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Evangelische Kirche: Erntedank 2015 und Flüchtlinge "Es ist genug für alle da!" - Aufruf an alle Kirchengemeinden, christliche Einrichtungen und Initiativen zu Erntedank-Tafeln der Gastfreundschaft

Christuskreuz in der Berliner Gedächtniskirche
Christuskreuz in der Berliner Gedächtniskirche
Gießen | In einem Aufruf des Evangelischen Dekanats Gießen und weiterer Personen zu Erntedank-Tafeln der Gastfreundschaft heißt es, dass die Not der Menschen auf der Flucht uns nahe geht. Es wird festgestellt: 1. Das Entsetzen über die Not vieler Flüchtlinge hat sich verstärkt: Die Nachrichten und Bilder lassen uns nicht unberührt. 2. Es gibt immer mehr Menschen in Deutschland, die ihr Mitgefühl in konkrete Hilfe wandeln wollen - aber oft nicht wissen, wie sie helfen können. Wie lässt sich die Hilfsbereitschaft sinnvoll gestalten und über Wochen, Monate, Jahre pflegen? 3. Gleichzeitig wächst täglich die Zahl der Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte. Das erfüllt uns mit tiefer Sorge. 4. Unter der Uneinigkeit Europas leidet die Humanität. Statt gemeinsam alle Konzentration, Kraft und Ressourcen auf die Not wendende, humanitäre Hilfe zu lenken, werden Egoismen und Besitzstandswahrung gepflegt.

In der aktuellen Lage schlagen das Evangelische Dekanat Gießen und Beate Allmenröder, Peter Dennebaum, Wolfgang Heger, Hans-Jürgen Hoerder, Edith Höll, Markus Ihle, Alexander Klein, Dagmar Schmidt und andere Personen ein öffentliches
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Erntedank 2015 und Flüchtlinge: "Es ist genug für alle da!" (1)
Zeichen im Sinne des Evangeliums vor: Einen "christlichen Zwischenruf" der besorgten Menschen in den Gemeinden, Dörfern und Städten! Deshalb wird angeregt, dass alle Kirchengemeinden, christlichen Einrichtungen und Initiativen sowie alle Menschen in Deutschland am Erntedankfest 2015 (in vielen Regionen am 4. Oktober) vor allen Flüchtlingsunterkünften, Erstaufnahmeeinrichtungen und Notquartieren eine "Erntedank-Tafel der Freundschaft" errichten, an die die geflüchteten Menschen und Bürgerinnen und Bürger gemeinsam eingeladen sind: Als Zeichen christlicher Gastfreundschaft. Als Möglichkeit zur Begegnung. Als politische Demonstration und Forderung nach würdiger Aufnahme der Opfer von Krieg, Verfolgung, Armut. Als Beitrag einer zukunftsfähigen Integrationspolitik.

Diese Tafel wird gedeckt mit Erntedankgaben, die man ohne weitere Zubereitung verzehren kann und mit anderen vorbereiteten Speisen wie Brot, Trauben, Käse, Obst, Suppe, Kuchen, regionalen Spezialitäten, selbst gekelterten Apfelmost oder klarem Quellwasser: All das, was Menschen mitbringen und teilen wollen. In der Tradition der biblischen Mahlgemeinschaften Jesu sollen an dieser Tafel alle Menschen die Liebe Gottes und die Gastfreundschaft der Menschen erkennen, schmecken, erleben können, ohne dass die Gäste christlich vereinnahmt werden. Begegnungen und Gespräche sind genauso wichtig wie die Köstlichkeiten.

Die Tafel der Gastfreundschaft soll unter dem Motto "Es ist genug für alle da!" ein christliches Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen und der Ermutigung für alle Engagierten und politisch Handelnden sein. In Gießen, wo diese Idee der "Erntedanktafel der Gastfreundschaft" entwickelt wurde, bemüht sich derzeit eine Arbeitsgruppe um eine solche Tafel vor der "Hessischen Erstaufnahme-Einrichtung (HEAE), der größten Flüchtlingsunterkunft Deutschlands.

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Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.881
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 24.09.2015 um 17:15 Uhr
Langsam werden Flüchtlinge aber zu einer sehr teuren Imagekampagne für die Kirchen.
Stefan Walther
4.848
Stefan Walther aus Linden schrieb am 25.09.2015 um 00:34 Uhr
Was mir in diesem Aufruf auch wieder fehlt ist die klare Benennung der Fluchtursachen / der Verursacher, denn "Krieg, Verfolgung, Hunger" fällt doch nicht einfach so "vom Himmel", dafür gibt es doch Verantwortliche. Sicher ist die Hilfe notwendig und lobenswert, kein Widerspruch, aber dies ist nur die eine Seite, man muss sich genauso engagieren wenn es darum geht denen das Handwerk zu legen, die für die millionenfache Flucht verantwortlich sind.

Positiv sehe ich, dass hier in dem Beitrag dieses miese Gerede vom angeblichen guten Kriegsflüchtling und angeblich bösen Wirtschaftsflüchtling nicht verbreitet wird. Genauso ist es sehr angenehm mal etwas von Hilfe zu lesen ohne dass der Quatsch mit den angeblichen "sicheren Herkunftsländern" irgendwo steht.

Die Uneinigkeit Europas ist nicht die entscheidende Sache wenn es um fehlende Humanität geht. Wer, wie die EU, mitverantwortlich ist für die Ausbeutung und Verelendung vieler Menschen in Entwicklungsländern, der braucht nicht von Humanität zu schwätzen nur weil er eine Quote für Flüchtlinge für alle EU-Staaten einführen will... natürlich nur für die aus "nicht sicheren Herkunftsländern", und auch da bitte nicht so viele, jetzt machen wir erstmal wieder die Grenzen dicht... und über die Ursachen von Krieg, Verfolgung und Hunger, da machen wir uns schon gar keinen Kopf drüber, das dürfen wir den Menschen doch nicht erklären, da würden wir uns ja den eigenen Ast absägen auf dem wir sitzen...
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von:  Werner Döring

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Werner Döring
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