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10 Jahre Gießener Tafel – 10 Jahre sinnvolle Tätigkeit

Die Assistentin der Geschäftsleitung Anna Conrad (2.v.r.) und die ehrenamtlichen Mitarbeiter freuen sich über ihre sinnvolle Tätigkeit bei der Gießener Tafel.
Die Assistentin der Geschäftsleitung Anna Conrad (2.v.r.) und die ehrenamtlichen Mitarbeiter freuen sich über ihre sinnvolle Tätigkeit bei der Gießener Tafel.
Gießen | Genau vor 10 Jahren, am 6. Dezember 2005, wurde die Gießener Tafel eröffnet. Um dieses Jubiläum zu feiern, luden die Mitarbeiter der Einrichtung Kollegen, Nutzer und alle Interessenten am Sonntag, 6. Dezember 2015, zu einem Tag der offenen Tür ein.
In den Räumlichkeiten im Leimenkauter Weg 28 konnten sich die Besucher informieren, zwei Ausstellungen über die Entwicklung der Tafel und die Beweggründe der ehrenamtlichen Mitarbeiter besuchen, durch das Haus geführt werden und natürlich bei Suppe, Getränke, Kaffee und Kuchen mit den engagierten Mitarbeitern persönlich ins Gespräch zu kommen.
Die Zahlen und die Fakten, die die Gäste in der ersten Ausstellung im Erdgeschoß erfahren konnten, sind beeindruckend. Am Anfang wurden 60 Haushalte mit insgesamt 175 Personen von 123 ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut; heute unterstützen 289 Ehrenamtliche 762 Haushalte mit insgesamt 2200 Personen. „Die Tafel ist wichtig, weil viele Lebensmittel vernichtet werden und in der Gesellschaft so viele Leute leben, die kein Einkommen haben, um einkaufen zu können. Wenn ein Gleichgewicht erreicht würde, bräuchte man keine Tafel mehr!“, erklärte die Assistentin der Geschäftsleitung Anna Conrad. „Mir blutet wirklich das Herz, wenn Lebensmittel weggeschmissen werden! Uns geht es zu gut!“, fügte die ehrenamtliche Mitarbeiterin Ulrike Rudler hinzu.
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Im April 2011 wurden die Räume der Tafel von einem Brand zerstört, im August konnte sie in die neuen Räumlichkeiten umziehen, die sogar zweckdienlicher sind. 2014 wurde die Gießener Tafel mit dem Preis „Nähe ist Gut“ ausgezeichnet.
Die Gießener Tafel engagiert sich nicht nur in der Verteilung von Lebensmitteln bei Bedürftigen, sondern organisiert auch viele Tätigkeiten wie Weihnachtsaktionen, Vorträge in den Schulen, Spendensammlungen bei verschiedenen Veranstaltungen. Sie unterstützt und kooperiert mit anderen Einrichtungen im sozialen Bereich, wie „Die Brücke“, der Jugendwerkstatt, der Bahnhofsmission…
Conrad stellte die Initiativen und die Arbeit der Tafel mit großer Leidenschaft vor. „Jeder, der Lust hat, kann sich engagieren, wie und wie viel er will. Wir haben ehrenamtliche Mitarbeiter in jedem Alter, aus jedem Kulturkreis und jeder Religion“, erklärte sie und zeigte als Beweis die Ausstellung „10 Jahre – 10 Gesichter“ im ersten Stock. Hier wurden zehn ehrenamtliche Mitarbeiter kurz porträtiert, in denen jeder Besucher sich widerspiegeln kann. Es wird beabsichtigt, diese Ausstellung als Wanderausstellung nächstes Jahr zu präsentieren.
Die Gäste werden mit Kaffee und Kuchen empfangen.
Die Gäste werden mit Kaffee und Kuchen empfangen.
In einem Gespräch mit den Mitarbeitern spürte man sofort ihr Engagement und ihre Begeisterung. Christel Brömer-Weber engagiert sich in der Gießener Tafel seit dem Anfang parallel zu ihrer selbständigen Tätigkeit. Genauso wie ihre Kolleginnen Sandra Glebe-Müller und Ulrike Rudler ist sie von dem Kontakt zu den Menschen sehr berührt. „Es sind wertvolle, nette Kontakte!“ Die Damen erzählen, dass sie von den Nutzern sogar kleine Geschenke wie Bilder von den Kindern, Plätzchen, Weihnachtskarten als Dankeschön bekommen. Sie denken auch oft an Gespräche, die sie immer noch bewegen. „Einige Menschen suchen den Kontakt, andere sind distanzierter.“
Sinnvoll ist die häufigste Bezeichnung für das Engagement bei der Tafel. „Ich wollte etwas Sinnvolles machen“, hört man immer wieder von den ehrenamtlichen Mitarbeitern. Und sinnvoll finden auch die Interessenten die Tätigkeit der Gießener Tafel. „Ein Freund von mir war bei der Tafel engagiert, er musste aufhören, weil er umgezogen ist. Wenn ich in Rente gehe, kann ich mir sehr gut vorstellen, mich bei der Tafel zu engagieren, das ist eine sinnvolle Tätigkeit!“, sagte ein Besucher, der vor der ausgestellten Zahlen staunte. Auch junge Leute wollten sich informieren, was sie genau machen können: „Das ist eine gute Tätigkeit! Wir wollen zuerst etwas spenden oder essen bringen.“
Bei Kaffee und Kuchen konnten sich die Gäste weiter beraten und überzeugen lassen.

Die Assistentin der Geschäftsleitung Anna Conrad (2.v.r.) und die ehrenamtlichen Mitarbeiter freuen sich über ihre sinnvolle Tätigkeit bei der Gießener Tafel.
Die Assistentin der... 
Die Gäste werden mit Kaffee und Kuchen empfangen.
Die Gäste werden mit... 
Suppe, Getränke, Kaffe, Kuchen und nette Gespräche.
Suppe, Getränke, Kaffe,... 
Die Besucher lassen sich von den Zahlen und Fakten der ersten 10 Jahre beeindrucken.
Die Besucher lassen sich... 

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.742
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 10.12.2015 um 08:53 Uhr
In vielen Kommentaren zu mehreren Artikeln habe ich meine grundsätzliche Kritik an der Tafel-Bewegung formuliert. Mag mich nicht wiederholen.

In der Einladung zu dem 1O-Jährigen hat der "Dicke von der Tafel" (Klaes heisst der und ist von dem Sozialkonzern Diakonie) in einem Halbsatz formuliert, das er die Kritik von Gegner der Tafeln verstehen kann.

Deswegen bin ich am Sonntag mal in die Räume um den Typ mal zu fragen, was er damit genau meinte. Zwar war er anwesend, aber in mehreren Gesprächen mit irgendwelchen "Anzugsfritzen" (wahrscheinlich örtliche Kapitalisten, welche die Tafel unterstützen ...) vertieft.

Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Das klärende Gespräch findet bestimmt einmal statt.
Martin Wagner
2.742
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 11.12.2015 um 07:12 Uhr
Frau Back schrieb:

(...) " .... tja, blöd für die Leute, denen die Tafeln helfen... " (...)

Frau Back da verwechseln sie etwas. Kritik heisst doch nicht die Institution als Ganzes in Frage zu stellen. Würde ich das machen, dann würde ich mich Gegner nennen.

Den Ehrenamtlichen (damit meine ich nicht die Mitarbeiter eines Sozialkonzerns) zolle ich für ihr Engagement Respekt. Aber die Führungsetage der Konzerne (ist ja nicht nur die Diakonie, sondern auch die Caritas, das DRK, die AWO etcetera) "verarschen" doch diese Leute.

Der wird vor 10 jahren die Tafel gegründet und die wächst und wächst und wächst (genauer muss wachsen, wachsen)...... Das Elend in der BRD wird größer und größer und größer. Und was machen diese Managertypen? "Knallen" die irgendwann mal den Verursacher dieser Entwicklung, den elenden Kapitalistentypen und deren willfährigen Hampelmännern in der Politik "einen vor den Latz"?

Vielleicht einmal "hinter den Kulissen". Wahrscheinlich aber nicht. Warum sollten sie auch. Längst ist nicht mehr Alles bei den Tafeln ehrenamtlich. So - das stand auf einer Informationstafel - muss in Giessen um die 40 Tsd. Euro jährlich für die bezahlte Koordination der Tafelarbeit bei der Giessener Bevölkerung erbettelt werden. Das mag zwar noch kein "ganzer" Arbeitsplatz sein, aber - die Entwicklung halte ich für vorausschaubar - da schaffen sich clever Sozialmanagertypen ihre zukünftige Arbeitsplätze selber.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 11.12.2015 um 15:08 Uhr
Einfach nur nicht von dieser Welt. Bleiben Sie in Ihrem Kosmos Herr Wagner und machen Sie nicht noch engagierte Menschen wie Herrn Kläs madig. Er arbeitet zurzeit hervorragend in der Flüchtlingshilfe und braucht keinen wie Sie der noch blöde Systemfragen stellt oder an der Tafel rumnörgelt. Ihr theoretisches Modell wird zu Begeisterungstürmen führen. Sie sind ja gar nicht auf Antworten aus die nicht in Ihr verschobenes Weltbild passen. Sie fragen was ich mit anderen Kosmos meine (an anderer Stelle haben Sie gefragt)….ich meine Sie sind nicht im hier und jetzt. Für mich sind Sie entschuldigen Sie das schon vor ab ein Phantast der die Schuld immer nur bei anderem oder dem System sucht nur nicht bei seinem eigenen Versagen. Das ist mein Eindruck. Sie haben gefragt, ich geantwortet. Ihre Inkonsequenz spricht aber Bände und zeigt das Sie doch ein kleinwenig in der Realität bewegen, indem Sie das Kapital für Ihr Zwecke nutzen. Ohne Kapitalisten könnten Sie hier gar nicht schreiben.
Trotz Tafeln geht es den Menschen in diesem Land gut. Warum möchten so viele zu uns? Warum ist unser Land in der Lage das auch zu schaffen? Warum beneidet uns die Welt um unsere Sozialsystem? Dazu gehört auch die Tafel und die Organisation der Ehrenamtlichen. Deutschland ist für viele ein Vorbild. Natürlich ist vieles wie überall Verbesserungswürdig. Die Schere zwischen ganz Reich und ganz Arm ist weit geöffnet und muss geschlossen werden. Nicht aber mit müden Klassenkampfparolen aus längst vergangener Zeit sondern im hier und jetzt und in der Realität. Sie vergessen doch bei Ihren seltsamen Vorschlägen auch ganz die Menschen mitzunehmen. Nur ohne die Menschen geht es nicht.
Ansonsten hat Frau Back Recht. Ihr Geschwätz hilft leider den Leuten die zur Tafel gehen reichlich wenig.
Martin Wagner
2.742
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 12.12.2015 um 09:07 Uhr
zu Herrn Büttels Kommentar vom 11.12.2015 um 15:08 Uhr:

Meine Frage an sie haben sie dankenswerterweise beantwortet.

Die Tendenz ihrer Antwort hatte sich ja schon abgezeichnet - jetzt ist das ja geklärt.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

von:  Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

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Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion
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