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»Ballermann in der Wieseckaue«?

Gießen | Die Wieseckaue wurde im April vom Förderverein Landesgartenschau eigenmächtig in "Stadtpark Wieseckaue" umbenannt (für eine offizielle Namensvergabe bedarf es eines Parlamentsbeschlusses! –dieser ist nicht vorhanden). Einzige Legitimation war eine Umfrage in der Gießener Allgemeinen Zeitung, wo sich von weniger als 400 teilnehmenden Personen gerade einmal 86 Personen!!! Für die Umbenennung aussprachen.
Und der Gießener Magistrat in Person von Frau OB Grabe-Bolz und Bürgermeisterin Weigel-Greilich unterstützten dies noch, in dem sie das "Stadtpark"-Fest und die symbolische Taufe durch ihre Anwesenheit aufwerteten.


Dieses Fest, welches ohne Rücksicht auf die aktuelle Brutperiode der teils geschützten Wasservogel-Population inmitten des Landschaftsschutzgebietes durchgeführt wurde, sorgte für besonderes Aufsehen in Form der schallenden Blasmusik, welche nicht nur über die Brutplätze tönte, sondern sich bis weit in die Stadt hinein fortsetzte. All dies geschah ohne die erforderlichen Ausnahmegenehmigungen (nach Aussage von Frau BM Weigel-Greilich ein Versehen!).

Das "Stadtpark"-Fest war jedoch lediglich der Auftakt einer Vielzahl weiterer Events, die sich nun in den nächsten Monaten dort etablieren sollen. Nach dem Landesturnfest im Mai erwarten uns weitere vom Förderverein Landesgartenschau veranlasste Happenings in Form von Sommer- und Herbstfest!
Sämtliche Veranstaltungen in diesem Landschaftsschutzgebiet hätten nur mit einer Ausnahmeregelung durchgeführt werden dürfen: das Abhalten von Versammlungen, Musik-, Sport- oder Grillfesten im Außenbereich außerhalb der zugelassenen Einrichtungen; das Aufstellen von Zelten, Wohnwagen oder sonstigen transportablen Anlagen einschließlich fahrbarer Verkaufsstände außerhalb der dafür zugelassenen Plätze; das Fahren mit oder das Parken von Kraftfahrzeugen aller Art außerhalb der für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr zugelassenen Wege, Straßen- oder Plätze sind nach der Schutzgebietsverordnung nicht gestattet.

Will die Stadt aus dem Landschaftsschutzgebiet nun einen Eventpark machen?

Die BI hat nichts gegen schöne Feste in Gießen einzuwenden. Allerdings wird erwartet, dass der Magistrat bestehende Verordnungen einhält und die sich daraus ergebenden Beschränkungen auch durchgesetzt werden.

Sukzessive werden die letzten Grünflächen in Gießen vernichtet, weichen Beton und Steinen (importiert aus China!) und als Krönung soll nun dem Landschaftsschutzgebiets ein Status entzogen werden, damit obengenannte Regelungen nicht mehr greifen können?

Das vorjährige "Landesgartenschau Gelände" galt über lange Jahre als Naherholungsgebiet, in dem sich Flora und Fauna frei entfalten durften. Es ist immer noch ein Landschaftsschutzgebiet, dessen Schutz- und Nutzungsansprüche innerhalb der Grenzen des LSGs gewahrt werden müssen!


Eine kürzlich von der Gießener Allgemeinen Zeitung veranlasste Umfrage, an der sich mehr als 2.300 Leserinnen und Leser beteiligten, stellte folgende Frage:
„Gießen hat jetzt am neuen Teich eine große Strandbar. Wie finden Sie das?"

So entschieden sich die Teilnehmer für die vorgegebenen Antworten:

30% Super. Sowas gehört einfach zu einer Uni-Stadt. Man sieht sich.
64% Also nee. Ich brauche keinen Remmidemmi beim Spazierengehen.
6% Wenn ich ans Wasser will, gehe ich an die Lahn."
Dies macht deutlich, dass sich die Mehrheit nach der Rückkehr zum Naherholungsgebiet sehnt und sicher keinen "Ballermann in der Wieseckaue" wünscht. Diese Ergebnisse werden natürlich nicht in der Zeitung veröffentlicht, weil sie dem gewünschten Resultat widersprechen. Auch dies ein Beleg dafür, wie man still und heimlich das Landschaftsschutzgebiet zerstören möchte und ein weiterer Beleg für die "umfassende Bürgerbeteiligung"?

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Schmidt
723
Nicole Schmidt aus Heuchelheim schrieb am 01.06.2015 um 16:28 Uhr
Tut mir wirklich leid , aber diese Schriftform ist eine Katastrophe.
Das ist nicht lesbar.
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.06.2015 um 16:36 Uhr
Wer des Lesens mächtig kommt auch mit dieser Aufgabe klar, so er denn am Inhalt interessiert sein sollte.
Martina Lennartz
6.284
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 01.06.2015 um 16:51 Uhr
geändert, sorry ;)
Monika Bernges
8.280
Monika Bernges aus Staufenberg schrieb am 01.06.2015 um 17:01 Uhr
Jedermannes Recht getan,
ist eine Kunst, die keiner kann.
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 01.06.2015 um 18:09 Uhr
- " Versehen" ist ein oft zitiertes Wort unserer BM - wer die Kommunalpolitik etwas verfolgt, wird es wissen.

- Die Kandidatin zur OB-Wahl, Frau Helmchen, hat sich doch ebenfalls mit dem selbst ernannten Namensschild fotografieren lassen - die Damen scheinen zusammen zu halten.
"Gemeinsam sind wir stark "

- .."soll nun dem Landschaftsschutzgebiets ein Status entzogen werden.."
können / dürfen die das denn so einfach ???

- Die aktuelle und erfolgreiche Aktion an den Lahnwiesen hat doch gezeigt, dass die Leute sich dort gerne einfinden, wenn es um Party oder Geselligkeit geht - warum nicht beibehalten ?

- etc, etc, etc....
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 01.06.2015 um 19:17 Uhr
Fr. Back, das schätze ich so an ihren Kommentaren.
Unsachlich und vom eigentlichen Thema ablenkend.

Es geht nicht darum, ob das Gelände offiziell oder inoffiziell umbenannt wurde und schon gar nicht, ob das Gelände die Bezeichnung Park trägt.
Es geht darum, was unter diesem Etikett aus diesem Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet werden soll bzw. eine kleine Gruppe von Personen daraus machen möchte!
Und dies alles unter dem Vorwand, die große Masse der Bevölkerung würde dies wünschen???
Ich denke, das Ergebnis in der GAZ-Umfrage spiegelt ein deutlich anderes Bild wider.
Ich weiß natürlich, dass diese Zahlen nicht repräsentativ sind, frage mich dann aber, welche Gewähr der Förderverein bzw. der Magistrat hat, immer wieder zu behaupten, dass man den Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung umsetze?
Eine wirklich repräsentative Umfrage scheut man nämlich, weil das Ergebnis die Pläne möglicherweise torpedieren würde!
Der 14. Juni wäre doch eine gute Gelegenheit, einen Großteil der Gießener um eine Meinung zu bitten, oder widerspricht dies der so gern propagierten Bürgerbeteiligung?

@ Birgit Hofmann-Scharf:
... können / dürfen die das denn so einfach ???

Man (frau) macht es einfach, und wenn es im Nachhinein zu Widerspruch kommt, war alles 'ein Versehen' :-(
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 01.06.2015 um 21:39 Uhr
Es geht doch eigentlich darum, dass hier eine Reihe von Rechtsbrüchen begangen wurden, weil bei den Veranstaltungen nicht berücksichtigt wurde, dass die Wieseckaue(noch)Naherholungsgebiet ist,und weil der Name
des Parks ohne Parlamentsbeschluß geändert wurde. Da sollte man meiner Meinung nach mit einer Klage darauf reagieren. Am besten sollte diese Klage von den Naturschutzverbänden eingereicht werden.
338
Ruth Schewietzek aus Gießen schrieb am 01.06.2015 um 23:41 Uhr
Meiner Meinung nach brauchen wir keinen Eventpark mitten in der Stadt - bisher haben ja alle Stadtfeste stattfinden können, ohne daß diese in der Wieseckaue stattfanden.
Das Landesturnfest war schon heftig - Krach bis 10 h abends, dank integrierter Bühne. Und auf die Strandbar könnte man auch verzichten - es muß nicht jede Fläche, gerade ein Naherholungsgebiet, vermarktet werden, um Geld in die Stadtkasse zu bringen. Wenn das Schule macht, ist demnächst der ganze Park ein einziges Freiluftrestaurant.
Biergärten in der Stadt gibt es auch genug.
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.06.2015 um 23:50 Uhr
Wo kein Kläger, da auch kein Richter. Ich trage es mit Geduld und bin mir bewusst, ich zähle damit zu der repräsentativen Mehrheit der Gießener Bürger.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 01.06.2015 um 23:59 Uhr
So ist es, Herr Herold. Deshalb denke ich, es gibt drei Möglichkeiten, auf diese Situation zu reagieren
1. Den Stadtpark inklusive Strandbar boykottieren. Obwohl das
unternehmerische Risiko bei so einem Billigunternehmen wie dieser Strandbar minimal ist, da ja kaum Investitionen nötig
waren, könnte es doch sein, dass das Ganze sich auf die Dauer nicht lohnt.
2. Man versucht, rechtlich dagegen vorzugehen, da Vorschriften und Gesetze nicht beachtet wurden.
3. Man beschränkt sich darauf, zu schimpfen.
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.06.2015 um 08:17 Uhr
1 - 3 ! Irgendeiner wird schon irgendwas tun, oder auch nicht.
Karl-Ludwig Büttel
3.854
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 02.06.2015 um 08:37 Uhr
1. Fällt nicht ins Gewicht wenn die Gegner boykottieren. Es gehen genug andere dort hin. Selbst aus dem Kreisgebiet fahren jetzt viele nach Gießen.
2. Siehe Beschluss der StvV. vom 01.09.2011 und §3 Landschaftsschutzverordnung (kein rechtlicher Verstoß)
3. Kann jeder machen wie er will. Schadet aber der eigenen Gesundheit.
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.06.2015 um 08:40 Uhr
zu 3. Widerspruch. Kein Bezug zur Realität, denn meine Gesundheit hole ich mir nicht aus dem Eventgebiet Wieseckaue.

Schimpfen ist eine Erleichterung für das Wohlbefinden. Es drohen sonst Infarkt und Magengeschwüre ;-))
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 02.06.2015 um 09:43 Uhr
Brot und Spiele ,das war schon in der Antike ein bewährtes Mittel, die möglicherweise aufmüpfige Bevölkerung zu beruhigen und abzulenken. Wovon wohl die Gießener jetzt abgelenkt werden sollen?
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.06.2015 um 10:04 Uhr
Gute Frage. Ich habe den Wahlzettel schon abgegeben.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

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