Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Gießener Bildungseinrichtungen beteiligen sich am Weltalphabetisierungstag

(v.l.) Birgit Groß (DGB), Joachim Velten (METALL), Cornelia Seitz (BWHW), Mechthild Hermann (AWO), Annette Greilich (FFS), Astrid Eibelshäuser (Stadträtin), Gaby Nickel (AWO)
(v.l.) Birgit Groß (DGB), Joachim Velten (METALL), Cornelia Seitz (BWHW), Mechthild Hermann (AWO), Annette Greilich (FFS), Astrid Eibelshäuser (Stadträtin), Gaby Nickel (AWO)
Gießen | Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland 7,5 Millionen funktionale Analphabeten – das sind 14,5 Prozent und etwa jeder siebte Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren. Weltweit sind es etwa 781 Millionen Menschen, 2/3 davon sind Frauen. Die Betroffenen können zwar einzelne Buchstaben, verschiedene Wörter und einfache Sätze entziffern, haben jedoch Probleme, zusammenhängende Texte zu lesen und zu verstehen. Aufgrund ihrer schriftsprachlichen Einschränkung sind sie nicht in der Lage am gesellschaftlichen Leben in angemessener Weise teilzuhaben. Dabei sind weit mehr Menschen vom funktionalen Analphabetismus betroffen, als wir in unserem Alltag wahrnehmen. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, hat die UNESCO 1966 den Weltalphabetisierungstag eingeführt, der seither alljährig am 8. September begangen wird.
Auch Gießener Bildungseinrichtungen haben sich vergangenen Dienstag beteiligt und mit Infoständen in der Gießener Innenstadt Passanten und Passantinnen auf das Problem hingewiesen. Die Bildungswerke des DGB Hessen e.V. und der Arbeiterwohlfahrt AWO sowie das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. wurden
Mehr über...
dabei von der Friedrich-Feld-Schule und vom Fast Forward Theatre Marburg fleißig unterstützt. Diese versuchten durch Improvisationstheater und Schauunterricht die Passanten in das Geschehen einzubeziehen und so die Problematik zu beleuchten. „Es geht in erster Linie darum, das Problem bekannt zu machen, die persönliche Ansprache ist jedoch nicht einfach“, erklärte Mechthild Hermann, Leiterin des Bildungswerks Arbeiterwohlfahrt Gießen (AWO). „Über Sport oder Kirchen versuchen wir das Thema in die Breite zu tragen und über verschiedene Bildungsangebote zu informieren“, erklärt Dr. Cornelia Seitz, Leiterin der Forschungsstelle das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft. „Das Thema betrifft auch die Menschen, die jetzt nach Deutschland zuwandern – im Moment sind wir mit dem breiten Thema verbunden“, führte Cornelia Seitz fort. Es gehe auch um die Grundbildung, darum, die Menschen anzusprechen, die mit der komplexen Sprache Probleme haben. Viele Projekte der letzten Jahre hätten gezeigt, dass die Betroffenen hoch motiviert sind.
Auf der Kreuzung Kaplangasse, Neuenweg und Seltersweg wurde auch ein Plakat mit Hieroglyphen aufgestellt, um so die visuelle Wahrnehmung und das Problem des Analphabetismus den Passanten begreiflich zu machen.
Das Problem der Sprach-und Leseschwäche wirkt auf die meisten Menschen einschüchternd, deshalb versucht man über ganz unterschiedliche Themen, wie Sport oder Kochen den Leuten die Alphabetisierung näher zu bringen. „Sprechen lernen braucht immer Anlass“ erklärt Astrid Eibelhäuser, Stadträtin und Schuldezernentin der Universitätsstadt Gießen, deshalb betreffen die Kurse oft ganz andere Themenbereiche. Im Familienzentrum der AWO beispielweise findet ab 11. September jeweils am 1. Freitag im Monat von 16 – 18.30 ein Kurs „Kreatives Kochen von A – Z. Deutsche Sprache leicht gemacht“ statt, wo die Teilnehmer beim leckerem Essen und internationaler Küche miteinander kommunizieren und Rezepte austauschen und gleichzeitig der Deutschen Sprache näher kommen können.

(v.l.) Birgit Groß (DGB), Joachim Velten (METALL), Cornelia Seitz (BWHW), Mechthild Hermann (AWO), Annette Greilich (FFS), Astrid Eibelshäuser (Stadträtin), Gaby Nickel (AWO)
(v.l.) Birgit Groß... 
(v.l.) Thomas Jehnichen (BWAW), Mirjana Krolzik (Hessencampus Mittelhessen), Marion Krolak-Köppen (BWHW), Annette Windus (MENTO/DGB)
(v.l.) Thomas Jehnichen... 
 

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Magdalena Skorupinska

von:  Magdalena Skorupinska

offline
Interessensgebiet: Gießen
Magdalena Skorupinska
215
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
v.l. Janina Fraczek (Bauzeichnerin), Fabiola Peiniger (Centermanagerin der Galerie Neustädter Tor), Waltraut Weller ( VHS Kunst Leiterin in Rente), Mara Roiter (Galerie-Designerin), Dr. Una Chen (Direktorin ISPI)
„großE kunsT“ – 7. Kunstausstellung in der „Galerie in der Galerie Neustädter Tor“
In der Galerie Neustädter Tor ist bereits seit dem 1. Juni die siebte...
(l.) Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Egon Fritz (Stadtverordnetenvorsteher und "Radel-König 2015")
Gießen nimmt am Stadtradeln teil
Am 04. Juni startet zum zweiten Mal in Gießen die bundesweite...

Weitere Beiträge aus der Region

Der Vorstand: von links: Martina Heide-Ermel (Bi Sozialpsychiatrie e.V.), Amélie Methner (EX-IN Hessen e.V.), Horst Viehl (Lebenshilfewerk Marburg e.V.), Bernd Gökeler 1. Vorsitzender (DMSG Hessen e.V.), Jan-Eric Schulze (SHM e.V.), Wolfgang Urban stellve
„Der Anspruch auf Teilhabe ist ein Menschenrecht, der Weg dies für ALLE zu erreichen verlangt spürbare Veränderungen.“
Konstanz durch Veränderung bei der Beratung von Menschen mit...
Jungspund YOGUI
Auch Yogui haben wir von einem befreundeten Tierheim übernommen....
AKTIONSTAG "RESPEKT TAUBE"
Der Deutsche Tierschutzbund hat für den 18. September eines jeden...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.