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Ferienjob bei der Post? Forever alone!

Gießen | SDS.Gießen ist solidarisch mit den Streikenden bei der Deutschen Post AG // Warum uns deren Ferienjobwerbung ankotzt

Wer derzeit auf den üblichen social media-Netwerken surft oder sich auf den bekannten Webportalen für Studijobs nach Stellen umschaut, wird sie vielleicht schon gesehen haben: Anzeigen, Annoncen und Posts, in denen für Ferienjobs bei der Deutschen Post AG geworben wird. Angeboten wird demnach ein Stundenlohn von 10,76 EUR.

Auf den ersten Blick halbwegs erträglich, wenn auch nicht das höchste der arbeitenden Gefühle. Zu oft mutieren Ferienjobs zur nackten Ausbeutung: Überstunden und Sonderschichten, schlechte Bezahlung für prekäre Arbeitsumstände, sexuelle Belästigung in der Gastronomie (besonders Mitarbeiterinnen müssen verstärkt dumme Sprüche oder sogar Handgreifliches über sich ergehen lassen). Studium und Job, also Gelderwerb unter widrigen Umständen, zu vereinbaren, fällt nicht immer leicht, kostet Freizeit, kostet Zeit zum Studieren und Vertiefen des Lernstoff, geht auf Kosten sozialer Kontakte und gesellschaftlichen Engagements in Politik, Vereinen, usw. Manchmal muss man eben nehmen, was an Jobangeboten eben auf dem Markt rumlungert und bereitwillig seine Haut und Arbeitskraft zu selbigen tragen?!
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Warum gerade jetzt nicht zur Post?

Sicherlich hast du bereits etwas vom Arbeitskampf der Postangestellten erfahren. Um dir einen kleinen Überblick von Ursache und Verlauf des Streikes sowie der Forderungen der Streikenden zu geben, hier eine kurzgefasste stichpunktartige Zusammenfassung:

æ 2000: Die jahrelange Privatisierung der Bundespost und die Umwandlung in ein rendite- und profitorientiertes Börsenunternehmen Deutsche Post AG ist abgeschlossen – eine Spar- und Erlassungswelle lässt den Betrieb schrumpfen, Infrastruktur wird abgebaut, Angebote eingestampft // 21 Prozent der Aktien hält übrigens der Staat, der sich bewusst aus dem Tagesgeschäft (d.h. Unternehmensentwicklung, Gewinnabsichten, etc.) heraushält;

æ 2014: Die Post AG erwirtschaftet einen Gewinn von annähernd 3 Mrd. EUR (212 Mio. gingen an den Staat), für 2015 wird mit einem Gewinn von 3,2 Mrd. EUR gerechnet;

æ Bis 2020 sollen Gewinnen von 5 Mrd. EUR erzielt werden – dies soll mittels des marktwirtschaftlichen Manövers von Outsourcing und Einsparungen erreicht werden;

æ Outsourcing: Dieser Prozess meint die Ausgliederung von Unternehmensteilen in konzerneigene Unternehmen, oftmals mit der Absicht verbunden, den im Mutterkonzern vereinbarten Manteltarif (die Bezahlung der Angestellten) nach unten drücken zu können. Aktueller Streitfall ist die Auslagerung des Paketlieferdienstes der Deutschen Post AG in die DHL Delivery Group: „Ein Paketzusteller der Post verdient monatlich maximal knapp 2.600 Euro brutto. Bei den Tochterfirmen nur noch 1.900 Euro, also fast 660 Euro weniger. Im Jahr können es mit Zuschlägen laut ver.di knapp 12.000 Euro weniger sein als vorher bei der Post.“[i] Gelbe Post ist also nicht gleich Gelbe Post: Regionale Unterschiede in der Bezahlung der Angestellten und das Engagement von Subunternehmern, die ihren Angestellten noch weniger zahlen, werden immer häufiger;

æ 6000 Personen arbeiten derzeit in rund 49 regionalen Töchterunternehmen der Deutschen Post AG für einen Lohn von 13 EUR brutto die Stunde (der Mutterkonzern zahlt 17 EUR die Stunde);

æ Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di rief am 09. Juni 2015 zum unbefristet Streik auf, um diesen 6000 Beschäftigten eine Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 36,5 Stunden bei vollen Lohnausgleich zu erkämpfen – an den Streiks beteiligten sich laut Post AG bisher rund 20.000 Menschen (Angestellte des Mutter- UND der Tochterunternehmen/s. lassen sich nicht spalten

æ Der Vorstand der Post AG versucht derzeit mit obskuren, illegalen Mitteln den Streik unwirksam zu machen: Millionen Briefe und Pakete lagern in Hallen und werden von kurzfristig angeheuerten Arbeitskräften in Streikbrechermanier sogar am Sonntag (hier wird auf den Verzicht von Sonntagsarbeit „geschissen“) ausgeliefert. Post wurde von Taxifahrern ausgefahren: Für diesen Luxus scheint Geld da zu sein. Sogar Teile der besserbezahlten Verwaltungsangestellten (bis hin zur Upper-Class der Regionalleitungen) sahen sich zum Zwecke des Streikbruchs gezwungen, sich „die Hände schmutzig zu machen“ und selber Post auszufahren.

Love hurts: Solidarität ist eine Waffe – auch wenns manchmal wehtut

Klar, es ist nicht sonderlich erfreulich, wenn du Briefe und Anschreiben für bspw. Praktika-Bewerbungen oder den Brief an Oma versenden möchtest und dein Schreiben nicht zeitnah ankommt. Du wartest auf dein „Club Mate-Abo“, die Zustellung deines BEEF-Magazins oder wichtiger Medikamente, die sich um Tage verspäten: Ärgerlich, klar.

„Verdammter Streik, Schuld sind die Streikenden, die nicht arbeiten wollen und die Allgemeinheit unter ihrem Streik leiden lassen“, lautet der Kanon diverser bürgerlicher Blätter, Blogs und Stammtischfritzen. Böse Mitarbeiter*innen? Der Streik gegen die finanzielle und berufliche Schlechterstellung von 6000 Mitarbeiter*Innen ist jedoch ein Akt der Solidarität unter Kolleg*innen, die sich gegen die systematische tarifliche wie organisatorische Aufspaltung des Konzerns wendet. Gleiche und gute Löhne, für gleiche und gute Arbeit, so die Forderung. Streik ist dabei nicht das letzte Mittel, sondern das beste, zu dem Lohnabhängige greifen können, um im Rahmen der bestehenden Ordnung eine verbesserte Bezahlung ihrer mehrwertgenerierenden Tätigkeit zu erstreiten. Und klar sollte wohl auch sein, dass ein Streik, den niemand sieht, niemand wahrnimmt und der keine Folgen hat, ziemlich überflüssig ist.

Die Streikenden haben Besseres zu tun, als Postkund*innen aus Boshaftigkeit zu ärgern und diesen zu schaden; ganz im Gegenteil: Druck und schmerzhafte Einschnitte sollen die zahlreichen Krawattenmodelle –inklusive der Oberkrawatte Vorstandvorsitzender Frank Appelt (Gehalt 2014: 3,46 Mio. EUR)[ii] – treffen und diese zum Einlenken bewegen. Denn diese Personen sind ist, die den Konzern nach immer profitorientierten Plänen umstrukturieren, damit Aktionäre mit Geld Geld scheffeln können, d.h., damit im Sinne des Shareholder-Value-Prinzips Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden kann, die keinen Finger krumm gemacht haben, um den Gewinn real zu erwirtschaften. Diese Personen sind Schuld an der Misere, die als Wirtschaftssystem Kapitalismus heißt.

Und was kann ich nun machen?

Die Deutsche Post AG möchte mit ihrer Anzeigenkampagne dich als Streikbrecher anwerben. Du sollst die Arbeit machen, die im Zuge des Streiks (zurecht) liegengeblieben ist und somit helfen, den Druck der Öffentlichkeit auf die Konzernspitze zu minimieren. Mit jedem Brief, den du auslieferst, würdest du dabei helfen, das Prinzip der ungerechten Bezahlung zu zementieren und die horrenden Dividenden und Bezüge von schmarotzenden Aktionär*innen und Vorstandsmitgliedern weiter kräftig sprudeln zu lassen. Der Postvorstand möchte die oftmals finanziell unsichere und dürftige Lage der Studierenden gegen die finanziell dürftige Lage der Streikenden und der solidarischen Mitarbeiter ausspielen – Divide et impera (Teile und herrsche) heißt hier das Motto.

Unsere dringende Empfehlung:

æ Informiere dich über den Poststreik, die guten Gründe der Streikenden! (hier ein Flyer der Ver.di)

æ Verzichte auf streikbrechende Ferienjobs! Der ASTA der Uni Hamburg hat sich bereits aktiv gegen die Praxis der Streikbrecherwerbung an der Uni ausgesprochen[iii]! Kick it like Hamburg!

æ Solidarisiere dich mit den Streikenden: Frage sie nach ihren Gründen, ihrer Lage, ihren Absichten!

æ Schicke wütende Briefe an den Vorstand der Deutschen Post AG und fordere sie auf, den Forderungen der Streikenden endlich nachzugeben!

æ Werde aktiv: Informiere dich über Gewerkschaftsarbeit und trete ein (und/oder arbeite in den Gewerkschaftsjugendenden mit). Beteilige dich am Kampf für deine Rechte in einer starken Gemeinschaft!

Wir, der SDS.Gießen sind solidarisch mit den Post-Streikenden!

Venceremos, dein
SDS.Gießen

Autor: iljitsch

PS:

Ein guter Kommentar zum Nachlesen: http://www.neues-deutschland.de/artikel/975821.abwehrkampf-beim-gelben-riesen.html

Und ein Interview: http://diefreiheitsliebe.de/wirtschaft/warnstreik-in-der-post-es-geht-um-viel-mehr-als-die-forderungen-im-gespraech-mit-marcus-schmid/

[i] http://www.mdr.de/exakt/poststreik124.html

[ii] http://www.gehaltsreporter.de/promi_gehaelter/8101.html

[iii] http://www.welt.de/regionales/hamburg/article143020632/Studenten-wollen-Post-Streik-in-Hamburg-nicht-brechen.html

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Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
11.209
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 27.06.2015 um 11:15 Uhr
Ein guter und richtiger Artikel! :-)
Florian Schmidt
4.747
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 27.06.2015 um 12:26 Uhr
Jetzt vermiesen sie den Kindern doch mal nicht den Ferienjob. Das zeigt doch sehr gut wie überzogen die forderungen der Postler sind. Wenn selbst schüler sie scheinbar ohne Probleme ersetzen können.
H. Peter Herold
28.194
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 27.06.2015 um 12:49 Uhr
"Denkt lieber daran wie uns die Griechen bzw. deren 1. Mann uns versucht hinters Licht zu führen.
Da gehen die Gelder hin, die fehlen um den Postlern ihre Forderungen zu erfüllen."
Florian Schmidt
4.747
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 27.06.2015 um 13:22 Uhr
Oh, die Griechen.... Die Griechenlandrettung hat Deutschland bislang mehr eingebracht als gekostet. Was hat das mit der Post zu tun?
Karl-Ludwig Büttel
3.728
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 27.06.2015 um 18:26 Uhr
Danke für den Artikel , dass wusste ich gar nicht. Mein Sohn sucht noch einen Ferienjob.
H. Peter Herold
28.194
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 27.06.2015 um 18:54 Uhr
Lieber Herr Schmidt, stehen da nicht etwas mehr als 85 Milliarden, die uns deutsche Bürger belasten werden(sollen?)
DIe fehlen dann auch wieder um die Post anständig zu bezahlen.
Karl-Ludwig Büttel
3.728
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 27.06.2015 um 19:20 Uhr
Also mal im Ernst. Schüler und Studenten sind so gebildet, dass sie solche Jobs nicht annehmen werden. Ich würde meinen Sohn nie zu einem Ferienjob lassen indem er als Streikbrecher fungiert.
Sehr befremdlich finde ich die Aussage mit Griechenland und dazu einen Bezug zu den Gehältern der Post herzustellen. Da ist ja wohl völlig an den Haaren herbeigezogen bzw. erreicht das Niveau der Bild am Sonntag.
Herr Herold mal eine Frage woher nehmen Sie diese Zahlen?
Griechenland hat von Deutschland noch keinen Cent erhalten. Den größten Profit erzielen doch die deutschen Großbanken und die Regierung selbst. Dem Griechischen Bürgern ist damit nicht geholfen dort kommt ja auch nichts an. Ein fairer Umgang unter Partner sieht aber etwas anders aus.
Florian Schmidt
4.747
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 27.06.2015 um 19:38 Uhr
85 Milliarden, was sollten wir den Griechen denn noch an Reparationen zahlen, dagegen wären 85 Milliarden eine Tüte Erdnüsse.
Birgit Hofmann-Scharf
10.314
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 27.06.2015 um 20:30 Uhr
Gilt für die Ferienjobs eigentlich auch der Mindestlohn ?
Gehören die Ferienjobs in die Rubrik : " Minijobs " ?
Warum dann auf einer Seite "Stellenausschreibungen" und auf der anderen Seite ungerechte Bezahlung der Angestellten.
????????????????

Gute Info, dieser Beitrag !
Stefan Walther
4.524
Stefan Walther aus Linden schrieb am 27.06.2015 um 23:25 Uhr
Klar = Solidarität mit den Streikenden!
Klar = das Unsolidarischste was es gibt sind Streikbrecher!
Klar auch = sehr gut, dass hier unter den Studierenden darüber diskutiert und informiert wird!

Eines verstehe ich jedoch nicht in der Einleitung =
"Studium und Job, also Gelderwerb unter widrigen Umständen, zu vereinbaren, fällt nicht immer leicht, kostet Freizeit, kostet Zeit zum Studieren und Vertiefen des Lernstoff, geht auf Kosten sozialer Kontakte und gesellschaftlichen Engagements in Politik, Vereinen, usw. Manchmal muss man eben nehmen, was an Jobangeboten eben auf dem Markt rumlungert und bereitwillig seine Haut und Arbeitskraft zu selbigen tragen?!" ( Zitat Ende )

Sicherlich unterstütze auch ich die Forderung nach kostenloser Bildung ( auch für Studierende ), sicherlich lehne ich vom Grundsatz her auch ab, dass man / frau seine / ihre Arbeitskraft verkaufen muss... jetzt kommt das
ABER: hier ist so ein "Zungenschlag" drin, der für mich so rüber kommt als wäre es etwas "Schädliches" wenn Studierende sich mit ihrem Nebenjob ( natürlich nicht als Streikbrecher, logisch! ) ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren!? Viele dieser Aussagen, dieser Schlussfolgerungen... betreffen nicht nur im Nebenjob arbeitende Studierende, sie betreffen einen Großteil der arbeitenden Bevölkerung. Fragt mal einen Arbeiter im 3-Schicht-Dienst wie es mit seinen "sozialen Kontakten" aussieht....
H. Peter Herold
28.194
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.06.2015 um 00:13 Uhr
Und wie siehst Du Stefan das Arbeiten bei der Post am Sonntag?
H. Peter Herold
28.194
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.06.2015 um 00:18 Uhr
Griechenland hat von Deutschland noch keinen Cent erhalten.
Aussage von Herrn Büttel.
Also mir ist es doch egal, aber fest steht doch, dass(oder liege ich da daneben) das den Banken Gelder gezahlt wurden für Kredite die von Griechenland nicht bezahlt werden konnten. Außerdem sind glaube ich etwa 100 - 150 Milliarden, oder vielleicht doch nur Millionen? durch Verzicht durch Gläubiger den Griechen entlastet worden. Eventuell wieder über den Umweg Banken.
Aber was soll es auch. Das Geld ist weg.
sds.dielinke Gießen
145
sds.dielinke Gießen aus Gießen schrieb am 28.06.2015 um 00:19 Uhr
Danke für all die vielen interessanten Kommentare, hier ein paar wenige Antworten:

Zu Herrn Schmidts Aussage, dass die Forderungen des Postler überzogen seien, wenn ihre Arbeit doch so leicht zu ersetzen ist. Die PostlerInnen im Mutterkonzern streiken mit und für ihre KollegInnen, die outgesourced wurden und nun für gleiche Arbeit wenig Lohn bekommen. Es geht zu aller erst um ein gleich, nicht direkt um ein mehr! Und einen Job mit all seinen Folgen einen Monat oder über Jahre hinweg zu erledigen, ist doch ein wesentlicher Unterschied. Deshalb ist es ja ein Job und kein Beruf. Ob man nun einen Monat Post schleppt, sich den Zeitdruck unterwirft, dem Wetter aussetzt oder Jahrzehnte, ist ein Unterschied. So einfach wie gedacht ist der Beruf des/der PostbotIn dann auch wieder nicht, dass ernicht angemessen entlohnt werden sollte.

Zu Herrn Herolds Aussage, dass die Griechen jetzt quasi schon am Streik der PostmitarbeiterInnen schuld seien. Herrn Büttels Aussage, dass Deutschland mit Krediten und den von Griechenland zu zahlenden Krediten von der Krise profitiert, ist richtig. Im übrigen empfehlen wir zur satirischen Aufklärung die wunderbare Griechenland-Folge der Anstalt: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2351516/Die-Anstalt-vom-31.-Maerz-2015#/beitrag/video/2351516/Die-Anstalt-vom-31.-Maerz-2015

Zu Herrn Walther: Falls es so rübergekommen ist, dass wir die Forderungen erheben oder vertreten, dass Studierenden in irgendeiner Weise ein Sonderrecht zusteht, dann möchte wir dies in aller Entschiedenheit zurückweisen. Studierenden sind eben in viele Fällen auch Lohnabhängige (eben zumeist in Minijobs, geringfügiger Beschäftigung etc.) und haben die selben Probleme, Sorgen, Erfahrungen, wie jede und jeder andere Lohnabhängige auch. Deshalb sind einige (leider immer noch viel zu wenig) Studierende auch Mitglieder in einer Gewerkschaft, die sich für ihre (Klassen)Interessen einsetzen. Die Trennlinie verläuft zwiscen oben und unten, nicht zwischen Uni und Fabrik.
Der hier eingestellte Text ist natürlich stark auf Studierende eingehend geschrieben (schließlich ist die Uni unser Hauptaktionsfeld) - das schließt andere Gruppen nicht explizit aus! Wer uns kennt, weiß allerdings, dass wir Hochschulpolitik als Teil eines gesamtgesellschaftlichen Kampfes verstehen, in dem wir unseren Beitrag leisten.

Soviel fürs Erste, weitere Infos folgen!
Christian Momberger
11.209
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 28.06.2015 um 00:34 Uhr
Ein sehr guter Kommentar Herr Büttel!
Florian Schmidt
4.747
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 28.06.2015 um 00:50 Uhr
Am Ende mag ich meine ersten Kommentar vielleicht ironisch gemeint haben.
H. Peter Herold
28.194
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.06.2015 um 05:46 Uhr
wer nicht?
Stefan Walther
4.524
Stefan Walther aus Linden schrieb am 28.06.2015 um 23:02 Uhr
@ sds
Danke für die Antwort und die eindeutigen Standpunkte!
( Herrn Schmidt muss man kennen als ironischen Schreiber :-), trotzdem auch hier gut, dass hier nochmal eine klare Position bezogen wurde )

@ Peter
Deine Frage ( auf deinen Griechenland-Schwenk gehe ich nicht ein, keine Ahnung wo hier der Zusammenhang sein soll ): "Und wie siehst Du Stefan das Arbeiten bei der Post am Sonntag? "
= ich antworte etwas allgemeiner, nicht nur bezogen auf die Post. Generell teile ich die Ansicht der Forderung nach einer "Regelarbeitswoche von Montag bis Freitag!". Darüber hinaus ist eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich überfällig....
Sicher, das ist unbestreitbar, gibt es Bereiche in denen die Notwendigkeit besteht auch an Wochenenden zu arbeiten, z.B. in vielen Bereichen des Gesundheitswesens... das ist aber etwas völlig anderes als wenn man aus reinen Profitgründen oft "rund um die Uhr" die Produktion laufen lässt....
Kurt Wirth
2.299
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 29.06.2015 um 11:07 Uhr
Nur zur Sonntagsarbeit bei der Post: Ich bin mir nicht sicher, ob Peter Herold hier vielleicht die aktuelle Zuspitzung im Streik gemeint hat, in der Beamte und nicht Streikwillige zum "freiwilligen" Sonntagseinsatz gerufen wurden.

Ansonsten, Stefan, habe ich nicht den Eindruck, daß die Post ein großes Interesse an Sonntagsarbeit hat (was nicht gegen Deine allgemeinen Festellungen spricht). Früher fand man in jeder mittleren und großen Stadt irgendwo ein Postamt, in dem man auch samstags und sonntags einen Schalter aufsuchen konnte, um - gegen Aufpreis - alle Postdienste in Anspruch nehmen zu können. Zu jener Zeit war allerdings auch ein geöffnetes Postamt in Sachen telefonischer Ferngespräche erforderlich. Ist heute überflüssig. Die Briefkästen mit Sonntagsleerung wurden drastisch reduziert. Vor zwei Jahren besichtigte ich ein Briefverteilzentrum: Samstags wird da gar nicht gearbeitet (die Zusteller natürlich schon) und am Sonntag beginnt die Arbeit um 17.00 Uhr. In den letzten Jahren wurde auch z.B. in der Ferienzeit die Sonntagsleerung der Briefkästen ganz eingestellt, um das am Sonntagabend eingesetzte Personal zu verringern. Dreiviertel des Personals in dem von mir besichtigten Zentrum, etwa 120 insgesamt - immer ohne die Zusteller - sind teilzeit- und geringfügig Beschäftigte, darunter viele Studenten. Die Zahl der Beschäftigten ging im Lauf der Jahre ohnehin stark zurück, da die eingesetzten Maschinen (im besichtigten Fall von Siemens) immer leistungsfähiger wurden (und sogar in Schreibschrift halbwegs ordentlich geschriebene Adessen lesen können. Das Gros ist ohnehin maschinengeschriebene Geschäftspost).

So viel zur praktischen Veranschaulichung.
Stefan Walther
4.524
Stefan Walther aus Linden schrieb am 29.06.2015 um 23:06 Uhr
Du hast wahrscheinlich Recht Kurt, kann sein, dass Peter Herold seine Frage darauf bezogen hat.... vielleicht antwortet er noch.

Sicher, nicht überall ( so auch bei der Post ) bringt die Ausdehnung der Arbeitstage automatisch mehr Profit, in vielen Bereichen der Industrieproduktion ist jedoch mittlerweile das "rund um die Uhr arbeiten" Standard geworden, deshalb meine etwas allgemeine Antwort.

Danke für die "praktische Veranschaulichung"!
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