Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

OB und SPD verantworten falsche Baupolitik der Wohnbau

Gießen | Zwei Dutzend neue Sozialwohnungen in der Fuldastraße.
Und an der Margarethenhütte gleich viele Dutzend.
Die Wohnbau Gießen will weiterhin bauen.
Doch unsere einkommensschwächsten Mitbürger schauen dabei komplett in die Röhre.
Weil die Mieten erneut viel zu hoch sein werden:

Bei 6,50 Euro/m² „netto kalt“ soll der unterste Preis im Flussstraßenviertel liegen.
So mitgeteilt beim letzten Runden Tisch dort im Quartier.
Bei 1,50 bis 2 Euro üblichen Nebenkosten/m² ergibt dies 8,00 bis 8,50 Euro/m² „brutto kalt“.

Und das bei einem Zuschuss von Land und Stadt mit 30.000 Euro je Wohnung.
Das darf sich dann offiziell „Sozialer Wohnungsbau“ nennen.
Doch unsere OB zeigte sich damit in der letzten Stadtparlamentssitzung sehr einverstanden.

Bis 6,21 Euro/m² „brutto kalt“ zahlen Kreis und Jobcenter für unsere Mitbürger
in Grundsicherung und Hartz4 bei 2-Personen-Haushalten in Gießen.
Doch die neuen Wohnbau-Wohnungen kosten 1,80 bis 2,30 Euro/m² mehr als übernommen wird.
Viel zu teuer für unsere einkommensschwächsten Mitbürger.

Die Politik der Wohnbau ist, so zu bauen,
dass sie möglichst alle Fördertöpfe für die Bauweise abgreifen kann.
Also auch gehobene Ausstattung statt Mindeststandards mit niedrigeren Mietpreisen,
erschwinglich für unsere einkommensschwächsten Mitbürger.

Mehr über...
Keinen direkten Vorwurf kann man dem Geschäftsführer der Wohnbau für diese Hoch-Standard-Baupolitik machen.
Er ist nur für das operative Geschäft zuständig.

Alles andere sei eine politische Frage, meinte er.
Für die strategische Ausrichtung, die Wohnbaupolitik, verantwortlich ist der Aufsichtsrat.

Den Vorsitz führt hier unsere Ober-Bürgermeisterin.
Allein sie als Aufsichtsratsvorsitzende ist schuldtragend,
dass weder bei den Edelsanierungen noch bei Neubauten der Wohnbau
die Einkommensschwächsten unserer Stadt davon was haben.

Dieses Gebaren können sich OB und Stadt-SPD hinsichtlich Kommunalwahlen anscheinend
ungestraft leisten.
Das wird gewusst und ausgenutzt.
Denn die Einkommensschwächsten gehen eh nicht wählen.
Erneut zeigten dies die nur zehn Prozent Beteiligung bei der letzten OB-Wahl in der Nordstadt.
Ob das also Kalkül von OB und Stadt-SPD ist?

Michael Janitzki kämpft anhaltend für eine andere, wirklich soziale Wohnbaupolitik
der stadteigenen Wohnbau,
die diesen Namen auch verdient hat.
In der letzten Parlamentssitzung stritt er erneut als linker Stadtverordneter dafür.

Dass der Fraktionsvorsitzende der SPD mit einer Wutrede gegen Janitzki reagierte
und ihm das „Du“ öffentlich entzog,
wirft ein bezeichnendes Licht auf die SPD in Gießen:

Sowas von unsozial, unsere Stadt-SPD!

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Herzensangelegenheit: Doris Blasini spendet an Förderverein Palliativ Pro - Spende kommt in voller Höhe schwerst- und unheilbar erkrankten Menschen zugute
"Es ist mir einfach eine Herzensangelegenheit, es macht Freude und es...
Abwechslungsreicher Weihnachtsweg am Hangelstein
„Liebe Entdecker und Entdeckerinnen, herzlich willkommen auf dem...
Ria Deeg (1907-2000), die Getreue Stalins, soll durch die Stadt Gießen geehrt werden
Deeg: „Väterchen Stalin“, „Verbrechen von Stalin“ als „Übertreibungen...
Der ehemalige Gießener und langjährige Bundestrainer Kay Blümel wurde in Frankfurt mit dem "Friedrich-Prinz-Preis" ausgezeichnet
Kay Blümel mit dem "Friedrich-Prinz-Preis" ausgezeichnet
Zu Ehren des verstorbenen langjährigen Landestrainers Friedrich...
Pebbles 3 Trio Free Jazz & Improvisation
Pebbles 3 Trio Free Jazz & Improvisation am Donnerstag, 22.10.20 19 Uhr in der Kulturkirche St. Thomas Morus
In Zusammenarbeit mit dem GIESSEN IMPROVISERS POOL und dem Kulturamt...
Kontraste -  Bilder einer kälter werdenden Wirklichkeit - Finissage am 18.10.20 in St. Thomas Morus
Finissage Foto-Ausstellung "Kontraste" am Sonntag, 18.10.2020 von 14-17 Uhr mit Fotograf Michael Ramm im Gemeindezentrum GS80 in St. Thomas Morus
Am Sonntag, den 18. Oktober, besteht für Besucher zwischen 14 Uhr und...
Notbetreuung? Volle Gruppen bei Tagesmüttern!
Sehr geehrte politische Entscheidungsträger*innen in Hessen, ich...

Kommentare zum Beitrag

2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.07.2015 um 09:08 Uhr
Ich habe schon darüber nachgedacht, ob nicht vielleicht unsere
Stadtregierung diese Leute, die nur Kosten verursachen und nichts einbringen, einfach auf diese Weise loswerden und ins kostengünstigere Umland abschieben wollen ?
Rüdiger Schäfer
739
Rüdiger Schäfer aus Gießen schrieb am 20.07.2015 um 11:20 Uhr
Das sehe ich auch so, wenngleich der Regelsatz vom Bund bezahlt wird, die Miete vom Landkreis, die Stadt also keine direkten Kosten hat.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.07.2015 um 12:52 Uhr
Es geht um den Anteil an den Steuereinnahmen. Deshalb will man
Einwohner mit höheren Einkommen haben.
Wegen der Kosten bin ich nicht so genau informiert, wer eigentlich was bezahlt.
Rüdiger Schäfer
739
Rüdiger Schäfer aus Gießen schrieb am 20.07.2015 um 17:48 Uhr
Durch den Bauboom in Gießen, generiert durch diverse Investoren
- außerhalb der Wohnbau -,
werden in den nächsten Monaten und Jahren relativ viele Wohnungen für besser Betuchte geschaffen.
Ich glaube jedoch nicht, dass dadurch generell Neubürger generiert werden.
Für die Mieter im sozialen Wohnungsbau ist das Eingangstor ein Wohnberechtigungsschein.
Den erhält,
wer als Alleinstehender weniger als 1.277,25 Euro Monatseinkommen hat.
Bei zwei Personen sind das 1.937,83 Euro,
für jede weitere Person der Haushaltsgemeinschaft 440,42 Euro mehr.
Also können hier theretisch auch Bürger einziehen, die Transferleistungen erhalten. Doch die Miete liegt oberhalb der Angemessenheitsgrenze,
wird nur zum Teil übernommen,
Umzug und Kaution werden auch nicht erstattet.
Und etwa 100 bis 150 Euro muss eine 2-Personen-Gemeinschaft selber zahlen.

Für die Mieter im sozialen Wohnungsbau ist das Eingangstor ein Wohnberechtigungsschein. Den erhält, wer als Alleinstehender
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Rüdiger Schäfer

von:  Rüdiger Schäfer

offline
Interessensgebiet: Gießen
Rüdiger Schäfer
739
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
"Gießen-Grüne" will nur mit dem "Gießen-Panorama-Sarg" ins Grab
»Ich habe mir schon einen vorbestellt.« Ganz versessen zu sein...
Merkel Merkel über alles über alles in der ???
Als mächtigste Frau auf unserem Planeten sage ich euch: Lasset die ...

Weitere Beiträge aus der Region

SPD mit Gießener Sportvereinen im Online-Gespräch
SPD mit Gießener Sportvereinen im Online-Gespräch - Start einer...
Doppelspielwochenende für BC Marburg
Weiter hart arbeiten! Toyota 1. Damen-Basketball-Bundesliga: BC...
Christoph Wysocki bleibt Trainer des Pharmaserv-Teams. Foto: Christoph Luchs Photography
Christoph Wysocki bleibt BC-Trainer
Der BC Pharmaserv Marburg plant auch für die kommende Saison mit...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.