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Schulische Inklusion - Positionierung der ACDL und JU Gießen

(Mitglieder und Freunde der ACDL und JU Gießen
(Mitglieder und Freunde der ACDL und JU Gießen
Gießen | Im Rahmen der Diskussionsveranstaltung des Kreisverbandes der Arbeitsgemeinschaft Christlich Demokratischer Lehrer (ACDL) Gießen, in Zusammenarbeit mit der Jungen Union Gießen (JU), standen kürzlich in der Kreisgeschäftsstelle der CDU Gießen die Chancen und Grenzen schulischer Inklusion im Mittelpunkt des Interesses.

Die Veranstaltung wurde vom stellvertretenden Kreisvorsitzenden der ACDL Martin Speckmann organisiert und von ihm und dem Vorsitzenden der ACDL Gießen Tobias Maschmann moderiert. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich u.a. die Leiterin des BLIZ Frau Prof. Dr. Mayer zu Bexten, eine ausgewiesene Fachfrau zum Thema Inklusion, und Frau Bierbach-Müller von der hessischen Lehrkräfteakademie. Um die Bedeutung des Themas für junge Studierende zu unterstreichen, befanden sich auch der Landesvorsitzende des RCDS Hessen Kai Wißner und der Kreisvorsitzende der JU Gießen Randy Uelman in dem Organisationsteam.

Mit Sören Mayer stand ein Gastreferent zur Verfügung, der auf 12 Jahre Praxiserfahrung in verschiedenen Formen der sonderpädagogischen Schulbildung zurückblicken kann. Dieser verwies zunächst auf
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Tobias Maschmann (2)Sören Mayer (1)Schule (830)Randy Uelman (2)Martin Speckmann (1)Junge Union Gießen (3)Junge Union (81)Inklusion (129)Gießen (2466)Bildung (415)ACDLGießen (2)ACDL (2)
den Grundgedanken der Inklusion, welcher nach der UN-Behindertenrechtskonvention von 2006 auf die Teilhabe eines jeden Menschen an der Gesellschaft zurückgeht. Doch bei der Umsetzung der Inklusion auf schulischer Ebene ginge der Grundgedanke der gesellschaftlichen Teilhabe zunehmend verloren, so Mayers Kritik.

Neben der gesellschaftlichen Teilhabe leide unter der inklusiven Beschulung auch zunehmend die berufliche Vorbereitung förderbedürftiger Schüler. Die Ursache dafür sei die reduzierte Anzahl an zusätzlichen Förderstunden, wodurch eine individuelle Förderung im inklusiven Schulmodell kaum noch gewährleistet werden könne. Im Endeffekt erreichten dadurch viele förderbedürftige Schüler im Rahmen einer inklusiven Beschulung nicht die notwendigen Kompetenzen, die für ein möglichst eigenständiges und selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft notwendig wären.

Ein zweites Problem sieht Mayer in der Strukturlosigkeit der inklusiven Beschulung. So sind förderbedürftige Schüler an einer Regelschule oft mit unterschiedlichem, wechselndem Personal konfrontiert, wobei die für den Lernprozess notwendige Beständigkeit nicht aufgebaut werden könne. Alles in allem erfordert eine inklusive Beschulung wesentlich mehr organisatorischen Aufwand, wodurch sowohl der Unterricht als auch Lehrer und Schüler leiden.

Zusammenfassend gilt es bei der Umsetzung der Inklusion auf schulischer Ebene die Leitidee der Inklusion und die Hauptaufgaben von Schule nicht aus den Augen zu verlieren, so Martin Speckmann, Vorstandsmitglied der ACDL und JU Gießen. Grundsätzlich sollte schulische Inklusion trotz des Elternwahlrechts zwischen dem Besuch einer Regel- oder Förderschule stets zum Wohl des Kindes umgesetzt werden. Nichts desto trotz sind der Wahlfreiheit der Eltern und dem Wunsch der Kinder pädagogische Grenzen gesetzt, in denen eine inklusive Beschulung Sinn ergibt. Der Erhalt der Förderschulen mit allen Förderschwerpunkten und der Erhalt und Ausbau einer entsprechenden wissenschaftlichen Ausbildung von Förderschullehrern ist daher unerlässlich, um die pädagogische Handlungsfähigkeit unseres Schulsystems zu bewahren und eine qualitativ hochwertige Beschulung auf allen Schulzweigen zu ermöglichen.

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von:  Felicitas Beuschel

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