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Es ist genug für alle da- Refugees welcome

Gießen | Heute kamen rund 1000 Menschen der Aufforderung und Einladung nach für eine „bunte, weltoffene Stadt“ zu demonstrieren.

Nach den ersten Redebeiträgen folgte anschließend eine Demo zu der Kundgebung am Katharinenplatz und der Abschlusskundgebung am Kirchplatz. Das Motto lautete »Demo für Vielfalt und gegen Rassismus« und viele Parteien, Jugendorganisationen, Bündnisse, Sportvereine, Hilfsorganisationen der Flüchtlingsarbeit und und die Kirche waren vertreten.

Hier ein Flyer der ANTIFA Plenum Giessen, der verteilt wurde, dem ich im vollen Umfang zustimmen kann:

Tausende Menschen sind im ersten Halbjahr 2015 beim Versuch gestorben, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen bei dem Versuch Armut, Verfolgung oder Krieg zu entkommen. Diejenigen, die es nach Deutschland schaffen, werden in Turnhallen und Zeltstädten untergebracht. Menschenrechtsorganisationen berichten von katastrophalen Zuständen dort: Kaum medizinische Versorgung, schlechte Hygiene und zu wenig Nahrung. Schaut man sich Bilder dieser Unterbringungen an, denkt man an Krisengebiete. Gleichzeitig werden die EU-Außengrenzen weiter zur Flüchtlingsabwehr abgeschottet und Flüchtlinge sowie ihre Unterkünfte von Faschisten angegriffen.

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Hilfsbereitschaft jetzt notwendig

Vor einigen Wochen wurde in den Leitmedien erstmals deutlich sichtbar was längst schon Realität ist. Tausende Flüchtlinge treffen mit Zügen aus Ungarn und Österreich ein. Die Bevölkerung reagiert mit enormer Hilfsbereitschaft. Essensausgaben und Willkommensgesten werden organisiert. Auch viele GiesserInnen organsisieren seit Wochen freiwillig für die Geflüchtenden, die am hessischen Erstaufnahmelager ankommen. Es ist beeindruckend, wie viele sich real für eine Willkommenskultur einsetzen, die bei den PolitikerInnen nur eine leere Phrase ist.
Flüchtlinge werden in Turnhallen, Zelten oder der Halle des THWs in Wetzlar untergebracht, gleichzeitig stehen andernorts ganze Stadtteile leer. Sie sind auf die unentgeltliche Hilfe Ehrenamtlicher angewiesen. Das jedoch nimmt diesen Staat nicht aus der Verantwortung sich um diese / Aufgabe zu kümmern.
In Ingolstadt wird auf Betreiben der bayerischen CSU-Regierung stattdessen ein Lager gebaut, in dem ausschließlich Menschen aus Südosteuropa untergebracht werden sollen. Weil sie „Wirtschaftsflüchtlinge“ aus dem Ostbalkan seien, also vor Armut und Hunger fliehen,
hätten sie kein Recht in Deutschland zu sein. Die Einrichtung ist so konzipiert, dass der Abschiebeprozess innerhalb eines Monats vonstatten geht. Bund und Länder drücken sich davor, den Kommunen zu helfen ausreichend qualifiziertes Personal für die Betreuung und Versorgung der Flüchtenden einzustellen. Stattdessen wird billigend in Kauf genommen, dass sich viele ehrlich helfende Hände freiwillig und ehrenamtlich aufreiben um Hilfe zu leisten. Aus Sicht der Herrschenden sind traumatisierte, kriegsgeschädigte und fluchtgezeichnete Menschen es wohl nicht wert von entlohnten ausgebildeten Fachkräften betreut zu werden.

Niemand flüchtet freiwillig!

Nicht nur die NPD, sondern auch die CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis90/Die Grünen hetzen mit Begriffen wie "Wirtschaftsflüchtlinge" oder "sichere Herkunftsländer". Hartnäckig hält sich das Gerücht, Flüchtlinge bekämen bis zu 8.000 Euro bei ihrer Ankunft in Deutschland. Die Realität sieht anders aus: Flüchtlinge leben in Deutschland meist unter unzureichenden Bedingungen auf engstem Raum, dürfen sich nicht frei bewegen, und ihnen wird verboten zu arbeiten. Ob sie wollen oder nicht, sie sind auf mickrige staatliche Unterstützung angewiesen und haben kein Chance sich eine Perspektive aufzubauen. Hinzu kommt die permanente Angst, abgeschoben zu werden.
Es gibt viele Gründe für Flucht: Armut, Krieg, Hunger, Vertreibung, politische Verfolgung, Unzufriedenheit. Flüchtenden zu unterstellen, sie kämen nur aufgrund der „Anreize“ deutscher Sozialpolitik nach Deutschland, sie kämen um sich hier ein laues Leben zu ermöglichen, ist pure Ignoranz und Hetze. Flüchtlinge riskieren bei einer Fahrt übers Mittelmeer ihr Leben, ebenso wie in einem LKW durch Osteuropa. Sie wissen, dass ihre Familie beim Versuch die mazedonische Grenze zu überqueren zerrissen werden kann. Warum würden sie bis zu 10.000 Euro für Schlepper bezahlen, wenn sie in Deutschland weniger als 9 Euro pro Tag bekommen? Flucht hat nichts mit vermeintlichen deutschen „Anreizen“ zu tun, Flucht bedeutet zu überleben!
Doch in Deutschland steigt die Zahl rechter Übergriffe: 2012 gab es offiziell 24 rechts-motivierte Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte, 2014 waren es 162 rechte Angriffe. Im ersten Halbjahr 2015 waren es 175 – Körperverletzung, Brandstiftung und sogar Schüsse auf Flüchtlingsunterkünfte in Leipzig und Bochum. Demonstrationen und Veranstaltungen von FlüchtlingsunterstützerInnen, wie zuletzt in Heidenau, werden kriminalisiert.
Rechte Bewegungen werden durch den Staat oftmals gezielt aufgebaut und gelenkt.
So wurde kürzlich aufgedeckt, dass ein Mitgründer der gewalttätigen "Hooligans gegen Salafisten" V-Mann des Verfassungsschutzes war.

„Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“.

Dieser Satz ist auf den Plakaten protestierender Flüchtlinge zu lesen. Und damit haben sie Recht: Dass die Außenpolitik Deutschlands und der anderen NATO-Staaten zu den Umständen in den Heimatländern der Flüchtlinge beiträgt, wird deutlich, wenn in Ländern wie Syrien oder dem ehemaligen Jugoslawien imperialistischen Mächte unter dem Deckmantel von „Demokratisierung und Friedenseinsätzen“ das politische System nach den Interessen der Banken und Konzerne umwälzen – wenn nötig mit militärischen Mitteln. Dass es dabei nicht um Demokratie oder die Verteidigung von Menschenrechten geht, wird schnell klar. Es geht um Einflusssphären für deutsche Politik und Unternehmen, um Absatzmärkte und Rohstoffe, geostrategische Interessen, um billige Arbeitskräfte. Sie hinterlassen Armut und Krieg in den betroffenen Ländern und schaffen schließlich auch die Bedingungen für andauernde Gewalt. Mit einer Verschärfung von nationalen Konflikten nimmt natürlich auch die politische Verfolgung zu.
Hier hat Deutschland seine Finger tief mit drin. Die genehmigten Waffenexporte der Bundesregierung, haben im ersten Halbjahr 2015 bereits den Wert des gesamten Vorjahres erreicht. Diese Waffen werden unter anderem nach Saudi Arabien und die Türkei geliefert – Länder die unter anderem den IS direkt ausstatten.

Gegen Rassismus und bürgerliche Heuchelei

Schuld haben die Herrschenden, nicht Flüchtende. Wenn die Rente gekürzt wird, immer unsichere Arbeitsplätze herrschen, Kommunen pleite sind, wenn immer mehr Jobs gestrichen werden, dann ist das eine Folge der Politik von CDU, SPD und Bündnis90/Die Grünen, die die Interessen der Banken und Konzerne vetreten. Für die militärische Abschottung Europas werden Milliarden aufgebracht- während Flüchtlinge an der Außengrenze sterben und hier die Sozialleistungen gekürzt werden. Diese unsoziale Politik der Bundesregierung bereitet den Boden für rechte Hetze. Es sind Banken und Konzerne, die von Krieg, Abschottung und Ausbeutung profitieren, aber weder die Menschen innerhalb noch außerhalb Deutschlands.

- Waffenexporte verbieten
- Nazis konsequent entgegentreten, den antifaschistischen Selbstschutz aufbauen.
- Nieder mit der Festzung Europa, Frontex versenken.

Abud, 26 Jahre aus Syrien berichtete (was übersetzt vorgetragen wurde) über seine Flucht
DGB Kreisvorsitzender Klaus Zecher
Cridafu


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Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
4.850
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.10.2015 um 17:33 Uhr
Das ging ja schnell Martina, danke für den Beitrag!
( rund 500 Menschen ist leicht untertrieben, selbst das Ordnungsamt spricht von ca. 800 TeilnehmerInnen, die Veranstalter von ca. 1.000 )
Martina Lennartz
6.285
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 17.10.2015 um 19:52 Uhr
Lieber Stefan, du hast Recht. Ich hatte am Anfang mal gezählt und diese Zahl (vor dem Rathaus) im Kopf behalten. Habe gesehen, dass sogar der Gießener Anzeiger auch von 1000 Leuten spricht. Danke dir für den Hinweis- ich werde es oben gleich ändern.
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 17.10.2015 um 20:06 Uhr
„Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“.
Dein wihtiger Absatz nach diesem Satz gefällt mir besonders gut !

Auch ich danke für Deinen Beitrag, Deine Infos !

PS: Die Hessenschau berichtete ebenfalls recht ausführlich darüber.
H. Peter Herold
29.024
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.10.2015 um 00:38 Uhr
Wird uns jetzt nach dem Unrecht durch das Dritte Reich eine neue Schuld aufgemacht?
Ich bin nicht gegen die Flüchtlinge, aber war es nicht blauäugig zu sagen "Wir(die Kanzlerin zählt da auch dazu?)schaffen das" wo doch der Winter vor der Tür steht und für solche Menschenmassen keine entsprechenden Unterkünfte da sind.
Ja Essen haben wir genug, aber wir haben ja für unsere Leute, z. B. die Studenten nicht einmal genug Räumlichkeiten.
Demo und Protest ist nicht genug.
H. Peter Herold
29.024
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.10.2015 um 01:04 Uhr
Sie sind die größte Heuchlerin. Was tun Sie aktiv für andere Menschen?
Es wird hier niemand gegeneinander ausgespielt. Statt Leute hätte ich ja auch Bürger schreiben können. Wo ist da der Unterschied?
Es ist doch Tatsache und durch nichts zu bestreiten, dass hier großartige Versprechungen gemacht wurden, ohne zu bedenken, wo bringen wir all die Menschen die da kommen, wintergerecht unter und die kalte Jahreszeit dauert doch fast 6 Monate.
Das war es was ich herausstellen wollte. Die Kanzlerin lädt ein und die Bürger(Kommunen) müssen schauen wohin mit den Kommenden.
122
Sabine Albrecht aus Linden schrieb am 18.10.2015 um 07:21 Uhr
Ich finde die Unterscheidung - "unsere Leute" und "die Anderen" bzw "wir" Deutsche und die "Flüchtlinge" gedankenlos und in die falsche Richtung weisend. Dementsprechend fordere ich bezahlbaren Wohnraum für uns alle - es gibt in Deutschland - habe ich gerade gelesen, ca 500 000 Obdachlose und die Zahl ist steigend, und natürlich müßen Studenten, Arbeiter, Rentner und alle alle bezahlbare Wohnungen bekommen und eine ausreichend bezahlte Arbeit für ein menschenwürdiges Leben. Es gibt da 1 % Menschen in Deutschland, die haben unser Geld. Wohnungen gibt es zwar wohl in Gießen nicht ganz soviele leerstehend aber z.B. im Ruhrgebiet massenweise Leerstand. Und klar muß die Politik in die Richtung gehen, daß die Menschen in ihrer Heimat ein Leben ohne Krieg und Hunger führen können. Das Thema ist nicht einfach und die Ängste werden bewußt geschürt, es wird ja alles so inszeniert mit Diskussionen um Mindestlohn, Krankenversicherung, Turnhallenbeschlagnahmung - nur da werden die Flüchtlinge benutzt und sie sind nicht die Ursache dafür, wie uns erzählt wird.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 18.10.2015 um 07:57 Uhr
Danke für die Einstellung des Artikels. Hat mich etwas gewundert, dass hier in der Onlineausgabe keine Veranstaltungsankündigung drin war, aber der inhaltsreiche Artikel macht das Versäumnis meines Erachtens wett.

Hätte nicht gedacht, dass ich mit Frau Back mal soweit inhaltlich übereinstimme. Sie schrieb: (...) "DAS ((gemeint ist das Einstehen für bezahlbaren Wohnraum - bei fehlenden Wohnungen bei Studenten regen sich nur wenige auf)) ist bürgerliche Heuchelei vom Allerfeinsten." (....)

Ja, Frau Back, die Bürgerlichen pflegen ihre Doppelmoral immer wieder vom Feinsten. Deswegen bin ich ja auch so froh, dass ich Arbeiter und kein Bürgerlicher bin. Trotzdem war ich auf dieser wichtigen Demonstration mit einem Schild: (eine Seite) Nie vergessen (andere Seite) Die meisten Fremdenfeinde sind Bürgerliche!

Soll in Kurzfassung (das Schild war nicht groß) heissen:

Ja, auch unter Arbeiter gibt es Fremdenfeinde.

UND

In der gesellschaftlichen Mitte (dem Bürgertum) sitzen die mächtigsten Fremdenfeinde. (Also nicht nur Rechts und Rechtsaussen!)

Ich denke insgesamt gesehen war auf dieser Demonstration auch nicht der typische Bürgerliche (dann wäre die Demonstration auch größer gewesen), sondern der fortschrittliche Teil. Ich vertrete die Ansicht mit diesen Menschen kann und soll der klassenbewusste Arbeiter für eine andere Welt kämpfen.

Diese Menschen haben nämlich erkannt, dass zu einer nichtkapitalistischen Welt eine andere Reichtumsverteilung gehört. Eine Verteilung, welche auch dazu führt, dass sie ihren gewohnten Level des Lebensqualität nicht halten können.

Und bei dieser inhaltlichen Aussage möchte ich Martina widersprechen. Ich finde den Artikel mit "Es ist genug für alle da!" zu überschreiben unklug.

Natürlich ist für jeden Menschen auf der Erde zum überleben genug da. Aber ganz sicher (falls es politisch gelänge das durchzusetzen) können nicht alle Menschen den Lebensstandart geboten werden den in der BRD der Durchschnitt der Bevölkerung sich erarbeitet hat. Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich vermute: Nicht einmal die Lebensqualität, welche in der Regel "die vom kapitalistischen System Ausgekotzten" noch haben.

Das ist wahrlich keine neue Erkenntnis. Mit zu meinem "links werden" hat die 1972 erschienene Studie über die "Grenzen des Wachstums" bei getragen. * Sie entlarvte die damals ständig von den Gewerkschaften und der Partei der Arbeiterverräter raus posaunte "Wahrheit" .... wir müssen nur das Wachstum steigern, dann bekommen die Arbeiter mehr .... als Propagandatrick.

Nein, es ist zwar für Alle genug da. Wer aber nicht sagt was er unter "genug" versteht betreibt Desinformation. Genug zum Überleben, das ist korrekt. Aber wer den "Armen dieser Welt" wirklich ein Leben mit mehr als dem nackte Überleben verschaffen will, kommt nicht drum herum die Reichen zu entmachten und deren Vermögen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

* Die Grenzen des Wachstums (Originaltitel: englisch The Limits to Growth) ist eine 1972 am St. Gallen Symposium vorgestellte Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft. Ausgangspunkt der Studie war es, zu zeigen, dass das aktuelle individuelle lokale Handeln Aller globale Auswirkungen hat, die jedoch nicht dem Zeithorizont und Handlungsraum der Einzelnen entsprechen.

Die Studie wurde im Auftrag des Club of Rome erstellt und von der Volkswagenstiftung mit seinerzeit einer Million DM finanziert. Donella und Dennis Meadows und deren Mitarbeiter an Jay Wright Forresters Institut für Systemdynamik führten dazu eine Systemanalyse und Computersimulationen verschiedener Szenarien durch.

(......)

Das benutzte Weltmodell diente der Untersuchung von fünf Tendenzen mit globaler Wirkung: Industrialisierung, Bevölkerungswachstum, Unterernährung, Ausbeutung von Rohstoff­reserven und Zerstörung von Lebensraum. So wurden Szenarien mit unterschiedlich hoch angesetzten Rohstoffvorräten der Erde berechnet, oder eine unterschiedliche Effizienz von landwirtschaftlicher Produktion, Geburtenkontrolle oder Umweltschutz angesetzt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 18.10.2015 um 12:32 Uhr
Der Mangel an Wohnraum, bezahlbaren Wohnungen, ist seit Jahren ein Thema. Das war bisher kein " nur " auf Studenten bezogener Sachverhalt !

Mich beunruhigt eine aufkommende Spaltung innerhalb der Bundesrepublik, innerhalb der EU, was das Thema "Refugees welcome " angeht. Ich finde es durchaus unangebracht, dazu einen "Kastenunterschied" zu erstellen. Es gibt sehr viele Ehrenamtliche aus dem Mittelstand, es gibt sehr viele Akadamiker, die sich in Abneigungen üben !

@ Martin : was bitte verstehst Du unter "der fortschrittliche Teil"
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 18.10.2015 um 13:53 Uhr
Kurz zu Birgits Frage:

Dich und weitere Menschen, die so argumentieren und handeln wie du.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.10.2015 um 14:05 Uhr
Ebenso die obdachlosen Frau Back. Die sind übrigens eher bereit zu Teilen und abzugeben, anders als es hier und in den Medien gerne dargestellt wird. Einzig unser Wohlstandsdeutschen haben doch ein Problem mit den Flüchtlingen aus Angst sind könnten etwas von ihrem Wohlstand abgeben müssen. Sie haben vollkommen Recht wenn Sie schreiben, dass sich jahrelang nur wenige für die Menschen am Rand unserer Gesellschaft eingesetzt haben. Jetzt kommen die Gleichen die die Hilfe verweigerten oder mit Desinteresse glänzten und wollen die Gruppe gegen die Flüchtlinge ausspielen. Das ist an Erbärmlichkeit nicht zu überbieten.
Ein Land wie Deutschland wird diese Krise schaffen. Die Menschen haben ein Recht hier zu uns zu kommen, weil sie sich hier ein sicheres und besseres Leben erhoffen. Deutschland hat das Potential zur Not müssen wir Alle ein wenig zusammen rücken und vielleicht mal ein bisschen abgeben. Die Politik hat sicherlich Fehler gemacht und die Situation falsch eingeschätzt. Diese merke ich bei meiner täglichen Arbeit mit den Flüchtlingen. Es sind aber keine Fehler die nicht abwendbar sind. Gerade unsere Ehrenamtlichen Helfer kommen sicherlich an ihre Grenzen aber auch wir Hauptamtlichen, denn die normale Arbeit mit unseren Menschen am Rande der Gesellschaft läuft ganz normal weiter. Ich bin guter Hoffnung, dass sich alles bis ins Frühjahr gut eingespielt hat. Da rede ich von der Arbeit mit allen betroffenen Gruppen. Monetär haben wir in Deutschland kein Problem. Alleine um 9 Milliarde Euro sind die Steuereinnahmen gestiegen in 2015 da muss man nicht jammern. Deshakb denke auch ich , wenn es auch schwierig wird... es ist zu schaffen wenn man denn nur will.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 18.10.2015 um 14:07 Uhr
Kurz zu Frau Back:

(formal)
Ihre Bitte ist angekommen. Ich hatte nicht beabsichtigt ihre Aussage verfälscht wieder zu geben. Offensichtlich habe ich sie falsch verstanden. Vielleicht sollten sie sich einfacher ausdrücken.

(inhaltlich)
Ihr Satz (...) "...das Einstehen für bezahlbaren Wohnraum - bei fehlenden Wohnungen bei Studenten regen sich nur wenige auf" ... stimmt für Giessen so nicht. Ist gerade gut ein Jahr her, da hatte der örtliche Ableger des Bündnisses "umFAIRteilen" gerade dieses Thema versucht in die allgemeine politische Diskussion "reinzudrücken". (Auch mit der klaren Aussagen, das es kontraproduktiv ist verschiedene Bevölkerungsgruppen - damals ging es um Studenten und Hartz-IV-Bezieher - gegeneinander auszuspielen!)

Leider mit wenig Erfolg. Im Moment ist in Giessen lediglich der örtliche Mieterverein und kleinere Fraktionen im Stadtparlament diesbezüglich ernsthaft "am Ball" * . (Abgesehen von den üblichen leeren Versprechungen der diversen Parteien kurz vor einer (Kommunal)wahl.)

* Im Kreis ist es einer kleineren Fraktion durch eine große Beharrlichkeit gelungen, dass in absehbarer Zeit ein größerer Anteil von Beziehern von staatlichen Transferleistungen (Hartz-IV bzw. Grundsicherung) ihren Wohnraum ganz bezahlt bekommt bzw. teurere Wohnraum angemietet werden kann bzw. bei aktuell zu teuren Wohnraum kein Umzug angeordnete werden kann.
759
D. Theiß aus Lich schrieb am 18.10.2015 um 21:52 Uhr
Ein Sommermärchen, 2006 gab es auch ein Sommermärchen........
Stefan Walther
4.850
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.10.2015 um 23:07 Uhr
Herr Büttel,
ich teile Ihre Meinung nicht ganz wenn Sie sagen, dass einzig die "Wohlstandsdeutschen" ( oder sollte man diesen Begriff näher definieren? ) ein Problem mit den ankommenden Flüchtlingen haben. Man sollte den Versuch der Spalterei nicht unterschätzen, sondern - wie hier von Frau Back - konkret und offensiv dagegen argumentieren = wer ist dafür verantwortlich, dass es immer mehr Obdachlose, zu wenig bezahlbaren Wohnraum u.a. für Studierende und Hartz IV - Bezieher gibt? Wer spekuliert mit leerstehendem privaten Wohnraum und gewerblichen Gebäuden?
Die Flüchtlinge? = sicherlich nicht!
Und immer wieder die gleiche Frage, man kann sie anscheinend nicht oft genug stellen = würde ein(e) einzige(r) Studierende(r) / Hartz IV-Bezieher(in) besser gestellt werden, eher eine bezahlbare Wohnung finden, wenn es keine oder weniger Flüchtlinge geben würde?
Stefan Walther
4.850
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.10.2015 um 23:20 Uhr
Sabine, ich zitiere dich mal:
"Und klar muß die Politik in die Richtung gehen, daß die Menschen in ihrer Heimat ein Leben ohne Krieg und Hunger führen können." ( Zitat Ende )
Was tut "die Politik"? = sie faselt von Fluchtursachen bekämpfen und praktiziert die Bekämpfung von Flüchtlingen. Die Asylgesetze wurden verschärft, mit der Türkei sollen Abkommen geschlossen werden damit die Festung Europa weiter ausgebaut wird... der Krieg in Syrien geht unvermindert und mit immer mehr Beteiligten weiter, alle ausländischen Mächte vertreten nur ihre eigenen imperialistischen Interessen. Gleichzeitig lehnt "die Politik" es ab Druck auf die türkische Regierung auszuüben, dass zumindest ein humanitärer Korridor nach Syrien in die durch die Kurden vom IS befreiten Gebiete geschaffen wird usw. usw. "Die Politik" wird gar nichts tun um die tatsächlichen Fluchtursachen zu bekämpfen, und das ist dann dies, was hier im Beitrag / im Flugblatt als "bürgerliche Heuchelei" bezeichnet wird, oder wie die Flüchtlinge vielerorts sagen "Wir sind hier weil ihr unsere Länder zerstört".
Klaus Stadler
5.167
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 19.10.2015 um 15:14 Uhr
Lieber Herr Walther,einer der Zerstörer im Moment ist der lupenreine Demokrat Putin und sein Feund Assad. Vorschlag zur Güte: Wir laden alle Flüchtlinge der Welt zu uns ein und Das Deutsche Volk wartet auf die Wiedergeburt Moses. Dann wandern wir geschlossen aus diesem imperialistischen Staat aus, ins gelobte Land.
Stefan Walther
4.850
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.10.2015 um 22:55 Uhr
Sie haben völlig Recht damit, dass sich Russland - als imperialistischer Staat - genauso einmischt wie z.B. die USA und andere. Habe ich das etwa geleugnet? Komisch nur, dass Sie immer nur dann auf den Plan treten Herr Stadler wenn der russische Staat Unrecht tut, ansonsten schweigen Sie...
Hätten Sie zum Beispiel auch etwas zur Rolle der türkischen Regierung hier geschrieben, zu den Unterstützern des IS wie z.B. Saudi-Arabien oder Katar, dann wären Sie evt. glaubwürdig Herr Stadler....

"Das deutsche Volk"? Tut mir leid Herr Stadler, anscheinend haben Sie keine Ahnung davon wie sich die Welt - und auch Deutschland - entwickelt, dass Migration ein selbstverständlicher Teil der Menschheitsgeschichte schon immer war, wie sich dadurch erst Hochkulturen entwickeln konnten...

Von welchem "gelobten Land" Sie hier reden, das habe ich nicht kapiert!
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 20.10.2015 um 09:48 Uhr
Stefan schrieb:

(...) ".... dass Migration ein selbstverständlicher Teil der Menschheitsgeschichte schon immer war, wie sich dadurch erst Hochkulturen entwickeln konnten... " (...)

Inhaltlich lässt sich sicher darüber streiten. Aber bei dieser Demonstration ging es nicht um die Migration, sondern um das Asylrecht in der Verfassung, genauer um die schleichende Aushöhlung diese Rechtes durch den herrschenden Block. Noch genauer: um gesellschaftliche Vielfalt, gegen Rassismus, für die Unterstützung der Ehrenamtlichen bei der momentanen hohen Zahl von Asylbewerbern (gerade in Giessen) .......

Ich bin strikt dagegen Asylbewerber mit Migranten "in einen Topf zu werfen". Superkurz: Asylrecht erhalten und konsequent anwenden - BRD als Einwanderungsland in der Verfassung verankern und dann per Gesetze, Durchführungsverorsdnungen etc. in der Wirklichkeit etablieren - nein!

Übrigens, der herrschende Block "übersieht" im Moment in dieser Fragestellung - bewusst oder unbewusst ist mir nicht klar - die aktuelle Rechtssprechung.

(Anfang des Zitats)

Flüchtlinge sind im völkerrechtlichen Unterschied zu Migranten jene Menschen, deren Status durch die Genfer Flüchtlingskonvention geregelt ist. Diese haben gewisse Rechte, die Migranten im Allgemeinen nicht genießen, zum Beispiel das Recht auf Asyl. Der Begriff des Flüchtlings umfasst nach dem Genfer Abkommen ausschließlich Personen, die in ihrem Herkunftsland aufgrund von Hautfarbe, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe (Ethnie) oder politischer Überzeugung verfolgt werden und deshalb ihr Land verlassen:

„Der wesentliche Unterschied von Flüchtlingen und Migranten besteht darin, dass Migranten in ihrem Herkunftsland keine Verfolgung droht und sie jederzeit in ihr Heimatland zurückkehren können. Sie kommen in den meisten Fällen, um ihre persönlichen Lebensbedingungen zu verbessern, um zu arbeiten oder aus familiären Gründen. Manche Migranten verlassen ihre Heimat aber auch aufgrund extremer Armut und Not – diese Menschen sind aber nach den Gesetzen grundsätzlich keine Flüchtlinge.

(Ende des Zitats)

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Migrant
Martina Lennartz
6.285
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 20.10.2015 um 10:58 Uhr
Das bürgerliche "Bündnis für Toleranz und Vielfalt" hatte die Demo organisiert. Daher bot sich am Samstag teilweise leider auch ein Bild der Selbstinszenierung und Heuchelei, die nicht zu verkennen ist. Jeder, der die Medien verfolgt kann ganz leicht folgendes feststellen:

Platz 1. belegt hierbei die Junge Union, der Jugendverband der CDU. Die JU lief ganz vorne mit und setzte sich in Szene. Gleichzeitig werden aus JU und CDU Forderungen nach einem sofortigem Aufnahmestopp, Transitzonen zur Abschiebung, sowie Abschiebeverfahren von "höchstens 48 Stunden" laut.

Platz 2. geht an die SPD. Am Freitag stimmte sie im Bundestag für eine massive Asylrechtsverschärfung. Sie beinhaltet schnellere Abschiebeverfahren, eine Ausweitung der Abschiebehaft sowie die Einstufung von Kosovo, Albanien und Montenegro als sichere Herkunftsländer.
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 20.10.2015 um 19:14 Uhr
Alles RP - dazu zählen auch die Besuche von Politikern vorgenannter Parteien in den Notaufnahmelagern. Bei milden Temperaturen natürlich.
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 20.10.2015 um 19:16 Uhr
Alles PR !!!!!!!!!!!! ( Sorry )
Stefan Walther
4.850
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.10.2015 um 23:16 Uhr
Es geht hier nicht um Definition von Migranten und Asylbewerber Martin, und bitte verschone uns mit wikipedia-Zitaten... den Unterschied kennen sicher alle, auch die hier Kommentierenden. Es war eine Antwort an Herrn Stadler, der anscheinend den "Zustrom" von Flüchtlingen ( nur von Flüchtlingen? ) als Gefahr für das "deutsche Volk" sieht....
Es geht darum, dass es seit Beginn der Menschheitsgeschichte Völkerwanderungen gab und gibt, dass Migration nichts außergewöhnliches ist, genauso wenig wie die Verbreitung und Höherentwicklung von Kulturen, darüber gibt es aus meiner Sicht überhaupt nichts zu streiten, das sind Tatsachen.

Du hast die Nr. 3 - Die Grünen - vergessen Martina, sie haben "mit Bauchschmerzen, sozusagen als Kompromiss" der Verschärfung der Asylgesetze zugestimmt ( eigentlich meine Nr. 1, denn heuchlerischer geht`s kaum noch )
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 21.10.2015 um 09:05 Uhr
Superkurz zu Stefan:

Mag sein, dass Alle den Unterschied zwischen Migranten und Asylbewerber kennen. Aber handeln die Menschen danach? Ich finde ins besonders die Politiker, welche ja Alle einen Eid auf die Verfassung geschworen haben (selbst ich, als ich ein kleiner Abgeordneten in einem Parlament in Hintertupfingen war ...) eben nicht.

Ich spreche mich ja nicht dagegen aus, dass eventuell heutzutage nicht mehr aktuelle Passagen der Verfassung geändert bzw. die auf diesen Passagen fussenden Gesetze geändert werden sollen. (Wenn ich dich Stefan richtig verstanden habe, z.B. dass mehr berechtigte Fluchtgründe in das Asylgesetz eingeführt werden oder auch, das sich die BRD als Einwanderungsland in seiner Verfassung definiert.)

Ich habe nicht behauptet, dass Migration etwas außergewöhnliches ist; auch nicht, dass es in der Geschichte immer Völkerwanderungen gab. Ich kann dir auch zustimmen, dass ich gerne Pizza essen und es zweifelhaft ist, ob nicht ohne die erste Generation der Gastarbeiter in den 50er-Jahren in der alten BRD dieses Essen bei uns bekannt und so weit verbreitet wäre (das zum Beispiel zum Thema Höherentwicklung der Kultur ...). Das Alles geht meiner Meinung nach aber "am Thema vorbei".

Die Bevölkerung ist (zumindest nach dem Wortlaut des Grundgesetzes) der Träger der politschen Entscheidungen. Dafür bedient es sich der Verfassung, der Gesetze, der Parlamente, der Gerichte ....... (Ich willl hier den betreffenden Sozialkundeunterricht aus der Schule nicht wiederholen)!

Sind das nur leere Versprechungen? Ist das bnur (wie die Jungen so sagen) Verarsche. Vielleicht! Aber, wenn der herrschende Block - bewusst oder unbewusst das kann ich schlecht einschätzen - in dieser sicher nicht nebensächlichen Fragestellung einfach "die Bevölkerung" nicht fragt und auch nicht beteiligt, dann sollte die Linke und der fortschrittliche Teil des Bürgertums sagen: Nee, so liebe Leutchen geht das nicht. Wenn euch Passagen der Verfassung oder Gesetze prima passen, dann "haut ihr die uns ständig um die Ohren". Passen die einmal nicht, dann verdrückt ihr euch hinter den hohlen Phrasen von "... wir sind in einer Notsituation"(eine vornehme Umschreibung von ...... dann müssen wir uns nicht an festgeschriebenes Gesetz halten.....).

Stefan, was hast du gegen Wikipedia? Gut die Texte mögen manchmal etwas proffesional klingen, aber sie sind in der Regel zutreffend.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 21.10.2015 um 11:05 Uhr
Reagiert die Politik angemessen und flexibel wie es die Zeit nun mal erfordert, dann ist es am Volk vorbei oder verarsche oder sonst was. Reagiert die Politik nicht angemessen ist es auch nicht Recht. Dann sind die Politiker nicht in der Lage zu entscheiden oder faul. Die Verfassung muss schnell der Zeit und den Erfordernissen angepasst werden. Solange muss man halt geeignete Wege suchen. Das ist wichtig für den fortschrittlichen Teil der Bevölkerung Herr Wagner und nicht irgendwelche hohlen Phrasen aus der politischen Vergangenheit. In solchen Situationen muss im hier und jetzt entschieden werden und es müssen Lösungen her. Dies kann man nicht mit politischen Diskussionen. Ich wünschte mir die Politik würde noch schneller reagieren, damit allen Menschen geholfen werden kann. Sie bewegen sich wiedermal auf nebenschauplätzen die der Sache nicht dienen. Wir sind nun mal schon lange ein Einwanderungsland ob das dem einen oder anderen gefällt spielt dabei keine Rolle es ist in der täglichen Praxis so. Das Gesetze von vor fast 70 Jahren da nicht immer mithalten ist auch logisch. Sie müssen halt schnell angepasst werden. Da die Politiker die Stellvertreter des Volkes sind können sie in solchen Dingen nach den Erfordernissen schnell entscheiden. Man kann nicht immer das gesamte Volk fragen. Den Menschen die zu uns kommen und wollen denen muss schnell und unbürokratisch geholfen werden können, das geht nicht mit langem lamentieren. Natürlich muss das Ganze schnellst Möglich auch gesetzlich sauber aufgearbeitet werden.
Stefan Walther
4.850
Stefan Walther aus Linden schrieb am 21.10.2015 um 20:36 Uhr
Wir reden wieder mal etwas aneinander vorbei Martin, macht ja nichts, aber diese juristischen ( teilweise ) Spitzfindigkeiten interessieren mich nicht besonders - wie Herr Büttel schon schreibt, Gesetze werden geändert, so wie man es halt gerade braucht, und wenn die Lager voll sind, da werden halt "von heute auf morgen" neue "sichere Herkunftsländer" er-/gefunden, in Kürze dann vielleicht sogar noch die Türkei... ist ja dann Gesetz....

Wikipedia? = was ich dagegen habe, das ist die Leichtgläubigkeit vieler Menschen, die denken Wikipedia wäre eine unabhängige und neutrale Informationsquelle. Darüber hinaus diskutiere ich lieber durch Austausch von Meinungen - untermauert mit Fakten und Argumenten und Gegenargumenten - statt dass man sich auf irgendwelche Definitionen zurückzieht.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 21.10.2015 um 20:41 Uhr
Bei Wikipedia haben Sie vollkommen Recht, da kann jeder etwas hinzufügen oder ändern oder sogar steuern.

Ich hätte die Veränderungen gerne im umgekehrten Sinn Herr Walther. Gesetze zum Schutz der Menschen die in unser Land kommen.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 22.10.2015 um 08:26 Uhr
Stefan, ich finde du schwächelst aktuell in deiner Argumentation. Das bin ich garnicht von dir gewohnt.

Deine politische Grundhaltung ist mir sehr wohl bekannt und daraus entwickelst du in dieser Frage eine andere Antwort als ich. Das ist nicht mein Problem.

Aber du sitzt offensichtlich den z.Z. weit verbreiteten Gepflogenheit auf Menschen nicht genau als das zu bezeichnen was sie sind.

Ob zu Recht oder zu Unrecht darüber lässt sich sicher trefflich streiten, aber für mich ist es ein riesengroßer Unterschied, ob ein Mensch Asylbewerber ist oder Migrant. Warum? Siehe oben - ich finde Dauerschleifen einfach langweilig.

Ich versteige mich nicht in den Ansatz, dass die Herrschenden (unterstützt durch ihne wohl gesonnenen Massenmedien) bewusst den völlig unscharfen Begriff "Flüchtling" benutzen um ihr Interesse der (wie soll ich das jetzt diskriminierungsfrei schreiben ..... grübel ... grübel ......) Einwanderung durch die Hintertür bei einer skeptischen Grundhaltung weiter Teilen der Bevölkerung dies dieser schmackhaft zu machen. Nee, das unterstelle ich nicht. Eher eine gewisse Faulheit, da eben Flüchtling kürzer ist als Asylbewerber und Migranten.

Ja das deutsche Wort Flüchtling eignet sich zur Weckung von Empathie. Diesen Aspekt halte ich für richtig. Aber die meisten Mitbürger verwenden es für Menschen, welche mit wenig Habseligkeiten über Grenzen kommen. Und das ist bei Asylbewerbern und Migranten gleich. Und das finde ich zumindest verwirrend.

Ich kann und will dir keine Vorschriften machen. Ich schätze bisher bei dir, dass du dich genau ausdrückst. Ich an deiner Stelle würde bei deiner politischen Überzeugung auf den Begriff Flüchtling verzichten und von Asylbewerber und Migranten sprechen.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 22.10.2015 um 10:43 Uhr
Menschen sind auf der Flucht aus Kriegsgebieten die unsere Politik mit verschuldet. Somit sind es Flüchtlinge.
Viele Menschen kommen nach Deutschland um hier zu Leben und zu arbeiten, das sind für mich Einwanderer/Zuwanderer,
Migranten? Das ist für mich veraltet bzw. völlig falsch besetzt. Migranten sind wir ja irgendwie Alle. Zumindest haben wir nach der genetischen Definition alle einen Migrationshintergrund.
Da ich versuche Global zu Denken gibt es diese Begrifflichkeiten für mich persönlich nicht. Innerhalb eine Landes wird ja auch der Arbeit häufig nach gezogen oder nach gefahren. . Diese Menschen machen eigentlich nichts anderes.
Stefan Walther
4.850
Stefan Walther aus Linden schrieb am 22.10.2015 um 20:02 Uhr
Sorry Martin, du verbeisst dich in Definitionen und allerlei nebensächlichem Kram... und wirfst dann mir vor argumentativ zu schwächeln?
Natürlich werde ich weiterhin den Begriff "Flüchtlinge" verwenden, denn das ist der Kern um den es geht!
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 23.10.2015 um 07:37 Uhr
Widerspruch Stefan: ich verbeisse mich in Nichts.

Ich bin mit dir einer Meinung: Der Kapitalismus ist daran schuld, dass Menschen (um es mit Herrn Büttel zu schreiben - das halte ich für eine gelungene Realsatire) "der Arbeit häufig nach ziehen oder nach fahren müssen". In besonderen Fällen eben mal ein paar tausend Kilometer aus dem gewohnten Umfeld.

Der Kapitalismus muss schleunigst zu einer Episode der Geschichte gemacht werden.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 23.10.2015 um 09:06 Uhr
Sie können auch nur eine Schleife Herr Wagner. Haben Sie sonst nichts dazu beizutragen? Realsatire.....für Sie. Menschen die mit dem Arbeitssystem zu tun haben nehmen, dass sicherlich anders wahr als Sie Herr Wagner. Für mich ist das völlig logisch der Arbeit hinterher zu fahren oder zumindest zu Pendeln wie ich nach Frankfurt. Eine Vergleichbare Arbeit gibt es halt in Hungen nicht. Oder soll ich da jetzt eine Drogen und Obdachlosen Szene ansiedeln sowie 1000 UMF nach Hungen holen damit ich zu Hause arbeiten kann. Selten so ein Blödsinn gelesen. Nicht jede Arbeit gibt es halt vor der Haustür. Schon mal was von Großstadt und Dorf gehört. Sind die Unterschiede bekannt? Industrieansiedlung und Landwirtschaft geht das überall am gleichen Ort? Ihre Gedanken erschließen sich mir nicht….ich finde Ihre bedenklich zum Glück gibt es nicht so viele die so Denken. Ich jedenfalls habe gegenüber meiner Familie eine Verantwortung und kann mich keinen Illusionen hingeben.
Die Menschen (Flüchtlinge) sind jetzt in diesem System (Kapitalismus wie Sie es nennen) was nun mal eben gerade besteht in Not zu uns gekommen und müssen geholfen bekommen. Dazu ist es Notwendig schnell zu helfen und die Gesetze anzupassen. Ihren verhassten Kapitalismus können Sie ja irgendwann versuchen abzuschaffen. Nur wird das noch ein wenig dauern (hoffentlich) und wir leben nicht in einer Illusion sondern im hier und jetzt. Den Menschen hilft nicht zu Träumen die Flüchtlinge die zu uns kommen sind im Moment Realität und benötigen unsere Hilfe. Ich versteife mich dann lieber darauf jetzt, dass Beste für die Menschen zu tun. Träumen kann ich später noch. Verändern Sie das System und ich kümmere mich um die Menschen in Not. Das scheint für beide Seiten das Beste zu sein.
Aber bitte lassen sie sich Zeit. Ich möchte irgendwann nach 45 oder mehr Arbeitsjahren noch mit meiner Familie den Ruhestand genießen und nicht von Leuten wie Ihnen in den Ruin geführt werden.
Kurt Wirth
3.085
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 23.10.2015 um 18:11 Uhr
Dieser Tage waren auf arte Fernsehdokus über die Zustände in der Textilproduktion in Bangladesh (inzwischen ja bei uns schon etwas besser bekannt) und - noch viel schlimmer - über die Lederproduktion (da wird keiner älter als 50) ebendort zu sehen. Man kann über den Fatalismus, die Schicksalsergebenheit der Menschen dort nur staunen und sich wundern, daß nicht jährlich Hunderttausende aus diesen Gebieten nach Europa und Nordamerika strömen. Die Landwirtschaft verkümmert infolge der Klimaerwärmung und der Überschwemmungen und reicht nicht mal mehr zur Eigenernährung und die Menschen drängen in die Großstädte und bilden da die "industrielle Reservearmee" der internationalen Konzerne (wobei natürlich auch jeder einzelne den Kauf von sandgestrahlten Jeans verweigern könnte und damit Staublungen verringern könnte).
Irgendwann werden sich auch diese Menschen auf den Weg machen, als "Wirtschaftsflüchtlinge"!

In einer anderen Doku wurde aufgezeigt, wie im Zusammenwirken von Klimaerwärmung (Wegspülen von fruchtbarem Land an der Küste durch Anstieg des Meeresspiegels und im Landesinneren durch Starkregenfälle) und Landverkauf an internationale Konzerne, dort wo noch Landwirtschaft möglich ist bzw. nach Rodungen im Senegal. Die Erträge der so geschaffenen Plantagen sind für den Export bestimmt. Die Bevölkerung in den Dörfern, nunmehr ohne eigenes Land drumherum, kann sehen wo sie bleibt. Die Fischereirechte vor der Küste wurden an europäische Fangflotten verkauft, die senegalesischen Fischer fangen allenfalls noch etwas für den Eigenbedarf. Der Senegal gilt aus europäischer Sicht als politisches Musterland und vor allem als sicheres Herkunftsland. Die Praxis und die Fakten der Emigration werden uns eines besseren belehren, sofern es nicht möglich wird, die Verhältnisse schleunigst zu ändern.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 23.10.2015 um 18:16 Uhr
Die Ursachen der Flucht sind sicherlich in den wirtschaftlichen Interessen und in der Art des immer weiteren Geldvermehrens zu suchen. Dies gilt es insoweit zu verändern, dass die Menschen nicht mehr aus ihren Ländern flüchten müssen. Das ist ein langwieriger Prozess den es sicher lohnt zu beginnen. Mit Phrasen und lamentieren wird man nichts verändern. Auch halte ich die Gesellschaft für nicht bereit für einen kompletten Systemwechsel. Dafür geht es uns in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern gut.
Solange die Krisenherde durch West und Ost befeuert werden wird es diese Situation wie wir sie im Moment vorfinden weiter geben. Kommt es zu keiner Bewusstsein Änderung in der Politik werden wir uns noch lange Jahrzehnte mit den heutigen Problemen auseinandersetzen müssen. Ein schnelle Änderung bzw. Lösung scheint mir im Moment aber nicht in Sicht. Also muss jetzt sofort für die betroffenen Menschen gehandelt werden. Nicht mit Worten sondern mit Taten.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 23.10.2015 um 18:50 Uhr
Herr Wirth Ihren Beitrag lese ich jetzt erst. Hat sich wohl überschnitten. Sie beschreiben es. Wenn wir daran nichts ändern werden noch mehr Menschen zur Flucht gezwungen.
Stefan Walther
4.850
Stefan Walther aus Linden schrieb am 24.10.2015 um 14:56 Uhr
Bevor ich es dabei bewenden lasse Martin, nur ein kleiner Hinweis:
- Politik ist immer konkret, Politik darf nie phrasenhaft rüber kommen, sie muss immer die Praxis in den Mittelpunkt stellen
- so Aussagen wie - in der Endlosschleife - "Der Kapitalismus gehört auf den Müllhaufen der Geschichte", sind zwar richtig, doch ohne konkrete Praxis, ohne konkretes Aufzeigen "wer und wie und was" können die Menschen nichts damit anfangen und aktiv werden sie mit solch abgehobener Sprache auch nicht werden.
- du bist hier schonmal gefragt worden "was machen Sie eigentlich konkret Herr Wagner?". Du hast geantwortet ( sinngemäß ), dass du darauf keine Antwort geben musst / geben willst... = das ist meines Erachtens grundfalsch, jede(r) muss Rechenschaft darüber abgeben was er / sie ganz konkret macht, gerade dann wenn man ständig kritisiert ( was ja nicht falsch ist ) und sagt "das und das müsste getan werden", dann ist die Frage doch völlig berechtigt: "und was machen Sie?", oder nicht?
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 24.10.2015 um 18:06 Uhr
Ja Herr Walther Sie haben das gut hin bekommen mit Ihrer Erläuterung.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 25.10.2015 um 09:54 Uhr
Stefan, jetzt wirst du aber polemisch.

Du weisst genau, dass ich nicht nur ein Dummschwätzer bin, sondern dass ich immer konkret gegen das System gekämpft habe. Aber korrekt, im Moment schwächele ich etwas.

Das hängt aber genau mit dem Thema dieses Artikels zusammen. Ich bin nicht dement. Ich kann mich noch gut an die 90er Jahre erinnern (damals lebte ich im Vogelsberg), wo wir Asylbewerberunterkünfte schützen "durften" und versuchen mussten Informationsstände der Rechten zu verhindern. Für Beides bin ich zu alt geworden und auch gesundheitlich nicht mehr in der Lage. Das muss ich den jungen Leuten der Antifa jetzt überlassen.

Es kann doch nicht sein, dass wir Linken jetzt wieder in die "Das-müssen-wir-jetzt-aber-sofort-verhindern-Sch....." uns reindrängen lassen! Ich kann, Herr Büttel eben nur meine Schleife wiederholen. (Zu anderen Thmen kann ich auch anders.) Das System muss weg! Wir haben nicht mehr lange Zeit, bevor uns das System "unter die Räder kommen lässt".

Stefan, du bist doch ein cleverer Bursche. Du weisst doch genauso wie ich, dass die Eingewanderten diesem Staat bis zu ihrem Lebensende treu ergeben sind. Wir erleben doch nicht in der BRD die erste größere Einwanderungszahlen. Erinnere dich doch einfach mal an die "heimgeholten" Deutschen aus aller Welt (rechtlich eine andere Geschichte, weil diese Menschen ein Rechtsanspruch wegen ihrer deutschen Blutsabstammung hatten und haben; aber in den Zahlen ähnlich). Sind davon irgendwann einmal Menschen bei den Linken aufgetaucht? Nein, zumeist ist es gerade anders rum. Diese Menschen neigen zu Überanpassung an das neue System.

Also von den jetzt in das Land kommenden Menschen dürfte so gut wie niemand sich für die Linke engagieren. Richtig, das sollte uns nicht daran hindern aus humanitären Gründen für Asylbewerbern einzutreten. Aber das sollten den Linken schon klar sein.

Es ist aber noch schlimmer. Mit der momantanen Entwicklung wird der rechte Block massiv gestärkt. Den müssen wir aus Eigenschutz konsequent bekämpfen. In der Lokalzeitung las ich, dass die AfD in Giessen zur Kommunalwahl antritt. Ich schätze die schaffen aus dem Stand (bei der momentanen Stimmung in weiten Teilen der Bevölkerung) locker eine zweistellige Prozentzahl. Wieder ein paar Termine mehr um Gegenaktionen zu organisieren. Alles klar das muss wohl jetzt sein - aber wo bleibt dann die Zeit für den eigentlichen Kampf gegen die Kapitalisten?

Ich gebe jetzt einmal den Schwarzmaler. Wenn es gut läuft, können wir die Rechten im Zaum halten, aber das System - ja die haben kluge Köpfe, welche wohl sich denken, den Linken müssen wir Spielplätze zum Austoben schaffen - freut sich weiter, dass gegen sie sich keine machtvolle Gegenbewegung organisiert werden kann.

Oder kürzer: Wir müssen aus den Verteidigungsgräben raus - wir müssen Strategien des Angriffes entwickeln.

Und noch einmal: ich lasse mich hier in der Onlineausgabe nicht aushorschen. Herr Büttel ist Bestandteil des Systems, er ist Mitglied einer staatstragenden Partei. Bei Frau Back vermute ich es. (Sie ist "sehr sparsam bei der Preisgabe" von Informationen zu ihrer Person.)

Ich werde mich also hüten Informationen von mir öffentlich zu machen, welche mir irgendwann einmal "um die Ohren gehauen werden". Das ist keine besondere Form der Paranoia. Vor gut 35 Jahren arbeitete ich in einer kleinen linken Gruppe aktiv. Mit dabei war eine Genossin, welche heute in einem Länderparlament sitzt. Vor ein paar Monaten konnte ich in der Zeitung lesen, dass die betreffende Person ja ehemals in dieser dubiosen Gruppe mitgearbeitet hatte. Irre, da werden Informationen nicht nur gesammelt, sondern auch noch nach Jahrzehnten "verwurstet".
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 25.10.2015 um 10:38 Uhr
Martin, zu Deinem letzten Absatz :
" Alles was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden "
Ein Satz, den ICH nur aus Krimis kenne aber sehr wohl auch in der Praxis angewandt wird.
Aushorchen, wie Du es nennst, ist ein absolutes no go !
Noch mehr Transparenz sowieso !

Dass ich z. B. ein überzeugter Naturfreund bin, dass ich eine umfangreiche soziale Einstellung habe und Ungerechtigkeiten hasse, mag wohl den regelmäßigen Lesern bekannt sein. Das vertrete ich auch gerne, wenn man mir ans Bein ............
Aber Vorsicht vor zu viel Informationen der eigenen Person !!!!

Es ist kein Geheimnis, dass es BR mit viel Zeit gibt, die der Missbilligungen einzelner Personen wegen, ganze Beitragsseiten von anderen Schreiberlingen studieren, um evtl. ein Wort / einen Satz zu finden, welches dann "missbraucht" wird.

"Die schlechteste Tinte ist besser als das beste Gedächtnis."
( chin. Sprichwort )

Meine kleine Abweichung zu dem eigentlichen, wichtigen Thema bitte ich zu entschuldigen.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 25.10.2015 um 12:39 Uhr
Ich sehe mich nicht einem System angehörend. Sie haben was selbst benannt ,"Paranoia" anders kann ich das von Ihnen hier geschriebeneauch nicht bezeichnen. Patholgisch ginge vielleicht noch. Mir liegt es fern Sie beleidigen zu wollen, nur einem Freund würde ich das genauso sagen. Herrn Walther oder Herrn Wirth kann man verstehen und weiß für was sie einstehen. Obwohl wir politisch bzw. von unserer Herangehensweise unterschiedliche Wege gehen und Einstellungen haben begegne ich diesen mit Respekt. Inhaltlich kann ich vieles nur bestätigen.


Zum Schluss sollte die Frage erlaubt sein, wieso sollten die Flüchtlinge die Linke wählen die dieses Land verändern wollen? Sie sind hierher gekommen weil es in diesem Land so ist wie es ist. Sie kommen hierher weil es diesem Land gut geht. Nicht jedem gleich wie dem anderen aber im Vergleich zu anderen um einiges besser. Also wieso sollten sie etwas anderes wählen?
Stefan Walther
4.850
Stefan Walther aus Linden schrieb am 25.10.2015 um 12:43 Uhr
Na ja Martin, so kann man auch antworten.... "pssst, ja nichts preisgeben, der Feind liest mit..." bisschen naiv meiner Meinung nach, oder doch nur ne Ausrede? Ja, ein wenig Polemik gehört immer dazu....

Zum Inhalt: also die Unterstützung von Flüchtlingen ist zweitrangig, da sie in erster Linie - aus lauter Dankbarkeit - zu den zukünftig systemtragenden Personen gehören werden? Sorry, diesen Unfug musste ich erst vor ein paar Tagen mit ähnlich gewählten Worten von sich sehr radikal gebenden "Linken" lesen, die gingen sogar einen Schritt weiter ( wobei deine Ausführungen das gleiche Ergebnis haben ), sie lehnen es sogar ab noch mehr "religiös geprägte Menschen zukünftig um sich zu haben, statt die mit dem Kreuz um den Hals, dann die mit dem Kopftuch.." ( dieser Blödsinn stammt wie gesagt nicht von mir! ).
Es geht nicht "nur" um Humanitismus, es geht auch darum, dass sehr wohl sehr unterschiedliche Menschen auch nach Deutschland kommen und gekommen sind.
Ach ja, mit dieser Entwicklung werden die Rechten gestärkt, also dann bitte, bitte, lasst die Flüchtlinge da wo sie sind, dann kehrt wieder Ruhe ein im deutschen / europäischen Land? Du klingst eher wie ein verängstigter, verzagender Kleinbürger als wie ein radikaler Linker Martin...
Kurt Wirth
3.085
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 25.10.2015 um 13:11 Uhr
Ich kann bei Stefan Walther anschliessen: rechte Forderungen übernehmen, um die Rechten kleinzuhalten? Das hat noch nie funktioniert (siehe das Bestreben der bürgerlichen Kräfte zu Ende der Weimarer Republik, Hitler einbinden, disziplinieren zu wollen).
Flüchtlinge werden dankbar die derzeit Regierenden stützen? In der Vergangenheit kamen gerade mit Italienern, Türken und Griechen viele fortschrittliche bis linke Kräfte nach Deutschland. Auch gerade, weil sie in ihren Heimatländern - von den Italienern mal abgesehen - außer wirtschaftlicher auch politischer Repression ausgesetzt waren (bei Türken wohl einsichtig, bei Griechen denke ich an das Obristenregime).
Daten- und Personenschutz bei Aktivitäten in diesem Medium: Da muß sich natürlich jeder selbst im Klaren sein, was er hier reinschreibt. Hypothetisch angenommen, ich wäre nun kein Rentner (quasi vogelfrei und mit "bedingslosem Grundeinkommen"), sondern z.B. arbeitslos und auf Stellensuche: ich wäre wahrscheinlich auch zurückhaltender.

Herr Wagner, bei dem was ich bisher von Ihnen kenne: ich glaube, bei nochmaligem Durchlesen merken Sie vermutlich selbst, dass Sie sich da irgendwie mit ein paar Sätzen vergaloppiert haben.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 25.10.2015 um 19:21 Uhr
.... jetzt werde ich es aber langsam leid .... immer die selbe Leier ... ist mann / frau als Linker nicht stramm auf irgendeiner Parteilinie, dann ist mann / frau "verängstigter, verzagter Kleinbürger" oder jemand der sich vergallopiert hat .... muss ich mir das wirklich antun .... mir so etwas nachsagen zu lassen nach mehreren Jahrzehnten als Arbeiter und einem Jahrzehnt vom Schw..... system Ausgekotzten ....

Wirklich Nicht!
Stefan Walther
4.850
Stefan Walther aus Linden schrieb am 25.10.2015 um 22:39 Uhr
Martin, Kritik UND Selbstkritik sind eine Einheit, du machst auf beleidigt statt auf Argumente einzugehen. Was das mit irgendeiner Parteilinie zu tun haben soll, das bleibt wohl dein Geheimnis. Kurt hat dir ( wenn du schon bei mir nur auf Abwehr gehst ) an einigen konkreten Punkten klargemacht, dass du deinen Kommentar nochmal überdenken solltest, mehr nicht!
Du musst dir natürlich gar nichts antun - alles hier geschieht freiwillig - aber rechnen musst du dann schon damit, dass zukünftig niemand mehr auf deine Statements antwortet...
Nebenbei, und das ist bei mir wie immer nicht persönlich gemeint, eine "Jahrzehntelange Berufstätigkeit als Arbeiter" sagt noch nicht viel aus über das (Klassen-)Bewusstsein eines Arbeiters und über die praktische z.B. gewerkschaftspolitische Arbeit die er gemacht hat, es bedeutet erstmal lediglich dass er einer bestimmten Klasse angehört...
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 26.10.2015 um 09:24 Uhr
Stimmt Herr Walther auch ich bin, seit Jahrzehnten Arbeiter. Einer Klasse fühle ich mich aber nicht zugehörig. Das liegt aber in meiner Denke, dass ich nicht in Klassen unterscheide. Als Mitglied des Personalrates habe ich viel mit Gewerkschaftsmitglieder (VERDI) zu tun. Ich selbst gehöre einer freien Liste an. Vielleicht ab nächste Jahr bei Verdi und Freunden.
Ich bin Lichtjahre von den wirren Forderungen von Herrn Wagner entfernt bzw. ich weiß gar nicht was er eigentlich richtig will (Kapitalismus muss weg ist das alles?) bzw. wie er dies erreichen will hat er noch nicht einziges Mal auch nur Andeutungsweise erklärt.
Herr Wagner macht auf mich eher den Eindruck, dass er seine eigenen Unzulänglichkeiten bei anderen sucht oder bei dem System. Immer ist das böse System Schuld.
Ich kann jedenfalls nicht damit anfangen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

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