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Niederlage in Rotenburg - Sonntag Heimspiel gegen Oberhausen

Katlyn Yohn (hier am Ball gegen Halle), war bei der 71:75-Niederlage in Rotenburg erfolgreichste Marburger Werferin. (Fotos: Schneider / Richter)
Katlyn Yohn (hier am Ball gegen Halle), war bei der 71:75-Niederlage in Rotenburg erfolgreichste Marburger Werferin. (Fotos: Schneider / Richter)
Gießen | Planet-Cards-DBBL: Avides Hurricanes – BC Pharmaserv Marburg 75:71.

Marburgs Siegesserie ist gerissen. Nach sechs erfolgreichen Pflichtspielen mussten sich die Hessinnen auswärts der BG Rotenburg/Scheeßel geschlagen geben.


Den größten Anteil am Sieg des Tabellensiebten hatten drei Spielerinnen, deren Namen mit M anfangen: Mallard, Mankertz und Maggie. Letztere, mit Nachnamen Skuballa, ging lange Jahre für Marburg auf erfolgreiche Korbjagd. Auch Selby verbuchte eine starke Ausbeute. Auf Marburger Seite punkteten ebenfalls vier Akteuerinnen zweistellig: Yohn, Baker, Greunke und Thimm.

Dem ersten Viertel drückte Kierra Mallard den Stempel auf, als sie mit neun Punkten und etlichen Rebounds ihre Hurricanes in der Partie hielt. 13:7 führte Marburg (6. Minute), ehe nach einer Auszeit die „Wirbelstürme“ auf 15:16 (9.) herankamen und ein 15:21 in den letzten Sekunden des Viertels auf 19:21 verkürzten. Bei besserer Wurfausbeute wäre für die Gastgeberinnen sogar eine Führung drin gewesen.

Im zweiten Durchgang stand die Verteidigung der Hessinnen besser. Doch durch leichtfertig vergebene Würfe kamen sie nie weiter weg als sechs Zähler (27:21, 15. / 33:27, 18.), während die Norddeutschen immer wieder verkürzten, wie zum 32:34 zum Kabinengang.

Nach dem Seitenwechsel holte sich das Pharmaserv-Team den gewohnten Sechs-Punkte-Vorsprung. Doch Rotenburg konnte diesmal nicht nur verkürzen, sondern erstmals seit der vierten Minute wieder in Führung gehen (39:38, 25.). Anderthalb Minuten vor Ende des dritten Abschnitts lag die BG ihrerseits mit sechs Zählern vorn (50:44), ehe Tonisha Baker zum Viertelende auf 49:50 verkürzte.

Marburg holte sich noch einmal die Führung zurück (52:50, 31.). Doch dann legten die Wirbelstürme los: Acht Punkte in Folge brachten bis zur 36. Minute ein 69:58 auf die Anzeigetafel. Pia Mankertz (11/2), Skuballa und Shayann Selby (je 7/1) machten im letzten Durchgang alle 25 Hurricanes-Zähler unter sich aus.

Doch die Lahnstädterinnen trumpften nochmal auf und kamen per Dreier von Svenja Greunke in der Schlussminute auf 71:73 heran. Den nächsten Rotenburger Angriff konnte der BC abwehren. Es blieben noch 27,8 Sekunden und eine Auszeit. Bei 12 Sekunden versuchte sich Tonisha Baker vergeblich am Ausgleich. Rebound Mallard, taktische Fouls. Und Maggie Skuballa machte den Deckel drauf. Gegen ihr früheres Team.

Marburg bleibt Fünfter, hat aber nun zwei Punkte Rückstand auf den Viertplatzierten, Herne, und liegt vier Punkte vor Halle. Schon diesen Sonntag steht der nächste Spieltag an: 16 Uhr, Heimspiel gegen Oberhausen (siehe unten).


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Wir müssen anerkennen, dass Rotenburg gut gespielt hat. Uns haben nur Nuancen gefehlt. Und wir sind wegen eines verlorenen Spiels auch nicht in der Krise, auch wenn mich die Niederlage ärgert. Phasenweise haben wir echt gut verteidigt. Aber Rotenburg war aggressiver im Rebound. Da haben wir nicht schlau und nicht physisch genug gegengehalten. Das ist in so einem engen Spiel entscheidend. Wir wussten, dass Mankertz an einem guten Tag alles trifft und trotzdem haben wir sie nicht unter Kontrolle bekommen. Positiv ist vielleicht, dass wir nicht gut gespielt aber nur knapp verloren haben. Gut war auch, dass wir am Ende Moral gezeigt und uns wieder rangekämpft haben. Diese Mentalität ist ganz wichtig im Hinblick auf die Playoffs. Ich freue mich, dass wir nicht lange auf das nächste Spiel warten müssen. Ich hoffe gegen Oberhausen auf mehr Aggressivität und, dass die Mädels da ein Zeichen setzen wollen. Das wird ein Charaktertest.“

Patricia Benet (Spielerin Marburg):
„Es war das erwartet knappe und physische Spiel. Wir haben viele Fehler gemacht und müssen noch lernen, mit einem Rückstand umzugehen. Rotenburg hat viele Spielerinnen, die ein Spiel entscheiden können. Denen darfst du kein bisschen Platz lassen. Da waren wir manchmal nicht konzentriert genug und müssen als Mannschaft besser verteidigen. Wir werden weiter an uns arbeiten. Und bis zu den Playoffs haben wir noch Zeit, um uns zu verbessern.“

Tomas Holesovsky (Trainer Rotenburg/S.):
„Wir waren heute effektiver. Wir haben die Rebounds dominiert und 15 Assists gemacht. Es war ein tolles Spiel für die Zuschauer. Kierra Mallard wird jede Woche besser, sie ist eine tolle Allrounderin und Athletin. Bei Pia Mankertz ist es manchmal so, dass sie eigentlich nicht ihren Rhythmus hat und auf einmal trifft sie alles. Das ist dann schwer zu verteidigen. Ihre Treffer waren heute entscheidend. Ich freue mich sehr über den für uns wichtigen Sieg. Ein bisschen tut es mir für Marburg Leid. Ich mag den Verein, weil er Kontinuität beweist. Es macht mich froh, dass er an seine Trainer und Spielerinnen glaubt.“


Fun Fact: (Fragt sich nur für wen:) Rotenburg hat mit 22 genau so viele Freiwurf-, wie Feldtreffer.

Fail Fact: Auch im vierten Anlauf kann Marburg in Rotenburg und Scheeßel nicht gewinnen. Es ist ebenfalls ingesamt die vierte Niederlage in Folge gegen die Hurricanes.


Statistik
Viertel: 19:21, 13:13, 18:15, 25:22.
Rotenburg/S.: Baden 2 Punkte, Janßen (n.e.), Mallard 19/1 Dreier (11 Rebounds, 4 Assists), Mankertz 21/4, Pakulat, Riebesell, Rodriguez 6/1, Selby 14/2 (9 Reb., 3 Ass, 3 Steals), Skuballa 13/1 (11 Reb., 4 Ass.), Tadeus (n.e.).
Feldwürfe 35 Prozent (22/62), Freiw. 96 Prozent (22/23), Reb. 40 (def. 28), Turnovers 9, Ass. 15, St. 6, Blocks 3, Fouls 12.
Marburg: Baker 15 (6 Reb.), Benet 2, Gaudermann, Greunke 12/1, Köppl, Lee 7, Schaake 4, Thimm 10, Yohn 21/5 (6 Reb.).
Feldw. 42 Prozent (28/67), Freiw. 82 Prozent (9/11), Reb. 25 (d. 17), TO 11, Ass. 11, St. 5, Bl. 1, F. 19.
Schiedsrichter: Rosenbaum, Rogic. Zuschauer: 275.




Planet-Cards-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – evo New Basket Oberhausen (Sonntag, 16 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle).

Marburg gegen Oberhausen ist einer der Klassiker der Planet-Cards-DBBL. Seit 2002 messen sich beide Vereine auf höchster Ebene. Immer kampfbetont, oft mit knappen Ergebnissen, manchmal mit Überraschungen. Am Freitagabend verloren beide Mannschaften. Oberhausen 66:75 daheim gegen Halle. Marburg mit 71:75 in Rotenburg.

Seit dem knappen Hinspielsieg des Pharmaserv-Teams hat sich beim Tabellenvorletzen aus Oberhausen einiges getan. Ondrej Sykora hat den Trainerstuhl übernommen. Die neue Aufbauspielerin Chassidy Fussell wartet mit sehr ordentlichen Werten auf.

Auffälligste NBO-Akteurin ist nach wie vor Jylisa Williams. Bei der Punkteausbeute steht sie im Liga-Vergleich auf Rang zwei. Auch in puncto Abpraller, Vorlagen und Ballgewinne mischt sie dort unter den besten sechs mit.

Offensive Unterstützung erhält Williams vor allem von ihrer Namensvetterin Melissa. Aufpassen muss Marburg auf Oberhausens Dreierschützinnen. Gleich sieben von ihnen haben in der laufenden Saison mindestens drei Mal aus der Distanz getroffen.


Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Vom Tabellenstand her ist das Sonntagsspiel doch nur eine Pflichtaufgabe, oder?
Patrick: Dass wir jetzt öfter in der Favoritenrolle sind, ist okay. Aber wir spielen in der ersten Bundesliga. Da sollte man nie von Pflichtaufgaben sprechen. Man muss jedes Spiel gleich hart arbeiten, um eine Chance zu haben zu gewinnen. Genau das erwarte ich von meiner Mannschaft.

Wie hat sich Oberhausen nach Eurem knappen Hinspielsieg entwickelt?
Patrick: Das ist jetzt eine komplett andere Manschaft. Sie haben einen anderen Spielstil und spielen besser zusammen.

Wo sieht du bei Oberhausen die Stärken:
Patrick: Sie haben ein gutes Kollektiv, können den Ball passen, zum Korb ziehen oder auch von außen werfen.

Für Oberhausen spricht am Sonntag:
Patrick: Sie spielen zuletzt mit viel Selbstvertrauen und haben nichts zu verlieren gegen uns. Sie sagen selbst, dass die wichtigen Spiele erst noch kommen.

Für Marburg spricht am Sonntag:
Patrick: Wir sind das einzige Team in der Liga, was seit der Vorbereitung zusammen ist. Von daher haben wir viel Vertrauen aufgebaut und uns an viele Sachen gewöhnt. Jeder weiß, was er zu tun hat in bestimmten Situationen.

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von:  Marcus Richter

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Marcus Richter
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