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Auch im Marburger Land war Buchenwald

Gießen | Als die Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie nicht mehr reichten, brachte man 1000 jüdische Mädchen und Frauen nach Stadtallendorf in das Arbeitslager, was nun zum KZ Außenlager von Buchenwald wurde.
Die Frauen und Kinder, die aus Ungarn stammten, wurden am 19.August 1944 von Ausschwitz in die Münchmühle verlegt. Das Lager, welches bis zu diesem Zeitpunkt von der SS verwaltet wurde, kam nun in die Hände der SS-Wachmannschaften Buchenwalds.
Für die Frauen und Mädchen im Alter zwischen 13 und 55 Jahren. die in der Rüstungsindustrie arbeiteten, bekam das Konzentrationslager von der Industrie pro Kopf eine Leihgebühr. Abgemagerte und ausgezehrte Frauen und Kinder sollten nun Granaten füllen, die stellenweise ein Gewicht von 50 Kilo hatten.
Im Herrenwald, bei Stadtallendorf gab es zwei Sprengstoffwerke. Der Standort war optimal, da der Wald die nötige Tarnung bot, Wasser war vorhanden, die Anlage und Bunker lagen an einer guten Verkehrsanbindung, und es gab genügend Arbeitskräfte.
In der letzten Märzwoche im Jahr 1945 wurde die Produktion in den Fabriken eingestellt. Die Arbeit war nicht ungefährlich und es kam auch zu Unfällen mit Todesfolge. Die Mädchen und Frauen die diese Arbeit überlebt haben, wurden nach Berg-Belsen gebracht.
Die Gedenkstätte Münchmühle besteht aus Betonpfosten mit den Resten des Lagertores. Das Fundament ist auch noch zu sehen, auf dem sich eine Toilettenanlage befand.

( Von Kirchain in Richtung Stadtallendorf, findet man rechts das Hinweisschild in den Wald)

Das Originalfundament der Toiletten- Waschanlage
Ein kleiner Zeitzeuge

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
10.764
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 11.08.2015 um 18:21 Uhr
danke für diesen beitrag. die vielen aussenlager gehen durch den tourismus der sich um die großen lager gebildet hat in vergessenheit. auch giessen hatte sein Außenlager von dem keiner was wissen will. genauso freienseen. dort wurde im bergwerk gearbeitet. wer einmal nachschaut dem wird schnell klar das buchenwald nicht nur an einem ort war.
338
Ruth Schewietzek aus Gießen schrieb am 12.08.2015 um 00:49 Uhr
Das Gelände ist, soweit ich weiß, immer noch chemisch belastet - ich glaube, in der Oberhessischen Presse war dazu vor einigen Jahren ein Artikel.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Christine Stapf

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Interessensgebiet: Gießen
Christine Stapf
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