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Mindestlohn: Mehr Geld für über 3,7 Millionen Beschäftigte - Wirksame Kontrollen werden benötigt - Arbeitgeber sind bei der Umgehung sehr kreativ

Gießen | Susanne Pitzer-Schild, Geschäftsführerin ver.di Mittelhessen, zog jetzt bei den SPD-Senioren im Unterbezirk Gießen eine erste Bilanz zum gesetzlichen Mindestlohn. Seit dem 1. Januar 2015 gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro. Dies sei ein historischer Erfolg, für den die Gewerkschaften ein Jahrzehnt gekämpft haben. Jahrelang wurde der Arbeitsmarkt von der Politik im Interesse der Unternehmer dereguliert.

Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns sei nun endlich ein Schritt in die richtige Richtung und im Interesse der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften. Mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro wurde eine untere Schamgrenze in der Entlohnung eingezogen und mehr als 3,7 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bekommen mehr Geld. Allerdings gibt es eine Reihe von Ausnahmen. Zum Beispiel fallen Jugendliche unter 18 Jahren nicht unter das Gesetz, ebenso Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten.

Aus Sicht der Gewerkschaftlerin gibt es keinen vernünftigen Grund für solche Ausnahmen und diese würden nur dazu dienen, das Mindestlohngesetz zu umgehen. So wurden Arbeitnehmer von ihren Chefs aufgefordert, ihre Arbeitsverträge auf ihre minderjährigen Kinder und Enkel umzuschreiben, bei denen das Mindestlohngesetz nicht greift. Schon vor dem Inkrafttreten des Gesetzes gab es von Seiten der Arbeitgeber und Teilen der Politik den Versuch, mit immer neuen Sonderregelungen Schlupflöcher zu schaffen.

Aber auch nach Inkrafttreten des Gesetztes legte so mancher Arbeitgeber eine große Kreativiät an den Tag, das Gesetz zu umgehen, sagte die Referentin. Aus Sicht der Gewerkschaften werden daher durch den Zoll wirksame Kontrollen benötigt. Dort sollten 1600 zusätzliche Stellen geschaffen werden. „Derzeit sind allerdings alleine schon 600 Planstellen nicht besetzt. Und die neuen Mitarbeiter müssen auch erst ausgebildet werden - das kostet Zeit“, sagt Pitzer-Schild.

Mehr über

Beim Mindestlohn sind wirksame Kontrollen notwendig (1)
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Kommentare zum Beitrag

Birgit Hofmann-Scharf
10.373
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 25.05.2015 um 22:55 Uhr
Oder man ist z. B. eine große Friseurkette, Familienbetrieb mit Filialen in Deutschland und weiteren EU-Ländern, die den Beginn der Mindestlohnzahlung auf den August 2015 verschieben konnte.

Der Kunde zahlt diesen allerdings bereits mit ! Die Angestellten "dürfen" auf eine leicht verbesserte Bezahlung allerdings noch warten !!! ???
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Werner Döring
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