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Per Pedes nach Gibraltar: Lukas ist jetzt in Frankfurt angekommen...

Gießen | Pilgern ist in. Doch Lukas Häde (27) hat sich für einen Pilgerweg der anderen Art entschieden. Er will die 3.800 Kilometer bis Gibraltar in Südspanien zu Fuss zurücklegen, um damit Spenden für einen Brunnenbauprojekt im Benin zu sammeln. Am 1. Mai ist er aufgebrochen …

Lukas Häde beschreibt sich selbst als "nicht so sportlich". Gebürtig kommt der 27-Jährige aus der Gegend von Fulda in Hessen. Er hat im Allgäu Betriebswirtschaft studiert und sein Studium gerade abgeschlossen. Das war der Zeitpunkt, an dem die Frage "Und was mache ich nun?" sehr deutlich vor ihm stand. Sollte er direkt ins Arbeitsleben eintauchen oder den Umstand nutzen, dass er – jung, Single, ohne Verpflichtungen – sagen konnte: "Ich bin dann mal weg …"? Lukas hat sich für die sportliche Herausforderung entschieden.

Die Idee

Relativ schnell entstand die Idee, zu Fuss von Mitteldeutschland aus den Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu gehen – und anschliessend noch ein bisschen weiter bis nach Gibraltar. Die knapp 4.000 Kilometer sind zwar eine herausfordernde Entfernung, aber mit machbaren 20-Kilometer-Etappen pro Tag durchaus von Mai
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bis Dezember zu bewältigen. Lukas’ einziges Problem damit war, dass er nicht "einfach so" pilgern wollte. Es sollte schon etwas Sinnvolles damit verbunden sein. Einen Nutzen für andere Menschen haben. Beim Suchen nach einem geeigneten Projekt brachte ihn sein Onkel auf die richtige Fährte: "Wie wäre es, wenn du Spenden sammeln würdest, um damit in Afrika einen Brunnen zu finanzieren?"

Das Projekt

Beim näheren Informieren hat Lukas Häde schnell gemerkt, dass dies ein Projekt nach seinem Herzen ist: Über 800 Millionen Menschen in Afrika haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Viele Stunden am Tag verbringen sie damit, Wasser aus weit entfernten Bächen, Seen oder Pfützen zu holen. Dabei ist es oft voller Keime und extrem gesundheitsschädlich. Lukas hat von der Arbeit des christlichen Hilfswerks GAiN (Global Aid Network) in Giessen gehört, das in über 75 Orten Afrikas bereits 1'000 Brunnen gebohrt hat [http://www.gain-germany.org/gain/content/hilfsprojekte/sudan/land.php?navid=36]. Und er hat sich entschieden, mit seinem Pilgerlauf solch einen Brunnen zu finanzieren. 7.500 Euro wird es kosten, ungefähr 1.000 Menschen in Cotonou im westafrikanischen Benin in Zukunft mit sauberem Wasser zu versorgen. Die kostbare Flüssigkeit befindet sich zwar nur 50 Meter unter dem Erdboden, allerdings sind Tiefbohrmaschinen notwendig, um die Erd- und Gesteinsschichten bis dorthin zu durchdringen.

Der Chef und andere Interessenten

Als der Chef der Firma, in der Lukas als Werksstudent gearbeitet hatte, von seiner Idee erfuhr, war er begeistert. Seine Zweifel – "Ich glaube ja nicht, dass Sie das wirklich umsetzen werden …" – waren fast so motivierend wie sein Angebot, die Kosten für die Reiseausrüstung zu übernehmen. Damit hat sich der ehemalige Weltenbummler an Lukas’ Projekt beteiligt. Wahrscheinlich hätte der junge Pilger seine Reise gar nicht antreten brauchen. Sicher hätten ein oder zwei grosse Sponsoren die Gesamtkosten für einen Brunnen schnell übernommen. Doch Lukas will mehr als das Geld für einen Brunnen: Er möchte Menschen informieren und involvieren.

Der Fortschritt

Um Unterstützer, Freunde und Interessenten auf dem Laufenden zu halten, schreibt Lukas den Blog lukesletter.de [http://walkforwater.lukesletter.de] und berichtet auf Facebook [https://www.facebook.com/visit.lukesletter] über seine Reise und die Eindrücke. Noch steht (bzw. läuft) er ganz am Anfang seiner vier Millionen Schritte langen Tour, doch die Aussichten sind gut, dass der junge Mann nicht nur positive Erfahrungen für sich selbst sammeln, sondern viele Menschen in Afrika durch seine Aktion segnen wird. Inzwischen hatV Lukas bereits den Weg von Alheim nach Frankfurt geschafft. Nachahmens- und unterstützenswert!

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von:  Harry Weiß

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