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Abschied - oder der Tag, an dem mich die Polizei zum Geldautomaten fuhr

von Andreas Wenigam 02.10.20151560 mal gelesen7 Kommentare
Gießen | Es gibt bestimmte Tage und Ereignisse im Leben, die wird man wohl ewig in Erinnerung behalten. Heute ist für mich ein solcher Tag. Ich bin noch nicht sicher, ob ich ihn schlecht oder gut in Erinnerung behalten werde, ob ich irgendwann einmal weniger verärgert sein werde oder ob ich darüber schmunzeln können werde, über das, was uns heute passiert ist.

Es fing alles damit an, dass meine Frau am späten Nachmittag fürs lange Wochenende einkaufen wollte und unser Auto nicht finden konnte. Die Situation in unserer Wohngegend ist in den letzten Jahren etwas ungünstig geworden, wenn man auf ein Auto angewiesen ist. Regelmäßig wurden Parkverbotsschilder aufgestellt, damit Linienbusse ungehindert durch die Liebigstraße fahren können - eigentlich gab es früher keine Probleme mit dem Durchgangsverkehr. Auf der anderen Seite ist seit einigen Wochen die Wilhelmstraße über eine große Strecke gesperrt, da hier Erdwärmerohre (neu-)verlegt werden und weiter Richtung Aulweg ein Haus saniert wird. Wenn man nur selten mit einem Auto fährt, ist es nicht verwunderlich, dass man sich nicht mehr genau erinnern kann, wo man vor etlichen Tagen sein Auto abgestellt hat. Wir liefen also den gesamten Block ab und konnten unser Auto nicht finden.
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Erst ein Anruf bei der Polizei und anschließend bei einem Heuchelheimer Abschleppunternehmen brachte die Aufklärung. Kurzfristig (seit wann, wissen wir nicht genau) wurde ein Teilstück in der Liebigstraße mit temporärem Parkverbot ausgeschildert, da Bäume geschnitten werden sollten. Und das war genau heute und damit auch der Anlass, dass unser Auto nach Heuchelheim abgeschleppt wurde.

Der Herr vom Abschleppdienst sagte, da die Öffnungszeiten vorbei seien, müsste er extra dorthin kommen, was 25 Euro zusätzlich kosten würde. Wir sollen Bargeld oder EC-Karte, Ausweis und Fahrzeugschein mitbringen. Wir also mit dem zweiten Auto nach Heuchelheim.
Dort angekommen, wollte meine Frau unser Auto auslösen. Als der Herr vom Abschleppdienst dann den Personalausweis, den meine Frau ihm zwecks Überprüfung gegeben hatte, auf den Fotokopierer legte, fragte sie, wieso er den Ausweis kopiere und sie möchte dies nicht. Es reiche aus, sich auszuweisen und den Fahrzeugschein zu zeigen, um zu dokumentieren, dass wir Halter des Fahrzeuges sind. Im Büro hängt übrigens ein Schild, das besagt, dass man sich zur Herausgabe des Fahrzeuges ausweisen muss.
Da ihm das Ordnungsamt das so vorgegeben habe, kann er das Auto nicht herausgeben, ohne den Ausweis zu kopieren. Wir wollten das so nicht hinnehmen und haben die Herausgabe unseres Autos verlangt ohne dass der Ausweis kopiert werde.
Daraufhin sagte er: "Ausweis kopieren oder verlassen Sie auf der Stelle mein Firmengelände", was wir umgehend auch machten.

Jetzt standen wir draußen, das Tor wurde wieder geschlossen, unser Auto war noch im Hof und es gab irgendwie keine Möglichkeit mehr, die Sache gütlich zu einigen.
Da wir mit unserem kleinen Sohn unterwegs waren und es Zeit für ihn war, ins Bett zu gehen, fuhr meine Frau wieder nach Hause und ich versuchte nochmal, mit dem Herrn zu reden, um eine Einigung zu erzielen.
Darauf gab er mir ein leeres Blatt Papier und einen Kugelschreiber und sagte: "Wenn Sie alle Daten von ihrem Ausweis und dem Fahrzeugschein aufschreiben, bekommen Sie ihr Auto."
An dieser Stelle hatte ich zum ersten Mal an dem Abend das Gefühl, dass hier jemand versuchen will, seine Macht auszuspielen. Ich brauche mein Auto und er will, dass ich darum bettele.
Was tut man in einem solchen Moment, wenn Reden nicht mehr möglich scheint?
Ich bot ihm an, dann also doch meinen Ausweis und den Fahrzeugschein zu kopieren, erwarte aber eine schriftliche Bestätigung, dass die Daten vernichtet werden, sobald er alles an das Ordnungsamt gemeldet hat. Er sagte: "ich kopiere das jetzt nicht mehr. Sie schreiben es auf oder ich fahre jetzt wieder nach Hause."
Hier wurde es mir zu bunt. Ich rief also im Polizeipräsidium an und schilderte den Fall, woraufhin der freundliche Polizist im Büro des Abschleppunternehmers anrief und dem Herren mitteilte, dass es ausreiche, wenn er sich meinen Namen und das Kennzeichen notiere, den Ausweis kontrolliere und er mir dann das Auto herausgeben müsse.
Das tat er nicht. Er fuhr einfach wieder nach Hause und ich stand vor dem verlassenen Gelände des Abschleppdienstes.
Ein weiterer Anruf bei der Polizei mit der Bitte um Hilfe führte dann dazu, dass 30 Minuten später eine Streife kam. Sie nahmen zunächst meine Personalien auf und ich schilderte die Situation, worauf sie den Abschleppdienst anriefen und der Herr nach 15 Minuten erneut zum Gelände zurückkam.
Der Polizist sagte, er müsse mir das Auto herausgeben, die Personalien seien geprüft. Nun wollte er auch hier seine Macht erneut ausspielen und sagte: „Dann bitte 205 Euro - in bar!“
Am Telefon sagte er mir aber zuvor, dass EC-Karte ausreiche und selbstverständlich hatte ich nicht so viel Bargeld dabei. In der Tat kann man Zahlung in bar verlangen auch wenn die Möglichkeit der Kartenzahlung besteht. Dies war ein erneutes ausspielen seiner Macht, denn es gibt keinen vernünftigen Grund, wieso ich jetzt plötzlich nicht mit EC-Karte bezahlen kann.
Der Polizist bat den Herren dann ebenfalls um seinen Ausweis, den er witziger Weise nicht dabei hatte, er müsse ihn erst zu Hause holen.
Also ereignete sich nun folgendes: Während der Herr vom Abschleppdienst nach Hause fuhr, um seinen Ausweis zu holen, fuhr mich die Polizei zu einem Geldautomaten in Heuchelheim, damit ich ausreichend Geld vom Konto abheben konnte. (Nebenbei: Ein Kindheitstraum, einmal in einem Polizeiauto mitzufahren, ging heute in Erfüllung – und wie in unserem Auto ist an der hinteren Tür die Kindersicherung eingestellt)
Der Rest war dann unspektakulär. Ich berappte 205 Euro und bekam mein Auto wieder, bedankte mich herzlich bei den sehr freundlichen und stets um Deeskalation bemühten Beamten führ ihren Einsatz.

Was ist für diese Geschichte mein Fazit?
Ich bin stinksauer auf das Ordnungsamt und die Stadt Gießen, dass unser Auto abgeschleppt wurde (ich weiß nicht, wie lange das temporäre Parkverbotsschild schon steht und wahrscheinlich sind wir selbst daran schuld, falsch geparkt zu haben aber trotzdem bin ich stinksauer). Ich habe großes Verständnis für die notwendigen Bauarbeiten, dafür, dass auch Bäume geschnitten werden müssen, dafür, dass parkende Autos im Weg stehen, wenn Bäume geschnitten werden sollen. Aber mir ist Verständnis dafür verloren gegangen, dass man sowas nicht längerfristig planen kann, dass man nicht einfach die Halter anruft statt das Abschleppunternehmen (vielleicht ist das ja auch sinnlos oder nicht möglich oder zu teuer – irgendwelche Gründe wird es schon geben, wieso es nicht geht), dass man auch immer mehr dauerhaftes Parkverbot einrichtet, damit irgendjemand in einer Tempo-30-Zone bequemer durchfahren kann oder wieso auch immer.
Ich bin stinksauer darüber, dass gerade das Parken immer restriktiver gehandhabt wird. Wer mich politisch kennt, weiß, dass ich Radverkehr, ÖPNV und Konzepte zur Reduzierung des CO2-ausstossenden Individualverkehrs befürworte, dass Radfahrer und Fußgänger für mich immer Vorrang haben. Aber ich bin nun mal leider auf ein Auto angewiesen und ich beneide Menschen, die so nah an ihrem Arbeitsplatz wohnen, dass sie zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit gelangen können für dieses Mehr an Lebensqualität. Ich beanspruche keinen Parkplatz direkt vor der Haustüre aber kann auf der anderen Seite nicht verstehen, dass zunehmend Parkverbotsbereiche eingerichtet werden. Ich verstehe den Grund schlicht und ergreifend nicht.
Ich bin stinksauer auf das Ordnungsamt, weil man ein Abschleppunternehmen beauftragt, das in Sachen "Kundenfreundlichkeit" hinter dem Mond lebt. Mir ist bewusst, dass die Kunden, deren Autos abgeschleppt wurden, nicht die dankbarsten Kunden sind. Aber hey, diese Firma lebt davon, da kann man schon mal Freundlichkeit (von Dankbarkeit wage ich gar nicht zu träumen) erwarten, wenn man sein Auto auslösen möchte.
Ich bin stinksauer auf das Ordnungsamt, wenn es eine Anweisung an ein Unternehmen gibt, dass Personalausweise kopiert werden sollen (was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann). Im Büro hängt ein Schild, dass man sich ausweisen muss. Ausweisen und Ausweis kopieren sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Ich bin stinksauer auf den Abschleppunternehmer, der nichts anderes versuchte, als zu zeigen, welche Macht er hat (ich solle sein Gelände verlassen sonst Hausfriedensbruch, ich solle die Daten von Ausweis und Fahrzeugschein handschriftlich auf ein Blatt Papier schreiben - das ist einfach nur unverschämt)

Und letzten Endes bin ich inzwischen auch stinksauer auf einen Teil meiner Mitbürger in dieser Stadt, die dauernd nur rumnörgeln. Die sich nicht an der Schönheit im Stadtpark erfreuen können, die nicht wahrhaben wollen, wie toll sich das Stadtbild in den letzten 13 Jahren geändert hat (das ist die Zeit, die wir hier in Gießen miterleben und verfolgen durften). Viele alte Baulücken wurden geschlossen, der Seltersweg ist ein Aushängeschild geworden, die tolle Nordstadtbrücke, der wirklich gelungene und einladende Bahnhofsvorplatz. Aber neben den Bauten auch viele Aktionen wie die Dinos und Urzeitwesen, wie wir Gießener mit Gießen-Bleibt-Bunt und vielen anderen Aktionen gezeigt haben, dass wir weltoffen sind und diskriminierendes, ausgrenzendes und hetzendes Gedankengut nicht tolerieren. Ich resigniere, wenn ich sehe, dass über das alles so viel kritisiert wird. Den einen ist es abends zu lange zu laut, den anderen ist es nicht bunt genug, wieder anderen nicht preiswert genug und es gibt bestimmt auch jemanden, der sich an der Farbe der Pflastersteine im Seltersweg stört. Dann gibt es noch die, die sich an gar nichts erfreuen und nur zerstören (wollen), wie die tolle Aktion der 46ers (Elefantenklo) oder abends nach einem Kneipenbesuch Außenspiegel von Autos abtreten oder einfach irgendetwas anderes in der Stadt kaputt machen, woran andere sich erfreuen könnten.
Wenn uns Freunde oder Verwandte in Gießen besuchen, sind alle immer überrascht, wie schön diese Stadt (geworden) ist. Ich bin einfach frustriert darüber, dass es Leute gibt, die einfach immer mit allem unzufrieden sind, die nur nörgeln können, selbst nichts beitragen wollen und alles schlecht machen.

Irgendwie macht mir das alles den bevorstehenden Abschied aus dieser Stadt etwas leichter. Schade.

Kommentare zum Beitrag

Ingrid Wittich
20.936
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 03.10.2015 um 11:36 Uhr
Ihr Erlebnis mit der Abschleppfirma ist einfach nur traurig. Es gibt aber genügend Menschen, die ihre vermeintliche Machtposition an anderen auslassen.
Den letzten Absatz ihres Artikels kann ich nur unterstreichen. Und letzten Endes bin ich inzwischen auch stinksauer auf einen Teil meiner Mitbürger in dieser Stadt, die dauernd nur rumnörgeln. Ich fürchte nur, dass bestimmte Personen dies nicht lesen werden, weil es erst am Ende ihres Beitrags auftaucht. Das Lese-Durchhaltevermögen hält bei einigen nicht so lange an. Ich bin nicht aus Gießen, habe aber lange dort gearbeitet. Ich habe mir - gerade nach dem letzten Nörgel-Artikel - überlegt, ob man nicht auf jeden dieser Beiträge ein Foto einer sehenswerten Ecke der Stadt einstellen sollte. Und die gibt es.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 03.10.2015 um 11:42 Uhr
Herr Wenig - na so nach 11 Stunden muss wohl jemand mit einem Kommentar anfangen.

Aber bitte liebe Leser - hängen sie sich nicht an meinem Kommentar auf. Der Artikel von Herrn Wenig hat so viele verschiedene Aspekte da muss ich mich - hier in der Onlineausgabe wird ja Kürze im Kommenaterteil immer wieder angemahnt - einfach selber begrenzen. Andere Aspekte würde ich auch gerne kommentieren.

Herr Wenig ich möchte sie zu diesem Artikel beglückwünschen. Er ist sehr informativ und glänzend formuliert. Besonders gut gefallen hat mir, wie sie das umfangreiche "hin und her" ihrer Geschichte so gut zusammen fassen konnten.

Ihr konsequentes Verhalten was die mögliche Datenmissbrauch betrifft halte ich für vorbildlich. Vielleicht haben sie "Kapitäten frei" und schicken ihren Artikel an den städtischen "Kummerkasten" (heisst offiziell anders - Formular ist auf der Homepage der Stadt zu finden).

Andere Bürgerreporter haben bei anderer Gelegenheit berichtet, dass Beschwerden umgehend bearbeitet wurden.

Ja, ich finde die Stadtverwaltung ist hier gefordert. So wie ich es verstanden habe kann es nicht angehen, dass der Abschleppunternehmer sich eigene Arbeit erspart und einfach Personalpapiere fotokopiert, wo er nur berechigt bzw. verpflichtet ist eine Postanschrift festzuhalten.

Bei dieser Gelegenheit können sie auch anfragen mit welchem zeitlichen Vorlauf die Parkverbotsschilder aufgestellt werden. Da auf diesen Schildern der Startzeitpunkt angegeben werden muss ist normalerweise ein Parken bis 1 Tag vor der Sperrung möglich. Immer natürlich unter der Vorgabe das Schild wird nicht aufgestellt wenn ich schon parke.

Überlegenswert wäre auch ein Beschluss des Magistrats, dass die zuständige städtische Behörde verpflichtet werden zusätzlich zu den Schildern ein Warnzettel in den Briefkästen rund um die zu sperrenden Zone zu verteilen. Dafür dürfte keine gesetzliche Verpflichtung vorliegen, aber die Stadt kann ja von sich aus sich bürgerfreundlich verhalten.
Vielleicht haben sie ja ein/e Stadtverordnete/n ihres Vertrauen. Ruhig darauf ansprechen, denn dieser kann ja die / den Vertreter/in seiner Fraktion im Magistrat einen Handlungsauftrag erteilen.
Karl-Ludwig Büttel
3.854
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 03.10.2015 um 13:06 Uhr
Ein sehr guter Artikel besonders der letzte Absatz findet meine volle Zustimmung. Gießen hat wirklich sehr sehr positiv verändert.
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 03.10.2015 um 20:50 Uhr
Auch ich möchte mich für diesen gut geschriebenen Beitrag bedanken. Ja, "vorbildliche Verhaltensweise" - hier kann ich Martin nur recht geben.
Was mich etwas irritiert ist, zum Einen kritisieren (!) Sie das Ordnungsamt und die Stadt Gießen, zum Anderen aber rasch noch ein Lob für die Stadt, den Magistrat !?
Ich stehe NICHT zu einigen Teilen Ihres letzten Absatz ! Die Entwicklungen der nun hübsch anzusehenden Lahnufer ( ohne Frage ) und last but not laest die Wieseckau ( von Ihnen und einigen Magistratsmitglieder unrechtsmäßig " Stadtpark " genannt ) ist absolut nicht makellos über die Bühne gegangen. Hier gibt und gab es unbedingt Bedarf an Kritik von wachsamen Gießener Bürgern - ebenso wie die vorgenannte aus Ihrer Feder . Und das ist gut so !
Selbstverständlich toleriere auch ich nicht das von Ihnen angesprochene " diskriminierende Gedankengut ".
Antje Amstein
6.024
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 04.10.2015 um 00:41 Uhr
Die Halteverbotsschilder standen seit Montag 14:00 Uhr da und sollten ab den 2.10.2015 gelten. Einige Mitbürger sind an dem Morgen durch die Straße gelaufen und haben überall geklingelt und darauf Aufmerksam gemacht das abgeschleppt wird.

Super Artikel, schön geschrieben.
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.10.2015 um 09:54 Uhr
Ja gut geschrieben, aber sich aufregen, dass manche Leute kritisieren und im Beitrag es selber tun?
Ich kann die Empfindungen des Schreibers nachvollziehen. Es wäre für mich eine Selbstverständlichkeit über eine nur Minuten dauernde Halterfeststellung den Wagenhalter ausfindig zu machen und zu verständigen.
Ja ich weiß, dass man seinen Pkw nichts so einfach auf öffentlichen Straßen abstellen darf.
Aber mit etwas gutem Willen wäre da manches einfacher zu regeln.
Muss ich jeden Tag nachschauen ob in der Straße in der mein Wagen steht plötzlich ein Parkverbot hat?

Und zum Schluss. Etwas Kritik hat noch nie geschadet und manchmal bewirkt sie auch was, zum Guten.

Ja auch ich sehe die positiven Veränderungen in der Stadt. Dabei darf nur nicht übersehen werden, dass einiges besser laufen könnte, siehe Beitrag.
Andreas Wenig
139
Andreas Wenig aus Laubach schrieb am 06.10.2015 um 12:24 Uhr
Erst mal herzlichen Dank für Ihre Kommentare zu meinem Beitrag.
Inzwischen weiß ich, dass temporäre Halteverbotszonen mit einer Vorlaufzeit von mindestens 3 Tagen aufgestellt werden müssen (unterschiedliche Rechtsprechung in den einzelnen Ländern). Ein Fahrzeughalter ist verpflichtet, regelmäßig nach seinem Auto zu schauen, wenn er es auf einer öffentlichen Straße parkt. Wenn man für längere Zeit abwesend ist (z.B. Urlaub), sollte man jemanden bitten, dies zu übernehmen.
Soweit zu den gesetzlichen Regelungen.

@Frau Amstein: Vielen Dank für die Info. Dann haben wir wirklich Pech gehabt, da wir das Auto am Montag Vormittag dort abgestellt haben und seitdem nicht mehr danach gesehen haben. Wir sind also selbst daran Schuld. Ich ärgere mich aber trotzdem sehr, weil ich denke, dass das Vorhaben mit dem Baumschnitt schon viel länger bekannt sein musste.

Mir ist durchaus bewusst, dass ich in meinem Beitrag die ewigen Nörgler in Gießen kritisiert habe und es irgendwie in meinem Beitrag doch selber tue. Ich möchte gerne noch kurz beschreiben, wieso ich mich darüber ärgere:
Es gibt in unserer Gesellschaftsordnung sehr viele Möglichkeiten, sich an der Gestaltung des Zusammenlebens, der Umsetzung von Projekten, Regelungen, Bauvorhaben oder anderen Dingen zu beteiligen und zu engagieren.
Sei es durch Mitarbeit in der Politik, in Vereinen, Bürgerinitiativen oder anderen Dingen. Wir können bemängeln, dass die direkte Demokratie vielleicht nicht überall so umgesetzt ist, wie wir uns das wünschen, dass politische Entscheidungen nicht immer so getroffen werden, wie wir es uns vorstellen würden.
Aber: Jeder muss akzeptieren, dass pures Nörgeln keinen Erfolg verspricht. Man kann so zwar seinen Frust los werden, aber wird niemals Dinge so mitgestalten können, wie man es gerne hätte. Und wenn man sich dann doch engagieren sollte, muss man auch akzeptieren, wenn in einem demokratischen Entscheidungsprozess die Dinge anders kommen können, als man es gerne hätte.
Das ist eigentlich das, was ich im zweiten Teil meines Beitrages ausdrücken wollte: Ich kann das in Gießen bald nicht mehr hören, dieses ewige Genörgel über Dinge, die man selber gerne anders hätte und darüber, dass man möglicherweise nicht die Meinung vertritt, die in demokratischen Prozessen anders entschieden wurden.

Herr Herold schreibt in seinem letzten Beitrag im letzten Satz: "Dabei darf nur nicht übersehen werden, dass einiges besser laufen könnte,...". Ja, dem stimme ich zu. Überall gibt es Potenzial, Dinge zu verbessern. Eine Welt, in der alles perfekt wäre, wäre einfach nur langweilig. Jeder Einzelne hat die Wahl, daran mitzuwirken, Dinge zu verbessern oder einfach nur zu nögeln, wie schlecht doch alles ist.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Andreas Wenig

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