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Belle Travue verzückt mit pikanter und amüsanter Show

Brigitte Barbarie als Maria Carey (Foto: Pressebüro Lademann)
Brigitte Barbarie als Maria Carey (Foto: Pressebüro Lademann)
Gießen | BRAUNFELS. Wenn glamouröse Atmosphäre, knisternde Erotik und frivoler Humor aufeinandertreffen und singende wie tanzende Paradiesvögel die Grenzen zwischen Mann und Frau verschwimmen lassen, dann ist da eine äußerst pikante Mischung geboten. Genau damit hat das mittelhessische Duo „Belle Travue“ bei seinem Showabend im Braunfelser Haus des Gastes sein Publikum in Verzückung versetzt und es drei Stunden lang in eine schillernde Welt eintauchen lassen. Denn die beiden Künstler Brigitte Barbarie und Gaston Le Coq servierten den über 400 Zuschauern eine amüsante, rasante und unterhaltsame Revue aus Travestiekunst, Gesang, Tanz und oft anzüglichen Comedyeinlagen.

Weil sich die oft divenhafte, aber auch charmant-kumpelhafte Brigitte zum Auftakt über das „bumsevolle“ Haus freut und auch sonst mit zweideutigen Wortspielereien gleich zur Sache kommt, ist das Eis hinsichtlich des schlüpfrig-verwegenen Niveaus sofort gebrochen und auch das Publikum um keine Zurückhaltung mehr verlegen. „Wir reden einfach schon mal jetzt über Sex, dann haben wir es hinter uns. Wer fängt an?“, raunt Brigitte mit herausfordernden Ton. Doch da entspannt sie schon: „Wir nehmen uns heute nicht so ernst und sehen alles ein wenig breitbeiniger!“

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Überhaupt gelingt es den beiden Protagonisten, dargestellt von Marco Herrmann als Brigitte und Björn Hahn als Gaston, immer wieder unterstützt von ihren zehn entzückenden Showgirls (Tänzerinnen des Tanzstudios Sabine Rausch/Solms, an der Herrmann auch als Tanzpädagoge tätig ist) ihren Gäste einzuheizen. Entsprechend ist das Publikum jedes Mal am Jubeln, Bewunderung ausdrückenden Pfeifen, ja sogar am Kreischen wie bei einer Weiberfaschingssitzung, wenn das Duo bei ihren zumeist abwechselnden Shownummern zum Mitsingen, Mitklatschen und Mittanzen einlädt und dabei jeweils in neuen, schrillen Kostümen erscheint.
Während Brigitte der Travestiekunst entsprechend in die Frauenrolle – als Diva, erotisch räkelnder Vamp oder flippiges Popsternchen - aber zumeist nur tanzend und zum Playback mimend schlüpft, übernimmt Gaston den kongenialen männlichen Part mit androgynen Zügen als selbst singender Gigolo, adretter Swingstar oder bunter Schlagerbarde. Gemeinsam ist beiden aber – und das gehört ebenso zur Travestie – die parodistische, überzeichnete Nachahmung bekannter Musikgrößen: Da gibt Gaston Le Coq unter anderem den Udo
Belle Travue (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue (Foto: Pressebüro Lademann)
Jürgens, der im Bademantel noch „Ich war noch niemals in New York“ trällert, um dann bei „Aber bitte mit Sahne“ schließlich mit freiem, trainierten Oberkörper zu posen, oder er zollt Freddie Mercury mit Queens „Crazy little things called love“, Frank Sinatra („That’s Life“) oder Rocker Ray Garvey Tribut. Hingucker ist jedoch die üppige Ausstaffierung Brigittes, die als burlesk-räkelnde Christina Aguilera („I am a good girl“), als erotisch posierende Madonna („Iconic“), als weihnachtlich-knapp gewandete Maria Carey oder auch mal als tanzaffiner Michael Jackson („Dangerous“) vor der rotsamtigen Showkulisse (Bühnenbild-Entwurf/Bau: Björn Hahn) hervortritt – stets „feinstens dekoriert: ein bisschen Versage, Dolce und Armani; nur der Boss ist ein bisschen nach hinten gelegt“.

Doch auch Brigitte stellt mit ihrem selbstgeschrieben Song „First Love“ ihre Sängerinnenqualitäten unter Beweis, während Gaston zusammen mit der Tänzerin Sandra Rupprecht bei einem heißen Tango auf eine energische „Roxanne“-Version eine gute Figur macht. Die Lacher hat das Duo dabei immer auf seiner Seite – für das exquisite Mienenspiel, die neckischen Frotzeleien untereinander, das Schäkern mit den Herren in der ersten Reihe, als gefiedertes Duo („Ich leb‘ mein‘ Traum“), oder bei der Peter-Alexander-Parodie auf „Komm ein bisschen mit nach Italien“ samt Gummiboot, venezianischem Paddler und mit Haarspray und Dildos hantierender Dame auf dem Rücksitz. Doch auch die Verwandlungen in und das illusionäre Wiedersehen mit Whitney Housten, Pink, Lady Gaga, Trini Lopez oder Jürgen Marcus lässt die Begeisterung in eine abschließende „atemlose“ Partystimmung münden.

Und welche Dame im Saal sich schon immer fragte, warum die männlichen Travestiekünstler sich so gut in Highheels bewegen können – Brigitte hatte die Antwort: „Männer haben den Vorteil eines ausgleichenden Pendels“. Darauf und für den unterhaltsamen Abend ein „Stößchen!“
[PM]

Brigitte Barbarie als Maria Carey (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue schippert nach Italien (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie als Pink (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie als Meghan Trainor (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Gaston Le Coq als Frank Sinatra (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Gaston Le Coq als Frank Sinatra (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Gaston Le Coq (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Gaston Le Coq (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Gaston Le Coq (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie als Madonna (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie als Madonna (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Gaston Le Coq (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Gaston Le Coq (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie (Foto: Pressebüro Lademann)
Flotte Showgirls (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Gaston Le Coq (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Brigitte Barbarie als Pink (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue: Gaston Le Coq (Foto: Pressebüro Lademann)
Belle Travue (Foto: Pressebüro Lademann)

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von:  Christian Lademann

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