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Ordnungspolizei erhält mehr Befugnisse - Magistrat plant Alkoholverbot in der Innenstadt

Beamte der Ordnungspolizei sind ab sofort befugt, bei Ordnungswidrigkeiten härter durchzugreifen.
Beamte der Ordnungspolizei sind ab sofort befugt, bei Ordnungswidrigkeiten härter durchzugreifen.
Gießen | Mit einer stärkeren Polizeipräsenz, der Wiedereinführung des Freiwilligen Polizeidienstes und der Durchsetzung von Alkoholverbotszonen will der Magistrat der Stadt Gießen die Sicherheitslage am und rund um den Marktplatz verbessern. In Abstimmung mit dem Polizeipräsidenten Manfred Schweizer und dem Leiter des Gießener Ordnungsamts, Alexander Steiß, brachte die Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz ein neues Sicherheitskonzept für die Innenstadt auf den Weg.
Bereits umgesetzt wurde die Umfirmierung der städtischen Hilfspolizei in eine Ordnungspolizei. Die Ordnungshüter erhalten damit erweiterte Befugnisse bei der Verbrechensbekämpfung und der Durchsetzung hoheitlicher Rechte. Konkret sind die neu uniformierten Einsatzkräfte mit Pfefferspray, Handfesseln und Teleskopschlagstock in einem Dienstfahrzeug mit Blaulicht und der Aufschrift „Ordnungspolizei“ vor Ort präsent oder patrouillieren an Wochenenden sowie am frühen Nachmittag und abends verstärkt in der Fußgängerzone. Ziel sei es, so Grabe-Bolz, „die Trinker- und Drogenszene nicht zu vertreiben, sondern störendes Verhalten zu unterbinden.“
Rund 15 fest eingeteilten
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Ordnungspolizisten sollen nach dem Willen von Grabe-Bolz mehrere Mitglieder des Freiwilligen Polizeidienstes unterstützend zur Seite stehen. Der ehrenamtliche Hilfsdienst fiel seinerzeit den Sparmaßnahmen im Rahmen des Kommunalen Schutzschirm zum Opfer. Die Rathauschefin rechnet mit einer Wiederaufnahme des Freiwilligen Polizeidienstes im Frühjahr 2016. Derzeit wirbt Grabe-Bolz mit angrenzenden Kommunen für eine Kooperation im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit, wovon sie sich Landeszuschüsse in Höhe von 25 000 Euro verspricht.
Neben den erweiterten Interventionsmaßnahmen soll die präventive Sozialarbeit eine „spürbare Aufwertung“ erhalten. Die beiden Sozialarbeiterinnen, die sich rund um den Marktplatz engagieren, werden von der Stadt mit 80 000 Euro statt wie bisher mit 50 000 Euro stärker bezuschusst. Die Mitarbeiterinnen des Sozialdiensts unterstützen Bedürftige bei Behördengängen oder der Wohnungssuche und "leisten damit einen ganz wertvollen Beitrag“, betonte die Oberbürgermeisterin.
Noch keine rechtliche Grundlage besteht für die geplante Alkoholverbotszone in der Innenstadt. Im Kern soll es sich um eine oder mehrere örtlich begrenzte Zonen rund um den Marktplatz, den Seltersweg und den Kirchplatz handeln, in denen generell oder zeitlich begrenzt kein Alkohol konsumiert werden darf. „Das Vorhaben befindet sich derzeit in rechtlicher Prüfung“, erklärte Grabe-Bolz. Wann das Gesetz in Kraft treten soll, konnte die OB vorerst nicht sagen.

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
11.057
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 17.12.2015 um 09:25 Uhr
zum stadtfest, weihnachtsmarkt und co wird das dann wieder ausgesetzt. das verbot wird zwangsläufig dazu führen das sich die alkis der obdachlosenszene in andere bereiche zurück ziehen werden. also das unschöne gesicht giessens soll vertrieben werden. mein gott wie armseelig !
Florian Schmidt
4.964
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 17.12.2015 um 12:28 Uhr
Die Nummer will ich sehen. Kommen diese Blockwärter jetzt echt wieder zurück? Vielleicht sollte man mal soziale Zentren schaffen anstatt Hobby Bullen mit Hausmeisterkomplex auszusenden.
Birgit Hofmann-Scharf
10.363
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 17.12.2015 um 18:59 Uhr
"....soll die präventive Sozialarbeit eine „spürbare Aufwertung“ erhalten. Die beiden Sozialarbeiterinnen......"

Das Thema ist in der Tat sehr heikel ! Ich bin auf jeden Fall gegen Diskriminierungen der so genannten Randgruppen ! Hilfe anstatt Strafe !
Aber haltet Euch mal auf dem Marktplatz auf - Rumpöpeln ist noch die harmlosere Art, wie EINIGE dieser unzufriedenen, von der Gesellschaft und dem Staat Verstoßenen, auffallen. Besonders wenn eben Alkohol und Drogen mit im Spiel sind.

Giessen ist eine " Assi-Stadt" , so heißt es in Studentenkreisen ,
Giessen ist ( im Dunkeln ) zu gefährlich , so heißt es unter älteren Damen.

Die Rechtslage eines "Strikten Alkoholverbots" muss ja erst noch geprüft werden, wie zu lesen ist - wie dann die o. g. Ausnahmen dazu passen, frage ich mich allerdings auch.
Jenny Burger
1.777
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 17.12.2015 um 19:45 Uhr
In der Tat heikles Thema, und ich kann mich da keiner Seite richtig anschließen, denn ich kenne beide Seiten recht gut.
Marcus Link
495
Marcus Link aus Gießen schrieb am 17.12.2015 um 22:30 Uhr
Die letzten Tage ist einiges zur sog. Sicherheitsoffensive geschrieben worden. Doch wenn ich mir die Maßnahmen anschaue und obendrein sehe wer dies beschlossen hat, bin ich erzürnt. Soziale Politik? Fehlanzeige! Es geht dabei im Wesentlichen um Menschen die, aus verschiedensten Gründen, aus der Gesellschaft herausgefallen sind, vor denen Menschen Angst haben. Sogar die Freiwillige Polizei soll reaktiviert werden, was nicht wenig Geld kostet. Es hat den Anschein dass mit der Präsenz von Staatsgewalt und im Zweifelsfalle mit Knüppeln und Pfefferspray, die „Probleme“ im Zaun halten, oder gar vertreiben sollen. Ist das die Lösung unserer Kommunalregierung? Soziale Ansätze sind hier Fehlanzeige!

Warum packt man das Problem nicht an der Wurzel? So könnte man unter Anderem das Geld welches die Freiwillige Polizei kostet, in Sozialarbeit stecken, Streetworkern und Sozialarbeitern mehr Arbeitszeit und Mittel zur Verfügung stellen, um sich z.B. um jene Menschen zu kümmern, die manchmal durch provokantes oder gar konfrontatives Verhalten auffallen. Außerdem könnte jenen Menschen die sich bevorzugt am Marktplatz treffen, z.T. auch gerne was trinken, ein geeigneter alternativer Platz/Bereich angeboten werden.

Vertreiben und Verdrängen funktioniert nun mal nicht, sie sammeln sich dann so oder so an anderer Stelle. Der „Max Hat's“ wurde zu gemacht, die dortige Szene ist aber nicht einfach verschwunden, sie hat sich nur verlagert. Das Kiosk in der Nordanlage, gleiches Spiel… Konzepte zur Abfederung solcher Probleme, sind aufgrund ihrer mangelnden Verfügbarkeit bzw. Präsenz mehr Alibi, als ein wirksames Gegensteuern.


Linke Politik versucht nicht die Symptome zu bekämpfen, sondern das Problem an der Wurzel zu packen und auf die Probleme aller Menschen ein zu gehen. Auch wenn es an diesen Punkten vordergründig teurer als bisher sein sollte, am Geld muss das nicht scheitern, es ist primär eine Frage der Prioritäten Setzung. Doch hinten raus könnte man vermutlich sogar Kosten sparen. Mit einem ausgefeilten Maßnahmenpaket welches sich sozial engagiert, kann sicherlich mehr Sicherheit, auch gefühlte Sicherheit, hergestellt werden, als es mit den aktuellen Planungen möglich sein wird.
Bernd Zeun
11.777
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 17.12.2015 um 23:52 Uhr
Wofür wurde nochmal das Gelände an der Oberlache eingezäunt ?
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.12.2015 um 16:19 Uhr
Der Freiwillige Polizeidienst ist nicht teuer und wenn man noch geschickt vorgeht wie es einige andere Städte und Kommunen vorgemacht haben, macht man über das IKZ eine großen Anteil der Kosten geltend. Der FWD ist Förderfähig. Für die Kosten des FPD bekommen Sie noch nicht einmal einen halben Entgiftungsplatz für einen Abhängigkeitserkrankten. Geschweige können sie von dem geringen Aufwand einen Sozialarbeiter bezahlen. Das sind völlig falsche Vorstellungen.
Natürlich muss im sozialen Sektor mehr geleistet werden, aber an der richtigen Stelle. Ich betreue im Streetwork Klienten die haben über 40 Entzüge hinter sich. Das Geld dafür ist nicht das Problem. Sondern die deutsche Rechtsprechung und die Fürsorge die danach benötigt wird. Die Patienten gehören nach einem erfolgreichen Entzug in eine weitere stationäre und später Teilstationäre Nachsorge bis sie dann wieder in der Lage sind vollumfänglich für sich selbst zu sorgen. Bei uns gibt es aber im Betreuungsgesetz nur noch selten eine Betreuung früher Vormundschaft. Das bedeute der Patient ist für sich selbst verantwortlich. Er geht zu 90% nach seinem erfolgreichen Entzug auf die Straße zurück, weil dies in unserem Land nicht besser geregelt ist. Bei den Drogenabhängigen die ich betreue bedeutet dass, sie tauchen nach Entlassung aus der Einrichtung wieder im Bahnhofsviertel in den Einrichtungen auf, in der sie sich zuvor auch schon aufgehalten haben…..eine Nacht und sie sind wieder drauf. Unsere lasche Gesetzgebung und nicht das Geld sehe ich als Hauptursache den Menschen zu helfen. Das Betreuungsrecht müsste in dem Fall wieder einfacher anwendbar sein. Aber das führt ja auch wieder zu einem Aufschrei bestimmter politischer Gruppen und somit drehen wir uns auf Kosten der Abhängigkeitserkrankten weiter im Kreis. Ob dabei links rum oder sonst wie spielt keine Rolle.
Eine vernünftige Betreuung beginnt dort wo sich die Patienten aufhalten. In Frankfurt hat diese übrigens in Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei, der Streetworker und den unterschwelligen Einrichtungen ganz funktioniert. Es ist nicht perfekt aber ein erster Ansatz. Man muss ja in Gießen das Rad nicht neu erfinden, aber danach sieht es auch nicht aus. Er erinnert mich ein bisschen an Frankfurt. Es gut das sich die Stadt zumindest anfängt Gedanken zu machen.
H. Peter Herold
29.365
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.12.2015 um 16:24 Uhr
Ja Her Schmidt ich habe sie schon gesehen.
Hallo Bernd, es wird sicher kein KZ für Trinker geben.

Aber hat jemand schon mal darüber nachgedacht, dass Alkoholsucht eine Krankheit ist und mit den Maßnahmen der Ordnungspolizei nicht behandelt oder geheilt werden können.

Statt Polizei zu rufen sollte an den auslösenden Faktoren dieser Sucht gearbeitet werden. Wobei es sich um keine leichte Aufgabe handeln dürfte.
Gefährden diese Leute die öffentliche Sicherheit wirklich oder sind sie manchem nur unangenehm und störend?
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 18.12.2015 um 16:59 Uhr
Die Erfahrungen von Herrn Büttel müssen in die Diskussion einbezogen werden. -
Ich hatte im Parlament vor Jahren die Einrichtung einer Wärmestube am Marktplatz beantragt. So etwas gab es vor ca fünzig Jahren im Gebäude einer Fa. Teipel (zwischen Cafe Rühl und Deutsche Bank). Im Parlament wurde das abgelehnt, u.a. mit der Äußerung von einer CDU-Frau mit der Bemerkung. Herr Beltz, machen Sie den Dreck weg?
Die Einführung von Hipos mit einem Stundenlohn von 7,50 Euro ist der falsche Weg. Die sind nicht ausgebildet, ich kenne einige. Man sollte Streatworker zum Tariflohn einstellen, die mehr Zeit einbringen als dies jetzt der Fall ist. Und diesen sollte man einige Texte von Bert Brecht vorlegen, um sie für ihre Arbeit zu sensibilisieren.
Ja, Peter, Alkoholsucht ist eine Krankheit und kann nicht durch Ordnungshüter geheilt werden. Gleichzeitig gebe ich zu, dass ich mich gelegentlich gestört fühle. Gestört fühle ich mich aber auch durch Nazis, Kriegstreiber und anderes Gesindel.
H. Peter Herold
29.365
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.12.2015 um 17:59 Uhr
... und ich manchmal durch blaugekleidete Männer, die im Seltersweg spazieren gehen. Da gingen zwei Ordnungspolizisten und einige Meter dahinter zwei richtige Polizisten. Mussten die auf die Ordnungspolizei aufpassen?
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.12.2015 um 18:32 Uhr
Von denen fühlt sich in der Regel nur der gestört der Dreck am Stecken hat.. :) (kennen Sie ja das Zeichen)
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.12.2015 um 21:36 Uhr
"Linke Politik versucht nicht die Symptome zu bekämpfen, sondern das Problem an der Wurzel zu packen und auf die Probleme aller Menschen ein zu gehen."
= so eine Aussage hier in einem Kommentar. Und was bedeutet das nun?
Mehr Sozialarbeiter und Streetworker? Wärmestuben, damit die Trinker es wenigstens "warm" haben? Oder das Angebot sich an einem "anderen Platz" zu besaufen und zu zu dröhnen?
Leute, tut mir leid, das ist für mich nicht "linke Politik, die das Problem an der Wurzel anpackt!" ( mal ganz abgesehen von den berechtigten Einwürfen von Herrn Büttel "was passiert denn meist nach einer Therapie" )

Warum werden diese Menschen denn zu Trinkern? Ist es wirklich so, dass sie alle lediglich "an einer Krankheit" leiden? Liegen die Ursachen vielleicht nicht doch in Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit usw.?

Sicherlich kann der Ruf nach immer mehr Polizei, egal ob Freiwilligendienst oder so genannte "ausgebildete Kräfte" nicht die Lösung sein, aber Sozialarbeiter und Streetworker sind auch kein Beispiel dafür "das Übel an der Wurzel anpacken".

Doch, ich kann sehr gut nachvollziehen, dass sich viele Menschen von Besoffenen und Zugedröhnten belästigt und gestört fühlen, das darf man auch nicht ins Lächerliche ziehen. Mir persönlich gehen generell rumschreiende und pöbelnde Trinker füchterlich auf die Nerven, und beileibe nicht nur die am Marktplatz....
Marcus Link
495
Marcus Link aus Gießen schrieb am 18.12.2015 um 21:51 Uhr
Ich kann dem nicht widersprechen, ABER:
Es ist eine Frage der Perspektive und der Ebene auf der wir agieren.
Natürlich packen wir das Problem nicht ganz unten an der Wurzel, wenn wir und nur um die Opfer der Gesellschaft und einer unglücklichen Politik kümmern. Das Grundproblem gehört angepackt! Harz4, eine relativ intolerante Gesellschaft, zu wenig Geld um Menschen zu helfen, usw. Das sind grundsätzliche Probleme.

Auf Landes- oder Bundesebene könnten diese grundlegenden Probleme besser gelöst werden. Es ist wichtig die Grundprobleme immer wieder zu benennen und und für eine Verbesserung zu kämpfen. Nur kann man sich nicht in den Weiten des politischen Universums verlieren, wenn wir auch vor Ort Probleme haben und auch hier zumindest für Verbesserung sorgen können.

Für mich stellt sich jedoch die Frage, was können wir auf kommunaler Ebene tun? Was können wir jetzt tun, damit es den Bürgern, allen Bürgern, besser geht. Auf dieser Ebene sehe ich meine Schilderung als einen sinnvollen Weg. Wir packen die Wurzel auf kommunaler Ebene so tief an, wie wir sie greifen können, auch wenn noch viel unten drunter ist. Für noch bessere Lösungen bin ich natürlich offen!
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.12.2015 um 22:26 Uhr
Dem widerspreche ich jetzt nicht völlig!
Ich wollte mit meinen Einwänden nur deutlich machen = wenn wir - auch als Linke - nur versuchen das "Elend" ein wenig zu mildern, dann werden wir nie zu den Wurzeln vordringen.
Auch auf kommunaler Ebene gilt es zu fordern = bringt die Leute weg von Straße, raus aus der Arbeits- und Obdachlosigkeit, Therapie mit Perspektive...
Die Grundprobleme / die Ursachen benennen, bedeutet nicht sich in "den Weiten des politischen Universums verlieren", es gehört zusammen und es ist unsere Aufgabe bei allem und immer darauf hinzuweisen.
Ansonsten wären wir nicht viel anders wie Sozialdemokraten "den Arzt am Krankenbett des Kapitalismus spielen"....
Marcus Link
495
Marcus Link aus Gießen schrieb am 18.12.2015 um 22:28 Uhr
Unterschrieben ;-)
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.12.2015 um 22:29 Uhr
Prima! Wir sehen uns, und wir werden natürlich weiter solidarisch diskutieren und handeln! :-)
H. Peter Herold
29.365
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.12.2015 um 10:40 Uhr
Handeln? Wie und wo? Oder nur diskutieren?
Wenn das Problem nicht politisch von oben nach unten gelöst wird, dann hilft diskutieren ganz unten nicht viel und wir, ja auch ich, sind für die Lösung mit den Betroffenen nicht kompetent genug.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 19.12.2015 um 17:58 Uhr
Wir haben als Linke immer die Aufgabe, auf die Ursachen von Armut und Reichtum nicht nur hinzuweisen, sondern sie zu bekämpfen. Gleichzeitig sind wir uns aber wohl einig, auf kommunalpolitischer Ebene uns für Verbesserungen und Reformen einzusetzen. Und beim Eintreten für reformistische Forderungen gilt es eine sozialistische Perspektive aufzuzeigen.
Wichtig ist, dass die Menschen zum Kampf motiviert und aktiv werden.
So sind auch die Gewerkschaften reformistische Haufen, wenn die Kollegen mit ihrer Organisation nicht streiken und auf die Strae gehen.

Ja Marcus Link, packen wir die Wurzeln an, immer möglichst tief.
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.12.2015 um 21:42 Uhr
Nun Peter, das sehe ich ganz anders = "von oben nach unten" wird gar nichts gelöst werden wenn nicht "ganz unten" diskutiert und gehandelt wird
( Michael hat deutlich gemacht worauf es auch bei den Betroffenen ankommt )

Und wer wenn nicht die Leute von "ganz unten" sollten kompetent sein? Das verstehe ich jetzt überhaupt nicht, die "ganz oben", die sind doch weit weit weg von dem was "ganz unten" vor sich geht, zumindest interessiert sie es herzlich wenig, oder siehst du das anders?
H. Peter Herold
29.365
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.12.2015 um 22:17 Uhr
Es geht um "Alkoholabhängige" das ist eine Krankheit. Ich hatte heute Gelegenheit mit einigen von der Stadtpolizei in Wiesbaden das Thema anzusprechen.
Keine Chance es so zu lösen wie hier in GI geplant ist. Jeder Einzelne müsste mit seinem Einverständnis einen langen Entzug durchmachen und anschließend bereit sein trocken zu bleiben, am besten weit weg von seinem alten Umfeld.
Ja das würde Geld kosten, aber haben wie nicht genug davon? Momentan habe ich das Gefühl es laufen dauern die Druckmaschinen. Wo kommt denn sonst plötzlich das viele Geld her? Milliarden nach Griechenland, Millionen für die Flüchtlinge. Nur an anderer Stelle ist dann plötzlich kein Geld da!
Mehr sage ich zu dem Thema nicht mehr.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.12.2015 um 10:07 Uhr
Ein solches konkretes Problem muß man erst einmal pragmatisch angehen. Das hieße in Gießen: Eine Wärmestube, mit WC und Mülltonne.
Was für Eingreifmöglichkeiten hat eigentlich dieser freiwillige
Polizeidienst?
Zum Alkoholverbot in der Öffentlichkeit: Als Student wurde mein Sohn auf dem Bayreuter Bahnhofsvorplatz beinahe verhaftet, weil er in der Wartezeit dort ein Bier trank. Das Bahnhofsrestaurant war ihm zu dieser Zeit zu teuer.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.12.2015 um 10:12 Uhr
Herr Herold, da ist er wieder der Blödsinn mit den Flüchtlingen und Griechenland und der Aufrechnung gegenüber den Sozialschwachen in unserem Land. Sie interessieren sich doch nur dafür um diese rechte Sprüche hier zu veröffentlichen. Das ist billiger AFD Jargon. Haben Sie sich jemals zuvor Gedanken um die Drogen - und Alkoholanhängigen gemacht. Das bezweifele ich. Wenn man seit Jahren hier Ihre Kommentare verfolgt, dann gehen Sie zwar regelmäßig in die Kirche aber bei der Nächstenliebe hört es bei Ihrer Tochter und Ihnen selbst schon auf. Sie hauen immer wieder diese Spitzen raus und wollen dann anschließend was ganz anderes gesagt haben wollen. Solche Leute wie Sie und das habe ich unter dem Thema brennender Mülleimer geschrieben sind Brandstifter im Kleinen. Als Sie behauptete haben, in ganz Deutschland brennt es, damit meinen Sie genau solche Aussagen wie hier getroffen.
Frau Back hat es jetzt zum wiederholten Male erklärt wie das mit Griechenland usw. läuft. Wenn man aber nicht verstehen will sondern im Bildzeitungs -und AFD Mainstream mit schwimmt, macht das keinen Sinn.
Erstmals 1985 habe ich mit Alkohol – und Drogenabhängigen angefangen zu arbeiten. Beste Voraussetzungen, denn es war im Bundeswehrkrankenhaus Koblenz auf der Psychiatrischen Abteilung. Geld spielte keine Rolle. Therapien auch nicht. Trotzdem wurde nur ein ganz geringer Prozentsatz geheilt. Dieses Krankheitsbild des Abhängigkeitserkrankten, hat zu viele benötigte Faktoren um eine völlige Gesundung herzustellen. Hauptsächlich die Stigmatisierung unsere Gesellschaft der Umgang mit den Erkrankten in ihrem Umfeld spielt dabei ein große Rolle. Ich habe es in meinem ersten Kommentar in Bezug auf Drogenabhängige schon erläutert.
Auch wünsche ich mir übrigens für den Bereich der Straßensozialarbeit mehr finanzielle Mittel um noch mehr Menschen im unterschwelligen Bereich aufsuchen und betreuen zu können. Der weitere Schritt zum Entzug ist kein Problem und ist finanziell auf trockenen Füßen aufgestellt. Danach die Nachsorge ist schlecht geregelt. Im Sinne der besseren Betreuung benötigen wir aber nicht in erster Linie Geld sondern in erster Linie Einschnitte in die Grundechte der Patienten. Das macht es so schwierig und sorgt für hohe Rückfallquoten.
Das wichtigste für alle Menschen ist die Akzeptanz der Gesellschaft für die Situation in der sie sich befinden. Sprüche zur Hetze helfen dabei wenig.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 20.12.2015 um 10:26 Uhr
Peter Herold, ich werde gegen Deine Meinung nicht die AfD wählen. Hier stimme ich eher Nina Back, Gertrud Barthel und Karl-Ludwig Büttel zu. In diesen Beiträgen geht es um Menschen.
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.12.2015 um 20:10 Uhr
Ja Frau Back, man könnte fast verzweifeln an der "Blindheit" vieler Mitmenschen, denen die Fakten völlig egal sind.
Auf der anderen Seite, wer verbreitet denn "die Fakten"? Die, die sich die Hände reiben wenn sich gegenseitig zerfleischt wird, die tatsächlich auf der Kohle sitzen.... die haben kein Interesse an Verbreitung der Fakten. Und, auch das ist nicht unwichtig, sie haben auch die Kohle dafür, dass die (Massen-)Medien in ihrem Sinne "Berichterstattung" betreiben.
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.12.2015 um 20:21 Uhr
Frau Barthel wie so oft mit der "einzigen - ihrer - Wahrheit":
Hier gibt es zahlreiche Vorschläge, Meinungen, Einwände, persönliche Erfahrungen.... und dann ist der pragmatische Vorschlag der einzig wahre und richtige? Wenn man diskutiert, dann sollte man auch auf andere eingehen und ihre Argumente versuchen zu entkräften.
Vorschlag: nehmen Sie die Kommentare von Herrn Beltz und Herrn Büttel, so als Anfang, und setzen sich damit auseinander.... wenn Sie dann noch Lust haben, dann meine Entgegnung, dass "Wärmestuben zum besser im warmen saufen", sicher auch keine Lösung für diese Menschen sind...
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 21.12.2015 um 09:49 Uhr
Dem, was Herr Büttel sagt, stimme ich durchaus zu. Aber zunächst einmal ist den Betroffenen als Soforthilfe etwas anzubieten, was ihnen die Möglichkeit gibt, ihrem Bedürfnis nach Gemeinsamkeit nachzugehen, zugegeben, mit etwas mehr Alkohol als die übliche Trinkerszene, die derzeit auf dem Weihnachtsmarkt anzutreffen ist.
Ich habe mich auch schon des Öfteren mit Leuten unterhalten,
die zu dieser angeblich so aggressiven Gruppe gehören, und
habe sie immer als höflich und ansprechbar erlebt.
Mir wurde aber von einigen gesagt: Ohne Alkohol können wir
unser Schicksal einfach nicht aushalten.
Das ist ein Problem, das, wenn überhaupt, nur langfristig gelöst werden kann. Darüber hat sich Herr Büttel sehr kenntnisreich geäußert.
Wenn ich mir aber überlege, wie immer dieselben Debatten
jedes Jahr, und besonders vor Wahlen, wiederaufgewärmt werden, denke ich doch, dass es am vernünftigsten ist, erst einmal das Naheliegende zu tun, und dann über weiterreichende
Maßnahmen zu diskutieren.
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 21.12.2015 um 22:49 Uhr
Frau Back, das ist kein "Gejammer", Sie unterschätzen völlig den Einfluss dieser Medien aus meiner Sicht.
Unter diesen Medien ist nach wie vor die Nr. 1 das Fernsehen, und, wird da nicht den Menschen vorgegaukelt, dass ihre Steuergelder zur angeblichen Griechenlandhilfe verbraten werden? Oder wird da etwa breit darüber berichtet wie hier die Geschäfte der ( u.a. auch deutschen ) Banken laufen?
Unter Massenmedien, wenn wir die Printmedien nehmen, verstehe ich auch keineswegs nur die von Ihnen genannten, auch die sich liberal gebenden Zeitungen verbreiten im Grunde genommen - wenn auch nicht so platt - Griechenlandhetze... "es geht doch jetzt wieder aufwärts nach den Sparmaßnahmen in Griechenland, Spanien usw.", welche Auswirkungen das auf die Bevölkerung hat, das interessiert auch kaum eine so genannte seriöse Zeitung...
Dieser "freie Wille" ist vielleicht ein frommer Wunsch, aber fern jeder Realität.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 21.12.2015 um 23:43 Uhr
Was mich an diesen alljährlich immer wieder auftauchenden
Diskussionen stört, ist, dass sie in den meisten Fällen nicht nur von den Politikern der diversen Parteien ,sondern auch von denen, die hier diskutieren, als Aufhänger für ihre gesellschaftspolitischen Argumentationen benutzt werden, und dass die Menschen, um die es dabei geht, in Wirklichkeit kaum eine Rolle in diesen Auseinandersetzungen spielen.
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.12.2015 um 12:49 Uhr
Nein, ich unterschätze die Denkfähigkeit der Menschen nicht, ansonsten würde ich mich nicht politisch engagieren.... und trotzdem darf man den Einfluss der Massenmedien auch nicht kleinreden...
Der fehlende Wille? Mag sein, dass dies auch bei einigen, vielleicht sogar bei vielen, Menschen zutrifft, aber auch das ist wieder einseitig betrachtet....
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.12.2015 um 12:51 Uhr
Frau Barthel was mich stört, das ist, dass Sie das Eine immer vom Anderen trennen wollen. Natürlich benutze auch ich die Diskussion für, wie drücken Sie es aus, "Gesellschaftspolitische Argumentation", alles andere wäre auch völlig sinnfrei... und dabei geht es auch immer um die Betroffenen, logisch!
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 23.12.2015 um 15:12 Uhr
Es geht also "auch" um die Betroffenen. Ist ja wunderbar. Und Sie
reihen sich ein in die Zahl derjenigen, die deren Not für ihre
politische Argumentation mißbrauchen.
Ich habe nichts dagegen dass sie konkrete Probleme für ihre Argumentation benutzen, nur sollten sie diese konkreten Probleme bei ihrer Argumentation nicht aus den Augen verlieren. Genau das tun Sie aber, und Sie sind nicht allein damit.
Mir aber graust bei der Vorstellung, die Hilfspolizisten könnten
tatsächlich mit ihren "Waffen" gegen die sogenannte Trinkerszene vorgehen.
Wie realitätsfern diese Diskussion ist, hat sich schon deutlich gezeigt. Zuletzt gab es zum Beispiel immer wieder Beschwerden,
weil die Mitglieder dieser Szene angeblich ihre Notdurft an den Häuserwänden erledigten. Niemand ist auf die Idee gekommen,
ihnen eine Toilette, vielleicht ein Pixi-Clo zur Verfügung zu stellen. Und wie will man in einer Stadt ohne öffentliche Toiletten
überhaupt wissen, ob wirklich alle Verunreinigungen auf diese
Gruppe zurückgehen?
Szenen wie diese gibt es in allen größeren Städten, und ich streite nicht ab, dass sich an ihnen besonders deutlich zeigt, wo unsere Gesellschaft versagt.
Wollen Sie sich aber darauf beschränken, über die Schwächen unserer Gesellschaft zu diskutieren (beseitigen können Sie sie sowieso nicht!), lassen Sie Menschen im Stich, die genauso ein Recht darauf haben, respektiert zu werden wie alle Anderen. Und zum Respekt würde gehören, dass man Sie auch anspricht und nach ihren eigenen Vorstellungen zur Lösung des Problems befragt. Es würde dazu gehören, dass man auch ihr Trinken respektiert. Ein Entzug kann nur dann gelingen,wenn er wirklich freiwillig ist. Selbst dann ist es ein schwieriger Prozess, der viel Unterstützung braucht.
Die Entscheidung , diesem Problem nicht mit Unterdrückung, sondern mit unterstützenden Maßnahmen durch Sozialarbeit zu begegnen, war richtig. Das sollte man verbessern und ausweiten, statt wieder zu Unterdrückung und Maßregelung zu greifen.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Stadt probeweise leerstehende Räume, zum Beispiel auf dem Johannette-Leinplatz anmietet und zur Verfügung stellt. Für die leerstehenden Flächen dort wird man ohnehin nicht so schnell Mieter finden.
Die Szene hätte dann ein Domizil und Streetworker oder Sozialarbeiter einen Ort, wo sie konfliktfreier mit den Leuten in Kontakt kommen könnten .
Einigen wird man vielleicht zu einem anderen Leben helfen können, die Mehrzahl wird ihr altes Leben weiterführen wollen, und auch das müssen wir respektieren.
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.12.2015 um 16:04 Uhr
Ich werde weiterhin höflich antworten Frau Barthel, Ihre Unterstellungen "Und Sie reihen sich ein in die Zahl derjenigen, die deren Not für ihre politische Argumentation mißbrauchen", zeigt nur, dass Sie völlig im Sumpf des Reformismus stecken.
Stimmt, Sie gehen davon aus, dass "die Schwächen unserer Gesellschaft nicht beseitigt werden können" ( Reformismus pur ), also dann besser sich auf ein paar Toiletten, Wärmestuben, Sozialarbeiter... beschränken, damit kann man zwar - kurzfristige - humanitäre Hilfe für einige wenige leisten, grundsätzlich ändern wird man dadurch gar nichts.
Das war dann die zweite Unterstellung ( "die Menschen im Stich lassen" ):
natürlich müssen diese Menschen respektiert werden ( wer streitet das wo ab? ), aber das Trinken / Saufen als "Lösung" ( Ablenkung ) akzeptieren, das würde bedeuten sie gerade nicht mit einbeziehen wollen wenn es um Veränderung geht ( siehe auch den Kommentar von Michael Beltz )

Im Gegensatz zu Ihnen bin ich der Ansicht, dass man den Trinkern kein "Domizil" geben sollte, sondern dass man sie rausholen sollte aus der Trinkerszene.... Für Veränderung braucht man einen klaren Kopf...
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 23.12.2015 um 17:42 Uhr
Na, das war immerhin eine klare Ansage. Und ich kann Ihnen ebenso klar sagen, dass ich Ihre Ansichten nicht teile.
In jedem Gesellschaftssystem wird es Menschen geben, die
unten durch fallen, aus welchem Grund auch immer.
Und ganz klar bin ich der Meinung, dass man denen, die man aus ihrem "Sumpf" nicht rausholen kann, die Hilfe nicht verweigern sollte.
So ein Denken wie Ihres war eigentlich ja auch die ideologische
Rechtfertigung von Hartz 4 als Äquivalent für die Armenhäuser des 19ten Jahrhunderts.
Wer nicht arbeitet, soll nicht essen? Oder wenigstens so unter
Druck gesetzt werden ,dass er jede Arbeit annehmen muß, um
überleben zu können? Als Geisel des Leistungsgedankens, sozusagen?
Alkoholismus ist eine Krankheit. Diese Krankheit ist schwer heilbar, vor allem, wenn sie einem hilft, eigentlich unerträgliche Dinge zu ertragen. Ich kenne Menschen, die da wieder rausgekommen sind. Andere schaffen es nicht, vielleicht, weil sie keine erträgliche Alternative sehen.
Zu den Menschen, die ohne Alkohol nicht auskommen, zählen
auch solche, die gesellschaftlich integriert und erfolgreich sind.
Und wenn ich mir ansehe, was für ein gutes Geschäft auf dem
Weihnachtsmarkt mit Alkohol minderer Qualität gemacht wird, kommt mir die derzeitige Debatte besonders verlogen vor.
Archipel Gulag für Alkoholiker und Arbeitsunwillige? Ist es das,
was Ihnen vorschwebt? Da ziehe ich den Sumpf des Reformismus entschieden vor!
H. Peter Herold
29.365
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.12.2015 um 23:48 Uhr
"Ich könnte mir vorstellen, dass die Stadt probeweise leerstehende Räume, zum Beispiel auf dem Johannette-Leinplatz anmietet und zur Verfügung stellt. Für die leerstehenden Flächen dort wird man ohnehin nicht so schnell Mieter finden."

Der Idee könnte ich zustimmen, nur wer reinigt die Räumlichkeit?
Es ist oder war dort einmal eine öffentlich zugängliche Toilette.
Wie passt es zur öffentlichen Garagenanlage?
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 24.12.2015 um 15:39 Uhr
Ach Frau Barthel, auch wenn Sie immer "dicker" auftragen, es bleiben trotzdem Unterstellungen...
Ich kann nichts dafür, dass Sie immer die selbe Dauerschleife ziehen, "das gehört ins letzte Jahrhundert, das ist alles überholt...". Ja, es ist schwierig, wenn man keine Lösung mehr vor Augen hat und auf der anderen Seite erkennen muss, dass es im derzeitigen System keine Lösung gibt...

Schimpfen Sie ruhig weiter wenn`s Ihnen gut tut...
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 24.12.2015 um 19:15 Uhr
Danke, Herr Walther. Ich bin ja wirklich glücklich, dass Sie mir
das erlauben, nachdem Sie mit einigen Ihrer Ausdrücke (Sumpf des Reformismus) so zu meiner Erheiterung beigetragen und
meine vorweihnachtlich schlechte Stimmung so deutlich aufgebessert haben.
Weiter so, es macht richtig Spaß, mit Ihnen zu diskutieren!
H. Peter Herold
29.365
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.12.2015 um 14:28 Uhr
Friede mit euch. Ich war heute in der Kirche und wir sagten es uns gegenseitig, bzw. als Antwort ein: "Friede mit Dir"
Also Friede.
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 25.12.2015 um 15:53 Uhr
Auch Ihnen einen "Guten Rutsch" ins Neue Jahr Frau Barthel!

Da Sie gar nicht mit mir "diskutieren", sondern lediglich Ihre Meinung wiederholen und mir igendwelche Dinge unterstellen... freue ich mich, dass ich trotzdem ein wenig Ihre Stimmung aufgebessert habe...
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 28.12.2015 um 13:00 Uhr
Herr Herold, ich habe einmal mit einer Vertreterin dieser
Szene über eine solche Lösung gesprochen. Sie meinte, innerhalb dieser Gruppe seien auch Leute, die fähig wären, dafür zu sorgen, dass ein Platz, der ihnen zur Verfügung gestellt wird, sauber gehalten wird. Einige seien auch dabei, die würden gar nichts mehr auf die Reihe kriegen, aber für die könnten dann andere ihren Anteil erledigen.
Ich finde, wenn ein Sozialarbeiter oder Streetworker die Leute
unterstützt(nicht bevormundet!) könnte das durchaus klappen.
Ich würde eine solche Lösung auch als therapeutische Maßnahme betrachten. Selbst verantwortlich zu sein für einen
Platz, der einem zur Verfügung gestellt wird, könnte das Selbstwertgefühl mindestens bei einigen steigern und damit auch die Bereitschaft, vom selbstzerstörerischen Trinken wegzukommen.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 28.12.2015 um 13:41 Uhr
In Frankfurt gibt es im Bahnhofsviertel das Modell der Fegerflotte. Drogenabhängige reinigen die Straße in ihrem Bereich. Ich habe dazu einen sehr schönen Video. Die Filmusik spielt ein weiterer Drogenabhängiger (Blinder) auf der Gitarre. Man muss es erlebt haben um das beschreiben zu können.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 28.12.2015 um 15:36 Uhr
Das finde ich prima. Und es spricht auch dafür, dass meine Einschätzung richtig ist : Menschen, die von der Allgemeinheit als asozial eingeschätzt werden, können Verantwortung übernehmen, und das hilft ihnen!
In Salzburg gibt es ein Modellprojekt, wo ehemalige Knackis
und Leute, die auf der Straße gelebt haben, mit Hilfe von Sozialarbeitern einen Secondhand-und Trödelladen aufgebaut haben und jetzt selbstständig und erfolgreich weiterführen!
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 28.12.2015 um 18:00 Uhr
Frau Barthel Sie haben ein wichtiges Wort in Ihrem Kommentar. „Menschen"
Erst wenn der letzte in der Gesellschaft verstanden hat, dass es sich um Menschen handelt, nämlich um seines Gleichen wird er anders an diese Problematik herangehen.
Sie können sich nicht vorstellen, welches Selbstwertgefühl erreicht wurde, bei dem Drogenabhängigen, der sich durch eine Schutzweste (Warnweste) von den anderen unterscheiden konnte. Nur diese Weste und ein Besen und Respekt bewirkten unglaublich viel. Natürlich schreibt es sich einfacher, als der Weg dorthin war. Motivation war ein wichtiger Grundstein. Akzeptanz und Wertschätzung von Personen, die sich selbst nicht mehr leiden können. Es funktioniert aber bisher sicher nur in kleinen Gruppen, aber es erscheint mir ausbaufähig. Es ist wie mit allem will ich etwas erreichen muss ich mir Mühe geben. Rückschläge gehören bei der Arbeit mit Menschen zum täglichen Brot.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 28.12.2015 um 23:32 Uhr
Und Sie haben auch ein wichtiges Wort gebraucht: Respekt
Gerade für diese Menschen bedeutet es sehr viel, wenn man ihnen mit Respekt begegnet.
Ich frage mich, wie man unsere Stadtverwaltung dazu bringen könnte, statt auf Repression auf ein Projekt dieser Art zu setzen
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 29.12.2015 um 08:11 Uhr
Frau Barthel auch in Frankfurt gibt es beides nur das die Stadtpolizei mit den Sozialarbeitern gemeinsam läuft. Ich schreibe ja, es ist alles nicht so einfach wie ich es hier beschreiben kann oder wie es gelesen wird.
Womit Sie vollkommen Recht haben, ist dass man sich schon Gedanken um einen Lösung machen muss. Selbst eine Vertreibung der Gruppe, löst ja das Problem nicht sondern verlagert es.
H. Peter Herold
29.365
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.12.2015 um 11:05 Uhr
Die letzten Kommentare von Frau Barthel und Herrn Büttel zeigen auf wie es gehen könnte. Nur da müsste die Stadt mitspielen.
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von:  Michael Nudelmann

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Michael Nudelmann
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