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Wegrand-Mahd schadet Wachtel, Feldlerche und -hase

Feldlerche und andere Arten brauchen bewachsene Ränder und Wege.
Feldlerche und andere Arten brauchen bewachsene Ränder und Wege.
Gießen | In den Feldrainen, Gräben und Graswegen zwischen den Ackerflächen leben zahlreiche Tiere und Pflanzen. Sie sind auf das Stück Natur angewiesen, ziehen dort ihre Jungtiere auf, bilden Blüten und Samen. Deswegen ist es wichtig, diese oft vernachlässigten Flächen zu erhalten und den Lebensraum zu schützen, macht Dr. Christiane Schmahl aufmerksam.

Sie ist Dezernentin für Naturschutz im Landkreis Gießen. „Leider werden Feldraine, Graswege und auch Grabenränder mitunter sehr frühzeitig gemäht oder gemulcht. Einige Landwirte und auch Bauhof- mitarbeiter schneiden oft schon im Mai das Gras und zerstören somit den Lebensraum von Insekten und Wildtieren“, benennt die Politikerin ein Problem.

Die Wildblumen, Kräuter und Gräser können dann nicht aussamen. Gleichzeitig werden Vögel und andere Wildtiere der offenen Feldflur ihrer Nahrungsgrundlage und ihrer Deckung beraubt. Ebenso fallen Brutstätten für viele bedrohte Tierarten weg. „Rebhuhn, Wachtel, Feldlerche, Feldhase und andere Arten brauchen aber bewachsene Ränder und Wege.

Sie gehören zu den betroffenen Arten, deren Gelege oder nicht fluchtfähige Jungtiere bei einem Grasschnitt Opfer von Mähwerken werden“, erklärt Dr. Christiane Schmahl, „die Vielfalt der Flora und der Insektenwelt geht verloren.“ Dass der Kreisbauernverband die Bemühungen des Naturschutzes unterstützt und über den Lebens- und Nahrungsraum für Offenlandarten aufklärt, begrüßt Christiane Schmahl ausdrücklich.

Mit einer Briefaktion an seine Mitglieder und weitere Veranstaltungen macht der Kreisbauernverband auf die Problematik aufmerksam. Auch der Landkreis Gießen leistet Aufklärung: Die Untere Naturschutzbehörde lädt am 10. September zu einer kostenlosen Informationsveranstaltung ein. Ab 9 Uhr sind die Leiter der kommunalen Bauhöfe eingeladen, sich über das Thema Grünlandumbruch zu informieren.

Zwar sind Wege und Feldraine wie auch Grabenränder Vernetzungselemente, die gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz zu erhalten sind. Leider werden sie trotzdem oft umgebrochen. Die Kommunen und Eigentümer dieser Verbindungsstrukturen in der Landschaft sind verantwortlich dafür, dass nicht gegen den Artenschutz verstoßen wird. Mähen und Mulchen von grasbewachsenen Wegen und Feldrainen ist in der Brut- und Setzzeit verboten.

Das heißt konkret, dass zwischen dem 1. März und dem 30. September nicht gemäht werden darf.

Feldlerche und andere Arten brauchen bewachsene Ränder und Wege.
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Kommentare zum Beitrag

Renate Ortel
36
Renate Ortel aus Lollar schrieb am 19.06.2015 um 14:45 Uhr
Gerade gestern wurde hier in Lollar-Odenhausen wieder gemäht!
Wolfgang Heuser
8.563
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 20.06.2015 um 09:30 Uhr
Ein guter Beitrag über diese Thema, dass was von dem Naturschutzvereinen schon lange bemängelt wird, ist hier mal geschrieben worden!
H. Peter Herold
29.394
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.06.2015 um 09:56 Uhr
Ja ist gut, aber warum geschieht nichts? Werden die die dagegen verstoßen nicht zur Verantwortung gezogen?
Solange nur immer wieder geredet und nicht gehandelt wird, wird nichts positives geschehen.
Klaus Viehmann
1.396
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 20.06.2015 um 12:37 Uhr
Ich habe vor 3 Jahren bei unserer Gemeinde, Ordnungsamt, einen Antrag mit Bildern gestellt, dass das Mulchen der Feldraine und Graswegen zu späterer Zeit gemacht wird. Zurzeit Mulchen die Landwirte, nur einige, schon im Mai was die Bodenbrüter davon abhält noch an diesen Stellen zu brüten. Mein Antrag war, dass erst kurz vor dem Getreidedreschen gemulcht wird, leider halten sich einige Landwirte nicht daran, es sind auch die Gleichen die den Raps in der Mittagszeit spritzen und so die Bienen vergiften.
Wolfgang Heuser
8.563
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 22.06.2015 um 09:27 Uhr
110 mal gelesen, nach drei Tagen und nur vier Kommentare dazu, dass sagt doch einiges aus, auch innerhalb von diesem Forum!
H. Peter Herold
29.394
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.06.2015 um 14:28 Uhr
Es sind Tatsachen die keinen berühren Wolfgang. Nicht spektakulär genug. Am Ende zahlen aber alle die Zeche.
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von:  Landkreis Gießen

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