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SWG – Partner der Installationsbetriebe

Gießen | Ob Wasser- oder Gasleitung – für die Installation, Wartung und Instandhaltung braucht es erfahrene Fachleute sowie ein Miteinander zwischen Handwerksbetrieben und Energieversorger. Die Stadtwerke Gießen arbeiten seit vielen Jahren eng mit den Installateuren aus der Region zusammen. Infoveranstaltungen wie am 21. Mai fördern den professionellen Austausch.

Handwerksprofis wie Gas- und Wasserinstallateure müssen sich immer auf dem Laufenden halten – technisch betrachtet und in gesetzlicher Hinsicht. Hierbei erhalten sie regelmäßig Unterstützung von den Stadtwerken Gießen (SWG), die eng mit den Installationsunternehmen aus der Region zusammenarbeiten. Am 21. Mai 2015 informierten die SWG Firmen aus dem Versorgungsgebiet wieder über Themen wie die Wasserprobenentnahme gemäß aktueller Trinkwasserverordnung, die Gasinstallationsprüfung entsprechend der sogenannten Technischen Regeln für Gasinstallationen (TRGI) sowie über die Energiewende vor Ort.
„Unseren Partnerbetrieben möchten wir bei solchen Veranstaltungen weiterhelfen und sie auf den neuesten Stand bringen. Das ist uns ein besonderes Anliegen“, erklärte Wolfgang Döring, bei den SWG Leiter der Gruppe Zählermanagement, während der Veranstaltung am 21. Mai.

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Sicherheit im Haus garantiert
Ein wichtiges Kriterium für die Qualität jeglicher Installationen im Haus: Experten müssen sie regelmäßig prüfen, bei Bedarf modernisieren und sie an die gesetzlichen Vorgaben anpassen. Laut aktueller Trinkwasserverordnung, die seit November 2011 gilt, müssen Vermieter zum Beispiel alle Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentralen Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern Fassungsvermögen einmal pro Jahr auf Legionellen untersuchen lassen – und dies an fest definierten Probeentnahmestellen. Die Erfahrung des Kreisgesundheitsamts zeigt, das in dieser Hinsicht noch immer Informationsbedarf besteht.
Ein weiterer Punkt: Gasleitungen, die innerhalb des Hauses verlaufen, müssen vor Inbetriebnahme auf Dichtheit und Gebrauchsfähigkeit geprüft werden. „Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte ein eingetragener Fachbetrieb die Überprüfung alle zwölf Jahre wiederholen“, erklärte Wolfgang Döring. Kleine Schäden beziehungsweise Haarrisse an Gasleitungen bleiben dem Laien meist verborgen. Hier kann beispielsweise ein professioneller Check im Rahmen des bundesweiten Programms „Gas ganz sicher“ helfen. Die Profis decken Mängel auf, was teure Reparaturkosten vermeidet und mögliche Gefahren für Mieter, Bewohner oder Hauseigentümer verringert.

Energiewende vor Ort
Auch die Energiewende spielt für Installateursbetriebe eine zunehmend wichtige Rolle. Auf dieses Thema ging der neue Technische Vorstand der SWG Matthias Funk bei seinem Vortrag ein. Er skizzierte unter anderem, wie sich der Anteil der eingesetzten Primärenergieträger in Gießen verändert. „Künftig werden wir den Anteil von fossilen Brennstoffen wie Erdgas reduzieren und die Strom- sowie Wärmeerzeugung auf erneuerbarer Basis erhöhen“, prognostizierte Matthias Funk und nannte konkrete Zahlen: „Aktuell liegen wir bei rund 20 Prozent. Für 2020 peilen wir knapp über 45 Prozent an.“

Höherwertiges Gas erfordert Umstellung
Auf das Thema, dass „Deutschland das Erdgas ausgeht“, ging Peter Keller, Leiter Netze Energie und Wasser bei den SWG, ein: „Die Schlagzeile kursiert derzeit in den Medien und bezieht sich darauf, dass die natürlichen Vorkommen Deutschlands langsam zur Neige gehen.“ Jedoch werde mit diesen Ressourcen lediglich ein Zehntel des Gesamtbedarfs gedeckt. Die restlichen 90 Prozent werden zugekauft.
Hinzu kommt allerdings, dass auch die Niederlande – Deutschlands zweitgrößter Erdgaslieferant – ihre Produktion ab 2020 deutlich zurückfahren wollen. Das bedeutet, dass bis 2030 wohl rund ein Drittel der derzeitigen Quellen durch Alternativen aus Russland, Norwegen oder dem Nahen Osten ersetzen werden müssen. Die Umstellung auf neue Lieferströme bleibt nicht ohne Konsequenzen.

Kommt künftig mehr Gas aus Russland nach Deutschland, erfordert das große Investitionen ins Netz: Fast 300 Kilometer Leitungen und zahlreiche Verdichterstationen müssen gebaut oder umgerüstet werden. Nicht die einzige Hürde. Denn für rund 4,3 Millionen Gasthermen, Durchlauferhitzer, Herde und Heizkessel in deutschen Haushalten steht ebenfalls eine Umrüstung an – verstärkt im Norden und Westen des Landes. Den Grund dafür erläuterte Peter Keller: „Das sogenannte L-Gas aus heimischen und niederländischen Lagerstätten weist einen geringeren Energiegehalt auf als sogenanntes H-Gas aus Russland und Norwegen. In jedem Netzgebiet strömt entweder ausschließlich der eine oder der andere Brennstoff durch die Leitungen – in Nord- und Westdeutschland verstärkt L-Gas. Entsprechend müssen Installateure sämtliche Geräte im Haushalt ausrichten. In den meisten Fällen reicht es aus, die Düsen zu tauschen, die Einstellungen der Elektronik zu verändern oder die Luftzufuhr anzupassen. Allein die Zahl von geschätzten 450.000 Umstellungen pro Jahr in ganz Deutschland verdeutlicht die Größe und Bedeutung des Projekts. Im Netzgebiet der Mittelhessen Netz GmbH sind etwa 35.000 Haushalte betroffen. „Wir sind 2019 und 2020 an der Reihe. Wann genau die notwendigen Arbeiten anstehen, das erfahren die Kunden rechtzeitig über uns und Sie – unsere Partnerfirmen“, sagte Peter Keller.

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