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Wahl am 14. Juni: Wie groß darf das kleine Übel sein?

Gießen | Viele Wählerinnen und Wähler fragen sich, wen sie am 14. Juni bei der Oberbürgermeister- und Landratswahl wählen sollen. Und etliche stellen sich wieder einmal die Frage, ob sie überhaupt noch zur Wahl gehen sollen. Wir können die Menschen gut verstehen, denn es ist der politischen Linken in der Region nicht gelungen, eine echte Alternative zu den Kandidaten zu präsentieren. Dies ist ein Versäumnis und stellt eine Schwäche dar, dass sich die politische Linke nicht auf eigene Kandidaten verständigen konnte.

So stellen sich – sehen wir von den persönlichen Ambitionen des Kandidaten Höll und der Zufallskandidatur der Rest-Piraten ab – mit den Bewerber/innen der SPD und CDU Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl, die sich in wesentlichen Fragen der Politik vor Ort nur unwesentlich unterscheiden:

Vom Bund über die Länder bis in den Kreistag und das Stadtparlament haben SPD und CDU gemeinsam die Schuldenbremsen und Rettungsschirme durchgesetzt, die den Einstieg in die Austeritätspolitik im öffentlichen Bereich und eine Folge der durch die Bankenrettung verursachten öffentlichen Verschuldung darstellen.

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ist die Lage im Wohnungsbau. Beide Parteien haben auf Bundes-, Landesebene und vor Ort über Jahrzehnte eine Politik betrieben, die einseitig auf die Förderung privaten Wohneigentums ausgerichtet ist und den sozialen Wohnungsbau zum Stillstand gebracht hat. Immer mehr zeichnet sich ab, dass um den innerstädtischen Kern erweiterte Zonen der Exklusion geschaffen werden, die ausschließlich gehobenen Wohnansprüchen genügen.
In der Folge fehlen Wohnungen für niedrige Einkommen, für
Transferleistungsbezieher und Flüchtlinge. Sie werden faktisch gezwungen, immer größere Teile ihrer knappen Mittel zum Lebensunterhalt für die Kosten der Unterkunft zuzuzahlen, was sie in ihrer sozialen Existenz gefährdet.

Bis heute stehen alle Versprechen, mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz in der Stadt durchzusetzen, auf dem Papier. Lächeln ist noch keine Politik. Noch nie zuvor wurden Bürgerinteressen so häufig missachtet wie in der laufenden Legislatur: s. Landesgartenschau, Poppe-Areal, Lärchenwäldchen, Bebauung RKH usw. Obwohl durch Gerichte mehrfach gerügt, hält der Magistrat an seiner Linie fest, die Öffentlichkeit bei zahlreichen Parlamentsdebatten auszuschließen.

Erstmals seit 40 Jahren war es in der vergangenen Wahlperiode den Neonazis möglich, von einem maßlosen Polizeieinsatz geschützt durch Gießen und den Landkreis (Allendorf/Lda. und Grünberg) zu ziehen und ihre unsäglichen Parolen abzusondern. Seitdem hat das Treiben faschistischer, ausländerfeindlicher und antisemitischer Gruppen und Personen in der Region zugenommen.

Vor diesem Hintergrund spricht wenig dafür, den Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien des Berliner Parteienkartells die Stimme zu geben. Das kleinere Übel zu wählen – dieser Lösungsvorschlag, konnte nie und kann auch heute nicht davon absehen, dass wohl niemand freiwillig, wenn er seinen Verstand nutzt, auf eigene Ziele und Ansprüche verzichtet. Es gibt nichts Gutes im Schlechten.

Manche von uns werden der Wahl fernbleiben, andere werden ungültig stimmen (kein Kreuz oder ein großes über den ganzen Stimmzettel). Keine, keiner der Kandidatinn/en steht für Alternativen zur vorherrschenden neoliberalen Politik.

Viel wichtiger ist es aus unserer Sicht jedoch, nicht nur alle paar Jahre ein Kreuzchen zu machen, oder auch nicht zu machen, sondern selbst aktiv zu werden.

Überlassen wir nicht den “Stellvertretern” die Politik, selbst Politik machen, das ist unsere Empfehlung!

Reinhard Hamel / Michael Janitzki / Stefan Walther

Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 04.06.2015 um 07:34 Uhr
Liebe Genossen vom "Linken Bündnis"

Warum fordert ihr die Leser nicht auf Grabe-Bolz abzuwählen indem Frau Helmchen gewählt wird?

Wollt ihr wirklich noch weitere sechs Jahre die Frau Grabe-Bolz?

Wahltage sind Abrechnungstage!

Habt ihr all die Sauereien diese Frau vergessen? (Habt ihr politische Demenz?)

Helft mit die Frau Grabe-Bolz aus dem Rathaus zu jagen und Giessen wird aufatmen!

Warum versteckt ihr euch hinter der Formel "jeder muss selber Politik machen! (Was ja richtig ist.) Butter bei die Fische!
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 04.06.2015 um 10:16 Uhr
Daran habe ich auch schon gedacht. Aber ich glaube inzwischen nicht mehr, dass Frau Helmlich tatsächlich eine andere Politik
vertreten wird. Vergessen wir auch nicht, dass sie noch bis zur
nächsten Kommunalwahl mit der rot-grünen Koalition im Stadtparlament zusammen arbeiten muß. Dass sie da nicht auf
Konfrontationskurs gehen wird, haben ihre letzten Auftritte gezeigt, und das Foto von ihr beim Kaffetrinken in der Wieseckaue .
Ohnehin hat ja das Amt des direkt gewählten Oberbürgermeisters
nicht so viel Bedeutung, wie wir gerne glauben möchten.
Die Oberbürgermeister, egal , welcher Partei sie angehören,
können allein gar nichts bewirken, höchstens in ihrer Funktion
als Kämmerer ein Vorhaben hinauszögern, indem sie eine Unterschrift verweigern. In die Arbeit eines Magistratsmitglied
hineinzuregieren, geht nicht, im Extremfall könnte der entsprechende Dezernent seines Amtes enthoben werden- aber das ist reine Theorie. Da müßte schon nachgewiesene Korruption oder ein ähnliches Vergehen im Spiel sein.
Im Prinzip ist also der Oberbürgermeister auf die Unterstützung einer Fraktion angewiesen. Im Fall Helmchen wäre das die CDU-Fraktion. Und in Wiesbaden haben wir eine schwarz-grüne Koalition in der Regierung. Wie wahrscheinlich ist es also, dass Frau Helmchen andere Akzente setzt und sich gegen die Grünen in der Stadtregierung wendet?
Die entscheidende Wahl ist die Kommunalwahl im nächsten Jahr.
Ich bin dafür, Frau Grabe-Bolz ,und Herrn Merz, der hofft, sie für seine eigene politische Karriere weiter benutzen zu können, einen Denkzettel zu verpassen. Helmchen zu wählen, halte ich
in diesem Zusammenhang für legitim. Andere Möglichkeiten aber auch.
Linkes Bündnis Gießen
504
Linkes Bündnis Gießen aus Gießen schrieb am 04.06.2015 um 10:57 Uhr
@ Martin Wagner
Die Empfehlung eines Linken, statt der bürgerlichen SPD Kandidatin jetzt der bürgerlichen CDU Kandidatin die Stimme zu geben, wäre fast schon einen eigenen (Satire-)Beitrag wert. Darauf bräuchte man gar nicht hier eingehen.

Nun aber zu den Anmerkungen und Vorwürfen:
Politische Demenz? Man kann sich gerne anschauen mit welcher Aussage das Linke Bündnis zur letzten Kommunalwahl angetreten ist, und daran hat sich bis heute nichts geändert = "Die Menschen sollen entscheiden!"
Wir verstecken uns keineswegs - auch nicht hinter vorgeschobenen "Argumenten" wie z.B. "Ein eigener Kandidat der politischen Linken hätte die Kräfte überfordert". Das Gegenteil ist der Fall - einfach im Beitrag nachlesen - wir gehen damit selbstkritisch um.
Und was die parlamentarische und außerparlamentarische Arbeit der Mitstreiterinnen und Mitstreiter des Linken Bündnisses betrifft? Auch da brauchen wir uns nicht zu verstecken, sowohl die aktuellsten Anträge in den Parlamenten als auch die aktive Mitarbeit in zahlreichen Bündnissen, in Gewerkschaften usw., zeigen eindeutig, dass das Linke Bündnis rege an den politischen Aktivitäten teilnimmt und immer "Flagge zeigt".
Alles nachzulesen unter:
http://linkes-giessen.de/
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 04.06.2015 um 11:10 Uhr
Bis jetzt gibt es ja nur sehr wenig echte Opposition im Gießener
Stadtparlament. Die größten Übeltaten wurden von einer
unheiligen Allianz aus fast allen dort vertretenen Parteien beschlossen. Die Linken haben jetzt bis zur Kommunalwahl
die Gelegenheit, sich als ernst zu nehmende politische Kraft
zu positionieren. Auf dass es endlich eine echte Opposition gibt, die wir dringend brauchen!
Herr Wagner, Ihr geringeres Übel könnte sich rasch als großes
Übel entpuppen, wenn die CDU die Kommunalwahl gewinnt,
oder wenn es zu einer Koalition von Grünen und CDU kommt!
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 04.06.2015 um 20:18 Uhr
Frau Barthel schrieb:

(...) "Die entscheidende Wahl ist die Kommunalwahl im nächsten Jahr." (...)

Weil ich das genau so sehe, ist es doch jetzt bei der OB-Direktwahl ganz wichtig, dass die Frau von der Partei der Arbeiterverräter abgewählt wird. Dann - so hoffe ich - wachen noch mehr Mirtbürger in Giessen auf und erkennen, dass im Februar 2016 die reale Chance besteht die Arbeiterverräter aus der Regierungsverantwortung "zu entlassen".

Frau Barthel, sicher gibt es viele Mitbürger, welche wie sie die Angst haben, dass eine andere Koalition von Fraktionen des bürgerlichen Blockes etwas Schlechtes für Giessen sein könnte. Das sehe ich keinesfalls so. Jede Kommune, welche dieser unsäglichen Partei "entwunden ist", sehe ich als Gewinn.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 04.06.2015 um 20:52 Uhr
Liebe Genossin , lieber Genosse vom Linken Bündnis

Bekanntlich habe ich sehr lange selber im Bündnis aktiv mitgearbeitet. Ich brauche keine Belehrung wie gut diese Fraktion die Aktivitäten im parlamentarischen und außerparlamentarischen Raum auf einander abstimmt. Da können sich andere Fraktionen im Giessener Parlament " eine Scheibe abschneiden".

Mein Rückzug aus dem Bündnis erfolgte - ihr wisst es ja; ich schreibe das hier für die Bürgerreporter - weil ich deutliche Anzeichen sah, dass ihr in irgendeiner Art und Weise gemeinsame Sache machen wollt mit den Leutchen von der Partei der Arbeiterverräter.

Danke für den Hinweis auf eure sehr gut gemachten Homepage im Internet. Wer Lust und Zeit hat kann dort das alte Wahlprogramm nachlesen in dem nicht eine Silbe stand, dass mit anderen (und schon garnicht bürgerlichen) Fraktionen irgendein Form der Zusammenarbeit gesucht wird. Es war klar: Hier tritt eine politische Kraft an, die gestützt auf die Unterstützung breiter Bevölkerungskreise nicht nur außerparlamentarische und parlamentarische Arbeit eng verzahnt, sondern irgendwann "den Laden ganz übernimmt".

Das etwas polemisch zugespitzte Wort von der "politischen Demenz" zielte also nicht auf die Vergesslichkeit was ausformulierten Wahlversprechen betrifft, sondern darauf dass ihr obwohl immer und immer wieder vom politischen Gegner regelrecht gedemütigt nicht einfach ausschliesst: Mit denen gibt es auch in Zukunft keinerlei Zusammenarbeit. (*)

Ihr könnt doch all diese Schläge - teilweise unter die Gürtellinie - nicht vergessen! Wahltag ist Zahltag. Wann, wenn nicht am 14. Juli könnt ihr es denen heimzahlen?

Mein etwas simpler Spruch lautet ja: Nichts wird vergessen und Nichts wird vergeben! Verzeiht mir, aber ich bin ja kirchlich gebunden. Ihr könnt denen Nichts verzeihen, denn vor dem Verzeihen muss das deutliche Eingeständnis erfolgen, dass ich falsch gehandelt habe (und Sühnemassnahmen angeboten werden). Macht das irgendjemand von der die Partei der Arbeiterverräter auch nur ansatzweise. Meines Wissens nicht. Ihr stellt selber fest (...) "Bis heute stehen alle Versprechen, mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz in der Stadt durchzusetzen, auf dem Papier." (...)

Ich fordere euch auf; macht Realpolitik und helft mit, dass Frau Grabe-Bolz nicht noch weitere sechs Jahre Giessen regiert. Überdenkt eure Postion und gebt eine klare Empfehlung ab.

Nur wer Frau Helmchen wählt hat eine Chance Frau Grabe-Bolz los zu werden.

(*) Ich frage mich ernsthaft was für Menschen seid / wie ihr so "gestrickt" seid. Mir ist euer individuelles Verhalten nicht erklärlich. Der Gegner kämpft doch mit all seinen Mitteln gegen euch. Ihr wisst besser zu welchen Tricks die Gegner immer wieder bereit waren zu greifen. Warum zieht ihr keinen klaren Trennstrich zu diesen Kräften. Warum nutzt ihr nicht jede euch sich bietende Chance auf "Revanche".

Unterliegen ist keine Schande. Es ist zugegeben schwer zu verlieren, aber ich halte das für möglich. Sich auch nur ansatzweise auf die Seite des Gegners zu schlagen ist doch eurem in weiten Teilen tapferen Kampf unwürdig. Bleibt euch selber treu. Es mag etwas pathetisch klingen, aber der gute Kämpfer stirbt stehend. Zu-Kreuze-Kriecher haben wir genügend, die brauchen wir wahrlich nicht noch mehr.

((Ich denke es dürfte jetzt jedem klar sein, dass ich keine Satire abgegeben habe, sondern dass das meine feste Überzeugung ist.))
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 04.06.2015 um 21:34 Uhr
Sie schlagen sich doch auch um ein Ziel (Grabe-Bolz weg) zu erreichen auf die Seite ihrer potentiellen Gegner (CDU) Wie Glaubhaft ist das denn....?
Jeder der nur den Hauch von Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürger übernimmt muss auch in der Lage sein mit seinen Gegner im Paralament zusammen zu arbeiten. Wenn dazu das Linke Bündnis in der Lage ist dann Respekt vor diesen Demokraten.
Herr Wagner ich schreibe es noch einmal Ihre politische Welt gibt es nur in Ihren Vorstellungen aber nicht im hier und jetzt.
Stefan Walther
4.799
Stefan Walther aus Linden schrieb am 04.06.2015 um 22:55 Uhr
Meine persönliche Antwort Martin:
- du weichst aus, die Frage stelle ich auch persönlich: wie kannst du, der vorgibt ein Linker zu sein, nur solch eine Wahlempfehlung abgeben?
- dieses scheinradikale Eintreten für "Keine Kompromisse!" ist zig-fach in der Geschichte als pseudo-"linke" Phrasendrescherei entlarvt worden!
- es ist ein großer Unterschied ob man sich mit bürgerlichen Parteien z.B. in eine Regierung setzt und die eigenen Positionen dabei aufgibt ( aufgeben muss ) oder ob man für seine eigenen Positionen ( z.B. Anträge im Parlament ) Unterstützer sucht und auch hin und wieder findet.
- wo steht an irgendeiner Stelle unseres Wahlprogramms, dass wir uns der Illusion hingeben würden, den "ganzen Laden zu übernehmen"? Deine - sorry - Träumereien über den bürgerlichen Parlamentarismus ( und das absurde Ziel 50% + 1 ) finden auch hier wieder seine Bestätigung
- nochmal deutlicher: das Linke Bündnis ist angetreten um den Menschen, die sonst wenig bis nicht gehört werden, auch eine Stimme im Parlament zu geben. Ihre Interessen und Forderungen ( siehe z.B. den aktuellen Antrag im Kreis gegen Sanktionen für z.B. ALG II - Bezieher ) zu unterstützen... oder anders ausgedrückt: Anträge stellen, wenn möglich Mehrheiten dafür zu finden, Menschen mobilisieren und aktivieren.... und "Das Parlament als Tribüne" nutzen. Das sind realistische und richtige Zielsetzungen, das ist linke Politik, alles andere sektiererisches und illusionäres Gerede
- als Folge davon ist auch völlig klar, dass wir uns auch keineswegs vom politischen Gegner "gedemütigt" fühlen würden. Wie kommst du denn darauf? Wir verkennen die Machtverhältnisse - auch im Kommunalparlament - nicht. Das bedeutet, diese sogenannten "Schläge unter die Gürtellinie", ist das etwa überraschend, enttäuschend? Nein, das ist lediglich die Bestätigung dafür, dass wir eben keine angepasste, eben keine bürgerliche Politik machen.... und da wird der politische Gegner "mit allen Mitteln und Tricks" kämpfen, völlig richtig, auch das ist wenig verwunderlich, oder?

So, und jetzt erkläre uns allen mal wo und wann das Linke Bündnis "Zu-Kreuze gekrochen" sein soll - aber bitte keine Sprüche, sondern ganz konkret!
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 05.06.2015 um 14:57 Uhr
Wer fragt bekommt von mir auch eine Antwort.

Stefan fragt: (...) "So, und jetzt erkläre uns allen mal wo und wann das Linke Bündnis "Zu-Kreuze gekrochen" sein soll - aber bitte keine Sprüche, sondern ganz konkret!" (...)

Mit dieser Presserklärung in der ihr nicht dazu aufruft Frau Helmchen zu wählen damit Frau Grabe-Bolz abgelöst wird. Das ist eindeutig eine indirekte Wahlempfehlung für die Partei der Arbeiterverräter.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 05.06.2015 um 15:05 Uhr
Herr Büttel schrieb:

(...) "Sie schlagen sich doch auch um ein Ziel (Grabe-Bolz weg) zu erreichen auf die Seite ihrer potentiellen Gegner (CDU) Wie Glaubhaft ist das denn....?" (...)

Ihr Schlussfolgerung ist korrekt. Ihr Erstaunen darüber kann ich nicht teilen. Es ist halt die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub. Außerdem, ich habe keine Angst vor der CDU. Die mögen sein was sie wollen - aber Arbeiterverräter sind das nicht (einfach weil sie nie ernsthaft behauptet haben etwas für die Arbeiter zu machen ...).
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 05.06.2015 um 15:30 Uhr
Frau Back schreibt:

(...) "Und warum sind die ((CDU)) keine "Arbeiterverräter"? Weil sie sich noch nie um die Arbeiter geschert haben und sie damit auch nicht verraten können?" (...)

Genau Frau Back - sie haben das auf den Nenner gebracht. Das ist so, es tut besonders weh, wenn ehemalige Mitkämpfer "nicht nur von der Fahne gehen", sondern auch noch so dreist sind zu behaupten "wir kämpfen weiter für die Sache der Arbeiter" (obwohl sie sich auf die Seite der Kapitalisten geschlagen haben).

Aber zurück zum Thema: Bei mir steht bei der Frage der Direktwahl ganz weit im Vordergrund: Grabe-Bolz darf keinesfalls noch sechs weitere Jahre Rathauschefin bleiben!

Andere Aspekte; wie z.B. der "Teufel oder Beelzebub"-Aspekt tritt bei mir in den Hintergrund.

Natürlich würde ich keinen Faschisten wählen um Frau Grabe-Bolz endlich los zu werden.
Michael Beltz
7.748
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 05.06.2015 um 19:30 Uhr
Martin, wenn Du sagen würdest: - Wählt Steak mit Salat und pommes - hätte das den gleichen Effekt wie deine mir seit Monaten unverständliche Wahldiskussion.
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 05.06.2015 um 21:53 Uhr
Stefan Walther
4.799
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.06.2015 um 22:37 Uhr
Na ja Birgit, eine Wahlempfehlung für einen Kandidaten der sich an biblischen Werten orientiert und sich als Missionar versteht, so was kannst du nicht ernsthaft von Vertretern des Linken Bündnisses erwarten.

Gut Martin, lassen wir hier die Leserinnen und Leser entscheiden, auf die anderen von mir aufgeführten Punkte gehst du gar nicht ein, deine "Antwort" ist keine Antwort, das hat Frau Back schon eindeutig klargestellt, brauche ich nicht zu wiederholen.
War aber auch klar, wo nix nachzuweisen ist kann auch nichts nachgewiesen werden.
Christian Momberger
11.267
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.06.2015 um 22:45 Uhr
Sehr gut Leute.

Den Artikel, die PM des Linken Büdnisses finde ich mehr als gut und richtig.
Und ich muss sagen, Martin ich kann Dich und Deine Wahlempfehlung für die Dame der CDU nicht verstehen! Auch wenn ich absolut mir Dir übereinstimme, das die SPD die Partei der Arbeiterverräter ist und die Bilanz von Frau Grabe-Bolz mehr als negativ bzw. beschissen ist. Ich werde weder SPD-Dame noch CDU-Frau wählen. Denn CDU geht noch weniger!

Was mir zu kurz kommt ist, dass es ja auch noch zwei weitere Kandidaten gibt. Warum Martin muss es gerade die CDU-Frau sein? Warum könntest Du Dir nicht auch vorstellen den Kandidaten der Piraten oder Herrn Höll zu wählen? Du bist doch in der Kirche, da würde Herr Höll gut passen. ;-)
Warum warst Du Martin, heute nicht um 18.00 Uhr am Bootshaus. Da hättest Du Deine großen Sympathien für Frau Helmchen und Deinen Unmut über Frau Grabe-Bolz kundtun sowie die beiden anderen Kandidaten kennen lernen können. Hier der Link zur Allgemeinen: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Uebersicht/Artikel,-Nachlese-der-OB-Debatte-im-Bootshaus-_arid,575079_regid,1_puid,1_pageid,9.html

Also ich muss leider sagen, auch die beiden Herren haben mich nicht wirklich überzeugt, so dass ich wohl ungültig werde wählen (müssen). Aber Wählen gehen werde ich auf alle Fälle, das empfinde ich schon als gewisse Pflicht.

> "In die Arbeit eines Magistratsmitglied hineinzuregieren, geht nicht, im Extremfall könnte der entsprechende Dezernent seines Amtes enthoben werden- aber das ist reine Theorie."

Das ist so nicht ganz richtig. Der/die OB bestimmt die Ressort und Aufgabenverteilung zwischen den Magistratsmitgliedern. Er oder sie kann also z.B. der Bürgermeisterin Aufgaben und Zuständigkeiten entziehen oder neue zuweisen. Wenn der/die OB wollte, hätte er/sie schon mehr Macht.

Ansonsten mag ich Stefan, Michael, dem LiBü und Frau Barthel durchaus nur zustimmen.
Christian Momberger
11.267
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.06.2015 um 22:47 Uhr
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 05.06.2015 um 22:54 Uhr
Stefan, mein link sollte keine (!) Wahlempfehlung sein, hätte aber in dieser Diskussion gerne auch die Namen der männlichen Mitbewerber gelesen. Praschak ist nun mal bekannter als Höll. Reines Interesse !!!
Stefan Walther
4.799
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.06.2015 um 23:08 Uhr
Dann habe ich dich falsch verstanden Birgit.
Mir - und uns als Linkes Bündnis - geht es u.a. im Beitrag auch darum hier klarzustellen, dass wir keine(n) der antretenden Kandidatinnen und Kandidaten empfehlen könnnen.
Alles was ich persönlich bisher von den beiden männlichen Bewerbern mitbekommen habe ändert auch nichts an meiner persönlichen Meinung.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 08:47 Uhr
Michael B. schrieb: (...)

"Martin, wenn Du sagen würdest: - Wählt Steak mit Salat und pommes ..... " (...)

Nein, bitte Handkääs mit Musik!

(...) "...... deine mir seit Monaten unverständliche Wahldiskussion."

Korrekt, wir haben öfters über das Thema dikutiert. Ich weiss nicht genau, warum du meine Position nicht verstehst oder verstehen willst. (Brauchst sie ja als Parteimensch nicht nachvollziehen oder gut heissen.)

Ich "biete" hier einmal vier Erklärungsmuster an:

1. Weil du Frau Grabe-Bolz duzt, also garnicht willst dass diese Frau aus dem Sessel gekippt wird.

2. Weil du keine ernsthafte Kommunalpolitik machen willst, sonst würdest du erkennen, dass mit einer Wahlempfehlung des linken Lagers es realistisch ist, dass die Frau sich nach dem 14.6. in die Schlange vor dem Arbeitsamt einreihen kann.

3. Weil du nicht erkennst, dass die Partei der Arbeiterverräter mindestens im gleich hohen Masse zu bekämpfen ist, wie die anderen bürgerlichen Parteien.

und 4. Weil du offensichtlich immer noch an eine Zukunft von Parteien in der BRD glaubst. Sonst würdest du nicht die Position als illusionär abstempeln, dass irgendwann Parteien soweit aus aus den Kommunalparlamenten gewählt wurden, dass Wählergemeinschaften die Mehrheit haben.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 08:58 Uhr
Frau Back schrieb:

(...) "Selbst gegen alle linken Ideale wählen - aber die anderen sind die Verräter." (...)

Diesen Satz verstehe ich nicht. Wenn ich eine CDU-Frau wähle, wähle ich eine Frau aus dem bürgerlichen Lager (was ein Linker normalerweise nicht machen soll) aber mit dem gleichen Kreuzchen sorge ich - hoffentlich - dafür, dass die Frau von der Partei der Arbeiterveräter abgewählt wird. Ich habe nie verschwiegen, dass meiner Meinung nach die Zerschlagung der Partei der Arbeiterveräter aktuell auf der Agenda der Linken stehen sollte. (Und nicht deren indirekten Unterstützung dadurch, dass man / frau sich "ziert" den Gegenkandidat aus dem bürgerlichen Lager zu unterstützen.)

Ich denke viele Mitbürger erkennen nicht den Charakter einer Direktwahl. Hier geht es doch nicht darum, dass ein Gremium mit der und der Sitzverteilung gewählt wird, also ich mit meiner Stimme für einen / eine aussichtslosen Kandidat irgend etwas real bewege. (Die Chance zu die eigenen Überzeugung zu wählen gibt es wieder Ende Februar 2016 bei der Kommunalwahl.) Hier geht es um "die" oder "jene".
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 10:06 Uhr
Also wenn ich nur das Schlagwort lese:"Partei der Arbeiterverräter", dann sehe ich schon wieder eine sehr unangenehme Tendenz zum Populismus bei Herrn Wagner.
Dabei will ich ja gar nicht leugnen, dass die geradezu konstitutionelle Feigheit der SPD viele verhängnisvolle Entwicklungen ermöglicht und gefördert hat. Zum Beispiel die Deregulierung des Arbeitsmarkts, zum Nachteil nicht nur der
Arbeiter!
Wenn man die Realität verleugnet, kann man Politik nicht verstehen , und auch nicht, welche politischen Möglichkeiten
jemandem offenstehen oder nicht.
Herr Momberger, danke für den Hinweis auf die Möglichkeiten
der direkt gewählten OB, Kompetenzen neu zu verteilen.
Allerdings erwarte ich von Frau Helmchen, auch nach dem
persönlichen Gespräch mit ihr, nicht, dass sie in irgendeiner Weise gegen die Bürgermeisterin Stelung beziehen wird.
Da gibt es ja auch noch die schwarz-grüne Koalition in Wiesbaden.
Frau Helmchen hat sonst auf mich einen ganz guten und sympathischen Eindruck gemacht, ebenso wie übrigens auch
Frau Grabe-Bolz, bevor sie zur OB gewählt wurde.
Man sollte sich aber dessen bewußt sein, dass jeder OB, auch wenn er direkt gewählt wird, nicht gegen die Interessen der eigenen Partei handeln wird.
Wer immer OB wird, und wie immer die nächste Kommunalwahl ausgehen wird, die Linken werden auf jeden Fall in der Opposition sein. Ich wünsche mir aber eine Opposition mit mehr Einfluß, und ich denke, dass Michael Janitzki und Elke Koch-
Michel gezeigt haben, wie man von begrenzten Möglichkeiten
intelligent Gebrauch machen kann. Dazu ist es nötig, die realen Möglichkeiten richtig einzusetzen, und nicht auf einer klassenkämpferischen Position des vorigen Jahrhunderts zu beharren!
Christian Momberger
11.267
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 10:07 Uhr
Danke Martin für Deine Kommentare mit Bezug auf Michael und Frau Back. Aber ich hatte auch 1-2 Fragen an Dich gestellt.. ;-) Vielleicht magst Du hierzu auch noch was schreiben.
Stefan Walther
4.799
Stefan Walther aus Linden schrieb am 06.06.2015 um 11:27 Uhr
"...und nicht auf einer klassenkämpferischen Position des vorigen Jahrhunderts zu beharren!" Der Lieblingssatz von Frau Barthel, darauf hatte ich schon die ganze Zeit gewartet :-))
Nochmal drauf antworten? Es ist mittlerweile wie bei "Täglich grüsst das Murmeltier", und wenn man einen Unsinn auch zig-fach wiederholt = Unsinn bleibt Unsinn!
Stefan Walther
4.799
Stefan Walther aus Linden schrieb am 06.06.2015 um 11:57 Uhr
nix anderes erwartet Frau Back, ändert trotzdem nix dran, dass die Gesellschaft aus Klassen / aus Schichten besteht. Was daran dann "pseudo" sein soll wenn man sich in der Praxis dann danach richtet und für eine oder mehrere Klassen / Schichten Politik macht, das erschließt sich mir nicht.
Tja, doch wieder draufgesprungen, zwar nicht bei Frau Barthel, sei`s drum, nicht schlecht die kleine Provokation Frau Back!
Nicht alles was einen Bart hat ist deshalb nicht mehr aktuell :-)
Christian Momberger
11.267
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 12:10 Uhr
Die Klassenfrage ist in der Tat nach wie vor noch aktuell, auch wenn es viele nicht mehr wahr haben wollen. Ebenso ist m.E. die Einteilung in rechts und links weiterhin richtig und zutreffend. Auch hier sehen manche das ja anders.
Christian Momberger
11.267
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 12:33 Uhr
"Und weil die Abgrenzungen der Klassen oder Schichten viel durchlässiger geworden sind und die Gemengelage damit komlizierter."

Sicher Frau Back, da ist was dran. Und deswegen ist es ja um so schwieriger, die Massen davon zu überzeugen, dass es ihnen vielleicht etwas besser geht als früher, sie aber ihre "Klasse" eigentlich noch nicht wirklich verlassen haben.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 12:37 Uhr
Die Massen mußten ja unbedingt noch mit ins Spiel kommen!
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 06.06.2015 um 13:00 Uhr
Frau Back sehr gut.
Frau OB (falls sie denn abgewählt wird) wird sofot wieder im Staatsdienst weiterarbeiten zur Not in ihrem Beruf als Lehrerin.

Herr Momberger ich bin Arbeiter/Angestelter gibt ja keinen Unterschied mehr. Die letzte Klasse der ich angehört habe war die 13 d 1983.
Christian Momberger
11.267
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 13:20 Uhr
Sie gehören aber nach wie vor zu den abhängig Beschäftigten, zu denen die Ihre Ware Arbeitskraft anbieten müssen und eben nicht zu der Klasse der Besitzenden, dass über das entsprechende Vermögen und über Produktionsmittel verfügt, so dass Sie von Ihrem Geld leben bzw. andere für sich arbeiten lassen können.
Ich weiß die Grenzen sind nicht mehr so klar wie früher, da hat Frau Back recht. Aber dennoch sollten ihnen die Interessen der "kleinen Leute" nach wie vor näher sein als die der "Reichen und Schönen", der "Vermögenden und Besitzenden".
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 06.06.2015 um 13:39 Uhr
Mir sind alle Menschen gleich wichtig Herr Momberger ich unterscheide nicht. Mir ist der Kassenpatient genauso wichtig wie der Privatpatient. Dieses Klassengequatsche konnte ich noch nie leiden. Für mich sind weder die einen noch die anderen eine Klasse sondern meine Mitmenschen mit denen ich versuche einen vernüftigen Ungang zu pflegen. Ich habe auch keinerlei Komplexe ich welche Richtung auch immer. Vielleicht habe ich deshalb kein Problem .
Christian Momberger
11.267
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 13:44 Uhr
Es wäre schön, wenn alle Menschen gleich wären und diese auch alle anderen gleich wichtig sehen bzw. gleich behandeln würden. Aber leider ist das oftmals nicht der Fall. Es gibt eben nach wie vor ein Oben und Unten, ein Arm und Reich, Herrschende und Beherrschte. Und oftmals werden doch Privatpatienten bevorzugt behandelt im Vergleich zu Kassenpatienten. Finden Sie das gut?
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 14:33 Uhr
Für einen langen Zeitraum war es so, dass es eine Angleichung der Vermögensverhältnisse und der Chancen der verschiedenen
gesellschaftlichen Schichten (oder meinetwegen Klassen), gab.
Dass es zur Zeit eine Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung gibt, die sogenannte Schere zwischen arm und reich
immer weiter auseinanderklafft, und auch immer weniger Kinder
aus sogenannten bildungsfernen Schichten Abitur machen und studieren können - das ist leider eine Tatsache.
Und dass man mit einem abgeschlossenen Studium auchdavon ausgehen kann,
einen guten Arbeitsplatz zu bekommen, stimmt vor Allem
für die Absolventen von geisteswissenschaftlichen Studiengängen schon lange nicht mehr.
Dass alle Menschen auch in der Praxis gleich sind und gleich behandelt werden, das behaupte ich durchaus nicht.
Gerade die neoliberale Wirtschaftspolitik sorgt dafür, dass sich bei den schon Vermögendenimmer mehr Kapital ansammelt, dass wenige Menschen immer reicher, und immer mehr ständig ärmer werden.
Das ähnelt durchaus in gewisser Weise der Situation vor dem
Ersten Weltkrieg.
Ich wehre mich aber gegen die undifferenzierte Sicht dieser
Probleme, die sich in einer Rhetorik ausdrückt, die wirklich von gestern ist. Wenn man statt Arbeiterklasse von abhängig Beschäftigten spricht, ist man der Wahrheit schon viel näher.
Mit unserer OB-Wahl hat das aber nur sehr wenig zu tun.
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 06.06.2015 um 16:43 Uhr
Ich habe das Kassenpatienten sein noch nie als Nachteil enpfunden. Das geschimpfe auf die Privatpatienten kann ich weder beruflich noch privat nachvollziehen. Deshalb kann ich es weder gut noch schlecht finden. Hätte ich mich in der Schule mehr angestrengt dann würde ich vielleicht auch mehr verdienen. So bin ich mit dem zufrieden was ich habe auch mit meinem Status oder wie immer man das auch nennen mag. So sind auch die meisten in meinem Bekanntkreis gestrickt. Für die Zufriedenheit ist man selbst zuständig.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 17:14 Uhr
Wenn man aber über das unmittelbare Umfeld hinausschaut, fällt schon auf, wie viele Ungerechtigkeiten es gibt.
Um beim Beispiel der Krankenversicherung zu bleiben:
Ich wünsche ihnen nicht, dass Ihnen irgendein Unfall zustößt,
ein Sturz vielleicht,mit akuten Schmerzen. Dann würden Sie vielleicht feststellen, dass kein Orthopäde Sie kurzfristig behandeln wird und Sie müßten in der Notaufnahme eines Krankenhauses endlos lange warten.
Kehrseite: Private Kassen zahlen in der Regel nicht für eine
Rehabilitationstherapie.
Trotzdem : Es gibt Statistiken, die belegen, dass Arme eine
niedrigere Lebenserwartung haben.
Und arm zu werden, das kann auch jemandem mit guter Ausbildung passieren, wenn zum Beispiel der Arbeitgeber pleite macht oder eine Firma abgewickelt wird.
Ihre persönliche Einstellung , mit dem, was man hat, zufrieden zu sein, ist sehr vernünftig. Aber die Probleme unserer Gesellschaft auszublenden wäre auch nicht gut. Sie engagieren
sich wenigstens, aber ich kenne durchaus auch Leute, die auf dem Standpunkt stehen: Uns gehts ja gut, was geht mich der Rest an. Ich würde vielleicht auch so denken, aber ich habe Enkel, und da ich weiß, dass es auf Dauer nicht gut gehen kann,
wenn die Ungerechtigkeiten in einer Gesellschaft immer krasser werden, mache ich mir ernste Sorgen über die Zukunft.
Christian Momberger
11.267
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 17:27 Uhr
Sehr gut Frau Barthel, genau so sehe ich das auch!
Auch ich bin durchaus mit dem Meisten in meinen Leben ganz zufrieden, aber das heißt nicht, dass ich die Welt nicht besser sein könnte/müsste, dass es keine Ungerechtigkeiten gibt und ich aufgrund meiner persönlich mehr oder minder gut befriedigten Situation die Hände in den Schoß lege und sage: Alles gut bei mir, alles egal was sonst wo ist.
Christian Momberger
11.267
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 17:43 Uhr
Aber brauchen wir wirklich den Unterschied zwischen gesetzlich und privat? Wäre die Welt nicht besser gerechter, wenn es eben keine Unterschiede mehr gebe.

Aber wir entfernen uns ziemlich von Thema und ich warte immer noch auf eine Antwort von Martin. Nur damit es nicht untergeht.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 17:49 Uhr
Neue Ideen und Strategien, darauf kommt es an. Wir erleben zwar, dass die offizielle Politik sich zum Teil selbst entmachtet hat, aber wir haben ja immer noch eine Demokratie, die neben dem Ausfüllen des Wahlscheins andere Möglichkeiten der Artikulation offenläßt, wir haben ein funktionierendes Rechtssystem, es gibt die Möglichkeit, sich an Petitionen oder anderen Aktionen von NGOs zu beteiligen. Wichtig ist vor Allem, sich gut zu informieren. Das ist leider nicht so einfach, denn die meisten Medien folgen einem gewisen Mainstream, nicht wegen einer Zensur, sondern weil sie auf die Werbeeinnahmen großer Firmen angewiesen sind. Die Nachrichtensendungen im Fernsehen wiederum setzen zu sehr auf Emotionen statt auf Hintergrundinformationen. Aber es gibt sie, die seriöse und gute Information, man muß sie nur finden.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 17:59 Uhr
Noch eine Anmerkung zu den privaten Krankenkassen: Es ist immer wieder darüber diskutiert worden, sie abzuschaffen und dafür ein System wie die Bürgerversicherung in der Schweiz
einzuführen. Das scheitert aber jedesmal an den Protesten
sowohl der Versicherungen als auch der Ärzte.
Bei der Vergütung der ärztlichen Leistungen gibt es viele Absurditäten, und die Ärzte argumentieren, nur dank der Privat-
patienten würden sie genug verdienen.
Als Privatpatient hat man zwar gewisse Privilegien,aber es steigt auch die Gefahr, dass einem Therapien oder Untersuchungen aufgeschwätzt werden, die eigentlich überflüssig sind.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 19:49 Uhr
Danke Christian M., dass du mich daran erinnerst, dass da noch Fragen von dir der Beantwortung harren (Entschuldigung ist bei mir leider "unter gegangen" ...).

Christian fragte mich direkt:

(...) "Was mir zu kurz kommt ist, dass es ja auch noch zwei weitere Kandidaten gibt. Warum Martin muss es gerade die CDU-Frau sein?"

Die Frage scheint mir schon beantwortet; weil ich keine nennenswerte Unterschiede zwischen den bürgerlichen Parteien erkennen kann und ich persönlich bei dieser Direktwahl die Chance sehe die Partei der Arbeiterverräter zu schwächen. Aber natürlich könnte das genauso ein Mann der Grünen, der FDP, der Freien Wähler oder so sein, wenn dieser realistisch der Frau Grabe-Bolz ihren Job streitig machen könnte. Nur eine Frau / einen Mann einer faschistischen Gruppe / Partei würde ich natürlich nicht empfehlen.

(....) "Warum könntest Du Dir nicht auch vorstellen den Kandidaten der Piraten oder Herrn Höll zu wählen? Du bist doch in der Kirche, da würde Herr Höll gut passen. ;-)"

Auch diese Frage scheint schon beantwortet. Wenn es sich nicht um eine Direktwahl, sondern um eine Wahl für ein Gremium handeln würde (und keine linke Liste antritt), könnte ich mir schon vorstellen die Piraten zu wählen. Zwar sind sie eine Partei (gegen solche Zusammenschlüsse habe ich ja prinipiell etwas ...), aber mit ihren Vorstellungen zur direkter Demokratie können sie schon bei mir punkten.

Herr Höll ist wohl Mitglied in der (mehrheitlich) konservativen bis reaktionären Ev. Freikirche. Ich bin Katholik.

(...) "Warum warst Du Martin, heute nicht um 18.00 Uhr am Bootshaus. Da hättest Du Deine großen Sympathien für Frau Helmchen und Deinen Unmut über Frau Grabe-Bolz kundtun sowie die beiden anderen Kandidaten kennen lernen können." (...)

Entschuldigung, bei der Flut von Information ist bei mir dieser Termin nicht "angekommen". Bei Frau Grabe-Bolz muss ich mich immer "schwer am Riemen reissen" um nicht unhöflich zu werden. Frau Helmchen hättemich schon einmal interessiert und - da bin ich ehrlich - die zwei aussichtslosen Kandidaten interessieren mich wenig, denn die Piraten treten höchstwahrscheinlich nicht im Februar an und Herr Höll ist meines Wissens in keiner politschen Gruppe aktiv, welche im Moment (oder zukünftig) für das Giessener Parlament interessant wäre.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 06.06.2015 um 20:05 Uhr
Vielleicht trägt ein kurzer Kommentar zu einer Feststellung von Frau Barthel dazu bei, dass zum ursprünglichen Thema zurück gekehrt wird.

Frau Barthel schrieb:

(...) "Also wenn ich nur das Schlagwort lese:"Partei der Arbeiterverräter", dann sehe ich schon wieder eine sehr unangenehme Tendenz zum Populismus bei Herrn Wagner." (....)

Frau Barthel ich möchte nicht versuchen ihre Sicht zu ändern. Ich denke da liegen sie und ich zu weit politisch auseinander.

Aber vielleicht haben sie ganz praktisch einen anderen Vorschlag, wie sie die Partei von Frau Grabe-Bolz benennen wollen. Denn - und ich denke da werden sie mir zustimmen - der Wortteil "sozial" im offiziellen Namen ist doch nur als dreister Versuch die Menschen arglistig zu täuschen zu verstehen.
Christian Momberger
11.267
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 07.06.2015 um 03:29 Uhr
Danke Martin für Deine Antwort.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 07.06.2015 um 18:27 Uhr
Frau Back, wie kommen sie darauf, dass ich die "C"DU alsPartei favorisiere.

Manchen Bürgereporter werden nur noch mit den Augen rollen (so nach dem Motto ... kann der Wagner Nichts anderes schreiben, das ist doch immer der selbe Käse ....) sie scheinen aber bestimmte Textteile von mir garnicht zur Kenntnis zu nehmen.

Hier zum (gefühlten) 87 mal:

Ich halte Nichts von Parteien - auch nicht von linken.

Ich halte ins Besonders Nichts von bürgerlichen Parteien - also auch nicht von der "C"DU.

Ich halte es aber für legetim Frau Helmchen bei der Direktwahl der OB am 14. Juni 15 zu wählen, damit Frau Grabe- Bolz ihren Sessel im Rathaus räumen muss.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 08.06.2015 um 10:02 Uhr
Da ich gestern erst auf einer öffentlichen Veranstaltung von Herrn Höll sein wrbematerial in die Hand gedrückt bekommen habe erst jetzt eine Antwort auf Birgit S.-H. Frage, warum keiner vondem Einzelbewerber Höll redet.

Ohne jetzt Werbung für den Mann zu machen (nur zu Dokumentationszwecken) hier der Text seines DIN-A-5 Blattes.

"Überschrift:

Denkzettel für SPD/Grüne und CDU (dick)
wegen dauernder Naturzerstörung, drastischen Steuer- und Gebührenerhöhungen (dünner)

Untertitel:
Gießen ökologisch + gerecht gemeinsam gestalten

dafür stehe ich Wolfgang Höll (Name unterstrichen) als Ihr Kandidat für die OB-Wahl am 14.Juni2015 in Gießen

- Für die Rücknahme der Grundsteuererhöhung = Mieterhöhung
- Für die Rücknahme der 15 fach erhöhten Friedhofsgebühren,die zweithöchsten Kosten in Hessen
- Für Alle Nachdenklichen und Entrüsteten
- Für Alle Enttäuschten dieser Politik
- Für Alle Diskriminierten, Belogenen und Betrogenen
- Für ALLE die Zivilcourage haben alte Zöpfe abzuschneiden
- Für Alle die mehr Geld von Ihrem Einkommen übrig behalten wollen
- Für Alle die sich nicht mehr gängeln lassen sondern mitbestimmen wollen
- Für Narturschutz statt reinen Ökokapitalismus
- Für Erhalt der Arbeitsplätze, Schaffung neuer Arbeitsplätze, Bemühung um neue Investoren
- Für Alle denen gut bezahlte Arbeit wichtiger ist als brotarme Jobs und Showbusiness
- Für Wahrheit, Werte, Moral Recht und Würde des Einzelnen (Zeile fetter)
- OB-Wahl ist keine Preis-Modeschau auf demLaufsteg Gießener Straßen sonderbn eine Bewertung der Politik der Vergangenheit und Zukunftskonzepte

Packen wir es an, Sie haben die Chance vieles zu ändern durch ihre Stimme für mich als Partei-unabhängiger Bürger (fett)

(ein offensichtliches ältere Passfoto findet sich seitlich neben dem Text)"

Wie gesagt nur zu Dokumentationszwecken. Da Herr Höll hier als Bürgerreporter nicht angemeldet ist (ich glaube er besitzt auch kein PC) fände ich es wenig produktiv sich im Detail mit diesem Werbezettel zu beschäftigen. Aber diese Empfehlung soll nicht als Versuch gesehen werden die Kandidatur von Herrn Höll "unter den Tisch fallen zu lassen".

Ich fände es gut, wenn der oder die eine oder andere Bürgerreporter sich ganz prinzipiell (ohne groß auf Herrn Höll einzugehen) auf das Phänomen "einsamer Wolf als Identifikationssubjekt für Protestwähler" (das stellt er meiner Einschätzung nach da - Herr Höll erwartet so 10 bis 15 %) äußern würde.

Meine Präverenzen zur OB-Wahldürften dürften bekannt sein.
Ralf Praschak
909
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 08.06.2015 um 13:35 Uhr
Michael Beltz
7.748
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 08.06.2015 um 16:14 Uhr
Einige meines Erachtens nach qualifizierte Beiträge heben die OB-Wahl auf ein Podest. Die Erklärung vom Linken Bündnis reicht mir aus und entspricht im Wesentlichen meiner Meinung.
In beiden großen Parteien existiert die Hoffnung auf mehr als 35 Prozent.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 08.06.2015 um 16:31 Uhr
Michael B. ich verstehe deinen Satz "In beiden großen Parteien existiert die Hoffnung auf mehr als 35 Prozent." nicht ganz.

Meinst du die Wahlbeteilung oder jeweils für die Parteien 35 Prozent? Dann bliebe für die drei anderen Optionen (Praschak, Höll, ungültig) nur 30 Prozent übrig? Das erscheint mir zu wenig.

Ich befürchte, dass die Wahlbeteiligung irgendwo zwischen 35 und 50 Prozent dümpeln wird. Für viele Mitbürger stellen die fünf Optionen keine Alternative dar und es ist zu befürchten, dass viele Bürger einfach zu Hause bleiben oder bei dem zu erwartenden schönen Wetter Baggersee oder Eiscafes (und kein Wahllokal) ansteuern.

Ich bin darüber nicht glücklich. Ohne Wahlen einen zu großen Stellenwert zuzubilligen steht für mich fest, dass bei voller Ausschöpfung des Nichtwählerpotentials (wie gesagt jede / jeder Zweite wählt nicht) die politische Landschaft jetzt schon in Giessen anders aussehen würde.

Aber es tut sich was!

1. Immer mehr Bürger haben erkannt, dass von Parteien wenig bis nichts zu erwarten ist und sie engagieren sich in Bürgerinitiativen, Interessensgruppen, Klagegemeinschaften und anderen Formen der direkten politischen Einflussnahmen.

2. Ende Februar 2016 stehen in Giessen die nächsten Kommunalwahlen an. Dort stehen dem Mitbürger mehr Optionen offen und ich erwarte, dass (auch weiterhin) 5 bis 8 Fraktionen im Parlament vertreten sein werden, also für jede / jeden etwas zur Auswahl steht. Spätestens dann dürften die im Moment im Giessener Rathaus Herrschenden ausgewechselt werden.
Ralf Praschak
909
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 08.06.2015 um 20:35 Uhr
@Frau Back
Man darf dabei nicht vergessen, dass Herr Höll Einzelbewerber ist und laut Moderatoren vom OB-Grillen, der Erste überhaupt.
Mit einem Team und mehr Mitteln würde der Denkzettel sicher anders daher kommen.

Und im Gegensatz zu anderen lokalen politischen Kräften stellt er sich dieser demokratischen Wahl - alleine.
Christian Momberger
11.267
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 09.06.2015 um 08:02 Uhr
"Ich befürchte, dass die Wahlbeteiligung irgendwo zwischen 35 und 50 Prozent dümpeln wird. [...] Ich bin darüber nicht glücklich. Ohne Wahlen einen zu großen Stellenwert zuzubilligen steht für mich fest, dass bei voller Ausschöpfung des Nichtwählerpotentials (wie gesagt jede / jeder Zweite wählt nicht) die politische Landschaft jetzt schon in Gießen anders aussehen würde."

Hier kann ich Martin nur zustimmen. Es wäre gut/notwendig, wenn/dass bei vielen Wahlen die Beteiligung höher wär. Und in der Tat sähe die politische Landschaft dann anders aus, wobei ich befürchte, dass es dann nicht unbedingt immer zu bessern wäre, weil dann durchaus rechte Parteien und Gruppierungen häufiger/länger in den Parlamenten wären und mehr Stimmen hätten, da statt Nichtteilnahme auch mehr rechts gewählt wurde. So meine Befürchtung.
Marcus Link
452
Marcus Link aus Gießen schrieb am 11.06.2015 um 18:44 Uhr
Da man außer unserer derzeitigen OB niemanden wirklich kennt, gleicht es für mich einem Glücksspiel: DGB wählen das kenn ich die Probleme, will ich das? Wähle ich was anderes, kaufe ich die Katze im Sack! Anfürsich könnte ich auch blind etwas auswählen. Was mich aber gegen DGB stimmt, sind die politischen Sperenzchen der letzten 2 Jahre. Aber hätten es die anderen Kandidaten besser gemacht? Und wieder beginnt das raten... So hilflos wie diese Wahl fühlte ich mich noch nie!
Marcus Link
452
Marcus Link aus Gießen schrieb am 11.06.2015 um 18:46 Uhr
@ Christian Momberger

Ich glaube an unter 30%...
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 15.06.2015 um 16:20 Uhr
So der 14. Juni ist rum.

Hier der Link zu dem vorläufigen Endergebnis der Direktwahl zur OB in Giessen: (url erreicht über die offizielle Homepage der Stadt)

http://pub.giessen.de/wahlen/webapp/bw2015.html

Dietlind Grabe-Bolz 53,6%
Anja Helmchen 36,2%
Ralf Praschak 5,5%
Wolfgang Höll 4,7%

Wahlberechtigte 61.703
Wähler/innen 18.736 30,4%
Gültige Stimmen 18.320
Dietlind Grabe-Bolz 9.823 53,6%
Anja Helmchen 6.633 36,2%
Ralf Praschak 1.004 5,5%
Wolfgang Höll 860 4,7%

(Dort sind auch Details - wie etwa die Ergebnisse der einzelne Wahlbezirke - abfragbar.)

Mich persönlich hätten die absoluten Zahlen (also nicht die Prozente) von der OB-Direktwahl vor 6 Jahren interessiert. Die sind leider noch nicht auf der Homepage der Stadt abfragbar. (Sicher aber wo anders zu finden.)

Warum? Einfach deswegen, weil einer - meiner Einschätzung nach katastrophalen - Wahlbeteiligung von 30,4 Prozent (!!!!???) es schon spannent ist, wie viele Wähler die OB diesmal nicht gewählt haben.

Die Zahl 53,6 Prozent legitimiert nach dem heute gültigen Wahlgesetzen zwar die Frau, aber für mich entscheident ist schon, wie viele Mitbürger (überhaupt noch) "hinter der Frau stehen".
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 15.06.2015 um 16:33 Uhr
Ich bin doch noch fündig geworden!

http://www.pub.giessen.de/wahlen/oberbuergermeisterwahl2009/stadtgiessen-javascript/index.html

Stadt Gießen: Wahl der Oberbürgermeisterin / des Oberbürgermeisters der Universitätsstadt Gießen 2009 - Vorläufiges Endergebnis 66 Wahlbezirke

55652 Wahlberechtigte
abgegebene Stimmen: 24176
23532 Gültige Stimmen - 43,4% Wahlbeteiligung
Haumann 10479 44,5%
Grabe-Bolz 13053 55,5%

Mein Kommentar dazu: Frau Grabe Bolz hatte vor 6 Jahren rund 13 Tsd. Stimmen und gestern rund 10 Tsd. Stimmen. Und das wohlgemerkt bei einer erhöhten Zahl der Wahlberechtigten um rund 6 Tsd. Bei aller Freude über weitere 6 Jahre im Chefsessel, sollte dies reichen sich in einer ruhigen Minute darüber einmal "den Kopf zu zerbrechen".



Haumann, Heinz-Peter 44,5%


Grabe-Bolz, Dietlind 55,5%
Ralf Praschak
909
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 15.06.2015 um 16:36 Uhr
Ahoi,
die OB-Wahl 2009 ist nur bedingt vergleichbar, da sie parallel zur Europawahl statt fand.
Aber der Herr Momberger hat es damals gepostet:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/13763/wahlergebnisse-2009/

=> http://www.pub.giessen.de/wahlen/oberbuergermeisterwahl2009/stadtgiessen-javascript/index.html

55652 Wahlberechtigte
43,4% Wahlbeteiligung
23532 Gültige Stimmen

Haumann, Heinz-Peter (CDU)
Stimmen: 10479 (44,5%)

Grabe-Bolz, Dietlind (SPD)
Stimmen: 13053 (55,5%)

(Die EU-Wahl 2009 hatte deutschlandweit eine Beteiligung von 43,3%: http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/europawahl/60470/wahlbeteiligung-2009)

Zu 2003 habe ich nur dies gefunden:
http://www.giessen.de/media/custom/684_1069_1_g.JPG?1264583780

52484 Wahlberechtigte
30,5% Wahlbeteiligung
15806 Gültige Stimmen

Haumann (CDU)
Stimmen: 7982 (50,5%)

Merz (SPD)
Stimmen: 7824 (49,5%)

// EDIT:
Sorry für Überschneidung, aber Herr Wagner war dann doch ein Tick schneller als ich ;)
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 15.06.2015 um 17:10 Uhr
Das Ergebnis ist unabhängig von der bedauerlich niedrigen Wahlbeteiligung ein riesen Erfolg für die OB. Schon im ersten Wahlgang zu gewinnen hätten wohl die wenigsten erwartet. Ich auch nicht. Das zeigt dass sie wohl in Gießen doch nicht so schlecht angesehen ist wie hier Einige immer wieder behaupten. Mehrheiten entstehen bei Wahlen und nicht gefühlt in der GZ.
Sie muss sich alleine keine Gedanken machen sondern alle die in der Politik auch nur irgendeinen Pups von sich geben sollten sich Gedanken machen warum die Wahlbeteiligung so niedrig ist.
Es gibt ganz viele Gründe. Das was jetzt in Berlin ausgearbeitet wurde zwischen allen Fraktionen ist nur wieder durch Praxisferne zu erklären. Briefwahl, Internetwahl, und bessere Informationen und Ziele wären schon mal ein Anfang. Gestern auf dem Dorf zur Landratswahl 20 % dafür müssen 9 Leute ihren Sonntag um die Ohren hauen nur einem kleinen Dorf. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

Ansonsten war es nichts mit dem Schwanenteich/Ostanlage/Samenhahn und sonstigen wir sind dagegen Mehrheiten in Gießen wie immer wieder gerne geschrieben wurde. Die Frau OB sitzt wieder im Rathaus. Im März folgt ihr noch die BGM und alles bleibt so wie es die Gießener Mehrheit gestern gewählt hat. Wer nicht wählen geht ist entweder zufrieden oder selber schuld.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 15.06.2015 um 20:22 Uhr
Zusatzinformation zu Herrn Büttels (...) "Gestern auf dem Dorf zur Landratswahl 20 % ....." (...) Es geht noch krasser: Gestern in dem Wahllokal "Nordstadtbüro" Giessen rund 11 Prozent Wahlbeteiligung!

((9 Leute? - in Giessen scheinen sie zu sparen, es waren in "meinem" Wahllokal nur 8 Leutchen als Helfer bestellt .....))
Stefan Walther
4.799
Stefan Walther aus Linden schrieb am 15.06.2015 um 22:22 Uhr
"Ein riesen Erfolg" Herr Büttel? Natürlich spielt das was wir hier an Beiträgen einstellen, kommentieren und diskutieren... für eine Wahl keine Rolle, das sieht man alleine schon an der Anzahl der "Lesenden" ( wobei das auch wenig aussagt, etliche werden mehrfach gezählt... ).
"Mehrheiten entstehen bei Wahlen"? Richtig, und wenn nur 30% wählen gehen, und dann von diesen 30% nur 53% die "Siegerin" gewählt haben, dann von "Mehrheit" zu reden ist entweder dreist oder naiv.
"Und die Leute sind ggf. zufrieden" und gehen deshalb nicht ( mehr ) wählen? Das scheint eine eigene "Büttelsche" Analyse zu sein, ich würde einfach sagen = die Leute sehen keine Unterschiede und deshalb keinen Anlass mehr wählen zu gehen, das ist dann keine "Walthersche" Analyse, das bestätigen die Menschen immer wieder....
Und das "selber schuld", das ist immer noch wenig aussagekräftig: warum nur die Menschen als selber schuld bezeichnen wenn sie evt. einfach nur den Durchblick haben und sich von den "Volksvertretern" einfach nicht ( mehr ) vertreten fühlen, auch das wäre doch eine Schlussfolgerung, die man aus solch niedrigen Wahlbeteiligungen ( Wetzlar fast genauso ) ziehen könnte!?
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 15.06.2015 um 22:53 Uhr
Kann man muss man aber nicht. Jeder legt sich es doch zurecht wie es ihm gerade passt. Eine Wahl gegen mehrere Kandidaten im ersten Wahlgang zu gewinnen ist nun mal nicht selbstverständlich. Ich bin sicherlich kein Fan aber ich nötige dem Ergebnis meinen Respekt ab. Das Ihnen das nicht gefällt ist mir klar und auch Ihr gutes Recht. Die Mehrheit rechnet sich nun mal aus den abgegeben Stimmen das ist weder dreist noch naiv sondern Fakt.
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 16.06.2015 um 08:27 Uhr
Damit haben Sie doch auch Frau Schneider gewählt in dem sie die Stimme ungültig gemacht haben. Mit einer nicht agegebenen oder ungültigen Stimme wähle ich immer die oder den, welchen ich eigentlich nicht will. Natürlich ist dies ein Zeichen des Protestes und steht jedem frei. Für mich wäre es halt kein Mittel meinen Ärger zu zeigen.
Es ist nicht nur der Ärger über die Politik, dass ist sicher ein wichtiger Grund sondern auch ein Problem des Wahlmodus, ich habe es ja schon geschrieben. Die Zeit des Wahllokal ist vorbei. Briefwahl, Internetwahl über eine gewisses Zeitfenster würde auch schon erheblich mehr an Stimmen bringen. In Zeiten von Online Banking und Interneteinkauf ist das Wahllokal nicht mehr zeitgemäß.
H. Peter Herold
28.930
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.06.2015 um 12:31 Uhr
Das mit dem Wahlzettel ungültig machen ist doch Kinderei. Wenn ich was bewegen will und sei es nur um dem der dann doch gewinnt einen Denkzettel mitzugeben, da ist doch die Stimme bei dem Bewerber besser aufgehoben, der sich sonst noch bewirbt. z. B. bei den Piraten. Mir blieb nichts anderes übrig, denn CDU wähle ich nie im Leben und SPD, hier die OB wollte ich nicht mehr. Der Landrätin gab ich meine Stimme.
Nun denn, das alles vor dem Hintergrund der Wahlbeteiligung.
Die Gießener haben genau die OB bekommen die Sie eventuell durch ihre Wahlenthaltung nicht wollten.
Michael Beltz
7.748
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.06.2015 um 16:56 Uhr
Wenn man mit Wählen etwas ändern könnte, wären Wahlen längst abgeschafft.
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 16.06.2015 um 17:31 Uhr
Der Spruch hat eine Bart und wird gerne von politischen Minderheiten genutzt.
Michael Beltz
7.748
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.06.2015 um 19:20 Uhr
Na Herr Büttel, es gibt Aussagen, die behalten ihre Gültigkeit: Wasser fließt meist von oben nach unten.
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 16.06.2015 um 19:44 Uhr
S....fällt bekanntlich unten usw. Mit Sprüchen wird man das Problem nicht beheben.
Stefan Walther
4.799
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.06.2015 um 22:42 Uhr
Herr Büttel, natürlich ist es auch ihr gutes Recht "dem Ergebnis Respekt zu zollen", ich sehe das halt anders... ob mir ihre Anschauung nun gefällt oder nicht, das ist nicht wichtig!

Peter, ungültig wählen ist ein aktiver Akt und keine Kinderei....

Michael, ich gebe hier Herrn Büttel recht, was willst du hier in diesem Zusammenhang mit dieser Aussage ( die zwar grundsätzlich richtig ist ) bezwecken? Du hattest ja schonmal angedeutet, dass für dich diese OB Wahl überbewertet wird ( ich suche jetzt nicht ), nervt es dich etwa?
Wahlen ändern zwar vom Grundsatz her nichts an den Machtverhältnissen, aber warum ist es trotzdem richtig sich an Wahlen zu beteiligen, dazu müsstest du doch stehen!? Du hast dich doch selbst ins Parlament wählen lassen, das war doch eine bewusste und richtige Entscheidung, oder nicht?

Herr Büttel, dieser "Spruch" wird nicht nur gerne - wie sie es ausdrücken - von "politischen Minderheiten" genutzt, er beruht auf etlichen Erfahrungen in der Geschichte, auch und gerade in der deutschen....
Ralf Praschak
909
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 17.06.2015 um 09:30 Uhr
Demokratie lebt vom Mitmachen und dem steten Werben um Mehrheiten. Wahlen sind ja nur ein Aspekt davon. Der Spruch zur Änderbarkeit durch Wahlen zeugt leider auch von einer leicht antidemokratischen Einstellung. Demokratie bedeutet ja eben nicht, dass alle anderen auch das wollen, was man selbst möchte.

Unter diesen Gesichtspunkten ist die Kritik an der niedrigen Wahlbeteiligung, die aber auf dem Niveau der vorletzten Wahl (2003) liegt, auch etwas fadenscheinig. Hätte man einen eigenes Angebot aufgestellt und ins Rennen geschickt, wäre die Wahlbeteiligung vielleicht sogar gestiegen. Dann hätte man sich auch den Aufruf zum ungültig Wählen sparen können - auch wenn dieser an für sich legitim ist -, der tatsächlich zu keiner Veränderung führt.

Wenn hier aber die Rede von Machtverhältnissen und Erfahrungen der Geschichte ist, dann ist eine OB-Wahl u.U. nicht der passende Kontext.
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.06.2015 um 09:49 Uhr
Da kann ich Ihnen nur zustimmen Herr Praschak. ich habe manchmal den Eindruck die Demokratie ist nur dann gut wenn man die Mehrheit hat. Wenn man zu den Verlieren gehört wird die Demokratoe schlecht geredet. Aber gerade gewinnen und verlieren und die verschiedenen unterschiedlichen Meinungen machen die Demokratie aus. Und wie Sie schreiben meine Meinung muss nicht immer die Mehrheit haben, deshalb ist die Demokratie nicht Schuld sondern genau richtig.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 17.06.2015 um 12:41 Uhr
Kurz zu Stefan:

(...) "Peter, ungültig wählen ist ein aktiver Akt und keine Kinderei...." (...)

Richtig, diese Frage hat mich auch bewegt. Deswegen habe ich den Wahlvorstand am Sonntag (war Helfer) gefragt, ob denn die Prozentpunkte von den abgegebenen und gültigen oder von "nur" den abgegebenen Stimmen ermittelt werden.

Es hat mich schon erstaunt, dass die korrekte Antwort ist: abgegebenen gültigen Stimmen. Das heisst im Extremfall, dass selbst wenn 90 Prozent der Wähler zur Wahl gehen und dort ungültig stimmen die verbleibenden 10 Prozent unter sich ausmachen, wer OB wird. Mmmmh, irgendwie entspricht das nicht meinem Demokratieverständnis. Ich wäre dafür in Zukunft die Wahlgesetze so zu ändern, dass bei mehr als 50 Prozent abgegebenen ungültigen Stimmen die Wahl nicht zählt. (Also der / die "Alte" geschäftsführend weiter im Amt bleibt. Da das aber nur für wenige Wochen geht - es müssen ja stategische Entscheidungen gefällt werden - würde das auf Neuwahlen raus laufen.)
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 17.06.2015 um 12:53 Uhr
Kurz zu Stefan:

(...) "Wahlen ändern zwar vom Grundsatz her nichts an den Machtverhältnissen, aber warum ist es trotzdem richtig sich an Wahlen zu beteiligen, dazu müsstest du ((gemeint ist Michael B.)) doch stehen!?" (...)

Das wurde nicht nur von Stefan, sondern auch von mir mehrmals schon gesagt. Scheinbar ist es aber wichtig es mehrmals zu wiederholen.

Erst bei der Beseitigung des momantan herrschenden Wirtschaftssystems wäre in meinen Augen eine Staatsform möglich, die den Namen "Volksherrschaft" verdient. Fakt ist, dass der Kapitalismus sich "mehrere Fraktionen in der Politik leistet" oder bei mehrer Parteien in der BRD "an deren Fäden zieht" um eine gewisse Akeptanz in der Bevölkerung zu erzielen. Auch ich gehe davon aus, wenn durch gut organisierte Aktionen der klassenbewußten Arbeiter (mit Unterstützung der fortschrittlichen Teilen des Bürgertums) die Macht des Kapitals ernsthaft in Frage gestellt wird, dass dann - um es einmal so auszudrücken - es mit dem Hohen Lied der Kapitalisten auf die Demokratie sehr schnell vorbei wäre, sprich mit undemokratischen Mitteln die Arbeiterklasse bekämpft werden würde.

Aus diesen Überlegungen heraus ist der etwas holzhammermäßige Spruch "Wenn man mit Wählen etwas ändern könnte, wären Wahlen längst abgeschafft." in seiner Grundaussage richtig.

Im Gegensatz zu Stefan bzw. Michael B. sehe ich aber durchaus die Chance durch "50 Prozent und eine Stimme" in einer einzelnen Kommune die Machtfrage zugunsten der Arbeiter bzw. des fortschrittlichen Bürgertums nicht nur zu stellen, sondern auch zu gewinnen. Fraglich bleibt natürlich, wie groß die Machtfülle einer Kommune wirklich ist, wenn sie mehr oder weniger zu 100 Prozent in ein kapitalsitisches Gefüge eingebunden ist.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 17.06.2015 um 13:04 Uhr
Kurz zu Herrn Praschak:

(...) "Dann hätte man sich auch den Aufruf zum ungültig Wählen sparen können - auch wenn dieser an für sich legitim ist -, der tatsächlich zu keiner Veränderung führt." (...)

Herr Praschak, ich bezweifele, dass bei dieser Wahl keine Chance für eine Veränderung bestanden hat.

In meinen Augen ist es sehr bedauerlich, dass das "Linke Bündnis" nicht die reale Chance erkannt hat und anstatt indirekt zur ungültigen Wahl aufzurufen die Gegenkandidatin aktiv unterstützt hat.

Der Dreh- und Angelpunkt bei dieser Wahl ist doch die 30 und ein paar Gequetsche Wahlbeteiligung. Das heisst doch knapp 70 Prozent sind nicht zur Wahl gegangen. Wenn von diesen Verweigerern etwa 10 Prozent dies aus Prinzip gemacht haben, bleiben immer noch 60 Prozent potentielle Wähler gegen Frau Grabe-Bolz. Weiter im Gedankenspiel! Gehen von diesem Potential nur die Hälfte wirklich zur Wahl (also 30 Prozent mehr als in der Wirklichkeit) und die wählen eben nicht Frau Grabe-Bolz, sondern Frau Helmchen, dann hätte Giessen eine neue OB!
H. Peter Herold
28.930
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.06.2015 um 15:24 Uhr
Ungültig wählen ist in >meinen Augen< eine Kinderei. Wie die kleinen Kinder die Augen zumachen , ha Du siehst mich nicht mehr.
Was da dran sein soll seinen Wahlzettel ungültig zu machen, das kapiere ich nicht.
Da ist ja der Weg zum Wählen zu schad dafür, da würd ich doch besser zuhause bleiben.
Wenn ich zu hause bleibe dann bedeutet das, ich wähle nicht. Wenn ich ungültig wähle bedeutet es, ich wähle keinen der Kandidaten.
Wo ist da der Unterschied?

Gefunden im Internet:

Ungültige Stimmen bewirken nur eines: Mehrarbeit für die Wahlhelfer. Die sind nämlich die Einzigen, die diese ach so sinnigen Kommentare etc. zu sehen bekommen und dürfen dann darüber abstimmen, was denn wohl der Wählerwille gewesen sei.
Also: Wenn Ihr nur "ungültig" wählen wollt, dann bleibt zu Hause!
H. Peter Herold
28.930
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.06.2015 um 19:42 Uhr
Wie sich jemand bei den erhaltenen Stimmen als von den Bürgern Gießens als legitimiert betrachtet, hat sicher eine rosarote Brille auf.
30 % gingen zur Wahl und davon etwas mehr als die Hälfte haben eine OB gewählt. Nicht einmal ein fünftel aller Bürger.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 18.06.2015 um 06:17 Uhr
Kurz zu Frau Back:

(...) "Und was wäre, wenn von den 70 Prozent gleich alle doch zur Wahl gegangen wären, aber davon 80 Prozent doch die Frau Grabe-Boltz gewählt haben ....." (...)

Genau richtig gestellte Frage. Aber sie vergessen, dass mein Kommentar gegen das Linke Bündniss ging (und nicht Frau Grabe-Bolz mehr Wähler gewünscht hätte). Ich schrieb dazu:

(...) "In meinen Augen ist es sehr bedauerlich, dass das "Linke Bündnis" nicht die reale Chance erkannt hat und anstatt indirekt zur ungültigen Wahl aufzurufen die Gegenkandidatin aktiv unterstützt hat." (...)

Ich hoffe, dass die Damen und Herren ihren "kapitalen Bock" einsehen, den sie da "geschossen haben" und dass sie konsequent Politik für den 5. März gegen die "S"PD betreiben (zum Wohl der Stadt Giessen). Denn die Ausgangslage dürfte sich in den nächsten paar Monaten nicht ändern. Eine Politik jenseits der Partei der Arbeiterverräter ist in Giessen möglich!
H. Peter Herold
28.930
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.06.2015 um 09:41 Uhr
Partei der Arbeiterverräter = das gefällt mir nicht und es ist auch nicht zielführend. Schnee von gestern.
Es wird hier der "Wählerwillen" einer Gießener Minderheit umgesetzt. Schade, denn eine höhere Wahlbeteiligung hätte gezeigt, dem Bürger ist hier in Gießen nicht alles worscht.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 18.06.2015 um 18:02 Uhr
Kurz zu Frau Back:

(...) "..... ist es vielen eben worscht. (....) "Jetzt müssen wir uns wieder jahrelang die "Wahltag ist Zahltag"-Platte anhören... " (...)

Nein Frau Back - nur bis zum 5.3.16.

Einige Bürgerreporter bemängeln meine Wortwahl ("Arbeiterverräter") oder meine gewählte Bilder ("Wahltag ist Zahltag") und deren öfteren Anwendung. Dagegen ist Nichts zu sagen.

Aber in Verbindung mit einem schnodrig dahin geworfenen ".... eben worscht" sehe ich das als Versuch mich als Dauernörgler mit beschränktem Horizont (oder so) hinzustellen.

So sehe ich mich nicht selber. Es macht mir keine Freude "mir die Finger wund zu schreiben" um die "S"PD aus dem nächsten Giessener Kommunalparlament aus der Regierung zu drängen. Ich sehe darin eine bitter, bitter nötige Konsequenz ihrer bisherigen Politik.
Stefan Walther
4.799
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.06.2015 um 00:36 Uhr
@ Herr Praschak
- Demokratie? = ich persönlich übersetze das immer noch mit "Volksherrschaft", und die hat mit dem bürgerlichen Parlamentarismus wenig gemein. Also, wo ist hier "die leicht antidemokratische Einstellung"?
- ich zumindest habe keine "Kritik" an der niedrigen Wahlbeteiligung geübt, sogar festgestellt, dass dies keinesfalls automatisch bedeutet, dass die Menschen ( die nicht oder ungültig wählen ) nicht wissen was sie tun
- völlig richtig, und das haben wir auch ( als einzige linke Gruppe ) selbstkritisch dargestellt, dass es ein Fehler / ein Versäumnis war nicht mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen zu gehen
- auch richtig, dieser "Spruch" passt nicht im Zusammenhang mit einer OB Wahl, deshalb hatte ich ja auch Michael Beltz gefragt was er damit bezwecken wollte ( vielleicht kommt ja noch ne Antwort? )
H. Peter Herold
28.930
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.06.2015 um 09:30 Uhr
Hallo Martin, Arbeiterverräter sagt doch den meisten Menschen gar nichts mehr. Sag doch einfach die SPD, da wissen alle wen du meinst und es hat net so a Gschmäckle.
Mit worscht meinte ich die Mehrheit der Bürger 70%!!! die nicht zur Wahl gingen, nicht Dich oder deine Meinung.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 19.06.2015 um 16:59 Uhr
Peter H. - ich halte viel von dir. Aber mir wird so schnell die Abkürzung "SPD" nicht aus "meiner Feder fliessen". Da müßte ich schon stockbesoffen sein und das bei dem wenigen Alkohol den ich sehr selten trinke ..... ! (Vielleicht bei meinem nachgeholten "Runden" ...).

Was bitte ist bei dieser Partei auch nur ansatzweise "sozial"?

Was ist bei der anderen Partei auch nur ansatzweise "christlich"?

Was bitte ist bei der anderen Partei auch nur ansatzweise "frei"?

Was bitte ist bei der anderen Partei auch nur ansatzweise "grün"?

.... und so weiter und so weiter ......

Nein, ich lasse mich nicht bei diesen sprachlichen Etikettenschwindel einspannen.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 19.06.2015 um 17:02 Uhr
kurz zu Stefan:

(...) " .... völlig richtig, und das haben wir auch ( als einzige linke Gruppe ) selbstkritisch dargestellt ..... (...)

Richtig die anderen - zwei bis drei Gruppen - haben diese Selbstkritik nicht geleistet.
H. Peter Herold
28.930
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.06.2015 um 21:11 Uhr
Du sprichst nicht rosa Martin?
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.06.2015 um 12:41 Uhr
Die Wahl ist auch am 6.3.2016. Aber danach wird es ungehindert weiter gehen. St. Nimmerleinstag trifft bei Gewohnheitskritikern den Nagel auf den Kopf.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 20.06.2015 um 13:07 Uhr
Danke Herr Büttel für ihre Wortschöpfung "Gewohnheitskritiker".

;-)

Obwohl, wenn ich so länger darüber nachdenke, so ganz schlüssig ist die Wortkombination doch nicht.

Ist es eine Gewohnheit (also etwa tagtägliches) Kritik zu üben? Wenn ja, ist das "gut" oder "schlecht"?


Oder ist dieser alltägliche Vorgang so in Fleisch und Blut übergegangen dass sie / er garnicht mehr anders kann (z.B. mal keine Kritik üben und statt dessen etwas loben ...)?

Oder ........

Fragen über Fragen ..... sie harren der Beantwortung!


;-)

(Bitte die von mir gesetzten Smileys nicht übersehen.)
H. Peter Herold
28.930
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.06.2015 um 13:11 Uhr
...)? den kenne ich noch gar nicht
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.06.2015 um 13:56 Uhr
Diese Gattung ich bin mit allem Unzufrieden findet man überall. Sie zeichnet sich durch zu viel Zeit aus, über ungelegte Eier nach zudenken. Meist findet man sie weit ab von der Realität. In manchen Fällen werden die Männchen durch Weibchen ferngelenkt. Gewohnheitskritiker sehen hinter allem Intrigen und Verrat und das Böse weil sie von ihrem eigenen Gedankenmuster ausgehen. Mangelnde soziale Kompetenz gleichen Sie durch Engagement in einem sozialen Projekt und fühlen sich bestärkt in ihrem handeln. Mehrheiten sind ihnen ein Greul. Sie gehören selten zu den Gewinnern. Ihre ständige Unzufriedenheit und ihr bedingungsloser Hang zum Nörgeln setzt sie ständiger Kritik aus. Ein erheblich eingeschränkte bis nicht vorhandene Selbstwahrnehmung erschwert es der Gattung sich im realen Leben zurechtzufinden. Schuld an seiner Situation ist nie er selbst sondern immmer die Anderen,die ist ein Resultat aus der gestörten Wahrnehmung (Vorsicht beim Lesen….Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker)
H. Peter Herold
28.930
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.06.2015 um 14:21 Uhr
Meine Frau - Apothekerin - ist leider vor 4 Jahren verstorben. Wen frage ich nun, sofern ich zu dem geschilderten Kreis zählen sollte;-)
Glaube es aber eher nicht, denn ich sehe immer noch positives und freue mich daran.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 20.06.2015 um 19:15 Uhr
Also, wenn ich auch den Eindruck habe, dass ich da von ihnen durch "den Kakao gezogen werden soll" Humor haben sie.

Mir ist bekannt, dass sie ein vielbeschäftigter Mann sind. Aber vielleicht können sie sich ja beim nächsten Fasching "in die Bütt" begeben.
Karl-Ludwig Büttel
3.846
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 21.06.2015 um 02:27 Uhr
Auch das mache ich seit 14 Jahren auch ....
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Linkes Bündnis Gießen

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