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Untersuchungen im Minutentakt. Gesundheitsamt überprüft in Amtshilfe über 400 junge Flüchtlinge auf medizinischen Zustand

Gestellt und doch nah an der Realität: Ein minderjähriger Flüchtling wird von der Amtsärztin Dr. Eleonore Föller-Gaudier untersucht. Gesundheitsdezernent Dirk Oßwald (l.) und Amtsleiter Dr. Jörg Bremer machen sich ein Bild vom Ablauf.
Gestellt und doch nah an der Realität: Ein minderjähriger Flüchtling wird von der Amtsärztin Dr. Eleonore Föller-Gaudier untersucht. Gesundheitsdezernent Dirk Oßwald (l.) und Amtsleiter Dr. Jörg Bremer machen sich ein Bild vom Ablauf.
Gießen | Auch das Gesundheitsamt des Landkreises ist gefordert, wenn es darum geht, junge Flüchtlinge zu versorgen. Seit vier Wochen wurden am Riversplatz in nur einem Monat über 400 unbegleitete männliche Asylbewerber für das Gießener Jugendamt untersucht. „Dazu werden Termine vereinbart, an denen bis zu drei Ärzte zeitgleich den Gesundheitszustand der Jugendlichen feststellen“, erklärt der verantwortliche Dezernent Dirk Oßwald. An einem der Untersuchungstage machte sich der hauptamtliche Kreisbeigeordnete zusammen mit dem Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Jörg Bremer, ein Bild von dem Ablauf.

Auf den Gängen des Gesundheitsamts im ersten Stock von Gebäude D der Kreisverwaltung stehen junge Männer, warten auf ihre Untersuchung. Viele unterhalten sich, die Stimmung ist entspannt, viele lachen. Viele kommen aus den Kriegsgebieten in Syrien. „Wir machen das hier in Amtshilfe für die Stadt Gießen“, erklärt Dirk Oßwald. Die niedergelassenen Ärzte, die diese Untersuchung in den vergangenen Jahren gemacht haben, können den gegenwärtigen Ansturm alleine nicht mehr schaffen. „Es sind einfach zu viele“, sagt der Gesundheitsdezernent weiter, „aber ich möchte die Praxen an dieser Stelle ausdrücklich loben, die sich seit langer Zeit sehr intensiv um die gesundheitliche Versorgung der jungen Flüchtlinge bemühen.“

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Die in der Regel 15- bis 17-jährigen Jugendlichen werden begleitet von Mitarbeitern des Jugendamtes und von Dolmetschern. „Bei der Untersuchung werden vorhandene Krankheiten und Beschwerden abgefragt sowie die Haut und Mundhöhle begutachtet, die Temperatur gemessen und Herz und Lunge abgehört“, erläutert Dr. Jörg Bremer die Vorgehensweise. Anschließend wird eine ärztliche Bescheinigung ausgestellt. Es handelt sich um ein sogenanntes Erstscreening, um die Verteilfähigkeit zu beurteilen. Eine Erstuntersuchung wird es zu einem späteren Zeitpunkt geben.

„Da die Untersuchungen im laufenden Betrieb durchgeführt werden, entstehen für das Gesundheitsamt erhebliche Probleme“, sagt Dirk Oßwald. „Deshalb bedanke ich mich vor allem bei den Medizinern in unserem Gesundheitsamt, die diese Herausforderung bewältigen.“ Andere Aufgaben müssen zurückgestellt und Untersuchungs- und Begehungstermine verschoben werden. „Deshalb streben wir an, mit dem Jugendamt und dem Ärztenetz ÄNGie eine andere Lösung zu finden, das uns unglaublich produktiv unterstützt.“ Derzeit wird versucht, niedergelassene und pensionierte Ärzte für eine dauerhafte Übernahme zu gewinnen.

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