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Alltag mit Demenz – wie kann das gelingen?

Gießen | „Alltag mit Demenz“ war das Thema einer Informationsveranstaltung, die für Interessierte und Fachpersonal im St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung in Gießen stattfand. Dr. Klaus Ehlenz begrüßte in der Cafeteria des St. Josefs-Krankenhauses in Anwesenheit von Gesundheitsdezernent Dirk Oßwald die etwa 40 Interessierte zu Vorträgen und einer Diskussion.

Marko Klippel aus Gießen lieferte den Einstieg mit dem Impulsvortrag „Alltag mit Demenz – Der Blickwinkel eines niedergelassenen Neurologen“. In seinem Vortrag beleuchtete der Referent zunächst alltägliche Probleme, den Verlauf einer Demenz und mögliche Behandlungsmethoden.

Dagmar Hinterlang von der Initiative Demenzfreundliche Kommune Stadt und Landkreis Gießen e. V. schilderte den Alltag aus Sicht einer Angehörigen. Sie selbst betreute viele Jahre ihre an Demenz erkrankte Mutter und ging so lebensnah auf die Probleme des Alltags ein. Von anfänglichen Problemen, die schon beim Verständnis von Begrifflichkeiten wie Pflegestufe oder Verhinderungspflege begannen, erläuterte sie die Schwierigkeiten, die beim Toilettengang, beim Einkaufen oder auch beim Arztbesuch entstehen können. Ganz wichtig seien ihrer Meinung nach Betreuungsangebote, eine gute Nachbarschaft und vor allem viel Geduld.

Im letzten Vortrag stellte Stefanie Wolf vom Diakonischen Werk Gießen den „Unterstützerkreis“ für Menschen und ihre Angehörigen aus dem Modellprojekt „Entlassung in die Lücke“ vor. Durch diesen Unterstützerkreis soll gerade die Bewältigung der von Dagmar Hinterlang beschriebenen Probleme im Alltag erleichtert werden. Dadurch sollen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen frühzeitig unterstützt werden.

Ziel ist es, den eigenen Alltag weiterhin nach den eigenen Bedürfnissen und Interessen gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Denn die soziale Isolation sei häufig ursächlich dafür, dass der Alltag alleine nicht mehr zu bewältigen ist. Der Unterstützerkreis ist eine kleine Gruppe von Personen, die einen Menschen mit Demenz bzw. dessen Hauptbezugsperson helfen. Unterstützer können dementsprechend Familie, Freunde, Nachbarn, Bekannte, Ehrenamtliche oder auch professionelle Dienstleister sein.

In der anschließenden Diskussion wurde eine Art Stützpunkt oder Servicestelle gefordert, an die sich Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen mit bestimmten Fragestellungen wenden können. Wichtig sei vor allem die Kontaktpersonen im Alltag wie Busfahrer, Kassiererinnen oder Sprechstundenhilfen in Bezug auf Demenz zu sensibilisieren. Dies sei zwar schwierig, aber unbedingt notwendig. Moderiert wurde die Informationsveranstaltung von Constanze Schleenbecker-Büttner.



Hintergrund:
Die Projektkruppe Demenz hat sich im Rahmen der 3. Sitzung der Lokalen Gesundheitskonferenz Landkreis Gießen gegründet, um schwierige Fragestellungen im Bereich der Demenz zu bearbeiten. Dr. Klaus Ehlenz hat den Vorsitz dieser Projektgruppe übernommen, in der sich neben der Kreisverwaltung vor allem Vertreter der Krankenhäuser, niedergelassene Mediziner und Therapeuten, Vertreter der Pflege und Vertreter aus dem Ehrenamt engagieren.

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