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Vom Himmel ein Brausen

Der Heilige Geist verbindet Menschen.
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Gießen | Organist Brückner zu Gast im Dom St. Thomas Morus

Förderverein lud ein zur 26. Orgelvesper am Pfingstsonntag im Dom St. Thomas Morus.

Organist Christoph Brückner (Limeshain/Wetterau) spannt musikalischen Bogen von der Barockzeit bis zur Moderne.

Orgelvesper baut kulturelle Brücken.

Pfingsten. Die Sonne scheint auf den Domplatz der St.-Thomas-Morus-Kirche in Gießen. Fünf Minuten vor Vier kommen immernoch Menschen. Der Förderverein der Pfarrei St. Thomas Morus hat zur 26. Orgelvesper an diesem Sonntag eingeladen. Gastorganist ist Christoph Brückner aus Limeshain in der Wetterau. Er ist bereits zum zweiten Mal zu Gast, kennt die Orgel und ihre Kirche.

“Church?” – “Yes!”

Drei junge Manner bewegen sich auf die Kirche zu. Sie haben dunkle Hautfarbe und schwarze Haare. Nach politischen
Klassifikationen wurde man sagen, die Männer haben einen Migrationshintergrund. Vielleicht sind sie Flüchtlinge. Der eine
spricht, englisch, gebrochen, kein deutsch: “Church?” – “Yes!” Die drei verschwinden in der Kirche und befinden sich plötzlich in einer für sie fremden Welt.

Mehr als 30 Zuhörer sind zur
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Orgelvesper an diesem Nachmittag gekommen. Viele sind Stammpublikum. Sie kommen regelmäßig, wenn Jakob Handrack, Domorganist an St. Thomas Morus, haupt- und nebenamtliche Kollegen einlädt, ihre Kunst auf der 1971 geweihten Kreienbrink-Orgel des Domes zu präsentieren. Das Publikum hat ein bürgerliches Auftreten, mittleres Alter und kulturell interessiert. Die drei jungen Manner staunen. Sie setzen sich in die hinterste Reihe.
Um 16 Uhr begrüßte Kirchenmusiker Jakob Handrack die Gemeinde. Anschließend eröffnete Brückner die Vesper
musikalisch mit dem Choralvorspiel “Auf meinen lieben Gott” des Leipziger Thomaskantors Johann Friedrich Doles. Im Stil
einer klassischen Vesper folgten zwei Psalm-Vertonungen aus Psalm 117 “Laudate Dominum” von Wolfgang Amadeus
Mozart und aus Psalm 91 “Denn er hat seinen Engeln befohlen” von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Von Barock bis Moderne

Brückner spannte den Bogen chronologisch fort. Die Gymnopedie No. 1 von Erik Satie (1866-1925) erklang auf der Orgel ungewohnt, von Brückner mit klarer und transparenter Sprache vorgetragen. Danach folgte mit Max Drischner (1891-1971) ein Komponist des 20. Jahrhunderts und offensichtlich ein Lieblingskomponist des Interpreten. Schon bei seinem ersten Gastspiel vor zwei Jahren brachte er Werke dieses schlesischen Organisten zu Gehör. Abschließend erklang eine Eigenkreation Christoph Brückners über den Pfingsthymnus “Veni Creator Spiritus”. Das Werk setzte sich aus den drei Abschnitten Choralmeditation, Variation und Toccata zusammen und zeigte große improvisatorische Züge. Indem es ihm gelang populäre Themen etwa aus dem berühmten Bolero Maurice Ravels mit choralbetonten Melodien zu kombinieren, verteidigte Brückner seinen Ruf als “Popstar an der Orgel”.

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von:  Jakob Handrack

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Jakob Handrack
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