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Couleurfahrt nach Münster lässt Bundesbrüder in die Zeit einer alten Handelsmetropole zurückversetzen

Dom St. Paulus.
Dom St. Paulus.
Gießen | Einmal im Jahr unternehmen die Mitglieder der Geo-Giessensis einen zweitägigen Ausflug in eine meist weiter entfernte Studentenstadt mit besonderer kultureller Bedeutung. So folgte in diesem Jahr nach Bingen/Boppard (2008), Heidelberg (2009), Wiesbaden (2010), mehrerer Tagesausflüge nach Marburg (2011), Neustadt an der Weinstraße (2012/13), Würzburg (2014) in diesem Jahr ein Besuch in die Universitäts- und Fahrradstadt Münster.

Die gemeinsame Anreise erfolgte zunächst mit dem Pkw nach Dortmund, da durch das parallel stattfindende Docklands-Festival in Münster keine ausreichenden Übernachtungsplätze mehr aufzutreiben waren. Von Dortmund aus wurde das letzte Stück mit der Bahn bewältigt. Die Besichtigung der historischen Altstadt war zunächst das Hauptziel der Veranstaltung. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten entschieden sich die Stadtherrscher nach dem zweiten Weltkrieg, das schwer zerstörte Münster in weiten Teilen wieder so aufzubauen, wie es bereits schon vor dem Krieg existierte. Diese Weitsichtigkeit der damaligen Stadtplaner beschert der Großstadt zwischen Dortmund und Osnabrück mit einer der größten Hochschulen Deutschlands heute besonders viele Touristenbesuche.

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St.-Paulus-Dom (1)St. Lamberti (2)Prinzipalmarkt (1)NRW (7)Nordrhein-Westfalen (4)Münster (38)Geo-Giessensis (23)Dom (32)Couleurfahrt (3)Ausflug (202)
Der Weg (siehe Karte) führte uns durch das kulturelle Zentrum der Stadt, beginnend bei der Kirche St. Lamberti am nördlichen Ende des Prinzipalmarktes. Dieser spät- und neugotische Bau dominiert den inneren Kern der Altstadt und den Prinzipalmarkt seit dem 14. Jahrhundert. Eine Vorgängerkirche war an diesem Platz jedoch schon um das Jahr 1000 n. Chr. angesiedelt. Im Inneren bieten sich prachtvolle Kirchengläser, die ein ganz besonderes warmes Licht in das Bauwerk werfen.

Der Prinzipalmarkt selbst besteht aus einer geschlossenen Häuserzeile, wobei jedes Gebäude auf der Vorderseite einen individuellen Giebel aufweist, eine Besonderheit auch bei weiteren erhaltenen Marktessembles.

Am südlichen Ende des Prinzipalmarktes befindet sich das Münsteraner Rathaus (ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert) mit dem Stadthausturm (erbaut zu Beginn des 20. Jahrhunderts). Gegenüber finden sich Laubengänge unter ehemaligen Handelshäusern, denn früher war Münster eine wichtiges Zentrum im Textilgewerbe. Heute finden sich dort in den Geschäften jedoch "nur noch" eine hochpreisige, teils verkettisierte, Einzelhändler.

Im Westen vom Prinzipalmarkt schließt sich der Domplatz
Route durch die Innenstadt und dessen nördlichen Rand.
Route durch die Innenstadt und dessen nördlichen Rand.
an, auf dem wie zu erwarten der Dom von Münster steht, dessen Errichtung bereits im 9. Jahrhundert begann und seither mit dem Bischof der katholischen Kirche zum Bistum Münster gehört. Architektonisch überwiegen gotische und romanische Elemente und die Kathedrale zählt neben dem Rathaus zu den wichtigsten Wahrzeichen der Stadt.
Grundsätzlich überwiegt die Fülle der Kirchtürme der katholisch geprägten Stadt im Stadtbild, denn größere Gebäudekomplexe sucht man hier vergebens. Der Turm der Liebfrauen-Überwasserkirche besticht ebenso wie die Heilig-Kreuz-Kirche im Kreuzviertel.

Weiter Richtung Westen passierte die Ausflugsgruppe Teile des Campus mit der juristischen Fakultät, um an das Münsteraner Schloss zu gelangen, das heute den Sitz der Westfälischen Wilhelms-Universität beherbergt. Ursprünglich stand eine kurze Besichtigung des Gebäudes auf dem Plan. Jedoch fand an diesem Tag ein internationales Fest der Kulturvereine statt, sodass der gesamte Vorplatz mit dutzenden Ständen von Gruppen von Aserbaidschan bis Zimbabwe gefüllt war, die den Ort vor allem mit gegrillten und gebackenen Spezialitäten ihrer Heimat und musikalischer Folklore aus den jeweiligen Nationen darboten. An vielen Orten tanzen die Leute zu den Rhytmen oder
Münsteraner Rathaus aus dem Laubengang heraus fotografiert.
Münsteraner Rathaus aus dem Laubengang heraus fotografiert.
sonnten sich auf der Wiese. Das Hauptgebäude war von einer größeren Bühne verdeckt. Auch einige Getränkestände und Bierpilze waren aufgebaut. Diese Möglichkeit für einen kleinen (flüssigen) Snack ließen wir uns bei den ohnehin sehr warmen Temperaturen nicht entgehen. So verweilten wir länger als gedacht an diesem Ort, bevor sich die Gruppe zurück ins Zentrum zu einem kleinen Abendessen in einem lokalen Brauhaus niederlies.

Eine weitere Tradition der Geo-Giessensis ist der Besuch einer studentischen Verbindung in der besuchten Stadt, um neue Kontakte zu knüpfen und um die Gepflogenheiten des besuchten Bundes kennenzulernen. Leider war hier an diesem Tag das Pech auf unserer Seite. So war uns nach nicht mehr als neun Versuchen keine einzige Tür geöffnet worden. Zwei Häuser feierten einen Festkommers, sodass sich dort der Versuch des Klingelns bereits verbot, da auf diesen hochfestlichen Anlässen ausschließlich Anzugpflicht besteht, die auf Couleurfahrten von unserer Seite eher nicht mitgebracht werden. Auf einem weiteren Haus war lediglich ein Hausgast vor Ort. Fünf Häuser waren komplett verwaist und beim neunten Versuch wurde die Klingel aufgrund der sehr lauten (und schlechten) Musik aus dem Keller nicht gehört. Nach dem Abklappern
Stadthausturm am südlichen Prinzipalmarkt.
Stadthausturm am südlichen Prinzipalmarkt.
eines Drittels aller in Münster ansässigen Verbindungen ließen wir uns in einem gut sortierten Biergarten im Kreuzviertel nieder und ließen den Abend intern ausklingen. Nach kurzer Beratschlagung, ob nicht noch drei weitere Häuser in relativer Näher aufgesucht werden sollten, wurde sich dagegen entschieden, da eine dieser Korporationen auf Hinweis des eben erwähnten Hausgastes ihr Stiftungsfest feiert und damit die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass auch die beiden benachbarten Bünde eher dort als auf ihrem eignen Haus anzutreffen war.

Nachdem zusätzlich das von uns bestellte Taxi nicht erschienen ist (Zitat des Kneipwirts: "In Münster läuft alles ein bisschen langsamer") machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Bahnhof. Nach dem dortigen Eindecken mit diversen Gerstenkaltschalen wurde die Rückfahrt nach Dortmund angetreten. Nach dem Erreichen des Hotels ließ sich die Gruppe noch in einer rockigen Eckkneipe nieder, bis sie gegen halb vier schloss.

Relativ munter traf sich die Gruppe mit einem mittlerweile in Dortmund lebenden Bundesbruders am Vormittag wieder, um in einem netten Eckcafé im Stadtteil Innenstadt West ein ausgiebiges Brunchbuffet zu sich zu nehmen, bevor die Veranstaltung mit der Rückfahrt gemütlich ausklang. So lässt sich für Münster dieses kleine Fazit ziehen: Jederzeit einen Besuch wert - bei Couleurbesuchen aber lieber vorher anrufen.

Dom St. Paulus.
Route durch die Innenstadt und dessen nördlichen Rand.
Münsteraner Rathaus aus dem Laubengang heraus fotografiert.
Stadthausturm am südlichen Prinzipalmarkt.
St. Lamberti am nördlichen Prinzipalmarkt.
Kirchenfenster mit Gewölbe von St. Lamberti
Kirchenfenster in St. Lamberti.
Dom St. Paulus im spätnachmittäglichen Licht.
Miniatur vom Dom St. Paulus.
Turm der Liebfrauen-Überwasserkirche.
Der Stadthausturm am südlichen Prinzipalmarkt.
Die Heilig-Kreuz-Kirche im Kreuzviertel zur blauen Stunde.
Gleiche Farben bei der vergeblich besuchten K.D.St.V. Sauerlandia

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