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Hex, hex! Der Herne-Fluch lebt

Oft agierte der BC um Finja Schaake (Nr. 8) und Julia Köppl (dahinter) unglücklich. Herne mit Lea Mersch (in Rot von links), Caroline van der Velde und Ireti Amojo spielte effektiver. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
Oft agierte der BC um Finja Schaake (Nr. 8) und Julia Köppl (dahinter) unglücklich. Herne mit Lea Mersch (in Rot von links), Caroline van der Velde und Ireti Amojo spielte effektiver. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
Gießen | Planet-Cards-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – Herner TC 62:70.

Die Erstliga-Basketballerinnen aus Marburg haben in eigener Halle am siebten Spieltag die zweite Niederlage in Folge einstecken müssen. Der Tabellenfünfte verlor wieder einmal gegen den Dritten aus Herne.

„Ene mene Herner Korb hält dicht – Patricks Serie reißt heut nicht. Hex, hex!“ Ob die kleine Hexe Bibi Blocksberg die Marburgerinnen eigens zu Halloween mit einem Fluch belegt hatte, ist nicht belegt. Belegt ist allerdings, dass eine „hex“ das Ergebnis des Fluchs ist, der scheinbar auf BC-Coach Patrick Unger liegt: Noch nie konnte er mit dem Bundesliga-Team gegen Herne gewinnen. In sechs Versuchen nicht. Das altgriechische Wort für sechs lautet übrigens: hex! Neugriechisch exi. Ähnlichkeiten zum deutschen Wort Hexe sind dabei allerdings sprachwissenschaftlich nicht nachgewiesen.

„Das war kein schlechtes Spiel. Das konnte man sich ansehen.“ Eine Meinung, die wohl die meisten in der Halle teilten, sprach ein Marburger Zuschauer aus, der sonst auch nicht mit Kritik spart. Von Beginn an aggressiv in der Verteidigung, erspielten sich die Gastgeberinnen viele gute Möglichkeiten.

Während die Menschen zu Hause sich an Halloween gegenüber klingelnden Kinder zwischen „Süßem oder Saurem“ entscheiden mussten, bekamen die Zuschauer in der Gaßmann-Halle gleich beides geboten: Doch zuckersüßen Kombinationen des Pharmaserv-Teams folgten allzu oft gruslige Würfe. Das Marburger Händchen war nicht eiskalt sondern zittrig. Und der Ring war wie verh... – genau!

Auf der anderen Seite brauchten die in (passend blut)rot gekleideten Hernerinnen keine schwarze Magie. Oder doch? Schließlich wird HTC-Trainer Marek Piotrowski in Herne „der Magier“ genannt. Mit guter Verteidigung und nötiger Konsequenz im Abschluss zeigte seine Mannschaft eindrucksvoll, warum sie zu einer der besten der Liga gehört.

Mit Selbstvertrauen wollte das Pharmaserv-Team in die Partie gehen, so hatte sich das BC-Trainer Patrick Unger gewünscht. Doch irgendwie schien es wie verwünscht. Auch im dritten Spiel hintereinander. „Wir haben momentan eine Phase, in der wir einfach nicht treffen“, sagte der 32-Jährige. „Im Training gehen die Dinger rein. Auch unter der Woche gegen unsere Oberliga-Herren. Das ist Kopfsache.“

Kopfsache wohl auch: die Ballverluste. Als „sehr nervös“ bezeichnete der BC-Coach viele Aktionen seiner Schützlinge. „Gerade in der ersten Halbzeit haben wir oft noch mal unnötig rausgepasst, statt den Abschluss zu suchen, und dann dumme Turnovers gemacht.“

So sahen sich die Gastgeberinnen nach wechselhafter, wenn auch letztlich ausgeglichener Anfangsphase (12:11 / 12. Minute; 12:19 / 15.; 20:19 / 18.) nach einem Herner 10:0-Lauf zum Seitenwechsel mit 20:29 im Hintertreffen. Knapp eine Minute nach Wiederbeginn waren es sogar 14 Punkte Rückstand. Doch: „Wir haben weiterhin an uns geglaubt“, verriet Unger.

Was den BC-Coach allerdings nervte: Seine Spielerinnen waren oft zu langsam in der Rückwärtsbewegung. Wenn sie sich schon mal vorn für ihr engagiertes Spiel belohnt hatten, klingelte es gleich wieder hinten. Bis auf fünf Zähler kämpfte sich das Pharmaserv-Team heran (37:42 / 28.), steckte auch nach erneut zweistelligem Rückstand nicht auf (46:57 / 35.) und hielt das Fünkchen Hoffnung bis in die Schlussminute am glimmen (62:68).

Fun Fact: Zwei Marburger Fans gingen nicht mit leeren Händen nach Hause. Sie hatten den BC-Spielerinnen wohl das Zielwasser weggetrunken. Bei Pausenspielen räumte Thomas für einen Freiwurf einen 100-Euro-Warengutschein von Intersport Begro ab und Dave kassierte 100 Euro in bar von den Stadtwerken Marburg für einen Dreier

Fail Fact: Feldtrefferquote in der ersten Halbzeit: 26 Prozent (9/34, davon 0/10 Dreier).

Statistik
Viertel: 10:11, 10:18, 19:20, 23:21.
Marburg: Baker 15 Punkte (4 Steals), Benet 6, Gaudermann 8/2 Dreier, Greunke 9/1 (9 Rebounds), Köppl, Lee 4, Schaake 6, Schwarzkopf (n.e.), Thimm 8, Yohn 6 (6 Reb.).
Feldwürfe 34 Prozent (23/67), Freiw. 81 Prozent (13/16), Reb. 42 (def. 27), Turnovers 15, Ass. 10, St. 6, Blocks 2, Fouls 21.
Herne: Amojo 11/1, Davis 13/3 (6 Reb.),
Greinacher 17 (7 Reb., 3 St.), Harris, Karic 7, Lappenküper (n.e.), Mersch 14/1 (3 Assists, 4 St.), Slavova-Naneva 8 (6 Reb.), Sola (n.e.), van der Velde.
Feldw. 42 (25/60), Freiw. 100 Prozent (15), Reb. 38 (def. 31), TO 15, Ass. 14, St. 10, Bl. 1, F. 15.
Schiedsrichter: Lehnen, Rey. Zuschauer: 450.

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