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Der neu gestaltete Kirchenplatz gehört den Gießenern wieder offiziell

OB Dietlind Grabe-Bolz weiht den neu gestalteten Kirchenplatz ein.
OB Dietlind Grabe-Bolz weiht den neu gestalteten Kirchenplatz ein.
Gießen | Nach den archäologischen Ausgrabungen am Kirchenplatz, die zur Forschung über die Geschichte Gießens sehr viel beigetragen haben, wurde der Platz wieder zugedeckt und mit Pflaster, Wasserspielen und Bänken neu gestaltet. Schon seit einer Weile können die Gießener das Ergebnis sehen und genießen. Offiziell wurde der Kirchenplatz den Bürgerinnen und Bürgern am Samstag, 18. Juli 2015, im Rahmen eines Einweihungsfestes mit musikalischer Untermalung von der Band „Sweet Horizon“ zurückgegeben, das von der Pankratiusgemeinde und dem Kirchenladen organisiert wurde.
„Der Platz gehört den Bürgerinnen und Bürgern“, erklärte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz bei der Einweihung. Er soll ein Treffpunkt, ein Zentrum der Stadt, ein Veranstaltungsort, aber auch ein Platz der Erinnerung, der Besinnung und der Ruhe sein. Ein Platz sei kein leerer Raum. Der Kirchenplatz führe zu der historischen Bausubstanz Gießens und verbinde die historischen Gebäude der Stadt. Dieser Ort sei die Wiege der Stadt gewesen, hier habe die Wasserburg gestanden. „Vor 860 Jahren hat Gießen hier angefangen, zu leben, und lebt immer noch.“ Die Oberbürgermeisterin lobte die lebendige Stadt, die sich heute um den Kirchenplatz mit Cafés, Läden, dem Markt und den Kirchen entwickelt hat und die man auch mit dem Weihnachtsmarkt, mit der Eisbahn und mit dem Stadtfest erleben kann.
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Pfarrer Peter Ohl von der Pankratiusgemeinde erinnerte an einige Daten der Geschichte des Ortes. Bis 1944 stand die Stadtkirche auf dem Platz. 1984 wurde der Stadtturm errichtet, der das höchste Gebäude Gießens war. Im ursprünglichen Nutzungsvertrag des Kirchenplatzes war festgelegt, dass er „eine Ruhe- und Begegnungszone sein soll, die zum Verweilen einlädt“. „Mit der Umgestaltung ist es gelungen!“, freute sich Ohl. Man hat einerseits eine Nutzungsverbesserung erreicht, andererseits wird man darauf achten, dass die Zahl der Veranstaltungen auf dem Kirchenplatz beschränkt bleibt, damit er eine Ruhezone bleibt. Der Gemeindereferent Gerd Tuchscherer (katholische Cityseelsorger) und Pfarrer Klaus Weißgerber (evangelische Stadtkirchenarbeit) schlossen sich an, indem sie den Wert des Platzes als tatsächlichen Kirchenplatz betonten. Im Stadtturm befindet sich eine Kapelle, wo die Gläubigen beten und ihre Anliegen ins Fürbittenbuch schreiben. Einige davon lasen sie vor.
Zum Schluss gab der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger Manfred Blechschmidt einen Überblick über die Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen und bedankte sich für diese Möglichkeit.
Viele Gießener wohnten die Einweihung bei.
Viele Gießener wohnten die Einweihung bei.
Das Einweihungsfest ging weiter mit der Musik der Turmbläser, Straßenmalen und Wasserspielen für die Kinder, Speisen und Getränke und Benefizaktionen.
Auch die Gießener freuen sich, ihren Platz wieder zurück zu haben und sind von der Umgestaltung überzeugt. Vor allem ist das neue Pflaster eine sehr gute Entscheidung gewesen: nicht nur praktisch, sondern auch schön gelegt. Die Wasserspiele sind ebenfalls gut angekommen. „Vielleicht wäre ein bisschen mehr Grün nicht schlecht“, empfiehlt eine trotzdem zufriedene Dame. „Der Kirchenplatz ist jetzt schöner und angenehmer als früher“, so ein Gießener, der aber auch darauf aufmerksam macht, dass die Stadt etwas gegen die Trinker tun sollte, die sich abends auf den neuen Bänken aufhalten.
Die Bürger freuen sich schon auf die Veranstaltungen, die auf dem neu gestalteten Kirchenplatz stattfinden werden. Insbesondere wird der gepflasterte Platz jetzt für einen schönen Weihnachtsmarkt mit Weihnachtsbaum und Eisbahn für geeignet gehalten.

OB Dietlind Grabe-Bolz weiht den neu gestalteten Kirchenplatz ein.
Viele Gießener wohnten die Einweihung bei.
Die Wasserspiele auf dem Kirchenplatz.
Der Kirchenplatz.
Auf dem Einweihungsfest gab es auch Speisen und Getränke.
Pfarrer Peter Ohl begrüßt die Anwesenden.
Gerd Tuchscherer (kath. Cityseelsorger) (l.) und Pfr. Klaus Weißgerber (r.) lesen aus dem Fürbittenbuch vor.
Der eherenamtliche Bodendenkmalpfleger Manfred Blechschmidt gab einen historischen Überblick über den Platz.
Erfrischung für Groß und Klein mit den Wasserspielen.
Kirchenplatz mit Kirchturm.

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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
11.644
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 19.07.2015 um 20:15 Uhr
Der neu gestaltete Kirchenplatz scheint den Gießenern so gut zu gefallen, dass sie ihn gar nicht betreten mögen. Meist sieht man nämlich kaum mal einen Menschen darauf. Selbst die Bilder von der Eröffnung zeigen ja überwiegend gähnende Leere. Man sollte den Wochenmarkt darauf abhalten, damit wenigstens ab und zu Menschen darauf zu sehen sind.
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 19.07.2015 um 20:48 Uhr
Diese gähnende Leere kann diesmal aber nicht auf das Wetter geschoben werden : weder Dauerregen, noch tropische Hitze -
Was mag nur los sein, in Gießen ????
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 19.07.2015 um 21:34 Uhr
Was ist an dem kargen Pflastersteinfriedhof jetzt schön oder originel? Was hat der ganze Umbau den gekostet? Könnte man nicht für das Geld um hier sinnlos Wasser aus dem boden sprudeln zu lassen nicht irgendwo einen Brunnen bauen wo die Menschen was davon haben?
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.07.2015 um 09:05 Uhr
Was es gekostet hat? 900 000 Euro! Und der Platz hat einen eindeutigen Vorteil: Er ist auch für Hunde unattraktiv, so dass
wahrscheinlich keine Hundehaufen darauf zu finden sein werden.
Keine Hundehaufen--das kann man sich dann schon was kosten lassen!
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 20.07.2015 um 09:20 Uhr
1 % von dieser hohen Summe hätten für ein paar Bäume durchaus ausgereicht - denn ich finde den Platz zu nackt, zu kahl.
Evtl. noch mit (zu Recht kritisiertem Mangel an) Sitzgelegenheiten bestückt. M. E. weitaus gemütlicher !
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.07.2015 um 09:35 Uhr
Wenn ein Hund muss, dann nimmt er sicher auch mit dem Pflaster, sogar mit Wasserspülung;-)) vorlieb.

Etwas Belebung, z.B. einen Teil des Wochenmarktes, könnte dem Platz nicht schaden.
Walter Döring
572
Walter Döring aus Gießen schrieb am 20.07.2015 um 11:36 Uhr
Für mich ist es ein "Kirmesplatz"
Rainer Römer
1.796
Rainer Römer aus Gießen schrieb am 20.07.2015 um 13:21 Uhr
Ein schöner innerstädtischer Platz. Gießen hat zweifelsfrei in den letzten Jahren sehr gewonnen. Ich hatte am Samstag den Eindruck, dass die zahlreichen Besucher dies auch so gesehen haben.
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.07.2015 um 14:52 Uhr
Lieber Rainer, ich war heute um die Mittagszeit dort. Schau meinen Beitrag an.
Bernd Zeun
11.644
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 23.07.2015 um 00:50 Uhr
Zum Vergleich einfach nochmal die Bilder von Jutta Skroch aus dem Jahr 2012 anschauen, dann kann ja jeder seine Meinung noch einmal überprüfen http://www.giessener-zeitung.de/buseck/beitrag/68442/von-goerlitz-nach-frankreich/
Walter Döring
572
Walter Döring aus Gießen schrieb am 23.07.2015 um 02:16 Uhr
Egon wird wohl jetzt am Kirchenplatz verhungern.
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.07.2015 um 08:31 Uhr
Der Platz hat seinen Charme, seinen Bezug zur Kirche die hier früher mal stand, verloren.

Aber: "Insbesondere wird der gepflasterte Platz jetzt für einen schönen Weihnachtsmarkt mit Weihnachtsbaum und Eisbahn für geeignet gehalten."

Das ist wohl das Einzige und Wichtigste an dem gepflasterten Platz;-(
Christoph Schäfer
784
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 23.07.2015 um 20:00 Uhr
Schön wäre es gewesen, wenn man die Ausgrabungen verglast und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hätte.
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 24.07.2015 um 08:36 Uhr
Ja, nachdem die Bürger den ganzen Spaß ja auch bezahlen.
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 25.07.2015 um 23:50 Uhr
Was heißt in Gießen eigentlich Weihnachtsmarkt? Gibt es jetzt eine Glüchweintheke quer über den gesamnten Platz?
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 26.07.2015 um 08:15 Uhr
Es ist mir auch schon aufgefallen, dass sich das da gut machen würde. So Seit an Seit wie vor etwas über 70 Jahren. Nur jetzt eventuell friedlicher. Der Rest der Stadtkirche müsste uns den Weg zeigen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

von:  Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

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Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion
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