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„Datenschatz“ zur Kindergesundheit geborgen

Der Monitoringbericht zur Kindergesundheit für den Landkreis Gießen liegt vor.
Der Monitoringbericht zur Kindergesundheit für den Landkreis Gießen liegt vor.
Gießen | Ein „Meilenstein in der Gesundheitsberichterstattung“ sei der Bericht zur Kindergesundheit, sagte Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Dirk Oßwald bei der Vorstellung des 134-seitigen Bericht „Monitoring Kindergesundheit für den Landkreis Gießen“.

Erstellt haben ihn Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Soziologin und Wirtschaftswissenschaftlerin an der Justus-Liebig-Universität Gießen, und Ernährungswissenschaftlerin Christina Bräutigam im Auftrag des Landkreises. Sie haben dafür ohnehin vorliegende Daten aus den Schuleingangs-untersuchungen der vergangenen Jahre ausgewertet und gegenübergestellt. Die Wissenschaftlerinnen sprachen von einem „Datenschatz“, den es dabei zu bergen galt.

Die Daten belegen allgemeine Trends ebenso wie lokale Unterschiede. So zum Beispiel, dass durchschnittlich 10,5 Prozent aller Kinder im Landkreis Gießen zu dick sind. Verbessert haben sich die Sprachkenntnisse von Kindern mit Migrationshintergrund. Denn während die Quote, von fehlerfrei Deutsch sprechenden Kindern, 2005 noch bei nur 15,5 Prozent lag, belegen die jüngsten Daten, dass fast 25 Prozent der Kinder mit mindestens einem ausländischen Elternteil fehlerfrei Deutsch sprechen.

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Aus den Daten der zahnärztlichen Untersuchungen geht hervor, dass 22,3 Prozent der untersuchten Kinder Karies haben. Allerdings gibt es gerade bei der Zahngesundheit große regionale Unterschiede. Im Stadtgebiet Gießen beispielsweise gibt es eine Schule, in der durchschnittlich 47 Prozent der Kinder Karies haben, während bei einer anderen Schule im ländlichen Raum die Quote bei nur 15 Prozent liegt.

Für Uta Meier-Gräwe ist dies ein Indiz, dass erfolgreich etablierte Gesundheitsprävention in den Einrichtungen wirksam ist. Die Kindergärten und Schulen müssten stetig daran arbeiten, die Kinder gesund zu erhalten. Wenn zum Beispiel in einer Kita die Kinder angehalten werden, regelmäßig nach dem Mittagessen Zähne zu putzen, bringe das vielmehr als ein einmaliger Vortrag über Zucker in Nahrungsmitteln, erläuterte sie.

Handlungsempfehlungen liefert die Studie zwar nicht, allerdings sollen die Ergebnisse jetzt an die Kommunen und Einrichtungen weitergegeben werden, erläuterte Dirk Oßwald: „Die Ergebnisse des umfassenden Monitorings können gut als Diskussionsgrundlage für kommunale Politik genutzt werden.“ Zukünftig will der Landkreis die während der Schuleingangsuntersuchungen protokollierten Daten nach Vorbild des durch die Universität erstellten Berichts auswerten.

In den nächsten Jahren soll das Gesundheitsamt dann selbst in der Lage sein, aus den erhobenen Daten Rückschlüsse zu ziehen und Handlungsempfehlungen zu geben.

Fragen zur Kindergesundheit im Landkreis Gießen und zum nun vorgelegten Bericht kann Dr. Eleonore Föller-Gaudier beantworten, Telefon: 0641 9390-1428, E-Mail: eleonore.foeller-gaudier@lkgi.de. Der Bericht kann auch im Internet runtergeladen werden: unter lkgi.de.

Der Monitoringbericht zur Kindergesundheit für den Landkreis Gießen liegt vor.
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Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Dirk Oßwald, Soziologin Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe und Ernährungswissenschaftlerin Christina Bräutigam stellen Gesundheitsbericht vor.
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