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DKP zu den Attentaten in Paris und zu den Reaktionen

Parteitag der DKP am 14./15. Nov. in Frankfurt, es spricht der Vorsitzende Patrik Köbele
Parteitag der DKP am 14./15. Nov. in Frankfurt, es spricht der Vorsitzende Patrik Köbele
Gießen | Wir trauern um die Opfer der Anschläge in Paris und mit ihren Angehörigen. Wir verurteilen diese Terroranschläge. Wir verurteilen aber auch die Heuchelei der herrschenden Politik.

Es ist Heuchelei, wenn die Opfer von Paris für Bombardierungen, Kriegshetze und Demokratieabbau missbraucht werden, während die Opfer von Odessa, Istanbul, Ankara und Beirut und die Abertausenden Opfer von Kriegen wie in Syrien, Libyen und Irak schnell vergessen oder gar nicht erst erwähnt werden.

Es ist Heuchelei, wenn im Bundestag der sogenannte Volkstrauertag zur Kriegstreiberei benutzt wird, statt Schluss zu machen mit Rüstungsexporten und Kriegseinsätzen der Bundeswehr.

Wenn Bundespräsident Joachim Gauck nun die Terroranschläge gar als »Krieg« bezeichnet, dann wird die Gefährlichkeit der Situation deutlich. Denn der sogenannte Krieg gegen den Terror diente den führenden imperialistischen Ländern für ihre Angriffe auf die territoriale Integrität des Irak, von Libyen und von Syrien, zerstörte Tausende Städte und Dörfer, brachte Millionen um ihr Hab und Gut, forderte Zehntausende Todesopfer.

An diesen Kriegen verdienen
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die Imperialisten Milliarden. Sie schaffen den Nährboden, auf dem Terrororganisationen wie der »Islamische Staat« wachsen, sie machen Millionen Menschen zu Flüchtlingen und stürzen insbesondere Millionen junger Menschen in absolute Hoffnungslosigkeit.

Das sind die wahren Hintergründe der Terroranschläge, die jetzt missbraucht werden sollen zu weiterer Kriegstreiberei und zu Demokratieabbau…

Wir müssen deshalb den Herrschenden in unserem Land und in den anderen imperialistischen Staaten in den Arm fallen.

Wir brauchen eine starke Friedensbewegung, wir brauchen einen Kampf gegen Demokratieabbau und Rassismus. Wir brauchen endlich energische Maßnahmen gegen Massenarbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Altersarmut. Für Inländer und für Einwanderer.

Dafür müssen wir Kommunistinnen und Kommunisten auf die Straße.

Kommentare zum Beitrag

Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.11.2015 um 17:22 Uhr
Alles richtig Herr Beltz aber die Demokratie in Händen von Kommunisten ist ja wohl der blanke Hohn.
Nicole Schmidt
722
Nicole Schmidt aus Heuchelheim schrieb am 18.11.2015 um 17:46 Uhr
DKP und Demokratie? Dass ist ja wohl ein Widerspruch in sich. Kommunismus hat ja wohl nichts mit Demokratie zu tun. Friedensbewegung und Kommunismus ist ja ebenfalls lachhaft.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 18.11.2015 um 17:47 Uhr
Herr Büttel, hier wird nicht behauptet, dass wir die besseren Demokraten sind. Wir warnen vor Demokratieabbau der immer noch vorhandenen demokratischen Rechten. Aber forschen Sie mal nach. Kommunisten haben in der BRD stets das Grundgesetz verteidigt.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.11.2015 um 17:55 Uhr
Sorry Herr Beltz. Aber Kommunisten verteidigen die Gesetze nur solange wie sie für sie zu nutzen sind. Ihr Club ist doch der erste der bei einer Mehrheit sämtliche Grundrechte einschränken würde.
Frau Schmidt beschreibt, dass auch. Sehr richtig.
Ihre Forderung nach Frieden sind eher unter das Kapitel " April April" anzusehen. Sie wollen doch nur die freien Länder schwächen um dann Ihre Ideen durchzusetzen. Ist die freie Welt erst Wehrlos ist den Kommunisten Tür und Tor zur Machtübernahme geöffnet zur Not mit Gewalt.
Ich traue Kommunisten nicht.
Nicole Schmidt
722
Nicole Schmidt aus Heuchelheim schrieb am 18.11.2015 um 18:34 Uhr
Nicht die die besseren Demokraten??? Sie sind überhaupt keine Demokraten. Sie wären doch die ersten die die Demokratie abbauen würden.
Mit welch brachialer Gewalt der Kommunismus versucht an die Macht zu kommen oder zu bleiben, hat die Geschichte ja wohl zu genüge gezeigt. Vielleicht sollten Sie da mal selber nachforschen.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 18.11.2015 um 18:53 Uhr
Frau Schmidt, ich weiß natürlich nicht, was Sie unter Demokratie verstehen. Falls es Sie interessiert, was wir unter Demokratie verstehen, könnten Sie unser Programm nachlesen. Das werden Sie aus Ihrer antikommunistischen Haltung heraus nicht tun und ich werde das hier (jetzt kommt Ihr Lob) nicht einbringen.
Wen unsre Positionen interessieren, der kommt zu unseren Veranstaltungen.
Nicole Schmidt
722
Nicole Schmidt aus Heuchelheim schrieb am 18.11.2015 um 19:10 Uhr
Da werden Sie sich wundern Herr Beltz, ich bin informiere mich schon gegen was ich bin.
Deswegen bin ich auch zu 100 % antikommunistisch.
Klaus Stadler
5.167
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 18.11.2015 um 19:21 Uhr
Lieber Herr Beltz,Herr Putin bommt sich durch Syrien um den Verbrecher Assad an der Macht zu halten.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.11.2015 um 19:29 Uhr
Das Programm ist bekannt und nur Augenwischerei. Es sieht doch jeder wo es hin führen wird.
759
D. Theiß aus Lich schrieb am 19.11.2015 um 00:33 Uhr
Herr Beltz, was sie jetzt vom Stapel lassen dadurch wird nichts besser sondern alles nur noch schlimmer.
Wir sind jetzt, wo das Volk durch allen Möglichen Dreck aufgeschreckt ist, fast in einer ähnlichen Lage wie zu Beginn der 20er Jahre, nur damals wurde der Unmut der Menschen durch den Friedensvertrag von Versailles ausgelöst und blieb jedoch jahrelang lebendig. Dadurch konnten sich radikale Parteien wie die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) und die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) leicht etablieren. Ihre extremen Ansichten kamen beim Volk gut an. Sie entsprachen dem Wunsch der Menschen nach politischer und wirtschaftlicher Stabilität.
Was haben wir jetzt, die Kommunisten, die AfD wir haben Pegida und Terror, was war damals das Ende der Fahnenstange?
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 19.11.2015 um 16:59 Uhr
Frau Schmidt, Herr Stadler und Herr Theiß, zu den angesprochenen Problemen sind Sie wohl nicht in der Lage, Stellung zu nehmen. Sie verstecken sich hinter dem staatlich verordnetem Antikommunismus. Herr Theiß, Sie können doch in anderen Fällen inhaltlich argumentieren - schade.
Wie sagte einst der deutsche Dichter Thomas Mann: Antikommunismus ist die Grundtorheit unseres Jahrhunderts.
Also, die Bitte: kritisieren Sie doch meine Haltung zu Terror und Krieg.
Kurt Wirth
3.378
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 19.11.2015 um 17:18 Uhr
@Herr Büttel: das Programm dürfte wenig bekannt sein. Und Augenwischerei? Das sahen in der Vergangenheit nicht alle so. Die KPD wurde wegen Aussagen ihres Programms verboten. Im Programm von 2006 bezeichnet die DKP mangelnde Demokratie und mangelnde Aufarbeitung der Verbrechen unter Stalin als eine der Ursachen für das Ende des "realen Sozialismus".

Um an die Bemerkung von Michael Beltz anzuschliessen, es kommt darauf an, was man unter Demokratie versteht:

Der Begriff Demokratie entstand ja im antiken Griechenland. Demokratie gab es nur für die Besitzenden und Freien. Sklaven und Leibeigene etc. waren selbstverständlich von vornherein ausgeschlossen.

Die USA, die sich selbst und auch von vielen sonst auf der Welt als Mutterland der Demokratie angesehen werden, gönnten Demokratie bis in die jüngere Zeit ausschließlich Menschen mit weißer Hautfarbe. In einem fürchterlichen Bürgerkrieg, dem ersten "modernen" Krieg wurde zwar auf dem Papier Gleichheit geschaffen, aber bis Ende des 20. Jahrhunderts waren z.B. Analphabeten von der Aufnahme ins Wahlregister ausgeschlossen, und Analphabeten gab es stets viele. Die USA haben auch gegenwärtig die meisten Gefängnisinsassen der Welt. 37 Prozent der Gefängnisinsassen sind schwarz, obwohl diese nur 13,2 % der Bevölkerung ausmachen. Und diejenigen, die man nicht nach law and order inhaftieren möchte, bringt man nach Guantanamo und foltert sie dort.

Vor 125 Jahren trat die Sozialdemokratie in Deutschland nach 12-jähriger Illegalität (Sozialisten-Gesetze) erneut legal an, um in Deutschland Demokratie durchzusetzen. Zu der Zeit mußte man sein Wahlrecht mit 60 Mark (damals eine relativ hohe Summe) erwerben. Die SPD trat an mit Marx und Engels unter dem Arm (oder zumindest unter den Armen der meisten Sozialdemokraten).

Auch heute noch hört die Demokratie vor dem Betriebstor praktisch auf. Trotz im Lauf der Zeit erkämpfter Mitbestimmungsrechte entscheidet letztlich der Unternehmer über Existenz oder Nichtexistenz des Betriebes, über Anstellung oder Nichtanstellung der Beschäftigten. Im Falle einer Betriebsschliessung kommt er meist sehr viel komfortabler aus der Misere als die Arbeitnehmer. Für die Arbeitnehmer ist eine Beschäftigung Grundlage der Existenz, für den Arbeitgeber sein Betrieb selten (Mittelstandsbereich ausgenommen). Es interessiert die Aktionäre der Deutschen Bank einen feuchten Kehricht, wo z.B. die in Kürze freigesetzten Bankangestellten bleiben, nachdem Ackermann, der mit Kanzlerin Merkel Geburtstag feiert und im Jahr an die 10 Millionen verdient hat, eine Straftat nach der anderen fabrizierte.

Aber das Votum der Kommentatoren hier ist eindeutig. Insofern müßte der im Beitrag abgebildete DKP-Vorsitzende überlegen, ob er die "Sprache des Volkes" erwischt hat, oder nur die der Mehrheit (in der DKP gibt es nämlich auch mindestens zwei "Strömungen", wenn ich noch Anhänger finde die dritte) der Anwesenden auf dem Frankfurter Parteitag der DKP.
759
D. Theiß aus Lich schrieb am 19.11.2015 um 18:31 Uhr
Herr Beltz,
Ich kritisiere sie nur wegen ihrer Art vieles zu verallgemeinern, die Kriege im nahen Osten tragen sicherlich dazu bei das wir a: zur Zeit sehr viele Flüchtlinge haben und b: das bei Hunderttausende Flüchtlingen auch ein minimaler Prozentsatz an Verbrechern mit reinschlüpft ist wohl auch klar und c: dieses hat aber nichts mit dem Volkstrauertag zu tun das unser Bundespräsident dieses als Krieg bezeichnet ist sein gutes Recht, die Terroristen führen ein Partisanenkrieg und diesem sollte man entschieden gegenüber treten. Man könnte in den betroffenen Ländern wo die Kriegsflüchtlinge herkommen mit einer Allianz gemeinsam gegen die Krieger (Partisanen) des IS antreten, was jetzt ja auch schon zum teil passiert, nur bei der Koordination hapert es noch, jeder egal ob Rußland. die USA, Frankreich und was weiß ich wer noch alles müßten an einem Strang ziehen und schon würde man dem Frieden etwas näher kommen.
Dann noch was Herr Beltz, wen zählen sie denn alles zu den Imperialisten?
Da kann und darf man Rußland wohl nicht ausschließen oder sehe ich das etwa unrichtig?

Sie machen jetzt gerade den Fehler die westliche Welt für alles alleine verantwortlich zu machen, sogar dafür das irgendwelche verblendete im Namen ihrer Religion unschuldige Menschen abschlachten.

Deswegen vertrete ich auch die Meinung, den Flüchtlingen sollte geholfen werden, aber nicht zu jedem Preis, außerdem rechtfertigt das aber noch lange nicht daß den Flüchtlingen hier ein Bleiberecht eingeräumt wird.
Das Volk wird durch dieser Art Zustände nur aufgewiegelt und was noch viel schlimmer ist es werden sicherlich sehr viele Politikmüde Menschen aus ihren Dornröschenschlaf erweckt um dann ihre Stimme sehr weit Rechts Plazieren.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 19.11.2015 um 19:32 Uhr
http://www.dkp-online.de/programm/
Ich bin einfacher Arbeiter/Angestellter und halte die DKP für eine Gefahr für mich und meine Familie. So sehen es viele in meinem Umfeld. Die Sprache des Volkes spricht sie (die DKP so wie ander extreme) nur in Stammtischparolen wenn es ernst wird wählen die Leute vernüftig.
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.11.2015 um 22:14 Uhr
In diesem Beitrag steckt sehr viel drin was man ( meiner Meinung nach ) kontrovers diskutieren könnte, dafür müsste man aber bereit sein auch auf die Inhalte des Beitrages konkret einzugehen!?
Nur, was geschieht, einige Beispiele:
- plumper, eigentlich längst der Vergangenheit angehörender Antikommunismus - selbst die regierenden Parteien haben erkannt, dass sie damit ( fast ) niemanden mehr "überzeugen" können
- Putin wird als Beispiel herangezogen, nur für was erschließt sich mir nicht. Weil die DKP Putin verteidigt? Steht davon etwas im Beitrag? Ja, diesen Vorwurf richte ich auch immer wieder Richtung DKP = die westlichen Imperialisten sind genauso zu verurteilen wie die anderen z.B. auch Russland oder China! Und Assad zu unterstützen, dafür gibt es überhaupt kein Argument und keinen Grund!
- da wird die absurde These aufgestellt, dass die Sowjetunion zur Zeit Stalins die Ursache für das Ende des Sozialismus gewesen sein soll, und nicht die Folgen des XX. Parteitags der KPdSU
usw. usw.

- also, ich persönlich habe hier kein Interesse über das Parteiprogramm der DKP zu diskutieren, da habe ich auch erhebliche Widersprüche... wenn es aber vielleicht doch noch den Kommentierenden um die Inhalte des Beitrags gehen sollte, dann werde ich mich ggf. wieder einschalten...
Kurt Wirth
3.378
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 20.11.2015 um 11:23 Uhr
In dem Link von Herrn Büttel auf das DKP-Programm klicke man sich bezüglich der o.a. Kommentare durch auf Abschnitt III, letzter Absatz unter dem Titel "Ursachen der Niederlage".
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 20.11.2015 um 13:41 Uhr
Herr Theiß, um Bezug auf Ihre Einlassung zu nehmen. Russland und China haben nichts mit Sozialismus zu tun. Russland ist derzeit nicht in der Lage,
imperialistische Ziele in Angriff zu nehmen, auch wenn die dortigen Kapitalisten das gerne würden. China kauft in Afrika ein genau wie andere Imperialisten. (Daher auch meine Sympathie für Eritra, das sich nicht unterordnen will, egal ob China ,Kanada usw)

Stefan, die Folgen des XX. Parteitages sidn noch nicht gründlich in der Breite diskutiert. Der Lügner Chruschtschow hat viel zu Verwirrung
beigetragen.

Herr Büttel, die Gefahr ist nicht die DKP, sondern diejenigen die den IS fördern und füttern.

Mein Vorschlag: Keine Kriege gegen andere Länder, keine Bombadierung in diesen Ländern vor allem auch gegen friedlich Feiern wie die Hochzeitsgesllschaften Im Jemen oder Afghanistan. Denn: wo soll er IS seinen Nachwuchs bekommen.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.11.2015 um 13:47 Uhr
Das ist ja das Problem, das was Sie fordern ist ja alles super und daran gibt es auch nichts auszusetzen. Nur das es gerade die DKP fordert klingt wie verarsche in meinen Ohren. Ihrer Truppe traue ich nicht von der Tapete bis zur Wand.
das hat nichts mit Ihnen zu tun. Es ist einfach das Wort Kommunismus.
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.11.2015 um 17:18 Uhr
Was willst du mir jetzt mit dieser Antwort sagen Kurt?
hier ein Zitat aus dem Programm / dem Abschnitt: "Trotz seiner
Leistungen hat der Sozialismus in Europa eine Niederlage erlitten. Sie hat innere und äußere, ökonomische, ideologische und politische, objektive und subjektive Ursachen. Dafür haben wir bisher noch keine abschließenden Erklärungen..." ( Zitat Ende )
Wird es nicht Zeit - Michael hat es zumindest angedeutet - über den eigenen Tellerrand zu gucken, zu analysieren was wirklich die "Ursachen" waren, sich damit zu beschäftigen ( das geschah bereits vor Jahrzehnten! ) warum sich die kommunistische Bewegung weltweit gespalten hat?
Wie gesagt, darüber könnte ( muss man ) stundenlang diskutieren, hier nicht das Thema....

Herr Büttel, was bedeutet Kommunismus - ich rede jetzt nicht von der DKP oder irgendeiner anderen Partei - ? Das Ziel ist eine klassenlose Gesellschaft, ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Um beim Thema zu bleiben = ohne jeden Grund Kriege zu führen. Was ist daran falsch? Dass in der Vergangenheit auf dem Weg dahin viele Fehler gemacht wurden? Dass dies eine Utopie sein könnte?
Einfach zu sagen, "das Wort Kommunismus" genügt mir schon, damit ich mich verarscht fühle, das ist zumindest mir dann doch etwas dünn als Argument!?

Und noch näher am Thema = ist es denn nicht richtig darauf hinzuweisen, dass es pure Heuchelei ist, sich über den Terror zu entrüsten wenn man vorher selbst mit die Grundlage für die Entstehung dieses Terrors geschaffen hat? Welche Bedeutung hatten Terror-Organisationen wie Taliban, Al Kaida, IS usw. usw. vor den Angriffskriegen der Imperialisten? = so gut wie gar keine!
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.11.2015 um 17:58 Uhr
Natürlich ist dies Heuchelei Herr Walther. Die westlichen Industriestaaten sind an der Situation mit Schuld wenn nicht sogar die Hauptschuldigen.
Ich habe auch Herrn Beltz inhaltlich zugestimmt.
Es ist nur erstaunlich für mich, dass dies von Kommunisten kommt. Ich verbinde Kommunisten mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Terror, und mit Antidemokratie. Hinter dem Parteiprogramm der DKP sehe ich den Versuch einer erneuten Revolution. Der Arbeiterklasse sollen dabei erneut die Augen zugeschmiert werden auf dem Weg an die Macht. Erstmal dort angekommen werden die Kommunisten ihr wahres Gesicht zeigen. Dann wird es nicht nur der Arbeiterklasse schlecht gehen sondern allen anderen auch. Eine Leistungslosegesellschaft der Gleichmacherei wird unsere Wirtschaft und alles was diesem Land die Sicherheit gibt zum Erliegen bringen. Das darf niemals geschehen. Ich stehe nicht umsonst morgens um fünf auf um an die Arbeit zu gehen. Vielleicht liege ich wirklich falsch, dass möchte ich gar nicht bezweifeln, aber die bisherigen Erfahrungen mit den Arbeiterstaaten unter Kommunistischer Führung führte gerade diejenigen denen es nutzen sollten in Not und Elend. Kommunistische Systeme funktionierten immer nur mit Gewalt um die Misswirtschaft zu decken. Misstrauen, Spionage, Gefängnis, keine Meinungsfreiheit das verbinde ich damit. Das Parteiprogramm ist nur der Speck damit die Mäuse in die Falle gehen.
Wie geschrieben ich kann mich irren, ich will es aber lieber nicht darauf ankommen lassen.
Kurt Wirth
3.378
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 20.11.2015 um 18:52 Uhr
Meine Antwort war nicht an Dich gerichtet, Stefan, da Du Dich ja aus der Diskussion - so wie sie bis dahin verlaufen war - verabschiedet hattest, weil die Diskussion nicht inhaltlich zum Beitrag verlief. Das sehe ich auch so, jedoch bemühe ich mich auf alle Fragen zu antworten, sofern ich irgendwie dazu beitragen kann, auch wenn sie nur Aspekte am Rande betreffen. Und ganz abseitig waren die Kommentare ja alle nicht. Sie bezogen sich auf Aussagen in dem wiedergegebenen Beitrag.

Zum ersten Absatz Deines vorstehenden Kommentars: Selbstverständlich muß man ständig die Geschichte analysieren und neue Erkenntnisse einbeziehen. Weltweite Spaltung der kommunistischen Bewegungen: Es gab schon immer heftigste Diskussionen und Auseinandersetzungen, Abspaltungen und Neugründungen. Marx und Engels selbst wetterten gegen andere Meinungen. Auch nach Gründung der KPD 1919 gab es die "Einheit der Kommunisten" nicht bis 1933. Stalin schaffte eine relativ geschlossene Partei, indem er Gegner eliminierte (Lenin setzte sich mit Gegnern stets diskussionsmäßig auseinander, sie brauchten nicht um ihr Leben fürchten). Und das mit "Lügen Chruschtows" abzutun, ist hanebüchen. Es gibt schließlich vermutlich noch heute sehr viele Angehörige von deutschen Kommunisten und Linken, die in die Sowjetunion ins Exil gingen, voller Hoffnung und Bereitschaft, den Sozialismus aufzubauen, und dort hingerichtet wurden. (Literaturbeispiel: Werner Eberlein, "Geboren am 9.November", Vlg. Das neue Berlin, 2000. Er ging mit 14 Jahren in die Sowjetunion, sein Vater Hugo Eberlein, Mitbegründer der KPD, wurde in der Sowjetunion erschossen, ebenso zwei Onkel von ihm. Er übte dennoch bis 1989 hohe Parteifunktionen in der DDR aus)
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 20.11.2015 um 18:56 Uhr
Hier wurde Assad erwähnt. Ich ergänze: Saddam Hussein, Ghadaffi... - die Reihe der zumindest Nicht-Demokraten lässt sich fortsetzen. Wie geht es dem Volk nach der Ermordung der beiden zuletzt Genannten und nach der Bombadierung von Lybien und Irak im "Kampf gegen den Terrorismus"? Wie wird es den unter schlimmsten Lebenbedingungen lebenden Syrern gehen nach der Bombadierung des Restes durch die NATO? Die USA haben die sog. Freie Syrische Armee in ihrem Kampf gegen Assad mit Waffen unterstützt. Was haben diese mit den Waffen gemacht? Sie haben sie an den IS verkauft. Warum? Weil diese "Freie Armee" zum großen Teil aus Söldnern besteht.
Ohne also Assad zu mögen, muss die Lage in Syrien exakt ohne Vorurteil betrachtet werden.

Herr Büttel, an den kommunistischen Parteien DKP, MLPD, KPD/ML können Sie nach Lust und Laune kritisieren. Das machen wir auch in der DKP. Um unser Programm zu verabschieden, haben wir wir uns 10 Jahre Zeit gelassen. Ich habe mich bei der Verabschiedung enthalten, meine Frau hat dagegen gestimmt. Dieses Programm ist auch mein Programm,da ich Mehrheitsentscheidungen akzeptiere. Ich werde auch
für ein neues Programm andere Positionen einbringen wollen. Antimonopolistische Demokratie halte ich für fragwürdig, die Zeit ab Chruschtschow muss m.E. neu bewertet werden.
Sehen Sie Herr Büttel, genau wie ich und alle in unserer Partei um Mehrheiten ringen, so wird und muss es nach der Überwindung des Ausbeutersystems Kapitalismus sein. Die Mehrheit des Volkes, vor allem Arbeiter, muss den Sozialismus auf dem Weg zum Kommunismus gestalten.
Und was Kommunismus heißt, hat Stefan Walther in wenigen Worten beschrieben. Und wie schwierig das wird, zeigen schon einige unterschiedliche Auffassungen zwischen Stefan und mir.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 20.11.2015 um 19:01 Uhr
Zu Chruschtschow:
Kurt Gossweiler: Die Taubenfußchronik
Grover Furr: Die Lügen Chruschtscows
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.11.2015 um 19:03 Uhr
Ja Kurt, ich konnte doch nicht die Klappe halten, stimmt!
Trotzdem werde ich jetzt nicht mehr weiter darauf eingehen, auch wenn dein letzter Kommentar eine noch größere Provokation ist etwas zu antworten.
Literaturbeispiel ( es gibt massenhaft mehr, dass es hier um eine weltweite Spaltung der kommunistischen Bewegung ging, um 2 große Lager... ):
Buchbesprechung: Grover Furr, Chruschtschows Lügen
Samstag, 21. Februar 2015

Grover Furr, Chruschtschows Lügen, zur Geheimrede

Endlich gibt es dieses explosive Buch auch auf deutsch. Es erschien zuerst 2007 in russischer Sprache und 2011 in englisch. Schon das ist ein ungewöhnlicher Weg. Denn Grover Furr, Professor für englische Literatur und Geschichte an der Montclair State University, New Jersey, hat lange in russischen Archiven nach Originaldokumenten gesucht, um den Inhalt der Geheimrede Chruschtschows auf dem 20. Parteitag der KPdSU auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Das sensationelle Ergebnis seiner Recherchen schrieb er in russisch nieder und veröffentlichte es.

Sensationell sind die Ergebnisse von Grover Furr, weil er akribisch und Punkt für Punkt den Nachweis erbringt, dass Chruschtschows Geheimrede eine Aneinanderreihung von Lügen war. Nur in einem Punkt, so Grover Furr, kann er die Aussage Chruschtschows weder belegen noch widerlegen. Ein solches Ergebnis schlägt natürlich der ganzen offiziellen Geschichtsschreibung über die UdSSR ins Gesicht, denn diese stützt sich in der Beurteilung Stalins und der KPdSU nur zu gern auf Chruschtschows Geheimrede, die 1956 wie eine Bombe einschlug und die gesamte marxistisch-leninistische Bewegung erschütterte, in den folgenden Jahren zerrüttete und schließlich zu einer tiefen Spaltung zwischen Marxisten-Leninisten und Revisionisten (so wurde die Linie Chruschtschows genannt, weil sie den Marxismus-Leninismus verdrehte, revidierte) führte.
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.11.2015 um 19:13 Uhr
Herr Büttel, sie verbinden hier meiner Ansicht nach vieles mit Kommunismus was mit Kommunismus / Sozialismus nicht das Geringste zu tun hat / zu tun haben sollte.
Ja, es ist sehr schwierig, sogar schwierig für die, die sich schon immer damit beschäftigt haben = wie war das Leben der Arbeiterschaft ( und auch z.B. der Bauern ) in den ehemals sozialistischen Ländern? Wann hatte sich das warum grundlegend geändert ? War das dann überhaupt noch Sozialismus wie auch viele Linke heute noch behaupten, oder war der Sozialismus nicht längst durch eine Bürokratenclique gestürzt worden?
Fragen über Fragen, aber an Ihrer Reaktion und teilweise für mich auch nachvollziehbaren Einstellung sieht man wie wichtig es ist diesen Fragen auf den Grund zu gehen, schonungslos die Geschichte aufzuarbeiten.... wie sonst will man denn die Menschen für eine sozialistische Perspektive gewinnen?
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.11.2015 um 19:40 Uhr
Da werden Sie wohl Rechte haben. Die Vorbehalte sind im Moment aus der Geschichte heraus sehr groß. Auch bin ich sicherlich in einem Umfeld aufgewachsen bei dem alles links von der SPD als Radikal erklärt wurde.
Auch sehe ich den Umgang ( das haben sie aber auch fairer Weise erwähnt) einger Linker mit der Geschichte der DDR als sehr fragwürdig an. Sie schreiben es ja die Geschichte muss aufgearbeitet werden. Ich gebe offen zu ich habe damit Schwierigkeiten ja im Moment auch Furcht.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.11.2015 um 16:38 Uhr
Aufarbeitung der Geschichte bedeutet für mich: Aufarbeitung BRD - DDR, KPD - DKP, KPdSU, Mao-Tse-Dung, Enver Hodja (Albanien) ...USA, Israel (als mit der BRD verbundene Staaten. Das kann hier nicht geleistet werden.
Die mit der BRD damals verbundenen faschistisch beherrschten Länder wie Portugal, Spanien, Griechenland...dürften dabei nicht vergessen werden.
@Kurt: Gewiss sind in der Stalin- Ära Menschen umgebracht worden wie auch in China unter Mao. Es geht mir jedoch gerade im Zusammenhang mit Chruschtschow um die Abkehr von Marxismus-Leninismus. Und es geht mir darum, dass Chruschtschow in seiner "Geheimrede" seine Taten verschwieg und alles Unrecht auf Stalin schob. Mit der Übergabe der "Geheimrede" an westliche Journalisten war die Rede gar nicht so geheim. Der Begriff "geheim" machte die Sache spannend und so stürzten sich viele darauf, um den Kampfbegriff "Stalinismus" in die Welt zu setzen.
Mirko Düsterdieck
338
Mirko Düsterdieck aus Gießen schrieb am 21.11.2015 um 18:46 Uhr
Es ist immer wieder das selbe . . . Da werden Inhalte, Ursachen und Wechselwirkungen von Krieg und Terror benannt und beschrieben und das einzigste was der Bourgeoisie dazu einfällt, ist dümmliche und damit nicht zielführende antikommunistische Hetze . . . !
Statt bei dem Sachverhalt zu bleiben, wollen einige einen historischen Diskurs führen, der von Halbwahrheiten nur so wimmelt. @ Herr Büttel: Ich achte und respektiere ihre Meinung. Aber was ist den eine leistungslose Gesellschaft der Gleichmacherei im Kontext zu unserer kapitalistischen BRD Gesellschaft, bitte ?! Wir haben es doch damit zu tun, dass in dieser Gesellschaft, Leistung mit Erfolg verwechselt wird. Das sage nicht nur ich, sondern auch Menschen, die nicht in Verdacht stehen, einen linken oder kommunistischen Hintergrund zu haben, wie z.B. der Philosoph Richard-David Precht. In meiner Heimatstadt Kassel, wird weiterhin aktiv an Terror und Krieg gearbeitet . . . Ich selbst, habe Kistenweise Material von KMW gesehen, dass an Saudi Arabien und Katar adressiert war/ist!!! Nach 6 Wochen dort als Leiharbeiter, hatte ich die Schnauze voll und habe mitgeteilt, dass sie mich mal am A.... lecken können. Dabei hat KMW die technologische weltweite Führung in Entwicklung und Bau von zivilen Panzern und Maschinen ( Räumpanzer, Brückenausleger bzw. Portonpanzer u. schwere Fahrzeuge wie der Fennek usw. ). Fragen Sie doch mal die zivilen Hilfsorganisationen, die sich immer noch in Nepal befinden . . . die hätten solches Gerät bitter nötig gehabt, um tausenden von Menschen das Leben zu retten . . . ! Ich denke ganz einfach, dass sich Hobbylinke, SPD/Grüne Opportunisten und andere kleinbürgerliche Zeitgenossen, sich ihre Spielregeln nicht immer nur von Fall zu Fall machen sollten . . .
Kurt Wirth
3.378
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 22.11.2015 um 09:41 Uhr
Mit Deinen Aussagen zur Aufarbeitung der Geschichte, Michael, gehe ich völlig einig. Ich hatte es jetzt auf der Zunge, wenn Du es nicht schon geschrieben hättest. Eben Chruschtschow und 1956 nicht isoliert betrachten, sondern im Zusammenhang der Entwicklung der Dinge zumindest seit 1924. "Geheimrede", das war eben der Stil der vorhergehenden 25 Jahre (zeitweise natürlich kriegsbedingt). Und schließlich wurde Chruschtschow ja auch seiner Aufgaben entbunden, ohne Verurteilung und Erschiessung starb er friedlich als Rentner.
Stefan Walther
4.946
Stefan Walther aus Linden schrieb am 22.11.2015 um 20:11 Uhr
"Der Stil der vorhergehenden 25 Jahre"? Dass diese Bürokratie ihren Nährboden auch in der Zeit vor Chruschtschows Rede hat, das bestreitet sicher niemand ( auf diese Gefahr wies sogar immer Lenin hin ), dass sich nicht "über Nacht" Chruschtschow und Konsorten an die Spitze der Partei stellen konnten dürfte auch relativ unbestritten sein.
Dass du aber nicht erkennst, kein Wort zur Bedeutung und Inhalt dieser Rede sagst, dass dies - und nicht irgendetwas seit 1924 - der endgültige Bruch mit den sozialistischen Grundprinzipien war, dass dies den Weg frei machte für die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion, dass du auf das alles nicht eingehst, das gibt mir doch Rätsel auf. Oder war es doch so, wie viele behaupten: damit hat man sich einfach nicht beschäftigt, alle Kritiker weltweit wurden einfach ignoriert und diffamiert, und alles was aus "Moskau" kam, das wird schon richtig sein...?
Ach wie niedlich, der Verräter Chruschtschow, der zig Menschenleben auf dem Gewissen hatte, starb friedlich als Rentner. Na ja, dann war die Welt in der Sowjetunion nach Chruschtschow ja in Ordnung. Wenn ich nicht wüsste, dass diese Zeilen von dir stammen, könnte man fast meinen ein antikommunistischer "Historiker" hätte sie - von wem auch immer beauftragt - geschrieben. Kein Wunder, dass Chruschtschow den größten Beifall für seine angeblichen "Enthüllungen" ausgerechnet aus den USA bekommen hatte...
Ja, es ist genug, aber ich kann solche Dinge nicht einfach unwidersprochen hier stehen lassen. Wo gibst du Michael Recht Kurt, dass man die Geschichte aufarbeiten muss? Nun gut, dafür ist es nie zu spät, aber man sollte es auch tun, und nicht einfach Dinge nachplappern ohne dass man sich mit Analysen beschäftigt, die man ggf. Jahre und Jahrzehnte - aus welchen Gründen auch immer - einfach ignoriert hat, denn nur so macht es auch einen Sinn.
( dies war mein Schlußwort hier, denn ich sehe bisher nichts was die Bereitschaft einer objektiven Geschichtsaufarbeitung erkennen lassen würde. Ein paar oberflächliche Behauptungen, die größtenteils auch falsch sind, nicht mehr ... )
Kurt Wirth
3.378
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 22.11.2015 um 22:56 Uhr
Ja, die Diskussion führte immer weiter vom Inhalt des Beitrags weg - den Du ja zunächst heftig angemahnt hast, und interessiert, wie so unsere Zwiegespräche so oft, eigentlich niemand.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 23.11.2015 um 08:11 Uhr
Terroranschlag in Beirut. Opfer sind keine Europäer, also keine Gedenkminuten.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 23.11.2015 um 09:02 Uhr
Sie haben Recht Herr Beltz. Ich Gedenke in meinen Reden immer allen Menschen dieser Welt.
Sie Wissen aber auch wie der Mensch tickt. Beirut, Libanon, Irak, Iran, Afganistan, Pakistan, und und ist alles weit weg und nicht vor der Haustür und Brüder im Geiste sind es auch nicht.
Das liegt aber einfach in der Natur der Sache und hat nichts mit bösem Willen zu tun. Stirbt ein naher Verwander an Krebs macht das einen mehr betroffen, wie wenn man hört im Nachbarort ist einer daran gestorben. Je näher das persönliche Verhältnis desto höher der Trauerfaktor.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 24.11.2015 um 12:52 Uhr
Gestern habe ich einen Antrag an die Stadtverordnetenversammlung gestellt, einmal im Jahr (Jahresende) eine Gedenkminute für alle Opfer von Terror auf dieser Welt einzulegen. Das dürfte auch Ihrer humanen Einstellung entsprechen, Herr Büttel.
Damit will ich nicht unsere ideologischen Differenzen verneinen.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 24.11.2015 um 13:04 Uhr
Wir haben keine ideolgischen Differenzen da ich keine Ideologie habe.
Aber schön finde ich Ihren Antrag.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 24.11.2015 um 13:17 Uhr
Ideologie setze ich gleich mit Weltanschauung. Gibt es da einen Widerspruch?
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 24.11.2015 um 13:23 Uhr
Ja für mich schon....
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 26.11.2015 um 18:12 Uhr
Ideologie wird in Lexika als Weltanschauung genannt; in einem alten Knaur "Weltbetrachtung".
Herr Büttel, ich denke, dass Ihnen der Begriff Ideologie als ein linker Begriff erscheint. Da geht es Ihnen wie vielen Menschen. Der Satz, "da steckt eine Ideologie (also etwas linkes)" dahinter, ist Unsinn.
Sie haben, genau wie ich und im Prinzip alle Menschen, eine Weltanschauung.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 26.11.2015 um 18:46 Uhr
Ideologie ist die Lehre von Ideen dachte ich immer. Ideologen sind für mich Menschen die einer Sache extrem nachgehen/dienen ohne jegliche Kompromissfähigkeit. Dafür Unwahrheiten gebrauchen und Ängste der Menschen sich zu nutzen machen. Dadurch immer wieder Konflikte hervorrufen und obwohl oft das Gegenteil behauptend zur Gewaltbereitschaft neigen. Dabei ist mir die Richtung egal ich besetze dies nicht mit Linker Ideologie die gibt es in allen Richtungen. Sie haben nur die eine Richtung also reden Sie von Ideologie dafür sind bereit alles zu tun. Für Sie geht es nur um die Umsetzung Ihrer Ideologie. Kommunisten ist bei dem Weg das Ziel zu erreichen jedes Mittel Recht. Ich für mich verfolge keinerlei dieser politischen Ideen die ich alle für ungeeignet halte. Eine Mischung aus Allem wäre für mich der richtige Weg. Dazu sind die Parteiideologen aber nicht bereit aus purem Machtrieb heraus und dabei spielt die Richtung keine Rolle. Deshalb engagiere ich mich nur auf kommunaler Ebene dort kann man noch annährend Sachpolitik machen. Es ist schwer zu erklären da vielleicht ungewöhnlich. Teile der vielen verschiedenen Programme der unterschiedlichsten Parteien finde meine Zustimmung. Ich kann sogar zwischen sogenannten Lagern wechseln. Sie sind Beamter a.D. und tun so als würden Sie die Arbeiterklasse vertreten ich bin Arbeiter und machen keinen Klassenunterschied für mich gibt es nur den Mensch. Das es Menschen gibt und da kenne ich viele die keiner Ideologie nachhängen geht in die Betonköpfe der Politideologen egal welcher Couleur nicht in die Köpfe rein. Jeder soll in ein Chema, ine Klasse oder sonst was passen, so ist die Welt aber nicht.
Kurt Wirth
3.378
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 26.11.2015 um 20:58 Uhr
Aus dem "Philosophischen Wörterbuch" (VEB Enzyklopädie Leipzig, 1964, Lizenzausgabe für die BRD und Westberlin: "das europäische buch" Berlin, 1972):
"Ideologie- System der gesellschaftlichen (politischen, ökonomischen, rechtlichen, pädagogischen, künstlerischen, moralischen, philosophischen u.a.) Anschauungen, die bestimmte Klasseninteressen zum Ausdruck bringen und entsprechende Verhaltensnormen, Einstellungen und Wertungen einschliessen. (... dazwischen wird dann eingegangen auf die Philosophen Condillac, Destutt de Tracy, Cabanis u.a....)
Marx und Engels entwickelten auf der Grundlage des historischen Materialismus den wissenschaftlichen Ideologiebegriff zusammen mit der Analyse des gesellschaftlichen Bewußtseins als Widerspiegelung des gesellschaftlichen Seins. Sie gelangten zu der Erkenntnis, daß in der Klassengesellschaft die Ideologie die Gesamtheit der gesellschaftlichen Anschauungen einer bestimmten Klasse ist, die ihre historisch-gesellschaftliche Lage und ihre Interessen zum Ausdruck bringt, d.h. in der Klassengesellschaft trägt die Ideologie Klassencharakter. "Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken,d.h., die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht"."

Das geht dann natürlich noch über zwei eng bedruckte Seiten weiter, aber so viel zur marxistischen Lehre.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 27.11.2015 um 12:52 Uhr
Herr Büttel, Sie basteln sich da etwas zurecht, was weder einer sprachlichen noch politischen Überprüfung standhält. Das mag aus persönlichen Erfahrungen und subjektiven Eindrücken herrühren. Vielmehr denke ich, dass Ihre Darstellung genau aus dem (erfolgreichen!?) Versuch der bürgerlichen Weltanschaung kommt, die eben den Begriff "Ideologie" links verortet.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 27.11.2015 um 14:14 Uhr
Muss es ja auch nicht Herr Beltz , das ist der Unterschied zwischen uns. Ich erhebe keinen Anspruch auf eine Ideologie und sprachliche oder politische Korrektheit. Und es ist typisch für einen Linken, dass dies ja gar nicht sein kann alle müssen so denken in Klassen und Himmelsrichtungen. Was eine bürgerliche Weltanschauung sein soll weiß ich nicht und es interessiert mich nicht. Ich schreibe doch ich denke nicht in den Verwickelungen der typischen Politiker , dass führt nur zu Stress untereinander. Leute die so Denken wie Sie (nicht auf Sie als Person bezogen) sind Schuld an den Kriegen dieser Welt. Solche Ideologen gibt es auch unter den Kapitalisten die den Hals nicht voll bekommen, dass ist genauso zu verurteilen. Die jetzigen an der Regierung sind auf dem falschen Weg und ihr Weg Herr Beltz oder der, der Kommunisten ist für mich genauso falsch. Es ist schwierig dies in Worte zu fassen, weil es eben nicht in die Denke von Ideologen passt. Ich werde die Welt nicht verändern können und entscheide mich dann für die am nächsten liegende politische Gruppe, die mit den meisten Schnittmengen mit meinem Denken. Das muss keine konservative Gruppierung sein.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 28.11.2015 um 10:29 Uhr
Über Kriegsursachen, lieber Herr Büttel, haben Sie falsche Vorstellungen. Es geht nicht darum, dass irgendwelche Leute ("die so denken wie Sie") Kriege anzetteln. "Unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt" - so werden geostrategische Ziele durch Krieg anvisiert. Meist aber geht es um Rohstoffe (s. den Bericht über Nigeria) Kapital wird angelegt, um es zu vermehren. Das ist eben Kapitalismus. Und imperialistische Länder überfallen andere rohstoffreiche Länder, um diese auszubeuten. China macht das ohne Krieg recht clever, indem es sich vor allem in Afrika einkauft.
Empfehlung: Karl Marx lesen (aber nicht alle Bände, das ermüdet)
Marx wird auch von bürgerlichen Menschen studiert, die wiederum Lenin nicht mögen.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 28.11.2015 um 12:39 Uhr
Herr Beltz der Krieg kommt durch die Ausbeutung und Unterdrücken der mächtigen dieser Welt und durch die Banken und die Wirtschaft die den Hals nicht voll bekommen, das ist mir schon klar. Auch habe ich das schon mehrfach geschrieben. Das ist die eine Ursache der ständigen Konflikte. Ermöglicht wird das Ganze aber auch durch sture extremistische Ideologien aus allen Richtungen, da gehören die Kommunisten nun mal dazu. Solange es Menschen gibt die nicht flexible in ihrem politischen Handeln sind und nicht auch mal einen Kompromiss suchen sondern denken nur ihre Maxime ist die Richtige wird es Gewalt und Auseinandersetzung geben. Auch Ihr Club der Kommunisten hat nichts aus der Geschichte gelernt. Wenn auch das Bemühen zu erkennen ist in der Wortwahl nach außen gemäßigt zu wirken ist das nur den Leuten die Augen zugeschmiert. Auch Ihr Ziel ist die absolute Macht und die Abschaffung der gültigen Wertsysteme. Ein langer Weg zum Glück.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 29.11.2015 um 14:59 Uhr
Manche "gültigen Wertesysteme" hätten es verdient abgeschafft zu werden:
Ausbeutung, Niedriglohnsektor, Altersarmut, Obdachlosigkeit, zwei-Klassen-Medizin, Bereicherung auf Kosten des Volkes, Zulassung von Faschisten (s. GG), Bombadierung von fremden Ländern, Unterdrückung von Minderheiten, ..... in einigen Punkten haben Sie wohl die gleiche Meinung.

die "nicht auch mal einen Kompromiss suchen". In Bündnissen suchen alle (vernünftigen) Beteiligte einen Kompromiss. Das kenne ich aus Jahrzehnten Friedenspolitik. Kommunistische Gewerkschafter sind ständig auf Kompromisssuche. Im Parlament stimme ich auch Anträgen von CDU, FW und SPD zu.
Dabei denke ich gelegentlich an Tucholskys Gedicht vom kleinen Kompromiss.
Unser Ziel ist nicht die absolute Macht - für wen? - für die DKP? Unser Ziel ist die Herrschaft der Arbeiterklasse mit Bündnisschichten, wobei die Herrschaft der Kapitalistenklasse überwunden werden muss. Es geht also letztlich über die Ablösung einer Minderheit durch die Mehrheit der Bevölkerung.
Wahrlich, ein langer Weg zum Glück!
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 29.11.2015 um 15:03 Uhr
Die Ziele sind in manchen Punkten gleich, nur der Weg ist ein anderer.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 01.12.2015 um 12:59 Uhr
Frau Kocaoglu, hat es IHnen als bekennende Antikomunistin die Sprache verschlagen?
Ilse Toth
39.161
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 01.12.2015 um 14:01 Uhr
Ich sage dazu nur eines: ich habe vor über 40 Jahren in dem damals kommunistischen Ungarn gelebt. Mir muss niemand sagen, was Kommunisten sind. Beschämend, nur ansatzweise darüber nachzudenken, in unserem freien Deutschland Kommunismus herbei zu wünschen. Hier können wir offen sagen, was wir denken! Wer das in der DDR gesagt hat, flog in den Knast. In anderen kommunistischen Länder kommt der Kopf ab oder die Gegner dieser irrsinnigen Denkform verschwinden auf Nimmerwiedersehen in Arbeitslagern. Herr Beltz, ich hoffe, Sie sind durch die Anmerkungen von Frau Schmidt Kocaoglu nicht so verwirrt, dass Sie Ihren ach so hoch gehaltenen Kommunismus mit nur einem m schreiben. War nicht böse gemeint!
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 02.12.2015 um 13:22 Uhr
Frau Toth, ich habe das Wort Antikommunismus gegenüber der Frau Kocaoglu mit einem m geschrieben, weil sie eine dünne Bemerkung ohne Inhalt gemacht hat. Wenn ich Ihnen antworte, werde ich Antikommunismus mit zwei m schreiben, das sie eine Meinung haben.
Ilse Toth
39.161
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 03.12.2015 um 23:04 Uhr
Herr Beltz, ich habe eine Meinung aus Erfahrung mit dem Kommunismus. Ich habe ihn hautnah erleben "dürfen"! In so einem Regime zu leben ist wie lebenslanger Knast! Sie kennen doch die drei Affen- nichts sehen, nichts hören, nichts sagen! Dann haben die Bürger die Chance, einigermaßen heil durch ihr Leben zu kommen! Reisefreiheit = Null ohne Parteibuch! Einmal zu viel den Mund auf = Arbeitsplatz weg und in "Strafarbei" versetzt! Glauben Sie mir, es ist Wahnsinn, was die Menschen mitmachen. Sogar ein Studium ist schwer, wenn die Eltern nicht in der Partei sind. Auf dem Papier mag ja der Kommunismus gut sein, die Realität ist es nicht. Aber wir kommen nicht auf einen Nenner und streiten lohnt sich nicht.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 05.12.2015 um 13:00 Uhr
Jo napot kivanok.
Ilse Toth
39.161
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 05.12.2015 um 16:22 Uhr
Ezt en kivanok is!
Kurt Wirth
3.378
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 05.12.2015 um 19:22 Uhr
Beatus ille homo,
qui sedet in sua domo,
qui sedet post fernacem
et habet suam pacem.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 06.12.2015 um 12:08 Uhr
nagyon szépen köszönöm, asszony Toth Ilse.

Habemus pacem?
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von:  Michael Beltz

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Michael Beltz
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