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Der „Pakt für den Nachmittag“ startet mit 20 Grundschulen

Eltern können für unter 50 Euro pro Monat eine Betreuung ihres Kindes bis 14.30 bzw. 15 Uhr erhalten.
Eltern können für unter 50 Euro pro Monat eine Betreuung ihres Kindes bis 14.30 bzw. 15 Uhr erhalten.
Gießen | Der Landkreis Gießen ist als eine von sechs Modellregionen ausgesucht worden, den „Pakt für den Nachmittag“ in Hessen umzusetzen. Dieser soll ab dem kommenden Schuljahr verlässliche Angebote für die Eltern aller Kinder in Grundschulen bereitstellen. „Bislang werden sich 20 Grundschulen im Kreis Gießen beteiligen“, berichtet die Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl bei der Vorstellung.

Der „Pakt für den Nachmittag“ soll es Eltern erleichtern, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Weitere Ziele sind eine höhere Bildungsgerechtigkeit sowie eine bessere Verzahnung von Vormittagsunterricht und Nachmittagsangebot. Um diese Ziele zu erreichen, ist ein Vertrag ausgearbeitet worden, der die vom Land Hessen angestoßene Initiative im Detail regelt.

„Das Angebot weitet sich aus, z.B. sind in jedem Fall sechs Wochen Ferienbetreuung dabei“, versichert Christiane Schmahl. Keinesfalls gehe es darum, bestehende und bewährte Strukturen zu zerstören, die etwa Elternvereine mühsam aufgebaut hätten. Im Gegenteil: „Es gibt keine Verschlechterung – weder im bisherigen Betreuungsangebot, noch in der Bezahlung des Personals“, wie Matthias Spangenberg, Leiter des Fachdienstes Schule, berichtet.

Der Landkreis sei immer auf die örtlich vorhandenen Bedürfnisse eingegangen. Bei dem „Pakt für den Nachmittag“ können die Eltern wählen, ob ihr Kind montags bis freitags von 7.30 bis 14.30 Uhr bzw. 15 Uhr oder sogar bis 17 Uhr betreut wird. Die einzelnen Schulen können bei Bedarf davon auch abweichen. Eine Ferienbetreuung ist sechs Wochen lang gewährleistet. Auch hier gibt es für die Schulen einen zeitlichen Spielraum.

Bislang sind die Grundschulen in folgenden Ortschaften nach den Sommerferien bei dem „Pakt für den Nachmittag“ dabei: Allendorf/Lumda, Alten-Buseck, Annerod, Beuern, Großen-Buseck, Großen-Linden, Grünberg, Heuchelheim, Holzheim, Hungen-Mittelpunktschule, Langgöns-Kernort, Laubach, Leihgestern, Lollar, Londorf, Reiskirchen, Salzböden, Stangenrod, Steinbach und Wißmar.

„Das ist etwas mehr als die Hälfte unserer Grundschulen“, sagt Christiane Schmahl, „aber nur der Anfang und keine abgeschlossene Liste.“
Im Augenblick finden Informations-Elternabende der beteiligten Schulen statt. „Auf längere Sicht wollen wir alle Grundschulen einbeziehen, an denen der Pakt umsetzbar ist.“ Zum Schuljahr 2016/2017 sollen weitere Schulen aufgenommen werden.

Der Kreis zahlt für jedes vertraglich angemeldete Kind 110 Euro pro Schuljahr. „Wir gehen davon aus, dass die dafür im Haushalt eingestellten 400.000 Euro ausreichen“, sagt die Schuldezernentin. An einigen Schulen sind auch bauliche Maßnahmen erforderlich, vor allem wegen der Versorgung mit Mittagessen. Außerdem wird der „Pakt für den Nachmittag“ vom Land mit jährlich 12,25 Lehrerstellen sowie rund eine Million Euro finanziert.

Hinzu kommt eine Beteiligung der Städte und Gemeinden sowie von den Eltern. Wie hoch der Beitrag der Eltern sein wird, steht bislang noch nicht fest und hängt unter anderem davon ab, wie das Konzept der Schule ist und wie viele Kinder angemeldet werden. Außerdem sind die finanziellen Beiträge der Städte und Gemeinden unterschiedlich hoch.

Die noch nicht abgeschlossene Kalkulation sieht vor: Eltern können für unter 50 Euro pro Monat eine Betreuung ihres Kindes bis 14.30 bzw. 15 Uhr erhalten. Die Variante bis 17 Uhr soll demnach weniger als 100 Euro im Monat kosten.
Auch die Personalfrage ist geregelt. Einen Teil des Angebots sollen Lehrkräfte leiten, der Rest wird von externen Kräften bestritten.

Die ZAUGg ist für die meisten Schulen Anstellungsträger. Das bisherige Personal soll von den Betreuungsvereinen so weit wie möglich übernommen werden. „Es ist viel Arbeit gewesen, dieses Projekt auf den Weg zu bringen“, sagt Christiane Schmahl, „deshalb bedanke ich mich bei meinem Team, das diesen Kraftakt parallel zur täglichen Arbeit erst ermöglicht hat.“

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