Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Fremde, Konflikte und Worte: Goethes „Iphigenie auf Tauris“ feiert Premiere am Samstag, 26. September 2015

Schauspielerin Carolin Weber (Iphigenie) und Regisseur Wolfgang Hofmann freuen sich auf die Premiere des Theaterstücks "Iphigenie auf Tauris" am kommenden Samstag.
Schauspielerin Carolin Weber (Iphigenie) und Regisseur Wolfgang Hofmann freuen sich auf die Premiere des Theaterstücks "Iphigenie auf Tauris" am kommenden Samstag.
Gießen | Mit der Inszenierung von „Iphigenie auf Tauris“ von Johann Wolfgang von Goethe, das Premiere am Samstag, 26. September 2015, um 19.30 Uhr, im Großen Haus des Stadttheaters Gießen feiert, will Regisseur Wolfgang Hofmann menschliche Fragen und Konflikte auf die Bühne bringen, die uns heute immer noch bewegen. Was ist der Mensch? Was passiert in der Fremde? Was passiert, wenn man Rettung sucht?
Iphigenie (Carolin Weber) lebt im Exil in einem fremden Land und sehnt sich nach ihrer Heimat Griechenland. Wenn sie ihren Bruder Orest (Lukas Goldbach) vor dem König Thoas (Roman Kurtz) retten will, trifft sie ihre Entscheidungen nach ihrer Ethik. Sie versucht, gut zu sein, sagt die Wahrheit und unterstellt den Anderen, dass sie auch ihre Seele genauso rein halten wollen. Die drei Hauptfiguren Iphigenie, Orest und Thoas leben nämlich auf der Waagschale der Gerechtigkeit. Bei Goethe ist es wichtig, dass die Menschen mit dem Herzen denken, und so entwickelt er auch diese Geschichte.
Die Handlung ist nicht zeitlos. Dank der Kostüme und des Bühnenbildes von Lars Peters wird ein Transit zwischen dem Klassizismus und des Hier und Jetzt sinnlich und ergreifbar dargestellt.
Mehr über...
Theater (443)Premiere (42)Iphigenie auf Tauris (1)Goethe (28)
Die Figuren dieses Schauspiels sind nicht nur Theatercharaktere, sondern auch Menschencharaktere, die reale Situationen erleben und intellektuelle Debatten führen. Sie sprechen miteinander mit den Versen und der Sprache Goethes, die vielleicht heutzutage, im Zeitalter von Twitter und verschiedenen Messenger-Programmen, mit denen die Kommunikation auf einer begrenzten Anzahl von Zeichen komprimiert wird, ungewöhnlich scheinen kann. Passagen wie die lange Darstellung des Stammbaums von Iphigenie oder das „Parzenlied“ sollen aber die Schönheit und den Wert der deutschen Sprachen betonen und dabei zeigen, wie man durch Worte Grenzen überwinden kann. Wenn es gelingt, werden die Sätze auch in die Köpfe des Publikums transportiert und die Botschaft der Gastfreundschaft übermittelt, die Grundlage des Theaterstücks ist. Auch wenn Bezüge zur aktuellen Debatte über die Situation der Flüchtlinge in Europa eventuell zu erkennen sind, ist es nicht die Absicht des Regisseurs. Er möchte nämlich nicht nur dieses Thema ansprechen, sondern umso mehr darstellen, wie ewige menschliche Konflikte in jedem Bereich durch Worte gelöst werden können.
Wolfgang Hofmann freut sich auf ein zahlreiches interessiertes Publikum, das sich von Goethes Werk überraschen lassen will: „Das Schauspiel dauert 1 Stunde und 45 Minuten. Die Zuschauer müssen am Ende nicht alles verstanden haben, aber sie werden sich keine Sekunde gelangweilt haben.“ Und vielleicht entsteht in ihnen auch der Wunsch, Goethes „Iphigenie auf Tauris“ nachzulesen.
Weitere Vorstellungen finden am 4., 16. Oktober; 6., 25., 26. November; 20. Dezember 2015; 8., 22. Januar; 5. Februar 2016, jeweils 19.30 Uhr, statt.

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Tea at Five Poster - Absage der Premiere
the Keller Theatre spielt "Tea at Five" im Rathaus Gießen, Achtung: PREMIERE AM 10.09.2020 FÄLLT WEGEN KRANKHEIT AUS
Nach Monaten der Zwangspause durch die Corona-Pandemie steht das...
Keller Theatre: PREMIERE von Tea at Five am 10.09.2020 fällt wegen Krankheit aus
Aufgrund von Krankheit muss die für morgen, 10.09.2020 um 19:30 Uhr...
Tierisches in Düsseldorf
Mit dem ÖPNV reiste ich nach Düsseldorf. Im NRW Forum begegneten mir...
Goethe: Faust I im Stadttheater Gießen
Kommentierte Darbietung mit Michael Quast und Philipp Mosetter war im...

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

von:  Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

offline
Interessensgebiet: Gießen
Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion
1.234
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Eine Szene.
Mit „Erinnya“ ist der Vorhang im Stadttheater für einen Monat gefallen
Am letzten Abend vor der erneuten Schließung des Stadttheaters wegen...
V.l.: Landrätin Anita Schneider, OB Dietlind Grabe-Bolz, Simone Sterr, Ministerin Angela Dorn.
Gießener Stadttheater freut sich auf neue Intendantin Simone Sterr ab Spielzeit 2022/23
Nach 20 Jahren Intendanz wird Cathérine Miville das Stadttheater...

Weitere Beiträge aus der Region

Winterliches Mandala aus Naturmaterialien
Kreativ in Winterwald und -feld
Schlammig, nass und kalt – zugegeben, das Wetter ist im Winter oft...
Marburgs Kapitänin Marie Bertholdt erzielte in Herne 14 Punkte. Foto: Christoph Luchs Photography
BC Marburg verliert beim Meister
Herne war bärenstark! Toyota 1....
Deutsche Herzstiftung
„Ohne Wenn und Aber“: Karl Lauterbach rät entschieden zur Corona-Impfung
Gesundheitsexperte im „Herz heute“-Interview: Warum niemand Angst vor...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.