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Landkreis gibt reisemedizinische Tipps

Gießen | Ferienzeit ist Reisezeit. Sommer, Sonne, Strand – all das ist verlockend. „Bei aller Vorfreude auf den Urlaub: Verreisen Sie nicht leichtfertig“, empfiehlt Dirk Oßwald, hauptamtlicher Kreisbeigeordneter des Landkreises und für Gesundheit verantwortlich. Denn eine Reise in ein fremdes Land kann für den Körper eine große Belastung sein – mit ungewohnter klimatischer Bedingung, andersartigen Speisen und Getränken oder vielleicht noch einer Zeitumstellung.

„Vor allem Schwangere, Kinder und ältere Menschen, aber auch chronisch kranke Menschen sind bei solchen Veränderungen besonders beansprucht“, erklärt Dr. Jörg Bremer, Leiter des Gesundheitsamtes am Riversplatz. Aber auch bei Reisen innerhalb Deutschlands oder in europäische Nachbarländer kann es sinnvoll sein, sich über eventuelle Risiken zu informieren und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. „Dies unterschätzen die meisten Menschen, weil dann die gesundheitlichen Risiken nicht so hoch sind, wie in anderen Ländern“, fügt Dirk Oßwald hinzu.

Die lassen sich durch eine sorgfältige Reisevorbereitung und durch die Berücksichtigung einiger Verhaltensregeln
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vermeiden bzw. auf ein Mini-mum reduzieren. Ganz wichtig ist auch die Frage, welche Impfungen für das ausgesuchte Reiseziel benötigt werden. Schließlich gibt es in verschiedenen Ländern auch unterschiedliche Infektionen. Bei den Reiseimpfungen ist zu unterscheiden zwischen drei verschiedenen Impfungen: einer Pflichtimpfung, die zur Einreise in einzelnen Ländern vorgeschrieben ist (z. B. die Gelbfieberimpfung), die Standardimpfung, die generell allen Reisenden empfohlen werden, und eine Indikati-onsimpfung für besondere Situationen.

„Impfungen können vor vielen Infektionskrankheiten schützen, allerdings setzt die Wirkung nicht immer direkt mit dem Stechen ein“, erklärt der Mediziner Jörg Bremer. Teilweise sind für eine komplette Immunisierung mehrere Dosen erforderlich, die in bestimmten zeitlichen Mindestabstän-den nacheinander verabreicht werden.

So ist bei Reisen in wärmere Länder mit geringeren Hygienestandards die Hepatitis A-Impfung sinnvoll, während bei Reisen in FSME–Gebiete mit einer hohen Zeckenverbreitung wie in Bayern, Baden-Württemberg oder Österreich gegebenenfalls eine entsprechende FSME-Impfung in Betracht gezogen werden sollte.

„Es ist deshalb immer zu empfehlen, sich spätes-tens bei Buchung der Reise von einem Arzt oder einer Impfberatungsstelle einen Impfplan erstellen zu lassen und rechtzeitig mit der Vorsorge zu starten“, empfiehlt der Gesundheitsamtsleiter.

Unter „andere Schutzmaßnahmen“ fällt zum Beispiel der Schutz vor Krankheitserregern, die durch Mücken übertragen werden. In Malaria–Gebieten sollte man sich vor nachtaktiven Stechmücken schützen, manchmal kann die Einnahme eines Medikamentes zur Prophylaxe sinn-voll sein. Auch beim Schutz vor Krankheiten wie dem Dengue–Fieber sind Mückenschutzmaßnahmen wirksam.

Und was mache ich bei einer Last-Minute-Reise? Dann steht oft nur sehr wenig Zeit zur Verfügung, um sich vorzubereiten. Wer sich für ein exoti-sches Reiseziel entscheidet, kann unter Umständen das Problem bekom-men, dass die Zeit bis zur Abreise für die erforderlichen oder empfohle-nen Schutzmaßnahmen nicht mehr ausreicht. „Informieren Sie sich vorher und wählen am besten ein Reiseziel mit geringeren Risiken: das macht auch weniger anspruchsvolle Vorbereitungen erforderlich“, sagt Gesundheitsdezernent Dirk Oßwald.

Ein grundsätzlicher Tipp lautet: immer eine Reiseapotheke mitnehmen. Wer schon eine hat, sollte vor dem Urlaub unbedingt überprüfen, ob sie vollständig ist. „Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte diese in ausreichender Menge in der Originalverpackung im Handgepäck mitfüh-ren“, empfiehlt Jörg Bremer. Darüber hinaus sind Medikamente gegen Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Insektenstiche und Sonnenbrand empfehlenswert.

„Bei Mitnahme von besonderen Schmerzmitteln (Betäubungsmitteln) wie zum Beispiel Opiaten ist zu beachten, entsprechende Bescheinigungen für die Einreise mit bestimmten Medikamenten dabei zu haben.“ Neben den Medikamenten sollten im Reisegepäck sein: eine Ersatzbrille, Verbandmaterial, Fieberthermometer, Splitterpinzette, Schere, Zeckenzange, Hautdesinfektionsmittel und Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor je nach Hauttyp und Reiseziel.

Interessierte können sich in der reisemedizinischen Beratung des Ge-sundheitsamtes mittwochs und donnerstags von 10 bis 12 Uhr unter der Rufnummer 0641 9390-1513 von Landkreis-Mitarbeiterin Barbara Brumhard beraten lassen. Fragen können außerhalb der Sprechstunde auch auf den Anrufbeantworter der reisemedizinischen Beratung gesprochen werden.

 
 

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