes System besteht aus Menschen, und wenn sie das System als Schweinesystem bezeichnen, sprechen sie ihnen in gewisser
Weise ihr Menschsein ab. Das ist ein erster Schritt, der schließlich zu Diskriminierung, Verfolgung und Mord führen kann.
Bei der Gruppe, die zuletzt diese Bezeichnung als Rechtfertigung
gebraucht haben, hat es ja so geendet.
Deshalb macht es für mich einen sehr großen Unterschied, ob Sie sagen, der Kapitalismus muß überwunden werden, oder ob Sie von einem Schweinesystem sprechen.
Und deshalb, und weil ich die Zusammenarbeit mit Linken und
Kommunisten ja erlebt habe, würde ich sie nie wählen, auch wenn ich in manchen Punkten ihrer Meinung bin.
Stefan Walther
3.892
Stefan Walther aus Linden schrieb am 30.01.2016 um 18:43 Uhr
Sicherlich lebt jede(r) in einem Gesellschaftssystem, niemand lebt im "luftleeren Raum", selbst die so genannten Aussteiger können sich dem nicht entziehen... Wo man in einem Gesellschaftssystem steht, welcher Klasse man angehört, das ist doch entscheidend, oder nicht?
Sie gehen leider wieder nur auf einen Teil der Kommentare ein Frau Barthel.
Beantworten Sie doch einfach mal die Frage: wenn Sie mit mir einig sind, dass der Kapitalismus überwunden werden muss, was soll denn danach kommen? Oder machen Sie es wie Martin Wagner, er antwortet auch nie darauf, oder er hat keine Antwort?
Wo steht man nun als Beamtin / Pensionärin? Sicherlich gehören Sie nicht zur Arbeiterklasse, aber auch nicht zur herrschenden Kapitalistenklasse. Es gibt eine ganze Reihe von "Zwischenschichten", gerade diese Menschen der Zwischenschichten werden immer hin und her gerissen. Sie sehen zwar, dass Sie wenig Chancen im Kapitalismus haben, dass er ungerecht ist... sie träumen jedoch auch oft noch von einem "besseren" Kapitalismus... und die Radikalität der Arbeiterschaft passt oft so gar nicht zu ihrem Wesen. Am liebsten hätten sie, dass alles nur ein wenig sozialer wird... aber die Realität holt sie immer wieder ein, denn der Kapitalismus wird nicht sozialer, er ist so wie er ist, er beruht auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen...

Und genau so inkonsequent ist dann auch Ihre Aussage Frau Barthel = ja, ich bin mit Linken in manchen Punkten einer Meinung, aber wählen würde ich sie nie... Tja, wen würden Sie denn wählen, dann doch nur die, die ( angeblich ) ein bisschen träumen?
Martin Wagner
2.098
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 31.01.2016 um 12:16 Uhr
Frau Barthel, ich finde die Grenzen zwischen ungerechter Wortwahl und noch Zulässigem mag individuell unterschiedlich liegen.

Ich denke sie werden mir zugestehen, dass ich als Arbeiter ein völlig anderer Mensch bin als sie als Beamtin. Das ist halt einmal so. Es gibt eben Männer und Frauen, Atheisten und Angehörigen einer Religionsgemeinschaft .... und eben Menschen, welche im Arbeitermilieu leben und Menschen, welche im Bürgertum leben.

Vielleicht gibt es Beamten aus Arbeiterfamilien, die ihrer Herkunft treu geblieben sind und ein Arbeiterleben führen. Ich kenne wenigstens nur durch und durch bürgerliche Beamten. In Teilen führe ich auch ein bürgerliches Leben, aber überwiegend bin ich Arbeiter und lebe die Arbeiterkultur.

Sicher habe ich deswegen ganz andere Bezugssysteme, politische Überzeugungen, Werteinstellungen .... und eben auch eine andere Wortwahl.

Ja Frau Barthel ich verwende den Begriff "Schweinesystem" für den Kapialismus gerne. Hauptsächlich deswegen, weil das im Arbeitermilieau durch und durch üblich ist, also um "zwischen den Zeilen" meine Schicht / Klassenzugehörigkeit zu zeigen.

Spreche ich damit - so wie sie es sehen - damit automatisch den Kapitalisten und deren mehr oder weniger willfährigen Unterstützern im Bürgertum ihr Menschsein ab?

Nein, denn jeder Mensch kann - wenn er es nur will - seine Schicht / Klasse verraten und sich auf die Seite der Arbeiter schlagen. Nur Menschen, welche die Fähigkeit verloren haben sich zu wandeln werden zu unreflektierenden Maschinen. Vielleicht sollte ich nur diese "Roboter in Menschengestalt" mit dem Begriff "Aktivisten des Schweinesystems" versuchen zu beschreiben.

Gut, Frau Barthel, jetzt werde ich in Zukunft diesen Begriff nicht mehr verwenden. Aber welcher Begriff kann meine zutiefst Abscheu und Ekelgefühle für dieses System zum Ausdruck bringen.

Vielleicht haben sie dafür einen Voraschlag.
1.713
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 01.02.2016 um 14:45 Uhr
Ich schlage Ihnen vor, sich bei öffentlichen Äußerungen mehr
vom Verstand und weniger vom Gefühl leiten zu lassen.
Martin Wagner
2.098
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 01.02.2016 um 17:07 Uhr
Danke Frau Barthel für ihre Empfehlung. Sie ist aber recht allgemein gehalten. Vielleicht fällt ihnen doch noch ein tolerierbarer Begriff für die von mir zu beschreibenden Bevölkerungsgruppe ein, so lassen sie mich bitte nicht "dumm sterben".
1.713
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 02.02.2016 um 14:14 Uhr
Dieses Schicksal wird Ihnen möglicherweise bevorstehen, wenn Sie sich von jemand anderem, in dem Fall von mir, das Denken abnehmen lassen wollen.
Mit Klassenhass kommen Sie jedenfalls nicht weiter. Und welcher Bevölkerungsgruppe sollte Ihr Hass auch gelten? Wir haben es mit einer Ideologie zu tun, die fest in unserem Wirtschaftssystem und auch im Bewußtsein eines großen Teils unserer Bevölkerung fest verankert ist.
Ich spreche dabei nicht vom Kapitalismus an sich, sondern von
seiner speziellen Spielart, die dem Markt so viel Freiraum wie
nur irgendmöglich geben , und gleichzeitig die Einflußmöglichkeiten des Staats möglichst weit begrenzen will.
Dieses System ist nicht nur extrem fragil und störanfällig (Fachleute sind der Meinung, der nächste Crash wäre nur eine Frage der Zeit!), sondern entzieht sich mehr und mehr überhaupt der Kontrolle. Denken Sie nur an die Börsentransaktionen, die von Rechnern in Bruchteilen von Sekunden durchgeführt werden!
Auch die Akteure des Finanzsystems, das zur Zeit das dominierende ist, sind mehr und mehr Getriebene.
Der Kommunismus, und eine sozialistische Revolution, wie sie
manchen Linken als Lösung der Probleme vorschwebt, hat
gezeigt, dass er keine Probleme lösen und nur in einem autoritativen Staat längere Zeit überleben kann.
Wen wollen Sie jetzt hassen? Wir alle sind ja Teil des Problems!
Wenn Sie aber unbedingt jemanden hassen und beschimpfen wollen, kann ich Sie nicht daran hindern.
Ich habe jedenfalls vorhin die Kandidatenliste der Linken angesehen und war erleichtert, Sie nicht dort zu finden.
Weltladen Gießen
35
Weltladen Gießen aus Gießen schrieb am 02.02.2016 um 15:57 Uhr
Lieber Herr Walther,
als Nachtrag sei noch erwähnt, dass Glücksforschung keineswegs etwas mit Klatschblättern, die man beim Frisör finden kann, zu tun hat. Ein Blick ins Internet genügt ...
Kommen Sie also morgen beim Vortrag mit dem Referenten und uns ins Gespräch.
Weltladen Gießen
35
Weltladen Gießen aus Gießen schrieb am 02.02.2016 um 16:02 Uhr
Lieber Martin Wagner,
wie Sie selbst wissen, agiert der Fairen Handel bewusst nicht außerhalb, sondern eben innerhalb des bestehenden Wirtschaftssystems. Also kann das Angebot des Vortrags morgen schwerlich im Gegensatz zu dem stehen, was der Faire Handel, und damit auch der Gießener Weltladen und sein Trägerverein will. Von einem Wandel, wie Sie meinen, kann also keine Rede sein.
Nebenbei sei gesagt, dass man nicht mehr von der 3. Welt spricht, sondern vom "Globalen Süden", womit zum Ausdruck gebracht werden soll, dass gerechtere Strukturen angestrebt werden, egal ob auf der Süd- und der Nordhalbkugel.
Auch Sie sind herzlich eingeladen, den Vortrag morgen zu besuchen und mit Ihren Fragen und Anmerkungen zu einer angeregten Diskussion beizutragen.
Martin Wagner
2.098
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 02.02.2016 um 17:09 Uhr
Der / die Artikeleinsteller in vom Weltladen schrieb:

(....) " ..... Wagner, wie Sie selbst wissen, agiert der Fairen Handel bewusst nicht außerhalb, sondern eben innerhalb des bestehenden Wirtschaftssystems. Also kann das Angebot des Vortrags morgen schwerlich im Gegensatz zu dem stehen, was der Faire Handel, und damit auch der Gießener Weltladen und sein Trägerverein will. Von einem Wandel, wie Sie meinen, kann also keine Rede sein. ..... " (....)

Ich weiss nicht wie lange sie Vereinsmitglied sind. Das mag vielleicht für die letzten 20 Jahren stimmen. Bei der Gründung 77 / 79 war die Mehrheit der Mitglieder eindeutig "antikapitalistisch unterwegs".

Übrigens - soweit ich mich richtig entsinne - war ich gegen die damaligen (muss so Mitte der 80er Jahre gewesen sein) Umbenennung des Trägervereins. Klar "3. Welt" ist als Bezeichnung für Länder mit einem anderen Entwicklungspfad nicht schmeichelhaft, aber "Solidarische Welt" ist keinesfalls eine Istbeschreibung, sondern ein Wunschziel. Denn das ständige "Blicken in die Zukunft" lenkt nur ab. Wo wir wieder bei den Zukunftsgeschichten wären - ich bin dafür immer klipp und klar zu sagen "wer uns hier und heute die Suppe eingebrockt hat" und diese Kräfte politisch zu bekämpfen.
Martin Wagner
2.098
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 02.02.2016 um 17:17 Uhr
Superkurz zu Frau Gertraud Barthel aus Gießen (02.02.2016 um 14:14 Uhr):

(....) "Wen wollen Sie jetzt hassen? Wir alle sind ja Teil des Problems!" (...)

Vielleicht ist es Einbildung, aber ich denke ich bin nicht Teil des Problems.

Seit meinem (in etwa) 15 Lebensjahr habe ich in vielfältigen Zusammenhängen innerhalb und außerhalb der Parlamenten gegen das zur zeit herrschende Wirtschaftssystem und die dieses System unterstützenden Parteien politisch gearbeitet. Außerdem lebe ich nur (zum Teil) im bürgerlichen Milieau.

Ich behaupte mit so einem Leben kann ich getrost sagen: Ich wasche meine Hände in Unschuld.
Stefan Walther
3.892
Stefan Walther aus Linden schrieb am 03.02.2016 um 10:27 Uhr
Macht wenig Sinn Martin - es sind immer die gleichen Träume, die gleichen Antworten... wer die Machtfrage nicht stellt, wer die Klassenfrage ausser Acht lässt... wird immer vom "3. Weg" träumen, einen Weg, den es nicht gibt, die Praxis beweist uns das tagtäglich....
Und das kuriose Ende, die absurde Feststellung lautet dann ( vielleicht sogar logisch aus Sicht der Anhänger eines "3. Wegs" ) = wir sind alle Teil des Problems.
Ob der Markt nun etwas mehr oder weniger Spielraum hat, das ist nicht das grundsätzlich Entscheidende ( wobei die Auswirkungen schon enorm sind ), entscheidend ist wer auf wessen Kosten lebt, wer wen ausbeutet.

Diese "3. Welt - Theorie", die zugespitzt dazu führte, dass sich die so genannte 2. Welt mit der so genannten 3. Welt gegen die 1. Welt verbünden sollte, lehne ich strikt ab, denn sie stellte sich im Endeffekt gegen die Befreiungskämpfe der unterdrückten und ausgebeuteten Entwicklungsländer.
Martin Wagner
2.098
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 03.02.2016 um 17:57 Uhr
Stefan bei der Frage der damaligen Umbenennung ("3.Welt" zu "Solidarische Welt") hast du mich falsch verstanden. Soweit ich mich entsinne - ist ja verdammt lange her - gab es im Verein unterschiedliche Fraktionen.

Der Verein war ja gerade zur Unterstützung der kämpfenden Befreiungsbewegungen in der "3. Welt" Ende der 80er Jahre gegründet worden. Aktuell waren damals gerade einige Länder in Mittelamerika. Am Anfang lief das recht gut, denn alle Fraktionen - hauptsächlich Christen aus dem Spektrum der Linken, Studenten eines betreffenden Fachbereichs der Uni und einige Bürgerliche - konnten sich darauf einigen.

Damals - ich denke du kannst dich erinnern - wurde ja die zu diesem Zeitpunkt noch mehrheitlich linken Grünen groß und größer. Und auf einmal tauchte die Forderung auf: Ja Unterstützung der Befreiungsbewegungen, aber kein Pfennig für den Ankauf von Waffen für diese Bewegungen, welche den Kapitalismus abschütteln wollten.

Ich unterstützte damals die Aktion: Waffen für El Salvator! Irgendwann waren die Ansichten der Linken im Verein dann nicht mehr mehrheitsfähig. Logisch wurde dann auch der Trägerverein mit dem Wischwaschi-Titel "Solidarische Welt" versehen.
Hallo Lieber Leser
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