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SEnsationelle Forschungsergebnisse über das Mittelalter:Toleranz und Freundschaft unter Völkern und Religionen im Mittelalter.„Ein Glaube in vielfältigen Ausprägungen“

Zeichnung Birgitta Meinhardt
Zeichnung Birgitta Meinhardt
Gießen | Vortrag von Prof. Dr. Helmut Meinhardt
Mittwoch, 9.9.2015, 20:00 Uhr
Katholische Pfarrei St. Albertus, Nordanlage 45, Gießen, Rotunde

Das vergangene 20. Jahrhundert war eines der grausamsten und kriegerischsten in Europa; Millionen von Menschen aus vielen Völkern und Religionen wurden verfolgt, vertrieben, ermordet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Mitteleuropa ein gutes halbes Jahrhundert Frieden geschenkt, einmalig in den historischen Zeiträumen, die wir überschauen können. Zu unser aller Schrecken ist aber in den letzten beiden Jahrzehnten die Hoffnungsvision vom universellen Weltfrieden wieder zerbrochen. Außerhalb Zentraleuropas flackern in vielen Ländern der Erde wieder Kriegsbrände hoch. Wir müssen meist rat- und machtlos zuschauen.
Können die Theologie, die Philosophie, diese mörderische Feindschaft unter Menschen erklären, Ratschläge zur Bewältigung bieten, die Politik notfalls Machtmittel bereitstellen?
Viele werden es nicht glauben, aber es gibt geistige Hilfsansätze, man sucht sich üblicherweise den Toleranzgedanken der neuzeitlichen „Aufklärung“.
Hauptthema des Vortrags
Mehr über...
Toleranz (27)Theologie (43)Religionsfreuiheit (1)Philosophie (54)Mittelalter (62)Menschenrechte (57)Meinungsfreiheit (12)Lessing (2)Geschichte (159)Friedenspolitik (1)Frieden (84)
wird aber das christliche Mittelalter sein, das angeblich so finstere, intolerante, unfreie; dieses Vorurteil leisten wir uns weiterhin und übersehen (verdrängen?) dabei, daß es Konzepte gab, die Vielfalt und Vielgestaltigkeit von Menschen und Menschengruppierungen nicht nur zu tolerieren sondern als von Gott positiv gewollt und bejaht zu deuten. Das gilt etwa im 12. Jahrhundert für Peter Abelard mit seiner Respektierung voneinander abweichender Gewissensentscheidungen, dann Thomas von Aquin und Raymundus Lullus im 13. Jahrhundert. Der Höhepunkt der Entwicklung ist im 15. Jahrhundert. Nikolaus von Kues, der die Vielheit religiöser Ausdrucksformen als Vermehrung der Gottesverehrung begrüßt. Je mehr die Religionen ihre Inhalte verantwortungsvoll realisieren, desto näher kommen sie an Gott und dadurch zueinander.
Diese Denker waren keine am Rande stehenden „Irrlehrer“, sondern wurden akzeptiert, wenn auch oft nicht realisiert, waren auch keine irrationalen Utopisten, sondern hielten ihre Hoffnungen im Ansatz auch schon in diesem irdischen Leben für realisierbar, die volle Vereinbarkeit aller Vielheit erwartet den Menschen freilich erst im Jenseits. Der Vortrag wird sich hauptsächlich mit Nikolaus von Kues befassen, von dort auch aus kurz auf dessen Wirkungsgeschichte in Lessings „Ringparabel“ in „Nathan der Weise“ eingehen.
Eine Diskussion ist nicht nur möglich sondern erwünscht.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 20.08.2015 um 23:49 Uhr
https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Kues

Vorab zum Reinlesen!

Übrigens dieser Bischof ist Namensgeber der katholischen Studienförderung in der BRD. (Das ist der Versuch von Seiten der Amtskirche mit geförderten Einzelpersonen Schlüsselstellungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Staat zu besetzen.)

https://www.cusanuswerk.de/de/startseite/bischoefliche-studienfoerderung/
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von:  Birgitta Dr.phil. Meinhardt

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Birgitta Dr.phil.  Meinhardt
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