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Flüchtlinge

Gießen | Das Engagement der deutschen Bevölkerung für Flüchtlinge finde ich ermutigend und bewegend.
Endlich wieder nach langer Zeit kann ich auf das Land stolz sein, zu dem ich ja inzwischen auch gehöre,
und muß mich nicht mehr schämen,wie zur Zeit der
Griechenlanddebatte.
Allerdings höre ich immer wieder besorgte Stimmen,
die ein Umkippen der öffentlichen Meinung und einen
allgemeinen Rechtsruck befürchten. Wenn man die
Kommentare in den Onlineausgaben unserer regionalen Tageszeitungen liest, muß man sich zugestehen, dass diese Befürchtungen, auch für
Gießen, nicht unbegründet sind.
Einer Umfrage zufolge sollen sogar 30% der Wähler
einen Rücktritt der Kanzlerin wegen ihrer Äußerungen in der Flüchtlingsfrage befürworten.
Diese Leute sollte man darauf hinweisen, dass Frau Merkel nichts anderes getan hat, als zu bekräftigen,
dass Deutschland sich, im Gegensatz zu anderen Ländern, an Recht und Gesetz halten und die Verpflichtungen aus internationalen Verträgen im
Umgang mit Flüchtlingen einhalten wird.
Man sollte sie auch darauf hinweisen, dass unmittelbar nach diesen Äußerungen ein Gesetzespaket beschlossen
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wurde, durch das die Bedingungen unseres Asylrechts deutlich verschärft werden. Die Liste der sogenannten sicheren Herkunftsländer wurde erweitert, Abschiebungen sollen erleichtert werden. Und so großzügig geht unsere Regierung mit der Einstufung als sicheres Herkunftsland um, dass jetzt sogar Afghanistan auf die Liste dieser Länder kommen soll.
Ja, was wollt ihr denn noch? Das möchte man die Kritiker einer angeblich zu großzügigen Flüchtigspolitik fragen. Sollen wir womöglich noch Zäune bauen und Internierungslager einrichten?
800 000 Flüchtlinge im Jahr, das ist gerade einmal
1% unserer Bevölkerung. Auch wenn diese Zahl überschritten wird, sollte es ein Land unserer Größe und Wirtschaftskraft nicht überfordern, eine solche Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen und zu integrieren.
Die augenblicklichen Zustände von Chaos und Überforderung sind ja nicht auf eine zu große Zahl
von Flüchtlingen zurückzuführen, sondern darauf, dass man es versäumt hat, sich auf eine vorhersehbare Situation angemessen vorzubereiten.
Stattdessen hat man viel Geld und Energie vergeudet
bei dem sinnlosen Versuch, die Flüchtlinge fernzuhalten, und hat starrsinnig an der sinnlosen und inhumanen Dublinregelung festgehalten.
Auch der Versuch, gegen Schlepperbanden auf dem
Mittelmeer militärisch vorzugehen, ist sinnlos.
Es handelt sich um einen Geschäftszweig der international agierenden organisierten Kriminalität.
Der Verlust der Schiffe wird einkalkuliert ebenso wie eine größere Zahl von Todesopfern unter den Flüchtlingen.
Um an die Organisatoren der Schlepperbanden heranzukommen, sollte man lieber die Polizei personell und technisch besser ausstatten.
Die meisten der falschen Entscheidungen, die zu den jetzigen Problemen geführt haben, wurden auf europäischer Ebene oder auf nationaler Ebene gefaßt, wie z.B.der Abbau von Personal in den für Flüchtlinge zuständigen Institutionen.
Die kurzsichtige Strategie vieler Städte, Wohnungen vor Allem für eine gutbetuchte Klientel zu schaffen, um so ihre finanzielle Situation zuverbessern,trägt sicher jetzt zu einer Verschärfung der Situation bei.
Ich hoffe, dass unsere Regierungen die Fehler der Vergangenheit erkennen, und die Chancen nutzen können, die der Zuwachs um so viele in der Mehrheit junge Menschen für unsere überalterte Gesellschaft bedeutet.

Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.967
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 26.10.2015 um 17:22 Uhr
Merkel hat ihr Fähnchen in den Wind gehängt.
H. Peter Herold
29.375
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 26.10.2015 um 17:40 Uhr
Kein Widerspruch. Wichtig ist nur die Machterhaltung für sich, drum gibt es innerhalb der CSU niemanden der den Kanzlerposten übernehmen könnte, wenn ihr irgendwas passieren sollte. Ist im Interesse des Staates sehr kurzsichtig.
Stefan Walther
4.949
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.10.2015 um 23:02 Uhr
Nur eine Frage Frau Barthel: warum beteiligen Sie sich nicht an der Diskussion unter dem Beitrag von Frau Lennartz und stellen stattdessen einen eigenen Beitrag ein?
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 26.10.2015 um 23:19 Uhr
Das ist wirklich eine sehr eigenartige Frage!
Stefan Walther
4.949
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.10.2015 um 23:21 Uhr
Finde ich nicht!
H. Peter Herold
29.375
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 27.10.2015 um 08:41 Uhr
Eventuell will sie einfach ihre Sicht der Dinge darlegen.
Ich finde die Fragestellung schon auch merkwürdig.
Freie Meinungsäußerung?
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 27.10.2015 um 09:59 Uhr
Herr Walther, sie können ja mal erklären, wieso Sie so etwas fragen.
Zu den anderen Kommentaren: Leider geht es hier wie auch
sonst meistens, um Machterhalt. Zur rechten Zeit ihr Mäntelchen in den richtigen Wind zu hängen, das beherrschte Merkel wie
niemand sonst.
Ihre jetzige Taktik verstehe ich nicht so ganz.
Waren die jetzt von vielen so kritisierten Worte vielleicht nur als moralische Bemäntelung gedacht für die Verschärfung des Asylrechts gedacht? Dann schlägt ihre Heuchelei jetzt auf sie zurück. Und welche Rolle spielt dabei Schäuble , der Merkel zunächst verbal unterstützt hat und jetzt als nächster Kanzlerkandidat im Gespräch ist? Schäuble, das sollten wir nicht vergessen, hat noch eine alte Rechnung an Merkel zu begleichen. Ich habe neulich eine Interviewaufnahme von ihm
gesehen, auf derer lächelt.Dieses Lächeln fand ich sehr beunruhigend.
Sicher sollten sie ein Signal ans Ausland zur Verbesserung des
Images sein. Der häßliche Deutsche sollte wieder einbißchen hübscher werden! Und ein Appell zur Zusammenarbeit--was bisher nicht in ihrem Sinne funktioniert hat.
H. Peter Herold
29.375
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 27.10.2015 um 13:00 Uhr
Wo soll es da bei IHR ein Zusammenarbeit geben. Innerhalb IHRER Partei hat SIE alle rausgekungelt, die IHR hätten gefährlich werden können. Nun steht die PARTEI ohne einen Nachfolger oder Nachfolgerin da, die in der Lage wäre Deutschland zu führen.
Karl-Ludwig Büttel
3.882
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 27.10.2015 um 14:00 Uhr
Hier in der GZ gibt es doch genug die in der Lage sind Deutschland zu führen. Müssen nur in eine Pertei und los geht's. Die CDU wird sicherlich hier in der GZ eine geeignete Person finden. Da mache ich mir keine Sorgen. Ich hoffe nur vor lauter geküngel vergisst keiner die humanitäre Behandlung aller flüchteten Menschen.
Sich so zu fokussieren(auf Merkel hören wir ja jeden Montag) lässt leider den Blick auf das wesentliche vermissen.
Kurt Wirth
3.381
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 27.10.2015 um 18:29 Uhr
Die Flüchtlingsfrage muß auch Angela Merkel in verschiedenen anderen Zusammenhängen sehen und abarbeiten: Seit einigen Jahren übt Deutschland faktisch - auf Grund der wirtschaftlichen Stärke - eine Führungsrolle in Europa aus. Das veranlaßt natürlich viele andere europäische Länder, nun auch Deutschland in der Flüchtlingsfrage den Vortritt zu lassen, teils mit Häme, teils mit Schmunzeln auf den Backenzähnen. Man winkt die Flüchtlinge munter durch: Nun zeigt ihr Deutschen auch in dieser Frage , daß ihr die Musterschüler seid.

Bayerns CSU reagiert immer heftiger gegen die österreichischen Nachbarn: "Österreich ist der größte Schleuser!". Dabei nimmt Österreich, gemessen an der Bevölkerungszahl fast genauso viele Flüchtlinge selbst auf, wie Deutschland.

Angela Merkel stünde in Europa schlecht da, wenn sie Seehofers Positionen übernähme.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 27.10.2015 um 18:32 Uhr
Genau das ist ja das Problem. In allen Staaten hat zur Zeit die politische Küngelei den Vorrang vor dem Wesentlichen.
Sonst hätte man schon längst bessere und humanere Lösungen
für das" Problem " mit den Flüchtlingen als die bisherige Strategie der Abschottung.
Stefan Walther
4.949
Stefan Walther aus Linden schrieb am 27.10.2015 um 19:25 Uhr
Ist nicht so wichtig Frau Barthel, aber klar kann ich erklären warum ich die Frage gestellt habe = es geht nicht nur mir so, oft werden innerhalb weniger Tage zum gleichen Thema verschiedene Beiträge von verschiedenen Personen eingestellt, die aber jeweils die Beiträge der anderen ignorieren. Manche stellen dann einen Link ein zum entsprechenden Beitrag, der bereits in der GZ eingestellt wurde usw. usw.
Und ich habe es halt mal anders gemacht, ich habe Ihnen die Frage gestellt. Wie gesagt, nicht so wichtig, aber meine persönliche Meinung ist = ein Beitrag ist völlig ausreichend und dann darunter die kontroverse Diskussion führen ( völlig egal von wem er eingestellt wurde ).
Hat mit Ihnen persönlich gar nichts zu tun, aber ich werde einzig aus diesem Grund hier nicht ( auch noch ) Kommentare schreiben, vielleicht dann sogar noch Wiederholungen....
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 27.10.2015 um 19:49 Uhr
Ich habe es zur Kenntnis genommen,bin aber nicht ihrer Meinung.
Ich habe einige zeit hier gar nicht reingeschaut.Als ich den
Beitrag gesehen habe,gab es schon 50 Kommentare.Das ist meiner Meinung nach genug.Jeder,der dann mitdiskutieren will,
muß sich durch 50 teils redundante Kommentare durchlesen.
Stefan Walther
4.949
Stefan Walther aus Linden schrieb am 27.10.2015 um 19:56 Uhr
Kein Problem, so hat jede(r) seine / ihre Meinung...
H. Peter Herold
29.375
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.10.2015 um 08:30 Uhr
Ja Frau Barthel hat recht. Früher am Anfang der Zeitung da konnte ich noch alle Beiträge zumindest überfliegen. Heute reicht mir meine Zeit nicht mehr dazu und dann noch andere Kommentare lesen, warum? Es genügt doch wenn ich meine Meinung zum Beitrag schreibe. Muss ich mich dann auch noch mit 50 anderen auseinandersetzen?
H. Peter Herold
29.375
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.10.2015 um 17:51 Uhr
Ich habe das hier nie als Kommentarplattform angesehen. Das habe ich aber schon mehrfach zum Ausdruck gebracht.
Na ja, wer keine Beiträge schreibt der kann gut kommentieren. Sich selber mal der Aufmerksamkeit anderer aussetzen, dazu fehlt Ihnen neben Mut noch einiges andere. Aber jetzt fragen Sie bloß nicht wieder was. Eventuell ein eigenes Thema;-))
Karl-Ludwig Büttel
3.882
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 28.10.2015 um 18:02 Uhr
Herr Herold was soll denn jetzt wieder. Sind hier nicht zu Hause und lesen Zeitung sondern im Internet mit gewünschten Kommentarthreads.
H. Peter Herold
29.375
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.10.2015 um 21:28 Uhr
Der Klügere gibt nach. Sind Sie das nicht?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Gertraud Barthel

von:  Gertraud Barthel

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