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Die Grenzen kultureller Bereicherung. Oder: Beim Geld hört die Freundschaft auf. Höchstwahrscheinlich.

Gießen | Vermutlich steht für die meisten Deutschen an der Spitze ihrer Wertepyramide immer noch die Arbeit. Das aus guten Gründen, denn nur der Ertrag von Arbeit garantiert uns ein funktionierendes Sozialsystems und Wohlfahrt für alle. Mit Geld, dem Äquivalent für selbst geleistete Arbeit, kann man Leistungen einkaufen, die andere erbringen. Um das Ganze auch noch solidarisch werden zu lassen, fließen wesentliche Teile unseres Lohnes in Versicherungen und Sozialkassen, aus denen wir im Bedarfsfall selbst Geld zurück erhalten – unsere Rente zum Beispiel – oder andere Menschen mitversorgen, die aus eigener Kraft keine oder keine volle Leistung in dieses Sozialsystem hinein erbringen können.
Für uns handelt es sich hierbei um eine völlig normale Sache. Damit sind wir aufgewachsen, das System selbst ist über hunderte von Jahren so gewachsen und damit fester Bestandteil unserer Kultur.
Für andere Kulturkreise gilt das allerdings nicht unbedingt. Inzwischen begegnet der deutsche Normalbürger immer mehr Menschen aus Regionen und Kulturen, wo Arbeit an sich keinen Wert darstellt. Dort gibt es kein Wissen darüber, wie Wertschöpfung
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funktioniert. Für diese Menschen steht Geld in keinem Zusammenhang mit eigener oder von anderen erbrachter Leistung. Insofern muss man fragen, ob tatsächlich alle Einwanderer, ungeachtet ihrer Gründe, die sie nach Deutschland bringen, per se eine Bereicherung für unsere Gesellschaft darstellen.
In meinen Jahren als Entwicklungshelfer im Südsudan habe ich dort eine archaische Stammesgesellschaft kennengelernt, in der Arbeit etwas Verachtenswertes ist und wo es keinerlei Werte gibt, die die Bezeichnung „sozial“ verdienen würden. In einer solchen Gesellschaft ein Unternehmen oder z.B. ein landwirtschaftliches Projekt aufzubauen, das sich selbst trägt und für das sich einheimische Mitarbeiter motiviert und ausdauernd engagieren, ist entweder unmöglich oder zumindest äußerst mühsam. (Nicht selten funktioniert das nur mit importieren Arbeitskräften aus Uganda, Kenia oder Kongo, die dann wegen ihrer anderen Haltung zu Arbeit und dem damit verbundenen Geldverdienen nicht selten angefeindet, misshandelt, ausgeraubt oder gar umgebracht werden.)
Die meisten Menschen im Südsudan haben nicht nur ein schlechtes Verhältnis zu wertschöpfender Arbeit, sondern – daraus folgend – auch zum Geld. Geld braucht zwar jeder, aber keiner weiß so
recht, wie man damit umgeht, woher es kommt und wie man es sinnvoll einsetzt. Papiergeld ist nicht selten zerknautscht und fettig – und stinkt. Bei Ermangelung eines Stück Papieres macht man auf einem Geldschein auch schon mal Notizen oder rechnet den Einkauf zusammen – alles Ausdruck dessen, wie man Geld wertschätzt.
Geld ist in der Gesellschaft natürlich unterschiedlich verteilt. Im Denken der Südsudanesen ist festgelegt: Der „weiße Mann“ hat viel davon, und er kann sich in seiner Heimat jederzeit und unbegrenzt neues Geld besorgen. Der „arme schwarze Mann“ dagegen hat nur ganz wenig davon und kennt auch keine Bäume, auf denen Geld wächst. Ausnahmen sind die sogenannten „big people“, auf Deutsch die „hohen Tiere“ aus den regierenden Clans, bei denen man besser nicht nachfragt, woher sie das viele Geld haben. Einmal könnte das gefährlich sein und zum anderen wäre man davon ausgeschlossen, an deren Wohlstand zu partizipieren.
Die wohl „lustigste“ Geldgeschichte (neben vielen anderen), die ich aus dieser Zeit erzählen kann, ist diese: Wie so oft war ich eines Tages in der Stadt zum Einkauf. (Meine Frau und ich lebten damals am Rand von Yei, einer zentralen und immer weiter wachsenden Stadt im Südzipfel des Südsudan.)
Ich stieg gerade ins Auto, als ein junger Mann auf mich zukam und sagte: „Gib mir Geld!“ „Warum?“, fragte ich zurück.
„Ich brauche Zucker für meinen Tee.“ Nun sah der junge Mann keinesfalls ärmlich aus – im Gegenteil, er war relativ gut angezogen, gut genährt, Handy am Gürtel …
Ich sagte: „Warum sollte ich Dir Geld geben? Du siehst nicht aus, als könntest Du nicht arbeiten. Da drüben müht sich der Meister gerade damit ab, einen großen Lkw-Reifen aufzuziehen. Du kannst ihm helfen, dann wird er Dir ein paar Pfund geben, und Du kannst Dir Deinen Zucker kaufen.“
(Die dort übliche Währung ist das Südsudanesische Pfund, das sich am amerikanischen Dollar ausrichtet.)
Der junge Mann hatte sehr wohl verstanden, was ich meinte. Aber er lachte und wiederholte nur: „Gib mir Geld.“
Und ich wiederholte: „Nein. Versuche es mit Arbeit.“
So ging es ein paarmal hin und her. Dann stieg ich ein, und noch bevor ich am Zündschlüssel drehen konnte, sagte er abschließend zu mir: „Ich sehe also, Du willst mich zum Dieb machen.“ Und trollte sich …

Nun könnte man sich vorstellen, dass so manchen naiven Deutschen ihr „Refugees welcome“ im Halse stecken bleibt, sobald sie am eigenen Leibe feststellen, dass unter den vielen neuen Gästen in Deutschland viele Menschen dabei sind, die genau diese kulturelle Prägung mitbringen – und die nicht die Absicht haben, daran irgendetwas zu ändern. Damit es klar ist: Man kann sie dafür keinesfalls verurteilen – es ist ihre Herkunft, ihre Erziehung, ihr Stolz und ihr Anspruch, nicht arbeiten zu wollen. Immerhin ist EHRE in ihrem Stamm, aus dem sie kommen, ihr höchstes Gut – und eben nicht Arbeit und Streben nach Wohlfahrt in unserem Sinne. Für uns ist es nicht vorstellbar, dass Diebstahl ehrenhafter sein kann als Arbeit – dort gehört es zur Kultur.
Wer wird sich wohl nach wem richten? Werden unsere Gäste unsere Kultur annehmen, ordentlich Deutsch lernen, sich in einer Berufsausbildung zu Fachkräften entwickeln, die dann sowohl im monetären als auch im kulturellen Sinne unsere deutsche Gesellschaft bereichern? Oder werden sie, wie gewohnt, andere für sich arbeiten lassen und stolz darauf sein, dass jedermann und -frau sie bedient?
Flüchtlingsströme sind keine Hochwasserkatastrophe, nach der sich die Fluten wieder verziehen. Vielmehr werden Konfliktpotentiale eingeschwemmt, auf die sich kaum jemand vorbereitet hat. Das wird hoffentlich ein Grund dafür sein, sich bald auf die wirklichen Werte, auf Rechte und Pflichten von Gastgebern und Gästen zurückzubesinnen … und sie notfalls einzufordern. Anderenfalls wird unsere Wertepyramide vielleicht kurzerhand mit hinweggespült.

 
 

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Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.986
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 02.08.2015 um 18:21 Uhr
Der Neger kann nicht mit Geld umgehen, sieht Deutschland als Quelle der kleinen bunten Scheine und will ja auch nicht arbeiten. Kann man das als Fazit dieses Artikels ziehen?
Florian Schmidt
4.986
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 02.08.2015 um 18:56 Uhr
Irgendwie finde ich in dem Artikel nichts von Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Waren doch sonst die Losung dieses Autors.
Hallo Lieber Leser
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