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Die Windkraftgegner machen es sich leicht

Gießen | Die Windkraftgegner, die keine Windkraftanlagen sehen wollen, machen es sich leicht. Sie bleiben die Antwort schuldig, wo der Strom ohne Kohle und Atom her kommen soll. Von Gazprom, aus Fracking, aus Biomasse mit immer mehr Energiepflanzenanbau? Oder von der doppelt so teuren Offshore-Windenergie, die noch mehr Leitungen von Nord nach Süd erfordert? Dagegen protestieren Andere. Die Leitungen werden aber nicht über die windgünstigen Höhen verlaufen.
Die Windkraftgegner bleiben auch die Antwort schuldig, wie die Erderwärmung noch begrenzt werden kann. Denn die international angestrebten nur 2 Grad Erwärmung sind kaum noch zu erreichen. Es könnten bis zu 8 Grad werden, so Dr. Franz Alt am 30. 5. beim 3. Energietag des Landkreises Gießen in der Fernwaldhalle. Schon lange schmelzen die Gebirgsgletscher, das Grönlandeis und das Polareis und schon werden flache Inseln in der Südsee und Karibik überflutet und unbewohnbar. Wir erleben häufiger Stürme, Starkregen, „Jahrhundertfluten“, Tornados, Hitzeperioden, Dürren und Waldbrände, Wassermangel, Hunger und Klimaflüchtlinge. Der Hitzesommer 2003 mit bis über 40°C forderte nach der Münchner Rückversicherung 23.000 direkte Opfer in Europa.
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Millionen von Menschen führen durch den Klimawandel schon heute einen Kampf ums Überleben: extreme Dürren, Wirbelstürme und Überschwemmungen nehmen zu und führen zu Hunger, Not und Elend in den ohnehin ärmsten Ländern der Welt. Auch bei uns wirken sich steigende Temperaturen zunehmend auf die Landwirtschaft und unsere Gesundheit aus.
Der Meeresanstieg wird Millionen Menschen vertreiben, z. B. in Bangladesch, ein Staat nur zwei Mal so groß wie Bayern aber mit 150 Mio. Einwohnern. Wo sollen sie hin? In Europa werden Deicherhöhungen die Küsten vorübergehend schützen, noch stärkere Fluttore die Niederlande und Venedig. Was schützt die Hafenstädte? Das Wattenmeer wird überflutet.
In Afrika und Mittelamerika erzeugen verschlechterte Umweltbedingungen Flüchtlingsströme. In Indien sind nach Pressemeldungen in diesen Wochen 1.400 Menschen bei Temperaturen bis zu 50°C an der Hitze gestorben, es sind die Ärmsten, die im täglichen Lebenskampf der Sonne nicht entfliehen können, egal?
Fluten, Stürme, Hitze, Dürren, Starkregen, Hunger und Flucht werden sich noch mehr häufen. Die Windkraftgegner mögen sich das Leben ihrer Enkel auf der künftigen Erde vorstellen. Windkraftanlagen werden sie vermutlich nicht kritisieren.
Man kann von den Windkraftgegnern verlangen, dass sie wenigstens die eigenen Möglichkeiten zur Bekämpfung des Klimawandels realisieren: Verringerung des Heizbedarfs auf ein Viertel oder weniger, Nutzung von Solarthermie und Photovoltaik an ihren Häusern zur Kompensation des Wertverlustes, den sie befürchten wegen sichtbarer Windkraftanlagen. Verringerung des Stromverbrauchs durch die effizientesten Geräte, LED-Beleuchtung, Auto mit weniger Verbrauch, Nutzung von Fahrrad, E-Bike, E-Roller, E-Auto, Bus und Bahn, Car-Sharing, etc. Also, etwas tun für die Kinder und Enkel!
"Die Umweltministerinnen, -minister und -senatoren der Länder stellen fest, dass der Klimawandel für die gesamte Menschheit und die Ökosysteme schwerwiegende, weitreichende und irreversible Folgen haben wird, sofern nicht rasch gehandelt wird. Dies ist das eindeutige Ergebnis des fünften PCCSachstandsberichts. Deshalb muss die internationale Staatengemeinschaft an dem Ziel festhalten, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen (2°CZiel). Daher bekräftigt die Umweltministerkonferenz erneut die dringende
Notwendigkeit des gemeinsamen Handelns. Die bisherigen Anstrengungen der Staatengemeinschaft, ihre Emissionen zu mindern, reichen nicht aus, das 2°CZiel zu erreichen. Es ist unverzichtbar, dass der im Dezember 2015 in Paris
abzuschließende rechtsverbindliche Vertrag, der ab 2020 umgesetzt werden soll, entsprechende Vereinbarungen enthält." 84. Umweltministerkonferenz, 22. 5. 2915.
Angela Merkel: "Die Klimafrage ist die Überlebensfrage der Menschheit."

Martin Krauß, Fernwald

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