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Alle sechs Sekunden verhungert ein Kind

Gießen | Fast sollte man meinen, in Deutschland gäbe es nur noch ein einziges Problem:
Flüchtlingsmassen.
Fürwahr, an sich eine riesige Herausforderung.
Doch ist denn alles andere jetzt nur noch nebensächlich?
Auch in den TV-Talksendungen nur dieses eine Thema.

Hilfe und Integration sind angesagt.
Durch die Flüchtlinge wird es lt. Sigmar Gabriel – so in der Maybrit-Illner-Talkshow am 10.9.2015 -
in 2016 etwa 460.000 zusätzliche Hartz4-Empfänger geben.
3 Milliarden Euro erhalte dafür das Arbeitsministerium.

Und allein Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von NRW, mahnte dieser Tage (in der Ruhr-Zeitung) an, unsere derzeitigen Langzeitarbeitslosen bei all den Flüchtlingen nicht ganz zu vergessen.
Eine sinnvolle Tätigkeit mit Mindestlohn würde ihnen, den länger als seit zwölf Monaten Arbeitslosen, helfen, aus ihrem trostlosen, untätigen Dasein, bei dem ihnen Tag für Tag erneut bewusst wird,
wieder nicht von der Gesellschaft gebraucht zu werden, endlich herauszukommen.
Und dies für nicht nur kurze Zeit bei dem zeitlich nicht absehbaren Ende des Flüchtlingsstromes.

Doch stattdessen appelliert die Politik an das Helfersyndrom von Freiwilligen.
Langzeitarbeitslose sind nicht wichtig,
solange der Staat Ausgaben sparen kann.
Flüchtlinge kosten die Kommunen etwa 1.000 Euro monatlich.
Langzeitarbeitslose etwa genau so viel.

Mehr über...
Gäbe der Staat den Hartz4lern eine sinnvolle Arbeit, z. B. Hilfestellung bei der Bewältigung des Flüchtlingsstromes,
so würden sich nicht nur die Lohnkosten durch die eingesparten tausend Euro für Hartz4 um etwa die Hälfte mindern.

Das Foto mit dem Bild des toten dreijährigen Flüchtlingsjungen, der an die Küste angespült wurde, rührte ganz Deutschland.

Doch wer nimmt da noch zur Kenntnis,
dass auf unserem Planeten täglich 16.000 Kinder sterben. Täglich!!

Der dieser Tage veröffentlichte UNICEF-Bericht besagt,
dass dies allein in 2015 eine erschreckende Zahl von 5,9 Millionen Kinder unter 12 Jahre sein werden.
Fast 6 Millionen Kinder in einem Jahr.
Von diesen Kindern sterben die meisten, weil sie verhungern.

Man muss sich das mal vor Augen führen:
Alle 6 Sekunden verhungert ein Kind.
Immer 10 Kinder verhungern Minute für Minute.
Dieser unvorstellbare Skandal wird derzeit völlig ausgeblendet.
Ist ja nicht direkt vor unserer Haustür.
Und auch nicht in den Medien.

Stimmt da aber noch die Verhältnismäßigkeit?
Die vielen Menschen, die als Flüchtlinge derzeit in Deutschland ankommen,
sind zumindest alle außer Lebensgefahr.
Dies waren sie jedoch nicht vor und während der Flucht.
Wer hat ihnen da geholfen?

Und wer hilft den vielen Millionen verhungernden Kindern dieser Welt?
Wer am Verhungern ist, kann wohl kaum fliehen. Helfen unsere Politiker im Obergeschoss vielleicht?

Fehlanzeige!
Die beschäftigen sich - ausschließlich - mit Aktionen nach überstandener Lebensgefahr.

Bei den verhungernden Kindern hingegen hat sich das Problem nach überstandener Lebensgefahr - zynisch von mir gemeint - mit deren Tod von selbst gelöst.
Gut für unsere Politiker?
Eigentlich nicht!

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Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.973
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 15.09.2015 um 11:23 Uhr
Sollen mehr beten, dann gibts auch täglich Brot.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Rüdiger Schäfer

von:  Rüdiger Schäfer

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Interessensgebiet: Gießen
Rüdiger Schäfer
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