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Wer stoppt Tarasava? Und wer den Rest?

Svenja Greunke punktete in den beiden vergangenen Spielen zweistellig für Marburg. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
Svenja Greunke punktete in den beiden vergangenen Spielen zweistellig für Marburg. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
Gießen | Planet-Cards-DBBL-Pokal, Achtelfinale: SV Halle Lions – BC Pharmaserv Marburg (Sonntag, 16 Uhr, Erdgas-Sportarena).

Zwischen dem Ende der Bundesliga-Hinrunde und den Rückspielen geht es an diesem Wochenende für die Marburgerinnen um den Einzug ins Pokal-Viertelfinale. Kurios: Der Gegner war schon ausgeschieden.

Fünf der acht Partien in der dritten Runde sind reine Erstliga-Duelle. Eigentlich wären es nur vier gewesen. Denn die SV Halle Lions hatten ihre Partie beim Zweitligisten TK Hannover mit 57:66 verloren. Doch hatte der Turn-Klubb gegen die Regelung zum Einsatz von Nicht-EU-Spielerinnen verstoßen und wurde nachträglich disqualifiziert. Die Folgen: eine zweite Chance für das Team aus Sachsen-Anhalt und ein Duell von Tabellennachbarn.

Als Fünfter haben die Hessinnen genau einen Sieg mehr eingefahren als die sechstplatzierten Saalestädterinnen. Der wesentliche Unterschied: das Marburger 74:61 in Halle am zweiten Bundesliga-Spieltag. Die Begegnung war bereits beim 48:23 zur Halbzeit fast entschieden, nachdem den Gastgeberinnen fast gar nichts und dem BC fast alles gelungen war.

Besondere Beachtung auf Seiten Halles verdient Aliaksandra Tarasava. Die Weißrussin führt mit großem Abstand die Scorerliste der Liga an. Nur einmal erzielte sie bislang weniger als 19 Punkte und weist einen Saisonbestwert von 29 auf. Mit einem Schnitt von 22,1 Zählern hängt die auch als Passgeberin brillierende Aufbauspielerin die Zweitplatzierte Jylisa Williams aus Oberhausen (16,9) meilenweit ab.

Nachdem Kapitänin Laura Hebecker seit gut drei Wochen mit einem Kreuzbandriss ausfällt, trägt Sophia Ederaine die Verantwortung als zweitbeste SVH-Scorerin. Nebenbei ist sie die zweitbeste Blockerin der gesamten Liga und bei den Rebounds unter den Top-Ten.

In den vergangenen fünf Bundesliga-Begegnungen haben beide Mannschaften nur je zwei Mal verloren – gegen Wasserburg und Herne. Nachdem Halles Trainer René Spandauw – nach guten 15 Minuten – am vergangenen Wochenende vor heimischem Publikum den ersten Hunderter seiner Bundesliga-Karriere kassiert hat, wie er im MDR sagte, sollte sich das Pharmaserv-Team warm anziehen. Die Löwinnen haben in eigener Halle etwas gutzumachen. Und: Wann bekommt man im Leben schon mal eine zweite Chance?


Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Wie sehr schwächt Halle der Ausfall von Laura Hebecker?
Patrick:
Eine Spielerin wie sie kann man nicht eins zu eins ersetzen. Ihr Fehlen auszugleichen, ist schon schwer. Aber René Spandauw wäre nicht René Spandauw, wenn er nicht wüsste, wie man das irgendwie hinbekommt.

Wie haben sich beide Mannschaften seit dem Aufeinandertreffen am zweiten Bundesliga-Spieltag entwickelt?
Patrick:
Wir setzen jetzt seit dem Wasserburg-Spiel konsequent unsere Defense um. Zwar schlafen wir hier und da auch manchmal, aber letzten Endes spielen wir schon ziemlich so, wie wir es wollen. Halle hat sich stabilisiert und beispielsweise gegen Wasserburg in der ersten Halbzeit gezeigt, dass man sie nicht unterschätzen darf.

Wie schätzt du Halle derzeit ein – im Vergleich etwa zu Keltern?
Patrick:
Es wird ein komplett anderes Spiel. René hatte seit dem Bundesliga-Spiel genügend Zeit, sich zu überlegen was er machen möchte. Außerdem will Halle sich sicher in eigener Halle nicht noch einmal so präsentieren wie damals in der ersten Hälfte. Es ist ein „One and done game“. Es steht also ziemlich viel auf dem Spiel.

Könnte man sagen: Lass Tarasava und Ederaine zusammen ruhig 50 Punkte machen - solange wir die andern im Griff haben?
Patrick:
Könnte(!) man sagen. Nur klingt das so, als ob wir ihnen einen Freifahrtsschein erteilen. Wir wollen die Kreise für jede Spielerin einengen. Bei diesen beiden wird es halt schwerer. Aber auch Engeln, Hartmann, Yancheva und Horn darf man nicht vergessen. Sie alle haben ihre Qualitäten und das zusammen ergibt ein gutes Kollektiv.

Was müsst ihr machen, um das Spiel zu gewinnen?
Patrick:
Wir müssen viel laufen. Halle ist ein sehr laufintensives Team. Ich hoffe, dass wir schnell genug im Kopf und auf den Beinen sind. Wir müssen als Team unser Commitment und unsere Intensität in der Defense vom vorigen Samstag auf's Parkett bringen. Und unsere offenen Würfe treffen.

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