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Global Aid Network (GAiN) e.V. bringt mit SportAid Freude und Wertschätzung nach Haiti

Gießen | Mehr als ein Fußballplatz!

Haiti, Waisenkinderdorf Ça-Ira in Leogane: Steve und Aneil, zwei einheimische, leitende Mitarbeiter im Kinderdorf, schmunzeln, als sie vom Eröffnungsspiel auf dem neuen Fußballplatz berichten. Ein SportAid-Team aus Deutschland hatte den Platz im April in harter Arbeit gebaut, und das allererste Spiel wurde von den Mannschaften Haiti gegen Deutschland ausgetragen. Die ältesten Kinder und einige Mitarbeiter bildeten das Team Haiti, das SportAid-Team war natürlich die deutsche Mannschaft. „Und alle anderen Kinder unseres Dorfes haben bei dem Match um das Feld herumgestanden und lautstark angefeuert – und zwar das deutsche Team“, berichtet Steve. „Alle hatten ihre neue Adidas-Sportausrüstung an, die das SportAid-Team für die Kinder aus Deutschland mitgebracht hat. Es war ein tolles Bild, ich muss heute noch lachen, wenn ich daran denke.“ sagt Pastor Aneil und hat dabei wirklich ein breites Lächeln auf seinem Gesicht.

Wie kommt es, dass die Waisenkinder aus Ça-Ira so fröhlich, echt und lautstark ein Team von Menschen anfeuerten, die sie gerade einmal ein paar Tage kannten? Die Deutschen
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hatten in den letzten Tagen bei knapp 40 Grad im Schatten Stunde um Stunde hart daran gearbeitet, aus der unebenen, steinigen Lehmbodenfläche mitten im Dorf einen Fußballpatz mit zwei selbstgeschweißten Metalltoren und echten Tornetzen zu bauen. Dann verteilten sie kistenweise T-Shirts, Shorts, Socken, Schuhe, Bälle und weiteres Sportmaterial an alle im Dorf. Jedes Kind wurde zu einer Anprobe eingeladen und konnte sich so sein eigenes Sportoutfit aussuchen – das erste Mal in ihrem Leben. Aber der Hauptgrund, warum die Kinder so hinter den deutschen Gästen stand, war wohl, weil die Gruppe ein umfangreiches Spiel- und Sportprogramm für die Kinder organisiert hatte. Und zwischen allen Spielen war genug Zeit zum Reden, Zuhören und Relaxen. Das Team war einfach für die Kinder da, und das jeden Tag von morgens bis abends.

„Wir haben hier vorher natürlich auch Fußball gespielt “, erzählt Jonas, 14 Jahre alt, aus dem Waisenkinderdorf. „Aber der Boden war ganz uneben und es waren sehr viele Steine drin, da musste man schon sehr aufpassen. Und wenn es geregnet hat, war der Boden so schlammig, da konnten wir gar nicht mehr spielen. Das ist jetzt ganz anders. Der Platz ist viel größer, ganz flach, völlig ohne Steine und mit der neuen
Schotteroberfläche können wir sogar spielen wenn es regnet. Und wir haben jetzt wirklich zwei echte Tore, sogar mit Netzen. Das ist einfach toll und nun spielen wir noch viel mehr als früher!“ Chrislanda (8) ergänzt: „Die Gäste aus Deutschland haben ganz oft mit uns gespielt. Das hat ganz viel Spaß gemacht und wir haben auch viel dabei gelernt.“

Das sind Worte, die Matthias Willnat von GAiN, glücklich machen. Bei Ankunft der Gruppe hatte er auf die Frage nach dem genauen Ziel des Einsatzes gesagt: „Wir möchte den Kinder hier dienen, mit allem was wir geben können, auch wenn uns das an unsere persönlichen Grenzen bringen kann. Wir möchte mit unserem Dienst auf ganz unterschiedliche Weise den Kindern echte, tiefe Freude und Wertschätzung schenken, die dann noch bleiben, wenn wir selbst nicht mehr hier sind.“ Und genau das gelang dem Team auch tatsächlich. „All die Momente, in denen sie Spiele und Sport für uns organisiert und sich so viel Zeit für uns genommen haben, waren wirklich sehr wertvoll für mich“ blickt Ester (14) aus dem Waisenkinderdorf auf die Zeit zurück. „Ganz besonders war auch der Tag, wo wir uns die eigenen Adidas-Sachen aussuchen durften. Als ich am Ende meine eigene Ausrüstung in den Händen hatte, war ich so glücklich und stolz.“

„Mich hat sehr beeindruckt und glücklich gemacht, dass man der Gruppe aus Deutschland bei allem, was sie hier gemacht haben angemerkt hat, dass es ihnen ein Herzensanliegen ist“, resümiert auch Pastor Aneil und fügt an: Ich kann ihnen gar nicht genug danken. Leider ist das Team nun wieder in Deutschland, wir vermissen sie hier und hoffen, sie kommen bald wieder zu uns. Aber auch wenn sie nicht mehr hier sind, bleibt von ihnen doch vieles hier. Der tolle Fußballplatz, viele andere Spiel- und Sportmöglichkeiten, eine ganze tolle Sportausrüstung für jedes Kind und unzählige schöne Erinnerungen. Aber es geht auch um mehr, es geht um das, was dahinter steckt. Das SportAid-Team hat uns hier ganz viel Freude und Wertschätzung geschenkt – und diese kostbare Geschenk wird bestehen bleiben.“

Das Eröffnungsspiel – Haiti gegen Deutschland – endetet nach 90 Minuten Spielzeit, ganz ohne Pause, 4:3 für das Team aus Ça-Ira. Aber die Kinder um den Platz herum feierten jedes Tor der Deutschen, als ob das Team gerade ein bedeutendes Turnier gewonnen hätte. Die einheimische Mannschaft gewann das Spiel, aber die Gruppe aus Deutschland hatte in den Tagen zuvor mit ihrem Einsatz und ihrer Hingabe bereits mehr gewonnen - die Herzen der Waisenkinder aus Ça-Ira. Es war am Ende ein SportAid-Einsatz, der viel mehr brachte als einen neuen Fußballplatz.

SportAid ist ein Projekt von GAiN Giessen (Global Aid Network) e.V. Ansprechpartner: Matthias Willnat, matthias.willnat@gain-germany.org

Autor:
Pau Adad, 29 Jahre alt, Journalist aus Malaga/Spainen und für vier Monate ehrenamtlicher Helfer im GAiN-Waisenkinderdorf in Ça-Ira/Haiti

 
 
 
 
 

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