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Nachdenkliches - Kreuze auf dem Friedhof in Kloster Arnsburg

Kreuze auf dem Friedhof Kloster Arnsburg
Kreuze auf dem Friedhof Kloster Arnsburg
Gießen | Auf dem Friedhof im Kloster Arnsburg stehen viele Kreuze. Sie erinnern uns daran, dass wir alle einmal sterben müssen. Da fällt mir dann immer wieder die Zeile aus der Bibel ein.

Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Und die Uhr unseres Lebens läuft. Gut, dass wir nicht wissen, wann unsere Zeit abgelaufen sein wird.

Durch den Kommentar von H. Wirth veranlasst, habe ich die zwei Bilder aus Hirzenhain hinzugefügt.

Kreuze auf dem Friedhof Kloster Arnsburg
Kreuze auf dem Friedhof... 
Zeitmesser
Zeitmesser 
Gedenkstein mit Kreuz in Hirzenhain am Waldrand
Gedenkstein mit Kreuz in... 
2 Gedenktafeln
2 Gedenktafeln 

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Zeitmesser (2)Kreuze (1)
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Kommentare zum Beitrag

Ilse Toth
38.630
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 26.08.2015 um 12:04 Uhr
Ja, gut, dass wir es nicht wissen. Je älter man wird, umso mehr kreisen die Gedanken an das näher kommende Ende. Ein Friedhof ist kein Ort, an dem ich mich wohl fühle.
Christine Weber
7.489
Christine Weber aus Mücke schrieb am 26.08.2015 um 13:56 Uhr
Nein, wohlfühlen kann man sich auf einem Friedhof nicht. Ich beeile mich auch immer, dass ich wieder vom Friedhof runter komme.
H. Peter Herold
29.024
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 26.08.2015 um 15:02 Uhr
Ich bin immer wieder dort. Die Toten schrecken mich nicht und auch mein eigener Tod wird ja mal kommen. ER weiß es wann und das genügt mir.
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 26.08.2015 um 18:51 Uhr
Es gibt aber auch Friedhöfe, die zu Parks mutiert sind - wie z.B. der "Alte Friedhof" in Giessen. M. E. stets eine Stätte der Ruhe und Besinnung.
Der Soldatenfriedhof im Kloster Arnsburg hat allerdings seine eigene Atmosphäre.
Kurt Wirth
3.085
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 26.08.2015 um 20:00 Uhr
Sterben muß jeder, das ist völlig richtig. Und man sollte sich dessen von Zeit zu Zeit immer mal in Erinnerung rufen, sofern man nicht altersbedingt durch laufende Begräbnisse im Bekanntenkreis die schwarzen Schuhe immer in in Reichweite haben sollte.

Aber ob man so und so jung sterben muß, wie die meisten in Arnsburg bestatteten Kriegsopfer aus verschiedensten Ländern, da möchte ich meine heftigen Zweifel anmelden. Und schon gar nicht so wie die dort ebenfalls bestatteten 87 Häftlinge des KZ Hirzenhain (6 Männer und 81 Frauen), die von SS und Gestapo kurz vor Eintreffen der US-Armee erschossen wurden. Insofern betrachte ich diese auch mich beeindruckende Gedenkstätte als Mahnung, Zivilcourage zu entwickeln und zu zeigen und dem "die da oben machen doch, was sie wollen" entgegenzutreten. Ohne kleine Leute keine großen Kriege.
H. Peter Herold
29.024
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 26.08.2015 um 20:33 Uhr
Mich berührt es immer wieder, dass dort neben den Opfern und Soldaten auch Tote der SS begraben sind.
Das ist etwas was doch zeigt, im Tot sind wir alle gleich.
Ilse Toth
38.630
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 26.08.2015 um 21:57 Uhr
Wie wahr, Peter!
Dieter Petersen
1.446
Dieter Petersen aus Gießen schrieb am 27.08.2015 um 11:15 Uhr
Bis vor meines Vaters Tot, der schon vor über 30 Jahren war(51 Jahre alt), hatte ich Angst einen Friedhof zu betreten. Ab da, komischerweise, fühlte ich mich "ganz normal" an diesem Ort. Ich wusste, hier liegt er jetzt, also besuche ich ihn. Ich setze mich auf eine Bank und schwelge in Gedanken. Nur ein Sarg ist ein besonderes Möbelstück und man weiß, dass da ein Körper drinliegt. Irgendwie mysteriös. Stehe ich bei einem Toten, zwei Mal vorgekommen, habe ich das Gefühl er zieht mich zu sich. Das ist so eine kleine Hemmschwelle. Viele sagen, der Tod ist nicht schlimm, sondern evtl. das Sterben. Das sehe ich auch so. Der Tot ist entweder eine Vollnarkose für immer oder unsere Seele ist absolut körper-und empfindungslos "im Raum". In ein paar Jahren wissen wir es.
Die Gräber in Arnsburg mahnen uns, Kriege zu verhindern, was bis Heute nicht geschafft ist und bleiben wird.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 27.08.2015 um 13:39 Uhr
Kurz zu dem Kommentar von Peter H. vom 26.08. um 20:33 Uhr.

Das mit dem Begraben auf dem selben Friedhof sehe ich etwas differenzierter.

Der Satz "Im Tot sind alle gleich" ist zwar richtig, aber ich will - wenn ich den Opfern der SS gedenken will - nicht gleichzeitig an den Gräbern der SS-Leute stehen.

Eine bessere Lösung wäre, wenn Gedenksteine ausserhalb solcher Friedhöfe ständen. Natürlich nicht für die SS, denn die war ein Verbrecherbande.
Dieter Petersen
1.446
Dieter Petersen aus Gießen schrieb am 27.08.2015 um 13:55 Uhr
Gemeinsam würde bedeuten, dass auf einem Friedhof bei einem "normalen" Mord das Opfer und nebenan der Täter liegen würde(der vielleicht von der Polizei erschossen wurde) Für die Angehörigen undenkbar. Für die Verstorbenen eine Demütigung und weitere Folter. Zu Bedenken ist aber auch, dass einige SS-Leute gezwungener Maßen ihren Dienst gemacht haben. Die Meisten allerdings, man sieht es in Filmen, war es sogar ein Spaß, Menschen offiziell quälen zu dürfen. Film und Realität. Ich kann es Gott sei Dank nicht wirklich beurteilen, wieviel SS Leute Schuld waren oder nur Werkzeug eines Regimes.
Kurt Wirth
3.085
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 27.08.2015 um 18:51 Uhr
Wenn ich es richtig gelesen habe, wurden auf dem Arnsburger Friedhof von der Kriegsgräberfürsorge erstmalig Opfer verschiedener Nationen bestattet. Somit könnten auch damit Menschen nebeneinander liegen, die im Leben noch aufeinander geschossen haben. Hier ist allerdings das Opfer/Täter-Verhältnis nicht so offensichtlich, wie bei den Hirzenhain-Toten. Wolf Biermann textete: "...Soldaten sehn sich alle gleich, lebendig und als Leich...".

Bei der Recherche zu der Biografie eines im Allgäu aktiven Kommunisten namens Willy Wirthgen (Googeln!), der nach Aufenthalten in den KZ's Dachau und Buchenwald trotz "Wehrunwürdigkeit" doch noch eingezogen wurde, da die Wehrmacht im Lauf der Zeit immer mehr Opfer zu beklagen hatte, und dann von einem Feldgericht der 14.Flak-Division wegen "Wehrkraftzersetzung" zum Tode durch Erschiessen verurteilt wurde, stellte ich fest, daß er nach einer ersten Bestattung auf einem kleinen Friedhof bei Lille in Frankreich 1962 umgebettet wurde auf den deutschen Kriegsgräberfriedhof Bourdon bei Amiens. Somit könnte auch der durchaus im Verein mit Angehörigen seines Erschiessungskommandos dort die letzte Ehre gefunden haben. Nur die Dienstgradbezeichnung "Soldat" auf seinem Grabstein, die es so eigentlich nie gegeben hat (man hieß Schütze oder Jäger oder Flieger oder Kanonier oder Sanitätssoldat usw.), weist darauf hin, daß hier eine Degradierung stattgefunden hat (er war zuvor Obergefreiter).

An seinem Erschiessungsort Fort Bondues befindet sich heute ein "Museum des Widerstands", da dort auch 68 Angehörige der Resistance erschossen wurden.

Bei entsprechenden Erläuterungen vor Ort halte ich es nicht unbedingt für erforderlich, wie von Martin Wagner angedacht, die KZ-Opfer "auszugrenzen". Aber die jahrelangen alljährlichen Ehrungen, welche die HIAG (Hilfsgemeinschaft der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS) alljährlich ihren toten SS-Kameraden durch eine Feier mit Kranzniederlegung in Arnsburg zugutekommen ließ, hätte man unterbinden müssen.
H. Peter Herold
29.024
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.08.2015 um 09:44 Uhr
Hätte? Wer?
Seit ich nach Kloster Arnsburg öfters komme(2007) habe ich es nicht mitbekommen.
Am 4. Mai 2008 fuhr ich mit dem Motorrad nach Hirzenhain um angeregt durch die Tafeln auf dem Friedhof in Kloster Arnsburg mich näher mit der Angelegenheit zu befassen. Dort fand ich auch die Stelle wo die Erschießungen stattfanden und die Leichen verscharrt worden waren.
Habe 2 Bilder von dort diesem Beitrag hinzugefügt.
Kurt Wirth
3.085
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 28.08.2015 um 09:59 Uhr
Die genannten "Ehrungen" für SS-Angehörige fanden von 1960 bis ca. 1975 statt. Vielleicht wurden sie dann auch eingestellt, weil in ein paar dieser Jahre Gegenaktionen von antifaschistisch eingestellten stattgefunden hatten. 2007 war die Kraft der HIAG aus rein biologischen und Altersgründen nahezu erlöscht.
H. Peter Herold
29.024
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.08.2015 um 10:52 Uhr
Trotzdem gut darauf hingewiesen zu haben. Danke.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) H. Peter Herold

von:  H. Peter Herold

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H. Peter Herold
29.024
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