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"Ziel ist es, die Zugehörigkeit der gesamten Bevölkerung zu Hessen zu stärken"

Gießen | Staatssekretär Jo Dreiseitel besucht den Landkreis Gießen für Gespräche über WIR-Förderprogramm und eine Antidiskriminierungsstelle für Mittelhessen



Der Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Jo Dreiseitel, und die Referatsleiterin der Abteilung Integration, Wiebke Schindel, besuchten den Landkreis Gießen. Ziel war ein Informationsgespräch mit Isray Budak, Koordinator des Landes-Förderprogrammes „Wegweisende Integrationsansätze Realisieren“ (WIR) im Landkreis, und dem Dezernent für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten, Dirk Haas.

Seit dem 1. April 2014 bin ich als WIR-Koordinator des Landes-Förderprogrammes in der Kreisverwaltung Gießen eingesetzt. Die damit verbundenen Aufgaben sind nicht nur vielseitig und interessant, sondern auch wesentlich, um Integration vor Ort umzusetzen“, führte Isray Budak aus. Anwesend war auch Michaela Zalucki in ihrer Funktion als Leiterin des Sachgebietes Hochschule in der Migrationsgesellschaft – Interkulturelle Öffnung der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).

„Die Hessische Landesregierung hat mit dem WIR-Programm Erfahrungen
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„Wegweisende Integrationsansätze Realisieren“ (WIR) (1)THM (129)Migration (61)Landkreis Gießen (1826)Jo Dreiseitel (2)Interkulturalität (3)Integration (125)Dirk Haas (53)
gebündelt und ihre Integrationspolitik auf interkulturelle Öffnung als auch die Schaffung einer Willkommens- und Anerkennungskultur fokussiert“, sagte Jo Dreiseitel. Ziel sei es, die Zugehörigkeit der gesamten Bevölkerung zu Hessen zu stärken und allen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, gleichermaßen Teilhabemöglichkeiten zu eröffnen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt für den WIR-Koordinator Budak ist die Fortbildungsreihe „Vielfalt leben und gestalten“. Diese wird vom Landkreis Gießen gemeinsam mit der THM Gießen umgesetzt. Die Arbeitskräfte dieser Verwaltungen und von Migrantenselbstorganisationen werden hierfür im Bereich der Interkulturellen Kompetenz geschult und bestmöglich auf den Kontakt mit Menschen und deren Migrationshintergrund vorbereitet.

Für den Landkreis Gießen und die THM wurden Vorgespräche mit Entscheidungsträgerinnen und -trägern geführt. Daraus entstanden zwei eintägige Veranstaltungen mit Führungskräften in den Jahren 2012 und 2013. „Da wurden die Rahmenbedingungen und Ziele für die geplante Fortbildungsreihe sowie die Darstellung der Arbeitsweisen durch die Trainerinnen und Trainer geklärt“, erläutert Isray Budak. Ergebnis war eine aus vier Modulen und jeweils 1,5 Tage bestehende Trainingsreihe, die 2013 bis 2014 umgesetzt wurde.

Nach der Auswertung der durchweg sehr positiven Feedbacks entschieden sich die THM und der Landkreis Gießen dafür, die Fortbildungsreihe seinen Bediensteten und Vertretern aus Migrantenselbstorganisationen anzubieten. Die Interkulturellen Schulungen werden über Isray Budak organisiert.

In diesem Jahr fanden bereits die Module statt: „Wie viel Kultur darf’s sein? – Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept Kultur im Verwaltungshandeln“ und „Interkulturelle Kommunikation in beruflichen Kontexten: Merkmale und Konsequenzen für die Praxis“. Im September folgen „Konflikte und Konfliktlösungsansätze – in interkulturellen Verwaltungshandeln“ sowie im November „Problemorientiert oder von Visionen geleitet? Brücke zur Praxis I“ und „Brücke zur Praxis II – Wo stehen die Projekte?“.

Ein weiterer Themenpunkt war die Schaffung der Antidiskriminierungsstelle Mittelhessen. Auf Initiative seines Ausländerbeirates prüft der Landkreis Gießen die Möglichkei­ten, eine regionale Anlaufstelle für von Diskriminierung Betroffener einzu­richten. Um auszuloten, ob der Bedarf korrekt eingeschätzt wird, wurden Gespräche mit Frau­en- und Behindertenbeauftragten, Migrantenvertreterinnen und -vertretern der Stadt und des Landkreises Gießen sowie mit dem Ausländerbeirat Marburg, einem Vertreter des Ausländerbeirates Wetzlar und mit dem Netzwerk gegen Diskriminierung Hessen ge­führt. Zuletzt wurde mit Staatssekretär Jo Dreiseitel die Thema­tik während einer Sitzung des Kreisausländerbeirats erörtert.

„Über die Entscheidung der Hessischen Landesregierung, eine entspre­chende Anlaufstelle auf Landesebene zu schaffen, haben wir uns gefreut“, sagte Dirk Haas. „Nach Gesprä­chen mit dem zuständigen Staatssekretär über den Aufgabenbereich sind wir jedoch der Auffassung, dass die Re­gionen ergänzende und niederschwellige Anlaufstellen für Betroffene benötigen.“ Eine für alle Mittelhessen gut erreichbare regionale Bera­tungs­stelle würde die angestrebte Antidiskriminierungsarbeit des Landes gut ergänzen. Die Städte Gießen, Marburg, Wetzlar und die Landkreise Gießen, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill haben sich bereit erklärt, sich an der Mitarbeit in einer AG „Konzept für eine Antidiskriminierungsstelle Mittelhessen“ zu beteiligen.

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