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Mahnwache- "Kriege und Kriegspropaganda stoppen -

Gießen | Konflikte durch die Beseitigung von Ursachen friedlich lösen."

Zu dieser Mahnwache, die heute von 18.00- 19.00 Uhr am Berliner Platz stattfand, rief der "Weltladen" auf. Die Einladung ging über diverse Verteiler und wurde dadurch vom Gießener Friedensnetzwerk, der "Frauen für den Frieden", der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, DKP und SDAJ, des DGB und Kirchenmitgliedern unterstützt.

Anlass:
Kriegeinsatz in Syrien

Hier der Flyer der DKP und der SDAJ:

"Keine deutschen Soldaten nach Syrien!
Es geht nicht um Solidarität oder Menschenrechte,
sondern um Rohstoffe

Deutschland zieht in den nächsten Krieg. 1200 deutsche Soldaten werden nach Syrien entsandt. Auch dieser Krieg wird Jahre dauern. Eine Rechtsgrundlage gibt es nicht.

Das ist nicht neu. Bereits die Zerschlagung Jugoslawiens und die Bombardierung Serbiens waren deutsche Kriegsverbrechen ohne Rücksicht auf Völkerrecht und Grundgesetz.

Worum geht es?

Glaubt man den herrschenden Politikern und ihren Medien, geht es bei dem Kriegseinsatz in Syrien um Solidarität mit Frankreich
Mehr über...
Waffenexporte (7)Syrien (28)Rohstoffe (6)Krieg (102)Kapitalismus (56)DGB (127)Bundeswehr (48)Auslandeinsätze (1)
nach den Terroranschlägen von Paris. Tatsächlich geht es um die Verschärfung eines seit Jahren andauernden Krieges der USA und ihrer NATO-Partner, darunter Deutschland, zur Neuaufteilung des Nahen und Mittleren Ostens. Es geht, worum es bei imperialistischen
Kriegen immer geht: Um Rohstoffe, Ressourcen und Einflusssphären. Im Mittleren und Nahen Osten standen und stehen dem Zugriff durch imperialistische Länder unter anderem die Regierungen des Irak und Syriens entgegen. Deshalb wurden diese Länder zerschlagen, ihre Regierungen destabilisiert. Deshalb wurden Oppositionskräfte in Syrien ausgebildet, bewaffnet und finanziert und terroristische
Banden wie der IS aufgebaut, denen man nun den Kampf angesagt hat.

Der deutsche Imperialismus steht dabei nicht abseits. Er profitiert u.a. durch Waffen- und Rüstungsexporte in die Kriegsregion. Exemplarisch für die Heuchelei steht auch die Türkei als NATO-Vorposten in der Region. Während die NATO im Namen der Menschenrechte den IS bombardiert – und dabei vor allem die Zivilbevölkerung und Infrastruktur trifft -, liefert Erdogan Waffen an die Terrororganisation, bietet Rückzugsräume und kauft ihr das gestohlene Öl ab. Gleichzeitig führt sie einen brutalen Krieg gegen die PKK, die wirksamen Widerstand gegen den IS leistet.

Warum so eilig?

Die Eile, mit der deutsche Soldaten in den nächsten Krieg geschickt werden, und die Vehemenz, mit der die NATO die Zerschlagung Syriens forciert, hat nicht zuletzt mit der Rolle Russlands zu tun. Russland bekämpft den IS unter Anerkennung der Souveränität Syriens und im Bündnis mit der Regierung Assad. Es steht für die Wiener Vereinbarungen, die einen innersyrischen Dialog als einzigen Weg für eine politische Lösung des Konflikts sehen. Damit steht Russland den Interessen der USA und der NATO-Partner im Mittleren und Nahen Osten im Wege. Die Gefahr eines großen Krieges wächst. Wie nah er ist, hat zuletzt der Abschuss eines russischen Fliegers durch die Türkei gezeigt. Diese Eskalation muss gestoppt werden! Die nationale Souveränität Syriens muss respektiert und wieder hergestellt
werden! Wir fordern von der deutschen Bundesregierung:

Keine deutschen Soldaten nach Syrien!
Stopp aller Auslandseinsätze der Bundeswehr!
Stopp der deutschen Rüstungsexporte!
Deutschland raus aus der NATO!"


Hier die Mitteilung des DGB:

"Am Freitag will der Bundestag beschließen, dass sich deutsche Soldaten am Krieg gegen den IS beteiligen sollen. Selbst Militärs warnen vor einem Krieg, der 10 Jahre dauern wird.

Wir fordern deshalb:
• keine Auslandseinsätze der Bundeswehr
• Stopp aller Waffenexporte, stattdessen Rüstungskonversion
• Ächtung und Abschaffung von militärisch genutzten Drohnen, Landminen, Uranmunition und Atomwaffen
• Schutz für Menschen, die von Krieg, Übergriffen und Diskriminierungen betroffen sind
• Widerstand gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit


Das Ziel, dass der IS weg muss gilt auch für uns
nur der Weg ist der falsche." DGB

Einzelne Redner u.a. Klaus Zecher (DGB), Heide Blum von den Frauen für den Frieden und auch Ilse Staude als evang. Pfarrerin appelierten an die Abgeordneten gegen den Kriegseinsatz zu stimmen.

Der genaue Inhalt des Textes:

" NIE WIEDER KRIEG!

DGB appelliert an Verantwortungsbewusstsein regionaler Bundestagsabgeordneter

Nicht nur zum Antikriegstag sondern immer steht der DGB für eine friedliche und demokartische Welt. Deshalb fordert die Geschäftsführerin der DGB Region Südosthessen, Ulrike Eifler, die regionalen Bundestagsabgeordneten im Main-Kinzig-Kreis, in Offenbach, in Fulda und in der Wetterau bei der kommenden Abstimmung über den Bundeswehreinsatz in Syrien zu einer verantwortungsbewussten
Entscheidung auf. Denn am morgigen Freitag entscheiden die Abgeordneten darüber, 1200 Soldaten nach Syrien zu entsenden. Zu den Aufgaben der Soldaten sollen die Luftaufklärung mit sechs Tornadoflugzeugen, die Luftbetankung von Einsatzflugzeugen anderer Nationen sowie der Begleitschutz für einen französischen Flugzeugträger zählen.

"Mit dieser Entscheidung wird Deutschland aktiver Teil des Bürgerkriegs in Syrien", sagt Eifler und befürchtet, dass die Ausweitung des Krieges die Lebensgrundlage der dort lebenden Menschen weiter zerstören wird. "In Folge des Irakkrieges wurde die dort lebende Mittelschicht vollständig zerstört. 90 bis 95% der Bevölkerung leben mittlerweile von der Hand in den Mund. Die Alphabetisierungsrate ist von 95% um mehr als die Hälfte gefallen. Das Gesundheitssystem, das einmal zu den besten der Welt gehört hat, liegt am Boden und die Kindersterblichkeitsrate ist innerhalb von zehn Jahren von einder der niedrigsten weltweit umgeschlagen in eine der höchsten. Diese Politik treibt die Menschen in die Flucht", so Eifler. Für die Gewerkschafterin ist klar, dass die internationale Staatengemeinschaft sich entschieden dafür einsetzen müsse, Konflikte nicht mit Waffengewalt auszutragen und damit humanitäre Katastrophen zu verursachen. "Nur Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit können dauerhaft Frieden schaffen. Nur so wird sich auch der Westen vor internationalem Terrorismus schützen."

Kritisch sieht Eifler ebenfalls die Kosten, die für diesen Kampfeinsatz anfallen. So habe die Bundesregierung einsatzbereite Zusatzkosten der für zunächste ein Jahr geplanten Mission mit 134 Millionen Euro veranschlagt. Doch nicht nur denr Außenminister auch der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes rechnet mit einem Einsatz von mehr als 10 Jahren. "In einer Zeit, in der die Kommunen einen Investitionsstau von 156 Milliarden Euro beklagen und jeder Cent zweimal umgedreht wird, ehe eine Schule renoviert, eine Straße ausgebessert oder Kitabeiträge gesenkt werden. leistet sich die Bundesregierung einen Militäreinsatz, der den staatlichen Haushalt Jahr für Jahr millionenfach belastet wird", gibt die Gewerkschafterin den Abgeordneten für die morgige Entscheidung mit auf den Weg."




Diese Mahnwache war eine sehr spontane Aktion, dennoch folgten einige Gießener und mahnten durch ihre Beteiligung.

Einzelne zündeten Kerzen an, worauf auch Passanten sich der Gruppe näherten und sich interessiert zuwandten.

Die Hessenschau war da und hat einen ganz kurzen kleinen Beitrag gebracht:

http://hessenschau.de/tv-sendung/video-8104.html


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Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
11.303
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 03.12.2015 um 23:08 Uhr
Danke Dir Martina, für das schnelle Einstellen Deines Berichtes.
Wolfgang Schwarz
154
Wolfgang Schwarz aus Gießen schrieb am 04.12.2015 um 00:25 Uhr
Die o.a. Zahlen den Irak betreffend, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich weiß zuwenig genaues darüber. Sollten sie zutreffen, ist es nicht nur dramatisch, sondern eine Katastrophe. Interessant ist es jedoch für mich, in den letzten Jahre zu erkennen, daß sich immer wieder Nationen vor den Karren, der um die Beschäftigungspolitik seiner Soldaten bemühten, Weltbeschützer (ganz gleich ob aus dem Westen oder dem Osten kommend) spannen lassen. Ich bin, ebenso wie die Verfasserin dieses Artikels der Meinung, daß der IS weg MUSS. Der Weg ist meiner Meinung nach der falsche. Nehmt ihnen das Geld. DAS ist die Lösung. Und die ist mit Sicherheit in Zeiten des Internets sehr, sehr leicht zu erreichen. Wenn man es wirklich wollte (was ich zu bezweifeln wage)
97
Heiko Schmidt aus Grünberg schrieb am 04.12.2015 um 06:43 Uhr
„Krieg ist ein Zustand, bei dem Menschen aufeinander schießen, die sich nicht kennen, auf Befehl von Menschen, die sich wohl kennen, aber nicht aufeinander schießen.“

George Bernard Shaw



Es muss eine Allianz zwischen allen Menschen dieser Erde geben, die einfach nur in Frieden und menschenwürdig leben möchten - völlig unabhängig von ethnischer Herkunft, Religion oder nach was "man" die Menschen noch aufteilen könnte...
Ich bin sicher, dass diese Allianz im Sinne der absolut überwiegenden Mehrheit an Menschen ist und diese sich dieser auch anschließen könnten.
Aktuell dominiert noch das sehr alte und böse Spiel einer kleinen Gruppe von Herrschsüchtigen: Divide et impera.
Diese kleine Gruppe von Psychopathen versteht es leider immer noch die Masse der Menschen dazu zu verleiten bei diesem Spiel mitzumachen...

Heiko Schmidt
Martin Wagner
2.744
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 04.12.2015 um 07:49 Uhr
Ja, die Einladung an der sinnvollen Aktion teilzunehmen kam sehr spontan. Obwohl ich mich zu den Spontis zähle, das war eindeutig zu spontan.

Das Einladungsemail für die Aktion kam 90 Minuten vor Start der Aktion bei mir ins Postfach. Bin zwar fast jeden Tag am Apparat, aber da gerade nicht.

Inhaltlich halte ich die Aktion für zielführend. Ins Besonders der Querverweis, dass da die Millionen für dringend nötiges Geld für die Kommunen "verballert" werden.

Etwas plakativ, aber doch richtig:

Macht jetzt Druck auf der Straße! Weg mit der Bundeswehr - zumindest Bundeswehr raus aus der Nato!

und

Wählt im März die Kriegstreiber der Arbeiterverräter (und deren bürgerlichen Vasallen) aus der Chefetage des Giessener Rathauses.
Martina Lennartz
6.348
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 04.12.2015 um 14:52 Uhr
Hier ein aufschlussreicher, aber etwas längerer Bericht eines relativ bürgerlichem Journalisten aus der Schweiz zu diesem Thema.
Lesenswert

http://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Syrien-ein-Krieg-um-Gas-und-Ol
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 04.12.2015 um 16:25 Uhr
Richtige Forderung: Deutschland raus aus der NATO, nicht Bundeswehr.
Wer soll gewählt werden, Martin? Eventuell AfD, die sind gegegn Kriege.
Martina Lennartz
6.348
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 05.12.2015 um 09:49 Uhr
http://m.youtube.com/watch?v=3p8aaSnSIK4m

Soldaten der Nato werfen ihre Orden weg .
Solche Informationen findet man in den öffentlich rechtlichen Medien natürlich nicht.
Friedel Steinmueller
4.014
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 07.12.2015 um 11:27 Uhr
Menschenrechte waren schon immer ein wunderschönes Deckmäntelchen als Vorwand zur Rechtfertigung von Kriegen geeignet.
Erinnern wir uns an 25 Jahre zurück.
1990 als ab dem Sommer die Golfkrise die Welt in Atem gehalten hatte; machte Saddam Hussein seine Drohgebärden unmissverständlich der Weltöffentlichkeit klar. Wer sich noch erinnern kann, der weiß das einiges in unserer Gegenwart längst Wirklichkeit geworden ist.
Kriege wird es - leider ist das so - immer geben.
Dennoch sollte man nicht aufgeben, dagegen vorzugehen.
Friedel Steinmueller
4.014
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 12.12.2015 um 09:35 Uhr
@Frau Astrid Muth!
Danke für Ihre Ergänzenden Anmerkungen.
Ich kann Ihnen voll und ganz zustimmen; aber es wird gewiss noch ein langer Weg, bis sich die Menschheit diesem Ziel wenigstens annähern wird.
Unser Bewusstsein sollten wir vor allem darin ändern, das wir wegkommen müssen vom Irrglauben des Segens ewigen Wachstums und Wohlstand. Dann würde z.B. dem Imperialismus ein wichtiger Nährboden entzogen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

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Martina Lennartz
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