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Erfolgreich gegen Hunger und Gewalt

Das Team von NETZ Bangladesch veröffentlicht den Jahresbericht 2015
Das Team von NETZ Bangladesch veröffentlicht den Jahresbericht 2015
Gießen | Die Entwicklungsorganisation NETZ Bangladesch unterstützt Hilfe zur Selbstbestimmung in Bangladesch. Zur Veröffentlichung des aktuellen Jahresberichts zieht NETZ Bilanz: 150 000 Menschen müssen nicht mehr hungern; die Gewalt gegen Frauen hat in den Projektregionen abgenommen.

Das Engagement für Menschenrechte in Bangladesch zeigt Erfolge: „Die Fälle von Kinder-Ehen sind in unseren Projektgebieten um 15 Prozent zurückgegangen, die Gewalt gegen Frauen um 30 Prozent“, erklärt Peter Dietzel, Geschäftsführer von NETZ Bangladesch bei der Veröffentlichung des aktuellen Jahresberichts. Die Entwicklungsorganisation ist spezialisiert auf die Zusammenarbeit mit Menschen in extremer Armut sowie Opfern von Gewalt und Diskriminierung in Bangladesch. Vor Ort arbeitet NETZ mit führenden Menschenrechtsorganisationen zusammen, insbesondere um Frauen zu schützen und ihre Rechte zu stärken.

Geschäftsführer Dietzel macht deutlich, dass die Arbeit des vergangenen Jahres die Situation vieler Frauen in Bangladesch verbessert habe. Laut Vereinten Nationen werden ein Drittel der Mädchen im Land vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet. Dazu erklärt Dietzel, der die Projekte regelmäßig besucht: „Wir finden uns nicht damit ab, dass Mädchen teilweise schon mit 13 Jahren die Schule abbrechen müssen, um zu heiraten. Es gibt zu viel häusliche Gewalt gegen Frauen. Und häufig erhalten Witwen aufgrund von Korruption ihre kleine Rente nicht“. Insbesondere auf dem Land sei das verbreitet. Um Betroffene zu schützen, hat NETZ gemeinsam mit lokalen Menschenrechtlern ein spezielles Programm entwickelt. Dieses schult 5000 Aktivisten in den Dörfern. Sie schreiten ein, wenn ein minderjähriges Mädchen verheiratet werden soll, eine Frau geschlagen wird oder arme Menschen betrogen werden. Laut Bericht des Vereins wurden vergangenes Jahr 2293 solcher Fälle aufgenommen, damit Betroffene die Rechte erhalten, die ihnen zustehen.

Darüber hinaus unterstützt NETZ durch das Projekt „Ein Leben lang genug Reis“ 50 000 Familien im Kampf gegen Hunger und Unterernährung. Mit spendenfinanzierten Starthilfen bauen sich die Menschen Existenzen auf: Sie ziehen Vieh groß, verkaufen es, züchten Gemüse und schaffen so selbstständig den Weg aus der Armut. Bereits 150 000 Menschen haben dem Jahresbericht zufolge nun dauerhaft drei Mahlzeiten am Tag zu essen. Im vergangenen Jahr nahm die Organisation 4770 Familien neu in das Entwicklungsprogramm auf. Für Dietzel ein Grund zur Freude: „Armut ist von uns Menschen gemacht und kann von uns Menschen beseitigt werden. Wir sehen, dass es geht.“

Purnima und Naresh mit den Söhnen Susanto und Proshanto sowie Peter Dietzel in ihrem Reisfeld
Purnima und Naresh mit den Söhnen Susanto und Proshanto sowie Peter Dietzel in ihrem Reisfeld
Insgesamt 3,2 Millionen Euro hat NETZ vergangenes Jahr für die Arbeit in Bangladesch eingesetzt. Dazu zählt auch ein drittes Programm, durch das 35 000 Kinder in Bangladesch Zugang zu Grundschulbildung haben. Unterstützer deutschlandweit ermöglichen die Arbeit der Organisation durch Spenden, ehrenamtliches Engagement und Solidaritätsaktionen. NETZ ist seit 25 Jahren tätig und wurde 2015 mit dem Prüfsiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen DZI für einen sorgsamen Umgang mit Spenden ausgezeichnet.

Der Jahresbericht von NETZ Bangladesch kann in der Geschäftsstelle in Wetzlar bestellt (Tel.: 06641-974630) oder im Internet unter www.bangladesch.org aufgerufen werden.

Wer ist NETZ Bangladesch?
Die Organisation NETZ leistet Hilfe zur Selbstbestimmung in Bangladesch. Jeden Tag sterben dort 360 Kinder an den Folgen der Armut. Im Programm „Ein Leben lang genug Reis“ erhalten unterernährte Familien ein Startkapital; bereits 150.000 Menschen haben dadurch den Hunger überwunden. NETZ baut Grundschulen und unterstützt die Schulbildung von 35.000 Kindern. Gemeinsam mit führenden Menschenrechtlern stoppt NETZ Kinder-Ehen und Gewalt gegen Frauen. Das DZI-Spendensiegel bestätigt dem gemeinnützigen Verein Transparenz und Vertrauenswürdigkeit.

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von:  Florian Albrecht

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