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Auf der Flucht mit Behinderung - Der etwas andere Praktikumsbericht - Von der Arbeit eines Gießener Vereins

Gießen | Namensartikel von:
Mira Lorenz und Bastian Schmandt

Drei Wochen, zwei Praktikanten und ein Projekt. Dieses Projekt ist Teil einer seit Monaten andauernden öffentlichen Diskussion in Deutschland und darüber hinaus. Diese Thematik bringt tausende Menschen auf die Straße, birgt gleichzeitig gewaltige logistische Herausforderungen für viele Städte und Kommunen in unserem Land, insbesondere auch Gießen.
Kaum ein Tag mehr, an dem das Thema Flucht und Asylpolitik nicht irgendwo auftaucht, medial verbreitet und kommentiert wird. Da sich in Gießen die hessische Erstaufnahmestelle für Geflüchtete befindet, ergeben sich vielfältige Aufgaben für Stadt und Landkreis. Nach offiziellen Angaben sind in Gießen etwa 10.000 Geflüchtete in einer Unterkunft einquartiert, die ursprünglich für rund 500 Menschen geplant war.
Ist unter diesen Umständen eine menschenwürdige Unterbringung und Versorgung überhaupt möglich? Und was wird eigentlich für die Geflüchteten getan, die mit einer Behinderung leben? Experten schätzen deren Zahl auf bis zu 20 Prozent der eintreffenden Menschen.
Angesichts der geschilderten Umstände war die Antwort zu befürchten: Leider werden Behinderungen im Aufnahmeverfahren bisher nicht berücksichtigt, die speziellen Bedürfnisse dieser Menschen nicht angemessen aufgefangen.
Was Hoffnung macht:
Dieser Aufgabe nimmt sich nun das Zentrum selbstbestimmt Leben Gießen e.V. (ZsL) an.
Seit 2011 in der Behindertenhilfe tätig, bemüht sich das hauptamtliche Team mit ehrenamtlichen Unterstützer*innen um engagierte Spender für das Projekt „Flucht und Asyl mit Behinderung“.
Ziel ist individuelle Beratung von Geflüchteten mit Behinderung sowie deren nachhaltige Unterstützung durch das Aufbauen eines Netzwerkangebotes.
In den bisherigen drei Wochen des Praktikums lag unser Fokus darauf, dieses Spendenprojekt des ZsL in Gießen zu kommunizieren. Wir legten Flyer in Geschäften, Apotheken und öffentlichen Einrichtungen aus, verteilten unsere Informationen auf dem Gießener Wochenmarkt, verbrachten endlose Zeit in telefonischen Warteschleifen, fragten uns geduldig zu Verantwortlichen und Zuständigen durch, formulierten Ansprachen und versendeten zahlreiche elektronische Nachrichten.
Unser Fazit ist ein Mutmacher:
Wir waren während unseres Engagements ausschließlich mit offenen Ohren konfrontiert, nicht mit „Wutbürgern“. Trotz dieser Tatsache müssen wir konstatieren, dass zu der erfolgreichen Umsetzung unseres Projekts noch weitere Spender fehlen. Meist haben Unternehmen und Privatpersonen bereits Projekte, welche sie unterstützen. Dennoch richtet sich ein gemeinnütziger Verein mit dieser wichtigen Botschaft an alle Mittelhessen:
„Kleine Spenden von Jedermann und größere Spenden von regionalen Unternehmen“ – gemeinsam für ein großartiges Projekt.

Lassen Sie uns gemeinsam Brücken bauen – natürlich barrierefrei!

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.510
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 27.08.2015 um 13:21 Uhr
Weitere Informationen dazu:

http://www.zsl-giessen.de/

Viel Erfolg!
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von:  Zentrum selbstbestimmtes Leben Gießen

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