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Verzögerung bei Notunterkunft für Flüchtlinge in Lich: Landkreis belegt für fünf Tage Sporthalle der Anna-Freud-Schule

Gießen | Die bestehenden Unterbringungsplätze für Flüchtlinge im Landkreis Gießen reichen nicht mehr aus. In Leihgestern ist eine erste Notunterkunft entstanden. Da aber die Kapazitäten bereits in der nächsten Woche erschöpft sind, wird der Landkreis Gießen in Absprache mit Bürgermeister Bernd Klein eine zweite Leichtbauhalle auf dem alten Sportplatz Oberstadt in Lich errichten lassen. Diese ist, wie in Leihgestern, für höchstens 200 Personen ausgelegt. Die dafür vorgesehenen Flüchtlinge werden am Dienstag, 3. November, erwartet.

Allerdings können sie nicht vor Donnerstag, 5. November, einziehen. „Es müssen noch Rohre für den Kanalanschluss gelegt werden“, erläutert Dr. Christiane Schmahl, Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises. Dies und weitere logistische Verzögerungen führen dazu, dass die Sporthalle der Anna-Freud-Schule von Montag bis Freitag, 2. Bis 6. November vom Landkreis belegt werden muss.

„Wir müssen leider zwischenzeitlich eine Sporthalle nutzen. Es tut uns sehr leid, dass der Vereins- und Schulsport deshalb in dieser Woche nicht stattfinden kann“, betont Christiane Schmahl. Die Notsituation habe die
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Entscheidung aber unumgänglich gemacht. Bürgermeister Bernd Klein ist von der Belegung informiert. Die Stadtverwaltung informiert die betroffenen Vereine. Christiane Schmahl selbst hat versucht Kontakt mit der Leitung der Anna-Freud-Schule und der Erich-Kästner-Schule aufzunehmen. „Das ist in der Ferienzeit jedoch nicht ganz einfach.“

Nachdem der eigentliche Plan kurzfristig geändert werden musste, werden nun Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lich am Montag, 2. November, rund 100 Feldbetten in der Sporthalle der Anna-Freud-Schule aufbauen. „Wir sind sehr dankbar über diese Unterstützung“, dankt sie im Voraus den ehrenamtlich Engagierten. Etwa die gleiche Zahl an Hochbetten werden die Feuerwehrkräfte am Donnerstag, 5. November, montieren, wenn die Leichtbauhalle eingerichtet werden kann.

„Wie man sich denken kann, planen wir momentan von Woche zu Woche, um die vielen Flüchtlinge hier im Landkreis unterzubringen, die uns vom hessischen Sozialministerium zugewiesen werden“, erklärt Christiane Schmahl. Bis Jahresende erwartet der Landkreis wöchentlich 100 Flüchtlinge aus der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung – insgesamt 1400 im vierten Quartal des Jahres. „Wir hoffen, am Donnerstag und spätestens Freitag von der Sporthalle in die Leichtbauhalle umziehen zu können“, sagt sie weiter.

Während einer Bürgerversammlung am Donnerstag, 29. Oktober, werden ab 19 Uhr im Bürgerhaus Lich die Fragen rund um die Notunterkunft auf dem Sportplatz und das Ausweichquartier in der Sporthalle der Anna-Freud-Schule beantwortet. Dabei werden anwesend sein: Dirk Oßwald (Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent) und Bernd Fischer (Erster Stadtrat) sowie Vertreter des Diakonischen Werks Gießen und des Deutschen Roten Kreuzes Kreisvereinigung Gießen.

Die Licher Leichtbauhalle entspricht der Halle in Leihgestern. Auch sie wird höchstens 200 Personen aufnehmen können. Duschen, Toiletten und Waschmöglichkeiten stehen in Containern zur Verfügung. In Abstimmung mit Bürgermeister Klein wurde der alte Sportplatz ausgesucht, weil er die notwendige Infrastruktur besitzt und derzeit nicht in Nutzung ist.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landkreises arbeiten seit Wochen fieberhaft daran, Gebäude zu finden, die für Flüchtlinge entweder in Familien oder als Gemeinschaftsunterkunft geeignet sind. „Der Immobilienmarkt gibt aktuell leider zu wenig her“, sagt Christiane Schmahl, „der Bedarf ist zu groß.“ Bei der zweiten Leichtbauhalle fließen die Erfahrungen mit ein, die in Leihgestern gesammelt worden sind. Dabei handele es sich um eine vorübergehende Notunterkunft, wie die Erste Kreisbeigeordnete betont: „Wir suchen weiterhin intensiv nach dauerhaften Unterkünften und prüfen geeignete leerstehende Gebäude.“

Hierzu ist der Landkreis auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wer ein Haus oder eine Immobilie hat, das oder die sich als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge eignen könnte, schreibt bitte eine E-Mail an Hagen Roth, hagen.roth@lkgi.de. Der Landkreis Gießen sucht zudem dringend Zimmer, Wohnungen und Häuser, die für Flüchtlinge geeignet sind. Wer eine Wohnung vermieten möchte, schreibt bitte eine E-Mail an asyl@lkgi.de, schildert die Lage, Größe sowie Aufteilung der Wohnung und gibt die persönlichen Kontaktdaten an. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung sichten die Angebote so schnell es geht.

Weitere Informationen sind auf der Startseite des Landkreises http://www.lkgi.de erhältlich.

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