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Etikettenschwindel: Hinter „100 Prozent Polyester“ verbergen sich nicht selten 70 Prozent Hund und 30 Prozent Katze

Alltag in chinesischen Angora-Farmen: Die Kaninchen werden an ihren empfindlichen Ohren aus dem Käfig gezerrt und von den Arbeitern mit den Füßen fixiert. Dann schnippt und schnappt die (oft) stumpfe Schere und hinterlässt tiefe Wunden.
Alltag in chinesischen Angora-Farmen: Die Kaninchen werden an ihren empfindlichen Ohren aus dem Käfig gezerrt und von den Arbeitern mit den Füßen fixiert. Dann schnippt und schnappt die (oft) stumpfe Schere und hinterlässt tiefe Wunden.
Gießen | Auf dem Etikett der mit einem flauschigen Kragenpelz besetzten Winterjacke steht: „100 Prozent Polyester“. Das ist doch mal ein Wort! Und vermutlich genau so, nämlich „Polyester“, mögen die Katze oder der Hund, die in Wahrheit den Rohstoff für dieses modische Textil geliefert haben, in ihrem früheren, vielleicht ein klein wenig glücklicheren Leben geheißen haben. Aber das, von einem unsäglichen Martyrium bestimmt, ist längst auf entsetzliche und brutalste Art zu Ende gegangen.
Die Bekleidungs- und Modeindustrie verarscht ihre Kunden nach Strich und Faden. Auch die deutsche. Der Etikettenschwindel hat ungeahnte Ausmaße angenommen. Den Käufern wird vorgegaukelt, die verwendeten Felle, Haare oder Fasern stammten entweder aus zertifizierten Betrieben mit „artgerechter Tierhaltung“, oder es handele sich sowieso um künstlich hergestellte Materialien. Lug und Trug.
Kunden, die sich ganz bewusst für Kunstpelz entscheiden, können nie sicher sein, dass sich hinter "100 Prozent Polyester" nicht doch 70 Prozent Hund und 30 Prozent Katze” verstecken.
Es gibt zwar Kriterien und Merkmale, anhand derer ein einigermaßen geübtes
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Verbrauchertäuschung (1)Tierquälerei (31)Pelzindustrie (2)Etikettenschwindel (1)Angorawolle (2)
Auge ein Original von der Fälschung unterscheiden kann. Aber das ist nicht jedem gegeben. Hunde- und Katzenfelle können heutzutage problemlos so eingefärbt werden, dass sie aussehen wie z.B. ein Waschbärenfell. Ebenso ist es möglich, Imitate wie echt aussehen zu lassen und umgekehrt. Auf der sicheren Seite ist, wer keinen Tipps, Aussagen, Siegeln und Etiketten Glauben schenkt und solche Produkte ganz einfach links liegen lässt – ob die nun echt oder gefakt sind. Andernfalls ist er auch nur ein (williges) Rädchen im großen industriellen Getriebe der Schöpfungsverachtung.
Vor allem in China boomt dieser schöpfungsverachtende Markt. Dort zieht man Katzen, Hunden und Kaninchen das Fell bei lebendigem Leibe über die Ohren. Weil auch wir in Europa schließlich auf wärmende, modisch Klamotten stehen. Die Tierrechts-Organisation PETA hat unlängst wieder einige besonders krasse Fälle dokumentiert.
Gegen die Bedingungen in China können wir wenig ausrichten. Aber vor dem eigenen Haus kehren schon. Der Anreiz zum Kauf von Waren, deren Herkunft und Zustandekommen zwielichtig sind, könnte schwinden, wenn auf dem Etikett “Tierart: Hund. Herkunft: China. Art der Haltung: Käfig” stehen müsste. Es kann doch, verdammt noch mal, nicht so schwer sein, das gesetzlich zu regeln!
Mehr hier: http://www.rotorman.de/wenn-der-pelzkragen-aus-100-polyesterbesteht-hiess-vermutlich-die-katze-genau-so/

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Kommentare zum Beitrag

Sabine Manuela Kuhl
242
Sabine Manuela Kuhl aus Gießen schrieb am 15.10.2015 um 11:22 Uhr
Herzlichsten Dank für diesen Artikel, Herr Heimann. Als Verbraucher ist man nur dann auf der sicheren Seite, wenn man jegliche Art von "Pelzen" oder "Fellen" von der Einkaufsliste komplett streicht. Denn wenn NIEMAND konsumiert, erledigt sich das Problem von selbst....
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Jürgen Heimann
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