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Ein Dorf muss sterben, weil es zu viel Kohle hat: Einige harren noch aus, doch die Monsterbagger sind schon in Sichtweite

Die Kleiderfabrik war das wirtschaftliche Herzstück des Dorfes. Viel ist nicht davon übrig geblieben. Im Hintergrund die Türme des "Doms". Die Kirche ist inzwischen "entweiht" und wird wie alle anderen Gebäude des Ortes dem Erdboden gleich gemacht.
Die Kleiderfabrik war das wirtschaftliche Herzstück des Dorfes. Viel ist nicht davon übrig geblieben. Im Hintergrund die Türme des "Doms". Die Kirche ist inzwischen "entweiht" und wird wie alle anderen Gebäude des Ortes dem Erdboden gleich gemacht.
Gießen | Immerath ist ein Geisterdorf – und es liegt im Wilden Westen unserer Republik. In der Erkelenzer Börde. 120 Kilometer nordwestlich von Köln. Die Bewohner wurden (und werden noch) vertrieben, oder, wie es beschönigend heißt, „sozialverträglich umgesiedelt“. Was ihnen und ihrem Heimatkaff zum Verhängnis wurde: Sie hatten ganz einfach zu viel Kohle – Braunkohle.
Der dreckigste fossile Brennstoff überhaupt lagert ein paar Meter unterhalb der Grasnarbe. Immerhin sollen im lukrativen Garzweiler II-Märchenland 1,3 Milliarden Tonnen davon zu holen sein. Und das weckte Begehrlichkeiten – beim Energie-Multi RWE. Dessen gefräßigen Monsterbagger rücken unaufhaltsam näher. Nur eine Handvoll Unentwegter Bürger harrt noch aus. Aber spätestens 2017 müssen sie das Feld geräumt haben. Dann beginnt der Abbau.
Das Ehringshausener Fotografen-Ehepaar Markus und Ingrid Novak hat den sterbenden Ort besucht - und fand eine beklemmende, trostlose Verlassenheit vor. Es war eine wehmütige Reise in die Vergangenheit eines einstmals blühenden, lebendigen Gemeinwesens, dem nach 873 Jahren keine Zukunft mehr vergönnt ist. That’s Business. Mehr darüber hier:
http://www.rotorman.de/der-spuk-ist-bald-zu-ende-zu-viel-kohle-immerath-ein-geisterdorf-gibt-sich-auf/

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Sterbende Dörfer (1)Immerath (1)Braunkohle (8)
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Kommentare zum Beitrag

759
D. Theiß aus Lich schrieb am 14.09.2015 um 21:05 Uhr
EINE SCHANDE
H. Peter Herold
29.023
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.09.2015 um 23:46 Uhr
Beklemmende Geschichte mit traurigen Bildern.
Die Menschheit schaufelt, nein baggert sich ihr eigenes Grab.
Ingrid Wittich
20.937
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 15.09.2015 um 12:21 Uhr
Ähnliches gibt es auch in anderen Ländern z.B. Schweden:
http://www.tagesschau.de/ausland/kiruna-107.html
Hallo Lieber Leser
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Herzlichst, Ihr(e) Jürgen Heimann

von:  Jürgen Heimann

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Jürgen Heimann
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