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Knuddeln, Küssen, Kaffeetrinken - was Holocaust-Überlebende in Israel brauchen

von Harry Weißam 02.06.20151840 mal gelesenkein Kommentar
Gießen | Alexander und Cäcilia Dietze kümmern sich im Auftrag von GAiN um Holocaust-Überlebende. Neben materieller und medizinischer Unterstützung, sind es vor allen Dingen die drei Ks, die für die Arbeit von Bedeutung sind. "Die wichtigsten Dinge, die wir tun, sind tatsächlich Knuddeln, Küssen, Kaffeetrinken. Die Liebe, mit der wir den Menschen begegnen ist das, was letzten Endes zählt", sagt Alexander.
Das früh im Leben Erlebte bewegt viele der Überlebenden noch immer. Inzwischen sind alle von ihnen alt, die meisten auch bereits gebrechlich. „Die Schrecken der Vergangenheit sitzen bei diesen Menschen tief“, sagt der Leiter der humanitären Hilfsorganisation Global Aid Network (GAiN), Klaus Dewald, Gießen. Bei jedem Projektbesuch in Israel ist die konkrete Armut vieler Holocaustüberlebender deutlich zu sehen und GAiN gerade der deutsche Zweig von GAiN möchte hier Gutes tun.
In Israel leben derzeit noch rund 200 000 Holocaust-Überlebende. 2007 hat GAiN in Israel eine weichenstellende Zusammenarbeit mit „Helping Hand Coalition“ gestartet, einer Non-Profit-Organisation, die humanitäre und diakonische Projekte unter Holocaustüberlebenden
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durchführt. André Gasiorowski, der Leiter der Organisation, verfügt über alle notwendigen Kontakte in Politik und Gesellschaft, um die Hilfe dort ankommen zu lassen, wo sie am dringendsten benötigt wird. Insgesamt sind es etwa 75 000 Adressen israelischer Holocaust-Überlebender, die als bedürftig gelten. 45 000 davon leben sogar unter dem Existenzminimum. Genau diesen verarmten Juden will GAiN helfen. Die jüngsten Holocaustüberlebenden sind bereits 70 Jahre alt. Jeden Tag sterben etwa 35 von ihnen.

„Not unter Holocaustüberlebenden entsteht besonders dann, wenn finanzielle und gesundheitliche Probleme zusammenkommen“, erklärt Alexander Dietze. Viele der Betroffenen haben aus ihrer Vergangenheit multiple körperliche Beschwerden und manchmal kommen psychische Leiden dazu. Wenn keine ausreichende Rente zur Verfügung steht, oder keine Ausgleichszahlungen von Deutschland gewährt werden können und auch noch die Ersparnisse fehlen, ist das wenige Geld im Monat schnell aufgebraucht.

„Die Zeit drängt. In zehn Jahren wird es zu spät sein, diesen alten Menschen noch etwas Gutes zu tun“, so GAiN-Leiter Klaus Dewald. Deshalb will sich die Hilfsorganisation dafür einsetzen, dass das letzte Kapitel nicht mit Verbitterung und Einsamkeit abschließt, sondern mit Frieden. Daher ist es das Anliegen von GAiN, neben der materiellen Hilfe auch Versöhnung zu ermöglichen und stellvertretend die Überlebenden um Vergebung zu bitten.

GAiN vermittelte bereits Patenschaften für Hunderte Holocaust-Überlebende. Sie erhalten unter anderem Lebensmittelgutscheine und Hilfsgüter. Mitarbeiter der Partnerorganisation besuchen alle Personen im Hilfsprogramm regelmäßig und nehmen sich Zeit für Gespräche. Weiter stellen sie fest, was die Menschen benötigen, um in Würde ihre letzten Lebensjahre verbringen zu können. Das können ein Rollstuhl oder eine Gehhilfe, ein Pflegebett, Medikamente oder Möbel für ihre Unterkunft sein.

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GAiN bietet Patenschaften für Holocaust-Überlebende an. Und wer in Israel weilt, kann gerne an einem Shalom-Abend dabei sein und gemeinsam mit den alten Menschen kochen, essen und feiern. Weitere Informationen können gerne angefordert werden. Eine Mail an info@gain-germany.org genügt.

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